Mittwoch, 20. Dezember 2017

Wie wär's mit einem Baum aus Licht?















Nur noch viermal schlafen, dann ist schon wieder Bescherung :-)
In der Woche vor dem Fest ist das elektronische Postfach immer besonders voll. Die Fotomotive, die zu den Feiertagen mitgeschickt werden, sind genauso phantasievoll und so unterschiedlich wie die Menschen, die sie fotografiert haben. Es ist schön, diese Vielfalt zu erleben - vielen Dank auf diesem Weg an alle, die mir schon geschrieben haben oder es noch tun werden.

Da ich heuer (noch?) keine eigenen Weihnachtsmotive fotografiert habe, kamen die Weihnachtsgrüße einer Fotokursteilnehmerin genau zur rechten Zeit. "Inspiriert durch dein Buch zur FZ300" merkte sie dazu an, und schickte mir diesen wirklich gelungenen Tannenbaum aus Licht. Das Motiv passt perfekt, denn für mich ist Weihnachten das "Lichterfest", das alljährlich die Mitte des Winters markiert, und Vorfreude weckt, weil es bald wieder früher hell wird.

Einen Vorteil haben die langen dunklen Stunden: Sie eignen sich hervorragend, um mit Lichtmalereien zu experimentieren und Lichtspuren aufzunehmen. Probieren Sie es in einer ruhigen Minute aus. Sie brauchen einen Assistenten, der die Lampen schwenkt. Vielleicht ist es eine schöne Abwechslung an den Feiertagen, wenn die ganze Familie im Garten Lichterbäume oder bunte Kreise ins Dunkle malt?

Wer noch nicht weiß, wie das geht: Demnächst mache ich wieder einen Abendkurs, wo wir Lightpaintings im Freien üben werden. Wer nicht solange warten will, kann sich auch mein Video bei Blende 8 anschauen. Aktuell gibt es noch keine neuen Kurstermine, weil ich momentan jede Arbeitsminute zum Schreiben brauche. Der Rest der Zeit gehört der Familie und mir: zum Ausruhen, damit ich fit bleibe und auch in 2018 wieder durchstarten kann.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern lichtvolle Feiertage und eine Phase der Ruhe und Entspannung zwischen den Jahren.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Das ist ein bisschen wie Sport...

Die Foto-Fernsehtipps sind seit 2010 ein fester Bestandteil im Fotonanny-Blog. Das liegt daran, dass der Kunstlinks-Newsletter nicht nur interessant ist, sondern auch so zuverlässig und pünktlich in meinem Posteingang landet. Mich hat schon damals interessiert, wer eigentlich hinter diesem Projekt steckt. Deshalb freue ich mich sehr, dass Hermann Ludwig auf meine Interviewanfrage eingegangen ist. Wir kennen uns nicht persönlich, aber ich habe mich bei www.kunstlinks.de ein bisschen vorab informiert.

Die "kunstlinks" sind erstmals im Februar 1999 als "kunstunterricht.de" ans Netz gegangen. Ihr Webmaster ist Hermann Ludwig, der seit 1978 in Bayern als Kunsterzieher tätig war und jetzt im Ruhestand weitermacht.

„Die Fernsehtipps bieten Orientierung im linearen Fernsehen, helfen bei der Programmierung, aber auch bei der Suche in den Mediatheken und teilweise auf Youtube.“

Sie helfen auch mir, weil ich im Newsletter nach dem Stichwort „Fotografie“ suchen kann.

"Selten wurde ich so konkret und kompetent befragt, so dass ich jetzt nicht wiederstehen konnte, mich zu einzelnen Fragen dieses Interviews etwas ausschweifend zu äußern. Da bin ich mal gespannt, ob und wie die Fotonanny das auf ihrer Seite unterkriegt", schreibt Hermann Ludwig zum Auftakt unseres Interviews. In der Tat, das Gespräch bietet Stoff für mehr als einen Blogpost, darum teile ich es in appetitliche Häppchen auf. :-)


FN: Hermann, wie entstand die Idee zu dieser Webseite?
Wer war/ist die Zielgruppe? Was sollte erreicht werden?
Wie kam es zur Umbenennung von kunstunterricht.de zu kunstlinks.de?

HL: Zuerst waren wir Mitte der Neunziger eine Gruppe medienaffiner Kunstlehrer, die davon überzeugt waren, dass man mit der Integration von Computern im Kunstunterricht zeitgemäßer, professioneller und für die Schüler interessanter und nutzbringender arbeiten könnte. Ich persönlich hatte schon am Atari programmiert und hatte Lust, zum Nutzen der Kunstlehrerschaft und Schüler alles zu sammeln, was diesen im Unterricht dienen könnte und wollte das in Linkform anbieten.
Wie man das halt so macht, habe ich mir einen Haufen Domain-Namen gesichert, unter denen das dann parallel im Netz erschien. So fischt man Besucher, die aus der einen oder aus der anderen Ecke kommen und bietet etwa den Schweizern oder den Österreichern jeweils ihre landestypische Adresse an.
Die originäre Zielgruppe waren also die Kunstlehrer. Im Rahmen des Kunstunterrichts gibt es aber dermaßen viele Verzweigungen in die Kultur-, Technik-  und Menschheitsgeschichte, dass das allgemein auch furchtbar viele andere Leute ansprechen könnte, weswegen dann die Bezeichnung „Kunstlinks“ passender und leichter aussprechbar gewonnen hat.
 
FN: Wie sind die Rückmeldungen – damals und heute?

HL: Die Fernsehtipps haben stabil so um die 3000 Abonnenten, wie viele sie auf der Seite ansehen weiß ich nicht. Bei Fehlern gibt es natürlich massenhaft Protest. Hin und wieder kommt aber auch Lob und Anerkennung. Dieses Jahr haben fünf Nutzer eine kleine Spende überwiesen, daraus kann ich auch auf deren gesteigerte Zustimmung schließen.

Etwas frustrierend, aber auch verständlich, ist, dass nach Fertigstellung und Versand sofort Kündigungen kommen von Leuten, die anlässlich des Postings feststellen, dass sie die Fernsehtipps gar nicht brauchen.

FN: Der Newsletter ist immer sehr pünktlich. Wie werden die Informationen zu den jeweils aktuellen Sendungen gesucht und für kunstlinks.de aufbereitet ?
HL: Prinzipiell sind das die Quellen, die am Ende der Fernsehtipps aufgelistet sind, also eigentlich öffentlich erreichbare. Allerdings habe ich mich bei verschiedenen Sendern als Presse registriert, um eine erweiterte Vorschau zu bekommen, sonst sieht man ja nur ein paar Tage voraus.

„Früher war alles besser“: Da gab es eine Seite aus der Schweiz , die sogar mehr als vier Wochen in die Zukunft anbot, und „prisma“ hatte einen ausgefeilten Suchmechanismus und ebenfalls ein paar Tage über die vier Wochen hinaus. 

„Heute ist alles schlechter“:  Da gebe ich als ein Schlagwort unter vielen „Kunst“ ein und fräse mich durch 1560 Sendungen. Ich habe aber weiterhin den Ehrgeiz, den Vierwochen-Rhythmus beizubehalten, für mich, meine Frau, meine Abonnenten und um Kollisionen mit Urlaub etc. zu vermeiden. Das bedeutet mittlerweile ein ziemliches Gefrickel, um die vierte Woche knapp vor dem Sendetermin fertig zu bekommen. Das ist ein bisschen wie Sport…

FN: Wie viele Leute arbeiten an diesem Projekt aktiv mit ?
HL: Die Kunstlinks und die Fernsehtipps sind ein Ein-Mann-Betrieb, die mache ich selbst alleine. 

