Sonntag, 20. Mai 2018

Alles neu macht der Mai: Wartungsarbeiten und DSGVO

Durch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die am 25. Mai in Kraft tritt, sind einige Änderungen an meiner Homepage www.betrachtenswert.com erforderlich. Diesen Umstand nutze ich nun, um den ganzen Auftritt grundlegend zu aktualisieren. Deshalb ist die Seite momentan nicht erreichbar. Nach dem Relaunch wird meine Heimatseite auch auf mobilen Endgeräten besser dargestellt.

Abonnenten des Newsletters erhalten in den nächsten Tagen einen letzten Rundbrief über den alten Newsletteranbieter Webmart, von dem ich mich nach der Gesetzesänderung leider trennen muss.  Sie bekommen demnächst die Möglichkeit, sich für den neuen Newsletter anzumelden. Hauptsache wir sind alle datenschutzkonform. :-)






















Da auch die Seite mit den Kursterminen momentan nicht erreichbar ist, finden Sie hier die nächsten Veranstaltungen in einer kurzen Zusammenfassung:
  • Montag, 4.6.18 | 18:30 - ca. 20:00 Uhr | Treffpunkt Milbertshofen
    max. 8 TeilnehmerInnen, 30,- EUR
    München entdecken: Petuelpark (nur bei trockenem Wetter)
  • Montag, 25.6.18 | 18:30 - 20:30 Uhr | Treffpunkt Candidplatz
    max. 8 TeilnehmerInnen, 30,- EUR
    Graffiti: Die Kunst etwas Eigenes zu schaffen (bei jedem Wetter)
    Ausrüstung: Stativ!
  • Montag, 2.7.18 | 18:30 - ca. 22:00 Uhr | Treffpunkt Tollwood
    max. 8 TeilnehmerInnen, 40,- EUR
    Hoffentlich Hochsommer!  (nur bei trockenem Wetter) 
    Wir drehen eine Runde auf dem Tollwood, bei passendem Wetter stärken wir uns dort für den Aufstieg auf den Olympiaberg - der Sonnenuntergang ist um ca. 21:30 Uhr.
    Ersatztermin: 9.7.
Die Veranstaltung Nah- und Makrofotografie im Rosengarten an der Isar findet wetterbedingt als spontane Exkursion statt, der Termin ist noch offen. Wer sich für den Mailverteiler spontane Veranstaltungen angemeldet hatte, erhält automatisch eine Benachrichtigung.

Bei Interesse an einem dieser Kurse schicken Sie bitte eine E-Mail, ich nehme dann direkt Kontakt zu Ihnen auf: 
Die Datenschutzverordnung und das Fotografieren im öffentlichen Raum
Sicher haben Sie zur Zeit genauso viel Spaß wie ich, all die Mails zu lesen, die Sie über die DSGVO und allerlei neue Nutzungsbedingungen informieren. Dass dieses Gesetz auch das Fotografieren im öffentlichen Raum betrifft, wissen nur wenige. Ich hatte mich vor vier Jahren schon ziemlich echauffiert, als es der Panoramafreiheit an den Kragen gehen sollte. Es wird nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird, aber ab dem 25.5. wird erst einmal eine gewisse "Rechtsunsicherheit" herrschen. Wer mehr über die Hintergründe erfahren möchte, und eine Argumentationsgrundlage sucht, findet in diesem Artikel bei der fotocommunity Rat. 

"Die Ansicht, das Kunsturhebergesetz werde durch die DS-GVO ab dem 25. Mai 2018 verdrängt, ist falsch. Das Kunsturhebergesetz stützt sich auf Artikel 85 Abs. 1 DS-GVO, der den Mitgliedstaaten nationale Gestaltungsspielräume bei dem Ausgleich zwischen Datenschutz und der Meinungs- und Informationsfreiheit eröffnet."
(
Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat – Bürgerservice –)

Das mag zumindest all diejenigen beruhigen, die als Amateure absolut nichtkommerziell fotografieren, und gelegentlich Bilder in ihrem Fotoclub vor Ort ausstellen. Für Sie ändert sich nichts in Sachen Streetfotografie. Einen amüsanten Nebeneffekt bringt die DSGVO auch noch mit: Analoge Kameras erzeugen Bilder und keine Daten, darum ist man als Analogfotograf im Zweifelsfall besser bedient. Verrückt ist gar nichts auf dieser Welt...