FN: Wie wichtig ist die Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und andere Partner? Wie sieht die Förderung konkret aus?
HL: Förderung gibt es für die Kunstlinks keine, allerdings haben sie mir beruflich sehr genützt. Ich konnte dadurch meine Bekanntheit im Kollegenkreis verbessern und wurde zu verschiedenen interessanten Projekten geladen. Diese Projekte (wie InfoSchul vom BMBF oder Denkmal-aktiv) brachten dann auch (zweckgebundene) Fördergelder, mit denen ich die Ausstattung meines Zeichensaals in der Schule voran bringen konnte, woraufhin wieder vermehrt Schüler und Schülerinnen digital arbeiteten und wieder bei Projekten und Wettbewerben einreichten. Das diente alles meiner Vernetzung und brachte mir schließlich auch eine beförderungswirksame Sonderfunktion des Kultusministerium für „besondere Verdienste für die Kunsterziehung in Bayern“ ein, so dass ich letztlich auf ein erfolgreiches Lehrerdasein zurück blicken kann, das ohne diese Aktivitäten wesentlich schaler ausgefallen wäre. Die Belohnung und Förderung kam also eher indirekt. 

FN: Im Fotonanny-Blog geht es primär um Fotografie, darum darf die Frage nicht fehlen: Fotografierst Du? Und wenn ja: was?



HL: Ich habe in den Neunzigerjahren intensiv mit der Fotographie angefangen, zwei Leicaflexe mit schönen Objektiven gehabt, dazu eine 9x12er Plattenkamera mit riesigem Balgen und mein Fotolabor mit Leitz-Focomaten. Meine Abzüge habe ich nach Rezepturen und Methoden aus den 30er- und 50er-Jahren auf Barytpapier gezogen, mit den aufwändigen Arbeitsschritten und bis zu den unvermeidbaren Verlusten auf der Folie der Hochglanzpresse. Wie es dann digital wurde war ich natürlich auch sofort dabei, von den ersten kleinen Knipsern bis zu meiner Canon EOS 7D heute. Das war dann auch wieder interessant für meinen Unterricht, wo ich Wahlunterricht im Fotolabor anbieten konnte und am Computer Bildbearbeitung.




FN: Aus diesem ersten Teil des Interviews nehme ich mit, dass sich Engagement langfristig auszahlt, für einen selbst aber auch für andere, in diesem Fall besonders die Schüler. Unterwegs erfordert der Einsatz viel Energie: Durchhaltevermögen und die vielbeschworene Frustrationstoleranz. Beruf, ehrenamtliches Engagement und Privatleben in Einklang  zu bringen ist und bleibt wohl für die meisten eine sportliche Herausforderung.
Im zweiten Teil werden wir uns über unser wichtigstes "Handwerkszeug"  unterhalten: das Internet. Ein wichtiges Schlagwort darf dabei nicht fehlen: Medienkompetenz. 


HL: "Mein Bestreben war stets, dass aus reinen Medien-Konsumenten selbst Gestalter wurden."

Den zweiten Teil des Interviews finden Sie hier.

Dienstag, 12. Dezember 2017

TV-Tipps und ein Lebenszeichen

Und schon wieder ist ein Monat vorbei, den ich fleißig schreibend vor einer anderen Mattscheibe zugebracht habe. 
Ganz anders macht es Benjamin Jaworskyj. Der Berliner ist sechs Monate im Jahr für seine Leidenschaft, das Fotografieren, weltweit unterwegs und  gibt immer wieder Fototipps für Fernsehzuschauer und auf Youtube. Meins ist das nicht, aber es gibt sicher viele, die das mögen. 
Über den Jahreswechsel kann man sich auf NDR einige seiner Beiträge anschauen.

Die Sendetermine und einige Seitenblicke gibt's in der neuen Liste mit Sendungen.

Was mich interessiert, ist der Mensch, der hinter den Kunstlinks steckt. Darum habe ich vor einiger Zeit Kontakt mit Hermann Ludwig aufgenommen, und ihn zum Interview gebeten. Er hat sich bereit erklärt mitzumachen und mir seine Antworten unlängst zugeschickt. Demnächst also mehr über einen Menschen, der eher im Verborgenen agiert, und einen bemerkenswerten Beitrag für die Allgemeinheit leistet.

Für Weihnachtsgrüße ist es noch ein bisschen zu früh, aber es könnte sein, dass mir in der Buchabgabephase die Muße für derlei Dinge fehlt. Die Tatsache, dass es heuer zum ersten Mal seit gefühlt zehn Jahren keine Weihnachtsexkursion gab, lässt tief blicken. Meine Kameras liegen seit zweieinhalb Monaten unbenutzt herum, denn für das aktuelle Buchprojekt kaufe ich die Fotos von anderen Fotografen. Dieser Rollenwechsel ist sehr interessant. Die meiste Zeit geht dabei drauf, die Spreu vom Weizen zu trennen, und genau die Motive zu finden, die optimal zum Thema passen.

In meinem elektronischen Postfach hängen noch einige unbeantwortete Nachrichten, vorzugsweise mit dem Betreff "Handbuch FZ1000 Neuauflage", "Leuchtfeuer, Teil 2" und "Kurstermine 2018". Eine konkrete Antwort darauf gibt es, wenn der neunte Planet im Quadrat zu Uranus steht... Also nicht mehr in 2017.

Jetzt wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine weiterhin schöne und stressfreie Vorweihnachtszeit. Trinkt einen Glühwein für mich mit, wenn ihr auf den Weihnachtsmarkt geht. Ich halte derweil die Stellung an der Tastatur.  :-)

Dienstag, 21. November 2017

TV-Tipps

Analog TV: klares Auslaufmodell

Die Fernsehtipps erhalte ich seit vielen Jahren von www.kunstlinks.de. Sie kommen seit 1999 jeden Monat absolut pünktlich und sind mit großem Weitblick zusammengestellt. Weil auch diesmal nur spärliche Beiträge zur Fotografie dabei sind, habe ich wieder zu den "Seitenblicken" gegriffen. Hier geht's zur aktuellen Liste mit Sendungen.

Hier ein Seitenblick, der viel über unsere moderne Medienwelt verrät:



Berühmt mit Instagram und Co.
"Wenn ich mal drei Stunden lang nichts poste, fragen mich die Leute ob ich tot bin. Das kann ich mir nicht erlauben."
 
Na wunderbar. Gut, dass die Leserinnen und Leser meines Blogs wissen, dass ich konzentriert arbeite, wenn ich selten blogge.

Mehr über den Wahnsinn unserer modernen Zeit: 
Freitag, 24.11.17 von 20:15 - 20:45 Uhr auf ndr
Samstag, 25.11.17 von 8:30 - 9:00 Uhr auf ndr
oder danach in der Mediathek.

Link zur Sendung

Samstag, 28. Oktober 2017

Analoge Bilder digitalisieren

Erinnerungsfoto Prag 1993
Aufsichtsvorlage (9x13 cm) selbst gescannt
In einem Artikel vor zwei Jahren habe ich von meinem Plan berichtet, mein analoges Bildarchiv digitalisieren zu wollen. Bei den Foto-Abzügen war ich ganz erfolgreich. Dank moderner Multifunktionsgeräte lassen sich sogenannte Aufsichtsvorlagen relativ schnell und auch mal zwischendurch einscannen. Bei den Negativen und Dias waren die Hindernisse größer. Mit meinem Flachbettscanner hätten mich das Einlegen der Vorlagen und der Scan-Vorgang wochenlang beschäftigt - ein unmögliches Unterfangen.


Hilfe kam von einem Fotofreund, der mir einen speziellen Diascanner mit Magazin lieh, was die Abläufe deutlich beschleunigt hätte. Leider ließ sich das Gerät nicht dazu bewegen, mit den neueren Betriebssystemen meiner Computer zu kooperieren. Ich war genervt, weil ich mir nicht noch ein Gerät anschaffen wollte, und legte die Sache auf Wiedervorlage.  Mittlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich meine Zeit lieber anders verbringe, und deshalb auch bereit bin, ein paar Euro zu investieren. Ich werde meine Dias und Negative von einem professionellen Dienstleister digitalisieren lassen, aber in welcher Auflösung und von wem? 


Was bedeutet dpi?
Die Abkürzung „dpi“ steht für dots per inch. Sie gibt Auskunft darüber, wie viele Bildpunkte sich auf einem inch (2,54 cm) befinden. 

Ein mit nur 150dpi gescanntes 9x13 Foto
sieht online noch okay aus, eignet sich aber
nicht zum Ausdrucken in Originalgröße.
Ein Fotoabzug im Format 10x15 cm wird in der Regel mit einer Druckauflösung von 300dpi gescannt. Weil ein Dia oder Negativ weitaus kleiner ist als ein Fotoabzug braucht man jedoch eine höhere Scan-Auflösung, um es später in einem größeren Format ausdrucken zu können.

Welche dpi Anzahl wird bei der Digitalisierung benötigt?
Um ein Dia (24x36mm) im Format 10x15 cm auszudrucken, muss es mit einer Auflösung von 1200 dpi eingescannt werden. Für einen ansprechenden DIN A4-Ausdruck braucht man bereits 2500 dpi. Der spätere Verwendungszweck ist also entscheidend für die Scan-Auflösung. 



Will man die Bilder nur am Computer oder Tablet verwenden, sind hohe Auflösungen unnötig, manchmal auch kontraproduktiv. Da die Dateigröße pro Bild schnell auf 40 MB steigt, belegen 100 gescannte Fotos oder Dias bereits 4 GB auf der Festplatte. Auf einem Tablet oder Smartphone käme man schnell an die Kapazitätsgrenze.

Ein gewöhnlicher HD-Fernseher zeigt in der Regel nur 1920x1080 Bildpunkte an, was einer Auflösung von 2 Megapixel entspricht. Dafür reicht ein haushaltsüblicher Scanner mit 300dpi für die Digitalisierung von Dias aus. Für großformatige Ausdrucke oder für das Erstellen eines Fotobuchs braucht man deutlich mehr Auflösung, deshalb bieten viele Scanner und Digitalisierungsdienstleister hohe Scan-Auflösungen an, mitunter bis zu 7000 dpi.

Was gerne übersehen wird
Die Auflösung allein ist nicht das einzige Kriterium beim Digitalisieren analoger Schätze. Oft haben Dias nach langer Lagerzeit einen Rotstich oder weisen sogar einen leichten Pilzbefall auf, das heißt sie müssen bearbeitet werden. Nicht jeder hat das Knowhow, die Software und vor allem Lust und Zeit, die alten Bilder aufzupäppeln.

Wer diese Mühe scheut, wird sich nach einem Dienstleister sehnen, der ihm die Arbeit abnimmt. Hier lohnt sich also ein Blick auf die angebotenen Zusatzleistungen. 



Die Firma ScanCorner Deutschland digitalisiert  alle Dias oder Negative mit einer Auflösung von mindestens 3000dpi. Damit sind Ausdrucke bis zu DIN A3 (ca. 30 x 40 cm) problemlos möglich, und die Dateien eignen sich auch zum Erstellen von Fotobüchern. Interessant ist dabei, dass die Dateigröße die 4 MB nicht überschreitet, und somit ein gutes Verhältnis zwischen Datenmenge und verschiedenen Verwendungszwecken besteht.

Die so digitalisierten Bilder können problemlos auf dem TV-Gerät, Smartphone oder Tablet betrachtet werden. Im Vergleich zu anderen Anbietern wird bei ScanCorner Deutschland jedes Bild manuell von den Mitarbeitern nachbearbeitet. Jeder Rotstich und Pilzbefall wird von Hand beseitigt, zusätzlich wird auch der Kontrast angepasst. Um sich vom Ergebnis zu überzeugen, gibt es eine Online-Galerie mit der man die digitalen Bilder noch vor der Bezahlung überprüfen kann. 

Dieses Angebot hat mich neugierig gemacht, darum lasse ich gerade einige Aufnahmen von ScanCorner digitalisieren. Über das Ergebnis werde ich demnächst hier im Blog berichten.


Donnerstag, 26. Oktober 2017

Wettbewerbs-Nachlese

Nachdem wir Ende August die Bilder des 6. Münchner Fotomarathons juriert hatten, saßen wir noch eine ganze Weile mit dem Team zusammen und es entwickelten sich interessante Gespräche: über den Fotomarathon in seiner heutigen Form, über anstehende Veränderungen, und über die Enwicklung dieses Events im Lauf der vergangenen sechs Jahre. Für Anfang Oktober hatte ich zugesagt, bei der Jurierung der Oberbayerischen Fotomeisterschaft (DVF, Landesverband Bayern) mitzuwirken. Derlei Tätigkeiten sind stets ehrenamtlich. Bei so großen Veranstaltungen mit vielen Einsendungen dauert allein die Jurierung mehrere Stunden, meistens spendiert man einen ganzen Tag. Bei allen Beteiligten ist sehr viel Engagement für die Sache notwendig, sonst könnten solche Veranstaltungen überhaupt nicht stattfinden.


Klassische Wettbewerbe wie die des DVF und Fotomarathons verhalten sich zueinander wie Feuer und Wasser, es sind zwei Welten, die nur eine kleine Schnittmenge aufweisen. Die Konzepte, die den jeweiligen Wettbewerben zugrunde liegen, und die Arbeitsweisen, die sich daraus ergeben, könnten nicht unterschiedlicher sein.

Der Marathonist
  • entscheidet sich für die Teilnahme, bevor das Thema bekannt ist 
  • muss sich aufs Thema konzentrieren
  • soll innerhalb weniger Stunden Ergebnisse liefern
  • ist gefordert, um die Ecke zu denken
  • muss unter den gegebenen, manchmal widrigen Bedingungen fotografieren und
  • eine Serie von zwölf Bildern anfertigen - in vorgegebener Reihenfolge!
  • steht unter massivem Zeitdruck
  • darf seine Bilder nicht bearbeiten
Im Ergebnis kommen dabei Fotos zustande, die häufig technische und gestalterische Mängel aufweisen. "Zwölf gute Fotos im Jahr sind eine gute Ausbeute" - beim Fotomarathon sollen sie innerhalb von acht Stunden entstehen. Der Zeitdruck wirkt sich auch auf die Durchgängigkeit der Serien aus - da passt nur selten alles. Der Marathon ist folglich ein Wettbewerb für spontane Menschen mit Mut zur Lücke.

Der klassische Wettbewerbsfotograf
  • entscheidet sich für die Teilnahme, wenn er das Thema kennt oder
  • nimmt an "themenfreien" Wettbewerben teil
  • hat sehr viel Zeit, sich etwas zu überlegen
  • kann unter optimalen Bedingungen fotografieren
  • kann auf Vorrat fotografieren oder 
  • Motive aus dem Archiv verwenden
  • reicht meistens Einzelfotos ein
  • darf seine Bilder bearbeiten und tut das auch (ausgiebig)
Im Ergebnis sieht man bei solchen Wettbewerben Fotos, die technisch und gestalterisch auf höchstem Niveau sind. Es sind Wettbewerbe für Menschen, die sehr genau arbeiten, und einen Hang zum Perfektionismus haben.