Donnerstag, 3. Mai 2018

TV-Tipps für den Mai





















Hier ist die komplette Sendeliste für den laufenden Monat, auch mit Empfehlungen des Schweizer Senders SF1:

Samstag, 12. Mai 2018 - 09:40 - 10:40 Uhr 
Walter Pfeiffer - Chasing beauty 
Erst spät schaffte der gelernte Dekorateur und Grafiker Walter Pfeiffer den internationalen Durchbruch als Mode- und Porträtfotograf.

Ob die Beiträge danach in der SRF-Mediathek verfügbar sind, werde ich ausprobieren.

Was uns die Fotografie verrät ergründet das Team von Xenius am 23. Mai um 16:45 Uhr auf arte. Na, da bin ich ja mal gespannt.

Mindestens genauso neugierig bin ich auf den Beitrag Homo Digitalis - Wie lange sind wir noch Mensch? Den gibt's am Dienstag, 29. Mai 2018 um 22:10 Uhr, ebenfalls auf arte.

Vielen Dank an www.kunstlinks.de

Dienstag, 24. April 2018

Kann es sein, dass Fotoapparate altern?

Diese interessante Frage erreichte mich unlängst per Mail. Im ersten Moment war ich überrascht, weil ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht hatte, ob sich die Bildqualität einer Kamera im Lauf der Jahre verschlechtert.
Natürlich altert alles, Autos genauso wie Menschen. Warum sollte das bei Digitalkameras anders sein? Es ist prinzipiell vorstellbar, dass die Bildqualität durch die Alterung abnimmt, aber ich bin eher skeptisch, dass dieser Unterschied für das menschliche Auge sichtbar ist.


Typische Defekte
Die Kamera, um die es bei der Frage ging, ist älter als fünf Jahre und ein einfaches Kompaktmodell. Typische Altersdefekte von Digitalkameras sind Totalausfälle, kaputte Batteriedeckel und mechanische Ausfälle des Objektivs. Bei Kompakt- und Bridgekameras wird das Objektiv jedes Mal ein- und ausgefahren, wenn man die Kamera ein- beziehungsweise ausschaltet, oder wenn sie in den Ruhemodus wechselt. Diese Mechanik wird also stark beansprucht und setzt irgendwann aus.
Der Batteriedeckel ist bei vielen Kameramodellen eine Sollbruchstelle, meist bei Kameras, die mit AA-Batterien betrieben werden. Man kann so einen defekten Deckel mit Klebestreifen oder einem Gummiband fixieren. Auch wenn das nicht schön aussieht, bleibt die Kamera noch eine Weile funktionsfähig. Das gleiche gilt für die Fächer von Speicherkarten und USB-Kabelanschlüssen. Sie müssen häufig geöffnet werden, um die Bilder auf den Computer zu übertragen. Dabei können die kleinen Plastiknasen, die als Scharniere fungieren, abbrechen. Das ist bei einer meiner Kameras auch schon mal passiert. Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, dass auch die Tasten und Rädchen am Kameragehäuse im Lauf der Jahre stark beansprucht werden. Bei einer alten Kamera reagieren sie langsamer und ungenauer. Wenn man einen Menüpunkte oder eine Funktion ansteuern will, springt der Cursor oft an die falsche Stelle und das stört beim Fotografieren enorm!

Klick aufs Bild für vergrößerte Ansicht



Ein anderes typisches Phänomen sind lokale Defekte des Aufnahmechips, sogenannte "Hot- oder Deadpixel", die als kleine Punkte im Bild sichtbar werden. Deadpixel sind Pixel, die nicht funktionstüchtig sind und schwarz bleiben. Hotpixel entstehen bei langen Belichtungszeiten und erscheinen als helle oder rote Punkte.

Finden Sie den Hotpixel in diesem Bild?





 

Wird die Bildqualität schlechter?
Der direkte Vergleich von alten und neuen Aufnahmen ist schwierig bis unmöglich, weil die Licht- und Wetterverhältnisse bei der Aufnahme die Bildwirkung stark beeinflussen. Nur im Studio und unter exakt gleichen Bedingungen könnte man ein altes Bild mit einem aktuellen Foto vergleichen. Wenn Sie selbst einen Langzeitversuch machen wollen: Fotografieren Sie ein Referenzbild, das Sie über mehrere Jahre hinweg immer wieder unter gleichen Bedingungen aufnehmen können.