Form vs. Inhalt 
Inhaltlich sind die meisten klassischen Wettbewerbsmotive  austauschbar. Sie wiederholen sich seit Jahrzehnten in einer Endlosschleife, jede Generation von Fotografen arbeitet sich an Adlern, Motorradfahrern, Hochglanzfassaden und Studio-Stillleben ab. 


Als ich Mitte der 1980er Jahre zum ersten Mal eine Fotozeitschrift in den Händen hielt, haben mich diese Motive auch beeindruckt. Sie sind schön, es sind atemberaubende Bilder und es ist klar, dass man lernen will, wie man solche Fotos macht. Da muss jeder durch, und darum wiederholt sich diese Ästhetik ständig. Über die Jahre hinweg sieht man auch Entwicklungen und Trends.



HDR-Technik, verwackelte Überlagerungen, sogar unscharfe Wischbilder waren irgendwann einmal neue Ideen und haben sich mittlerweile etabliert. Der erste, der es macht und damit einen Preis gewinnt, setzt einen Trend. Sobald alle anderen auf diesen Zug aufspringen, ist es aber nicht mehr interessant.

Beim Fotomarathon haben wir das in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt: Landete eine Serie mit kleinen Figuren unter den ersten zehn, haben die Teilnehmer im folgenden Jahr viel häufiger mit solchen Elementen gearbeitet, weil die Idee witzig war, und weil sie glaubten, damit punkten zu können. Das Gegenteil war der Fall, denn beim Marathon ist jedes Jahr alles anders - so hat es die Jury jedenfalls bisher gehalten. Komm nicht mit einer Idee aus dem letzten Jahr, denk dir was Neues aus, zeig deine eigene Interpretation des Themas, hast du einen eigenen Stil - ist das Thema umgesetzt?

Beim klassischen Wettbewerb funktioniert das nur bedingt. Wenn die handwerklichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, fliegt ein Bild aus der Wertung. Wer unbearbeitete Fotos einreicht, hat in der Flut extrem gephotoshoppter Bilder weniger Chancen. "Ehrliche" Fotografie wirkt zu banal, die Motive gehen unter, wenn man sie im Umfeld übersättigter Konkurrenten betrachtet.

Gibt es einen Weg der Mitte?
Es mag einige wenige Fotografen geben, die den Spagat schaffen, sich für beide Wettbewerbsformen zu interessieren und vielleicht sogar in beiden antreten - Hut ab! In der Regel wird ein klassischer Wettbewerbsfotograf beim Fotomarathon total gestresst sein, er wird seine eigenen hohen Ansprüche kaum erfüllen können. Der Fotomarathonist wiederum wird sich im klassischen Wettbewerb schwer tun, weil es dort um technisch perfekte Fotos geht, die zumeist stark nachbearbeitet sind. In (m)einer idealen Welt könnten beide Lager voneinander lernen: die einen könnten Bilder mit mehr Ideen und Inhalten produzieren, die anderen die technische und ästhetische Qualität ihrer Bilder verbessern, auch unter Zeitdruck. Insgesamt würde das Niveau steigen. Also sollten die Fotomarathonisten erst mal an klassischen Wettbewerben teilnehmen, und der DVF könnte einen Fotomarathon veranstalten - oder seine Mitglieder zu einem schicken? ;-)

Entweder - oder.
Sowohl - als auch.
Weder - noch?!

Wettbewerbe: ist das überhaupt mein Weg?

Vor über zwanzig Jahren war ich selbst Mitglied im DVF, habe mich gelegentlich auch an den Wettbewerben beteiligt und sogar ein paar Preise gewonnen. Schon damals ist mir  aufgefallen, dass meine "eigenen" Bilder bei Wettbewerben nicht ankamen. Mir wurde klar, dass ich diese ganz bestimmte Ästhetik und ganz bestimmte Bildmotive abliefern musste, um eine Annahme oder eine Urkunde zu bekommen. Das war es mir nicht wert, darum war diese Phase schnell vorbei. Gelernt habe ich dennoch sehr viel: meine Fotos wurden in dieser Zeit technisch und gestalterisch besser. Das konnte ich anschließend für meine "eigenen" Bilder gut brauchen.

Wäre ich in der Wettbewerbsszene geblieben, hätte ich mich bei der Wahl von Bildmotiven eher am Urteil anderer orientiert, und meinen eigenen fotografischen Weg erst später oder gar nicht beschritten. Wettbewerbe halte ich weiterhin für legitim, für viele Fotografen sind sie nützlich und extrem wichtig. Dennoch beende ich meine Tätigkeit als Jurorin, weil ich Fotos nicht mehr im Sinne eines Wettbewerbs "beurteilen" möchte. Das mag all diejenigen betrüben, die mich in den vergangenen Jahren immer wieder eingeladen haben, aber womöglich bin ich als Beobachterin von außen wichtiger als wenn ich Teil des Systems bleibe.

Es gibt sehr viele Arten, wie man Fotografie betreiben kann. Die Kunst besteht darin, zu erkennen, welches Bild sich für welchen Zweck eignet. Solange man handwerklich noch nicht auf der Höhe ist, braucht man die Rückmeldung von erfahrenen Fotografen, die einen auf Fehler aufmerksam machen, und einem erklären, warum es ein Fehler ist, und wie man ihn vermeiden kann - konstruktive Kritik. Was als Fehler gilt, ist aber auch schon oft eine Frage der Interpretation.

Wer in meine Kurse kommt, erhält weiterhin Feedback, wenn er/sie es möchte. Ich kann sagen, was ich sehe und was ich denke, ich kann meine Erfahrungen und mein Wissen teilen und bei der Einschätzung helfen: in welche Schublade passt dieses oder jenes Foto? Ich kann und werde auch weiterhin Tipps geben, welche Knöpfe an der Kamera wichtig sind, und wie diese Dinger grundsätzlich funktionieren.

Darüber hinaus finde ich es wichtig, auch über Dinge zu reden, die bisher in der fotografischen Diskussion weitgehend fehlen. Am besten trifft es das Zitat von Henri Cartier Bresson:

Fotografieren bedeutet gleichzeitig und innerhalb von Sekundenbruchteilen zu erkennen - einen Sachverhalt selbst und die strenge Anordnung der visuellen wahrnehmbaren Formen, die ihm seine Bedeutung geben. Es bringt Verstand, Auge und Herz auf eine Linie.

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Zum Schluss ein paar Links für alle, die sich einen Eindruck über die im Artikel erwähnten Wettbewerbe machen wollen:

Fotomarathon München - alle gültigen Serien aus 2017
Fotomarathon München - die Siegerserien 2017
DVF (Deutscher Verband für Fotografie): Galerie FIAP Titelträger
DVF (Landesverband Bayern): um Fotos zu sehen, sollte man auf die Seiten der einzelnen Vereine gehen - oder die Ausstellungen vor Ort besuchen.

Wer sich generell für die Wettbewerbsszene interessiert, findet in der Galerie der fotocommunity unter "popular photos" reichlich Bildvorlagen. Beim Blende Fotowettbewerb vorbeischauen lohnt sich auch, oder die Online-Zeitschrift fotoGEN abonnieren. Hier kann man sich auch vier Bilder von einem erfahrenen Juror bewerten lassen. Das kostet ein paar Euro, aber das finde ich auch völlig okay. Wer es kostenlos haben möchte, kann sich ja bei Keegan dem Fotocoach melden. Ich werde jetzt erst mal ein Buch fertig schreiben, und danach bin ich wieder bereit für neue Taten.

Montag, 23. Oktober 2017

Herbstzeit ist Fotoausstellungszeit

... und somit veranstalten diverse Fotoclubs in diesen Tagen ihre Jahresausstellungen.
(Klick auf die Bilder für vergrößerte Ansicht)






Für die einen ist es schlechtes Wetter - für andere pures Glück


Ein ganz besonderer Moment war meine Testwanderung auf Rügen, zehn Kilometer durch den Nationalpark. Eigentlich wollte ich eine gute Fotoroute für den Kurs auskundschaften und wissen, wie gut man die Kreidefelsen von oben sehen kann, aber daraus wurde nichts: Es herrschte dichter Nebel.




Für Fotos im Wald ist das nicht die schlechteste Situation, aber auf den Wegen war es dunkel, an einigen Stellen beinahe düster. Weil ich mich beeilen musste, um die ganze Strecke ablaufen zu können, habe ich nur aus der Hand fotografiert, folglich auch mit höheren ISO-Werten. Schon bei den ersten Bildern bemerkte ich, dass die ISO-Automatik ständig auf ISO 3200 sprang. Dazu der Nebel, also doppeltes Bildrauschen? Nein danke, das ist sogar mir zu riskant.

Ich entschied mich für ein ISO-Limit von ISO 800 und somit war klar,  dass nun hohe Verwacklungsgefahr bestand, und dass ich mich echt konzentrieren musste, um die Kamera ruhig zu halten. Wo es nichts zu fotografieren gibt, darf flott gewandert werden. Immer, wenn ich etwas länger zum Fotografieren brauchte, erinnerte mich meine Wander-App daran, dass noch ein Stück des Wegs vor mir lag.

 
Atemtechnik beim Auslösen - da machen wir vielleicht mal einen Kurs in München, inklusive Fitness-Abzeichen ;-)

Vor dem kleinen Aussichtspunkt, der sogenannten "Viktoriasicht" musste ich eine ganze Weile warten, bis eine Frau mit ihrer Spiegelreflexkamera mit dem Fotografieren fertig war. Ich weiß nicht, was sie dort im dichten Nebel alles gesehen hat. Als ich den kleinen Steg endlich betreten konnte, war für mich außer trübem Grau nicht viel zu erkennen.




Vielleicht hätte ich die Dame fragen sollen, ob ich mal einen Blick auf ihre Bilder werfen könnte. Womöglich hätte ich noch etwas lernen können, wenn ich die Felsen mit ihren Augen gesehen hätte?
Für mich gab es ein anderes Motiv, das die vor Ort erlebte Szene am besten beschreibt.



Nach insgesamt sechs Stunden waren zahllose "Bäume im Nebel" auf der Speicherkarte. Noch während des Fotografierens hatte ich mich denken hören: Oh, das wird bestimmt langweilig, ich werde die Hälfte der Bilder löschen, weil meine Begeisterung mit mir durchgegangen ist, und weil wahrscheinlich alles gleich aussieht. Die Überraschung stellte sich letzte Woche ein, als ich die Bilder zum ersten Mal in Ruhe auf meinem großen Monitor anschaute. Jeder Abschnitt des langen Weges war anders, und auf den Fotos konnte ich die Unterschiede deutlich sehen. Es gab fast keine verwackelten Bilder und eines der Motive hängt inzwischen als Leinwanddruck im Wohnzimmer. Daneben liegt eine Bilderbox mit fünfzig verschiedenen gedruckten Waldmotiven. So etwas mache ich ausgesprochen selten.

12 Uhr mittags: Es war wirklich so dunkel wie auf diesem Bild.

Die Kreidefelsen waren ein paar Tage später auch noch dran, aber der Wald war das intensivere Erlebnis. Warum? Das Wetter passte an diesem Tag einfach optimal zum Motiv. Wenn ich, wie die vielen anderen Touristen, nur mit dem Ziel losgerannt wäre, diese Sehenswürdigkeit zu fotografieren, dann hätte ich eine Menge interessanter Motive auf dem Weg dorthin verpasst. Es ist zwar richtig, dass man als Fotograf eine Idee haben sollte, was man fotografieren möchte, und wie das Bild aussehen soll, aber wenn man sich dabei zu enge Grenzen steckt, setzt man sich Scheuklappen auf und wird zum "Auftragsfotografen". Damit man das Bild aus dem Kopf so nachfotografieren kann, wie man es gesehen hat, braucht man exakt die Bedingungen, die geherrscht haben, als die Bildvorlage entstanden ist. Meine Erfahrung: das klappt nicht. Ich habe es ein paar Mal mit Motiven versucht, die ich selbst schon fotografiert hatte, aber jedes Mal ist irgendetwas anders. Natürlich kann man so ungefähr das nachfotografieren, was andere vorgelegt haben. Das ist nicht besonders kreativ, aber eine gute handwerkliche Übung.

Für mich besteht die Kunst des Fotografierens darin, sich auf den jeweiligen Moment und die jeweilige Situation einzulassen, und das jeweils Beste daraus zu machen. Vor allem aber lasse ich mich gerne von dem überraschen, was scheinbar zufällig passiert. So hat mir der dichte Nebel nicht nur schöne Fotos sondern auch einige Momente innerer Klarheit beschert. Das Bild im Wohnzimmer erinnert mich jeden Tag daran. Ist es nun ein Erinnerungsbild oder ein Postkartenmotiv? Im Idealfall ist es beides.


Freitag, 20. Oktober 2017

Sendepause beendet


Acht Wochen Sendepause im Blog, was ist denn da los?

Keine Sorge, es geht mir gut. In den letzten Wochen war ich einfach mehr in der "offline" Welt unterwegs. Je länger diese Abstinenz andauerte, desto weniger habe ich die Internetwelt vermisst. Die Jurierung des 6. Münchner Fotomarathons, die Fotoreisen mit Artistravel und eine weitere Jurierung für den DVF in Erding haben mich beschäftigt, nicht nur zeitlich, sondern auch inhaltlich. Darüber werde ich noch berichten, aber eins nach dem anderen.
Wirklich begeistert war ich von den Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern. Dass Rügen toll ist, muss ich nicht extra erwähnen. Waren an der Müritz kennt kaum jemand, und das ist wirklich schade. Es lohnt sich, dort mal hinzufahren - ob zum Fotografieren oder einfach nur, um die Natur und die Seenlandschaft zu genießen.




















Eigentlich wollte ich im nächsten Jahr auch wieder dort sein, doch aus privaten Gründen ist es mir nicht möglich, die Fotoreisen 2018 fortzuführen. Die bereits angekündigten Termine werden von anderen Dozenten durchgeführt.

Eine intensive Fotowoche zu erleben kann ich weiterhin nur empfehlen. Wenn man sich im Kreis von Fotobegeisterten mehrere Tage an einem tollen Ort befindet, und sich ungestört mit dem Fotografieren beschäftigen kann, passiert unglaublich viel. Man bekommt eine Menge Knowhow und Inspirationen, man lernt interessante Menschen kennen und natürlich bringt man viele Fotomotive mit nach Hause. Einer der besten Sätze, die ich unterwegs gehört habe war: "Es sind erst zwei Tage vergangen, trotzdem habe ich das Gefühl, als wäre ich schon eine Woche hier. Wahnsinn, wie schnell man hier aus dem stressigen Alltag aussteigen kann!"