Ich vermute, dass der schlechtere Qualitätseindruck durch unsere Wahrnehmung entsteht. Trotz etwaiger Firmware-Updates bleibt jede Kamera auf dem technischen Stand ihres Erscheinungstermins stehen. Genau wie bei Computern schreitet die Entwicklung neuer Modelle schnell voran. Es kommen neuere Sensoren auf den Markt, die beispielsweise weniger Bildrauschen erzeugen. Auch die Bearbeitungsalgorithmen in den Kameras werden optimiert: die neuen Fotos sind meistens bunter, brillanter und schärfer. Unser Geschmack wird durch den jeweils vorherrschenden Bildstil beeinflusst, dadurch werden unsere Erwartungen an die Fotos höher.


Die Zunahme der Smartphonefotografie hat Bildbearbeitungsapps salonfähig gemacht, die man vor zwanzig Jahren noch in die Rubrik "Kunstfilter" einsortiert, oder gar nicht erst in Betracht gezogen hätte. Jetzt ist es ein "moderner Look", und das stimmt wirklich, denn die Filterungen sind aufwändiger und erheblich subtiler geworden. Man erkennt oft gar nicht mehr, wie stark ein Kamera-JPEG bearbeitet wurde.

So entsteht nicht nur der Eindruck, es ist eine unumstößliche Tatsache, dass Fotos aus älteren Kameras weniger brillant aussehen als Fotos aus aktuellen Kameras und Smartphones. Handykameras haben heute eine ebenso hohe, manchmal sogar eine bessere Qualität als eine Kompaktkamera, die schon mehrere Jahre ihren Dienst getan hat. Das einzige, was hier (vorübergehend) hilft, ist eine stärkere Nachbearbeitung der Bilder aus älteren Kameras, durch die man den gewünschten Look nachträglich erzeugen kann. Bei JPEG-Dateien sind die Möglichkeiten dabei bekanntermaßen begrenzter als beim Rohdatenformat.

Diese Entwicklung macht auch vor hochwertigen Spiegelreflexkameras nicht Halt. Eine zehn Jahre alte Vollformatkamera ist immer noch gut. Im direkten Vergleich mit einer brandaktuellen Kamera  könnte man aber auch enttäuscht sein, selbst wenn man die Bilder mit einer Kamera mit kleinerem Sensor vergleicht.

Fazit: Digitalkameras altern
weil sie auf dem alten Stand stehenbleiben. Die technische Qualität bleibt durch den rasanten Fortschritt zurück, im direkten Vergleich kann eine alte Kamera irgendwann nicht mehr mithalten. Es ist wie mit Computern: Die meisten funktionieren noch einwandfrei, wenn man sie aus dem Dienst nimmt.  Nur die wenigsten Anwender würden heute mit einem Computer arbeiten, der älter ist als fünf oder sieben Jahre. Das kann man nur machen, wenn man - im übertragenen Sinn - auf einer isolierten Insel sitzt, und so selbstgenügsam ist, dass man die rasant rasende Welt, die uns umgibt, einfach ausblendet.

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
Søren Aabye Kierkegaard

Wer mag, kann sich dazu noch eine kleine Statistik aus dem Digicammuseum anschauen. Interessant, aber sicher nur "Ausreißer" sind Digitalkameras, die bis zu zwanzig Jahre lang benutzt werden. Die meisten werden nach etwa vier Jahren ausgemustert, obwohl sie noch funktionieren.

Dazu passt: Alte Kameras: verkaufen oder Wertstoffhof? 

Nachtrag: Danke an Harry Herbs, der mir einen Link dazu geschickt hat. In der Ausgabe 6/2018 des Fotomagazins FOTOHITS hatte ein Leser eine ähnliche Frage gestellt: Wie viele Auslösungen kann man von einem Chip in der Kamera erwarten? Zusamenfassend lautet die Antwort der Redaktion: Das Silizium des Sensors altert, aber nur sehr langsam. Probleme entstehen am ehesten durch Oxidation des Klebers, mit dem die Sensoren in die Kameras verbaut werden. Aber selbst dann werden die 350.000 Auslösungen, die für Digitalkameras im allgemeinen zu erwarten sind, ohne Qualitätsverluste erreicht.