Nun bin ich zurück in meinem Alltag, der unter anderem auch darin besteht, meiner körperlich gebrechlicher werdenden Mutter zur Seite zu stehen. Dadurch bin ich räumlich und zeitlich gebunden, was sich besser mit meiner Tätigkeit als Autorin vereinbaren lässt, als mit dem Unterwegssein. In diesen Tagen geht manches langsamer vonstatten als mir lieb wäre, aber es ist wie es ist. Mit dem Wissen, dass die menschliche Lebenszeit begrenzt ist, halte ich es für wichtig, mir gelegentlich Gedanken darüber zu machen, womit ich meine Lebenszeit füllen möchte. Daraus entwickelt sich eine Werte- oder Prioritätenliste, die bei jedem Menschen anders aussieht. Eine schöne Übung dazu gibt's auf einer meiner (nichtfotografischen) Lieblingsseiten Zeitzuleben: Der 80. Geburtstag. Kurz gesagt geht's darum, dass man die Weichen für ein zufriedenes Leben jederzeit neu justieren kann, damit man sich später nicht grämen muss, zu lange den falschen Zielen hinterhergejagt zu sein. Oder sollte ich schreiben: den falschen Motiven? :-) Auch beim Fotografieren geht's oft um Ziele, die man sich steckt, und die können sehr unterschiedlich sein.

So viel für heute - nächstes Mal gibt's dann wieder leichte Kost: Fotografisches und einen Erfahrungsbericht über eine Wanderung im dichten Nebel. Es wird nicht wieder acht Wochen dauern, versprochen. Die TV-Tipps habe ich im September übrigens ganz bewusst weggelassen, weil die Liste diesmal so dünn war, dass es sich nicht gelohnt hat, die geneigten Leser von wichtigeren Dingen abzulenken. Prioritäten eben.

Freitag, 25. August 2017

Ich bin Amateur im wörtlichen Sinn


... sagt Udo Hartmann von sich selbst, und macht Fotos, bei denen mir, salopp gesagt, die Kinnlade runterfällt. Fotografischen Mainstream sucht man bei Udo vergeblich. Seine Bilder sind Kunst, das sage ich jetzt mal so. Ich schätze mich glücklich, dass er meiner Einladung zum Interview gefolgt ist. Das Profilfoto ist bei unserem letzten gemeinsamen Fotospaziergang Ende Juli entstanden.


Lieber Udo, wir kennen uns seit...
dem letzten Jahrtausend.
[Fotonanny: schön formuliert ;-) ]

Wir haben uns kennengelernt....
durch die Leidenschaft der Fotografie in den Kellerräumen eines Fotoclubs.

Du fotografierst seit...
mich der Virus des Einfangens von flüchtigen Momenten im Alter von 10 Jahren gepackt hat.


Du fotografierst...
analog - war früher der Standard. Heute nutze ich es zum Genuss. Manchmal mit einer Sofortbildkamera. Mindestens einmal im Jahr packe ich meine Zenza Bronica GS1 aus. Es ist wie Meditation und nach zehn bewussten Entscheidungen für ein Bild ist der Film voll.

digital - ist heute mein Standardwerkzeug, wobei ich die Diskussion über analog vs. digital überschätzt finde. Viel entscheidender ist für mich die Person hinter der Kamera und was sie daraus macht.

mit dem Smartphone - ist für mich eine Digitalkamera die vor allem zur Dokumentation geeignet ist und den Vorteil hat, dass sie die meisten Menschen immer dabei haben.

Du fotografierst derzeit...

für mich selber und dies eher bewusst. Dazu setze ich wieder vermehrt auf Festbrennweiten. Ihr vorgegebener Bildwinkel und ihre Staffelung im Raum sind eine bewusste Entscheidung in meiner Bildgestaltung. Ich fühle mich dadurch fokussiert, nicht eingeschränkt und übe auch mal bewusst auf ein mögliches Bild zu verzichten.
Bezüglich der Einstufung zwischen Hobby und Profi antworte ich immer mit einem leichten Lächeln: Ich bin Amateur im wörtlichen Sinne also "Liebhaber einer Sache". Dies sehe ich als Vorteil, da ich mit der Fotografie nicht meinen Lebensunterhalt verdienen muss, sondern sie als kreativen Freiraum nutzen kann.




Hast du immer mit der gleichen Intensität/Begeisterung fotografiert oder gab es Phasen, in denen du darüber nachgedacht hast, das Fotografieren ganz aufzugeben?
Die Intensität und Begeisterung finden bei mir in einer Wellenbewegung statt. Nach anfänglichem Stress merkte ich, dass es keinen Sinn macht dagegen zu arbeiten, sondern, dass es für mich besser ist auf der Welle zu reiten und sie als Phasen im kreativen Schaffen zu nutzen. Im Wellental fotografiere ich weniger und beobachte was das nächste Thema sein könnte. Auf dem Wellenberg ist es wie ein Flow - in diesem Moment suche ich nicht nach dem Motiv es ist da, es spricht mich an.

Ein konkretes Beispiel war, dass ich einige Zeit alltägliche Momente in einem Tool in Fake-Polaroids umgewandelt, diese Abzüge mit einem Datumsstempel versehen habe, und das ganze wie ein Tagebuch führte. Nach einiger Zeit merkte ich, dass diese Phase zu Ende ging. In der darauffolgenden Zeit, beschäftigte ich mich mehr mit dem Thema "Wie sieht die passende Darstellung und Haptik für meine Bilder aus". Herausgekommen ist ein Transferverfahren für Canon-Selphy Abzüge und eine Methode des Transfers mit Lösungsmittel. Das Canon-Selphy Transferverfahren, könnt ihr in Jacquelines Buch "Fotografieren! Die Fotoschule zum Mitmachen" finden.

Wie war das, als du mit dem Fotografieren angefangen hast und wie ist es heute?
Der magische Moment für mich war, als sich das erste Mal die Bildkonturen meines ersten SW-Abzugs im Entwicklerbad unter der roten Dunkelkammerbeleuchtung abzeichneten. Diesen Moment werde ich nie vergessen.
Heute bietet das Medium einem mehr Freiheit. Die Kunst besteht darin, sich den eigenen Weg, das eigene Tempo herauszusuchen, und in diese Richtung zu gehen. Ich kann jeden nur dazu ermutigen. Auch eine Kamera die schon ein paar Jahre alt ist - von der es bereits den Nachfolger oder sogar mehrere davon gibt - macht noch tolle Fotos. Auch eine "Bildermaschine" mit mehr als 10Bilder/sec kann sehr bewusst für Einzelbilder eingesetzt werden. Es liegt an einem selber und dem was man mit der Fotografie ausdrücken möchte.

Wenn sich etwas verändert hat: was genau?

Natürlich haben sich im Laufe der Zeit meine Motive verändert und sie tun dies fortlaufend. Auch ich habe gesucht, ausprobiert, verworfen, ehrliches Feedback erhalten, Meinungen aufgedrückt bekommen und bin täglich von der Umwelt beeinflusst. Meine Motivthemen nenne ich seit einigen Jahren "Menschen und Lebensräume" und fühle mich darin angekommen ohne sie dogmatisch in Stein gemeißelt zu haben.


Bei der Technik scheue ich mich immer, zu viel zu erzählen, da ich die Leser nicht beeinflussen möchte. In Summe kann ich jedem zurufen "es liegt an dir, was du daraus machst". Der eine nutzt ein kalibriertes, in der Farbtemperatur verstellbares Studiolicht, der andere die Taschenlampe des Smartphones mit dem er schräg auf eine CD-Rückseite leuchtet und somit Regenbogenfarben auf sein Motiv projiziert.
Im Laufe der Zeit hat sich auch die Präsentationsform geändert. Zu den klassischen Wegen wie persönliches Treffen und Ausstellungen bietet heute das Internet die Möglichkeit seine Bilder zu zeigen. Ich nutze diese alle, wobei mir der persönlichen Kontakt sehr am Herzen liegt.


Was machst du heute fotografisch – was ist dein aktuelles Projekt? 

Wie schon genannt, sind mein Themengebiete "Menschen und Lebensräume". Zurzeit verspüre ich einen Schwenk zu den Lebensräumen. Auch hierbei sind Menschen involviert. Egal ob indirekt, als Gestalter des Lebensraums, oder direkt, in dem sie Teil des Bildes sind. Derzeit arbeite ich an einer Serie, deren Titel ich hier noch nicht verraten möchte. Das Interessante daran ist, dass mich eine bestimmte Form von Motiven angesprochen hat und mir dies erst hinterher bewusst wurde. Und so ist der Arbeitstitel entstanden.
Parallel dazu habe ich eine Themensammlung von Ideen die ich gerne mit Menschen umsetzen möchte. Hierbei suche ich nicht die posing-sichere GNTM*-Kandidatin, sondern Menschen mit Persönlichkeit und der Freude daran sich vor der Kamera auszuprobieren. Wer daran Lust hat, darf sich gerne melden und wir werden gemeinsam etwas Einzigartiges gestalten.


[Fotonanny: *für alle, die nicht wissen was GNTM bedeutet = Germany's Next Top Model.]

Smartphonefotografie: (wie) setzt du sie ein?
Wie gesagt, für mich ist sie eine kleine, immer-dabei Kamera, die vor allem zur Dokumentation bzw. als visuelles Notizbuch geeignet ist. Bei der bewussten Gestaltung gibt es einige physikalische Grenzen, an deren Auslotung die Industrie gerade via Software / direktes Postprocessing bzw. mehreren integrierten Kameramodulen arbeitet. Somit kann dieser Markt in ein paar Jahren wieder völlig anders aussehen.


Wann hast du dir zuletzt eine neue Kamera gekauft und warum?
Das ist erst ein paar Wochen her. Die Motivation zum Kauf waren zwei Themenblöcke.
Der erste ist weniger Volumen, Gewicht gepaart mit einer Art Tarnkappe für die Fotografie auf der Straße bei gleichzeitiger Beibehaltung der Gestaltungsmöglichkeit und Bildqualität. Die Tarnkappe besteht darin, dass die Kamera mehr wie eine "nostalgische Hobby-Knipse" auf Umstehende wirkt und das Auslösegeräusch im urbanen Umfeld kaum wahrnehmbar wird. Hinzu kommt noch eine intuitive Bedienbarkeit. Dies bedeutet für mich, dass ich auf meine Hauptfunktionen direkt zugreifen möchte.
Der zweite Punkt ist die integrierte Bildbearbeitung, die automatisch meine geliebten SW-Bilder in einer Qualität erzeugt, die ich bisher nur mit viel Zeiteinsatz am Rechner hinbekommen habe. Jetzt liegen sie direkt nach dem Auslösen vor und benötigen, wenn überhaupt, nur noch eine minimale Bearbeitung.
Als Randbedingung habe ich nach der Markteinführung noch etwas gewartet, um sicherzustellen, dass ich kein Bananen-Produkt (Produkt reift beim Kunden) erwerbe und nicht den Early-Adapter-Preisaufschlag bezahlen musste.

Was empfiehlst du Menschen, die noch nicht so lange fotografieren, und ihre fotografischen Kenntnisse/Fähigkeiten verbessern wollen?

Sich in aller Ruhe darüber Gedanken machen:
* Warum fotografiere ich?
* Was möchte ich mit meinem Bildern ausdrücken, vermitteln?
* Für wen fotografiere ich?


Dazu kommen Grundlagen die einen dabei unterstützen wie die Technik funktioniert - da sie später wie Fahrradfahren automatisiert funktionieren soll - und alles um das Thema Bildgestaltung. Hier hat mir persönlich neben der fotografische Gestaltungslehre auch das bewusste Betrachten von Gemälden und anderen Kunstobjekten geholfen.
Wie man sich diese Grundlagen zuführt ist sehr individuell. Der eine bekommt es gerne persönlich erklärt, andere lesen gerne oder schauen sich Tutorials auf Internetplattformen an. Hier soll jeder seinen Weg gehen und gerade das Mischen der Möglichkeiten kann sehr hilfreich sein, da man z.B. bei einem persönlichen Training viel genauer Nachfragen kann, wenn man sich schon vorab mit der Fragestellung in Theorie und Praxis beschäftigt hat.
Genau dies ist das Stichwort "Praxis" und das (sich) darin Ausprobierens. Hier liegt für mich einer der ganz großen Vorteile der Digitaltechnik. Man kann ohne weitere Kosten, sehr schnell sein Ergebnis an seinen Erwartungen reflektieren. Die intensive Beschäftigung mit dem Thema liegt weiterhin bei jedem selber.

Was gibt es sonst noch so zu erzählen? 

Ich kann jedem der sich für das Medium Fotografie interessiert nur zurufen, dass er den Mut hat seinen eigenen Weg darin zu finden. Sich selber die Zeit zu lassen um herauszufinden, was das eigene Ding ist. Persönlich habe ich festgestellt, dass für mich die größte Kunst darin besteht, zu erkennen, wann die Einflüsse von außen noch bereichernd sind, und ab wann sie drohen zu limitierenden, einschränkenden Vorgaben zu werden.

Wo kann man mehr über dich erfahren und mehr von deinen Bildern sehen?  
Auf meiner Homepage. Wer Teil der Bilder werden möchte, darf sich gerne melden.
Es gibt auch noch ein älteres Interview bei Fotodialoge.

Herzlichen Dank, diesem Link sollten die Leserinnen und Leser unbedingt folgen, denn dort sieht man nicht nur einige Deiner Poladroids, sondern erfährt auch, was nach folgendem Satz geschah: 

Passant: „Entschuldigen Sie, ich habe den Blitz gesehen, was machen Sie da?"

Mittwoch, 23. August 2017

TV-Tipps für September

Frisch eingetroffen und durchgereicht, vielen Dank an www.kunstlinks.de 

In der aktuellen Liste mit Sendungen gibt es diesmal eher Wiederholungen, darum habe ich wieder mehr Seitenblicke hineingepackt. Eine Sendereihe ist dabei, die ich besonders empfehlen möchte:

"Auf den Spuren der Intuition"
ab 17. September morgens auf alpha - oder gleich in die Mediathek abtauchen.
Viel Spaß beim Stöbern!

Montag, 21. August 2017

Malerische Bilder

In einem früheren Artikel hatte ich schon einmal erklärt, wie das mit den "Wischbildern" funktioniert. Im Workshop haben wir das natürlich auch wieder geübt.

Man muss mindestens eine Zehntel- oder Viertelsekunde lang belichten und die Kamera dabei schnell bewegen. Für Aufnahmen im Wald ist ein Tag mit bedecktem Himmel optimal. Wo es zu hell ist, muss man mit Kompaktkameras bis zur Abenddämmerung warten oder einen Graufilter verwenden. Bei Objektiven, an denen sich die Blende bis f22 schließen lässt, gelingen solche Bilder auch in einer helleren Umgebung.


Kameraeinstellungen: Der Modus S/Tv und die ISO-Automatik reichen aus. Sobald man eine lange Belichtungszeit einstellt, reduziert die ISO-Automatik den ISO-Wert von ganz allein. Man kann auch einfach die Blende zudrehen (Modus A/Av) und einen niedrigen ISO-Wert wählen, allerdings variiert dann die Belichtungszeit mit der Helligkeit des Motivs.

Um den Autofokus muss man sich wenig Gedanken machen, die Bilder werden sowieso unscharf. Nur wenn der Autofokus streikt, und die Kamera sich weigert auszulösen, ist manuelles (Un)scharfstellen notwendig. Autofokusprobleme gibt es eigentlich nur, wenn man an der Kamera im Menü die "Schärfepriorität" eingestellt hat. Mit dieser Option blockiert die Kamera den Auslöser, bis der Autofokus auf irgendeinen Punkt exakt scharfgestellt hat. Für Wischbilder ist die "Auslösepriorität" geeigneter, oder man deaktiviert den Autofokus komplett (manuelles Fokussieren), während man mit der Kamera malt. Der Bildstabilisator am Objektiv oder in der Kamera versucht Verwacklungen zu verhindern, darum ist es sinnvoll, ihn vorübergehend auszuschalten.
Mit einer leichten Telebrennweite (50 - 100 mm) klappt das Wischen oft besser als mit dem Weitwinkel.


Wie malerisch, wie bunt oder wie detailliert ein "Wischbild" am Ende aussieht, ist von mehreren Faktoren abhängig. Je kürzer die Belichtungszeit, desto schneller muss man die Kamera verreißen. Andernfalls sehen die Fotos nur verwackelt aus. Eine lange Belichtungszeit von einer Sekunde und mehr verschafft mehr Spielraum für Bewegungseffekte mit der Kamera. 


Hält man die Kamera zunächst noch still und bewegt sie erst kurz vor dem Ende des Belichtungsvorgangs, bleiben Teile des Motivs noch als diffuse Konturen erkennbar. 


Wie sich die Farbflächen im Motiv verteilen, hängt vom jeweiligen Motiv ab. Hier gilt die Grundregel: Was als klassisches Fotomotiv funktionieren würde, eignet sich prinzipiell auch als Wischmotiv.
Schwierig sind dabei nur weiße oder sehr helle Bereiche eines Motivs, denn sie führen beim Bewegen der Kamera zu hellen Streifen oder weißen Flecken im Bild. 



Kleine Löcher im Laub, durch die das Licht hindurch scheint, können interessante Muster erzeugen, aber auch sehr störend sein. Damit das Motiv geschlossen bleibt, darf man die Kamera nur so weit nach oben bewegen, dass der helle Himmel nicht erfasst wird. Am besten wählt man zunächst den gewünschten Bildausschnitt und bewegt die Kamera von oben nach unten. Der Rest ist vor allem Übungssache. Man braucht ein paar Anläufe, bis der Bewegungsablauf (Scharfstellen - Auslöser drücken - Kamera bewegen) eintrainiert ist.


Je nach Motiv kann man die Kamera ausschließlich vertikal oder horizontal bewegen, oder leichte Seitwärtsbewegungen dazu nehmen. Schwenken, wackeln, rotieren: alles, was man bei der klassischen Fotografie auf keinen Fall machen sollte, ist bei dieser Technik erwünscht.  




Tolle Wischfotos von Bäumen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, darum besteht die nächste Herausforderung darin, auch andere Motive mit dieser Technik interessant abzulichten. Viel Spaß dabei  - und denken Sie daran, die Kamera  nach dem Experimentieren wieder auf die normalen Einstellungen zurückzusetzen, also:
  • die lange Belichtungszeit im Modus Tv/S auf einen Standardwert zurücksetzen (1/250 s) oder einen anderen Modus für die nächsten Motive wählen
  • den Bildstabilisator wieder einschalten
  • vom manuellen Fokus (MF) auf Autofokus (AF) umschalten bzw.
  • von der Auslösepriorität zurück zur Schärfepriorität wechseln.



Donnerstag, 17. August 2017

Es war absolut toll

Eigentlich wollte ich aus Worpswede jeden Tag ein Bild posten. Am Internetzugang im Hotel hat es nicht gelegen, und an den Fotomotiven auch nicht. Ich stelle wieder einmal fest, dass mir das geschwätzige "Geplapper" in Bildern oder kurzen Posts in sozialen Medien einfach nicht liegt. Facebook (ver)zeifelt an mir und schickt mir bereits Mails, ob ich denn nicht gesehen hätte, dass... . Ich war eine Woche auf Workshop und habe mich dort um meine Teilnehmer gekümmert. Echte Menschen, real vor Ort, gute Gespräche, tolles Wetter und viele interessante Fotomotive. Wozu braucht man da Internetz?

Die Zimmer im Hotel Buchenhof sind eine Schau: Man wird in eine andere Epoche katapultiert, und es ist so angenehm ruhig, dass man ziemlich schnell entschleunigt. 
Auch wenn das Telefon analog aussieht, das kleine verräterische Klötzchen am altmodischen Hörer signalisiert, dass es sich um eine hochmoderne Nebenstellenanlage handelt. Den Fernseher habe ich nicht gebraucht, aber meine Mails habe ich einmal am Tag durchgesehen.


Das aufmerksame Team im Buchenhof sorgte dafür, dass keine Wünsche offen blieben, das Frühstücksbuffet war genial, und ich freue mich jetzt schon darauf, dort nächstes Jahr wieder einzuchecken. 





Direkt neben dem Hotel befindet sich der Barkenhoff, eine der wichtigsten Attraktionen Worpswedes. 










Der kürzeste Weg vom Hotel nach "Worpswede City" führt durch ein kleines verschwiegenes Wäldchen. 










Dann steht man vor der "Käseglocke" oder geht weiter bis zum Kaffee Worpswede - unsere erste Fototour in diesem Kurs. Was man unter "fleckigem Licht" versteht, haben alle gleich am ersten Tag verstanden. Mission accomplished! 
Vielleicht sollte ich mir diesen Fachbegriff patentieren lassen ;-)




Es war Glück, aber vielleicht stimmt es, dass das Glück den Tüchtigen gehört: Gleich am ersten Abend konnten wir einen fantastischen Sonnenuntergang fotografieren, und danach den am Horizont aufsteigenden Vollmond inklusive einer partiellen Mondfinsternis. Dass wir anschließend noch einmal ins Strandlokal einkehren mussten, um unser Glück mit einem Moorbier zu feiern, versteht sich von selbst. Und das war nur ein Bruchteil vom ersten Tag!


Für mich war es eine fantastische Woche. Von den vielen Eindrücken, Erinnerungen und Bildern werde ich noch lange zehren.
Ich freue mich über die tollen Leute, die ich kennenlernen und begleiten durfte. Nach diesem Auftakt für artistravel bin ich schon ganz gespannt auf alles, was noch kommt. Das sind keine "Workshops", sondern erlebnisintensive Fotowochen.


Einen Erfahrungsbericht von Claudia gibt's auf ihrem betrachtenswerten Blog Gugelglück.

Donnerstag, 10. August 2017

Worpswede 2017 - Fotografie-Basics - Impressionen










"Richtig fotografieren" mit großen und kleineren Kameras findet hier natürlich auch statt. :-)

















Die Künstler von Damals schwärmten vom besonderen Licht. Um nichts anderes geht es auch beim Fotografieren.

Mittwoch, 9. August 2017

Königlich









... ist unsere Unterkunft bei Fotoworkshop in Worpswede. Schon allein das Hotel bietet so viele Motive, dass ich zwischendurch immer wieder das Smartphone zücke, um ein paar Impressionen einzufangen. Weil uns das Wetter in diesem Workshop auch noch hold ist, bleibt gar nicht viel Zeit, sich mit so Dingen wie Blog, Internet oder Facebook aufzuhalten. Wir sind dann mal wieder draußen beim Fotografieren :-)