Freitag, 25. August 2017

Ich bin Amateur im wörtlichen Sinn


... sagt Udo Hartmann von sich selbst, und macht Fotos, bei denen mir, salopp gesagt, die Kinnlade runterfällt. Fotografischen Mainstream sucht man bei Udo vergeblich. Seine Bilder sind Kunst, das sage ich jetzt mal so. Ich schätze mich glücklich, dass er meiner Einladung zum Interview gefolgt ist. Das Profilfoto ist bei unserem letzten gemeinsamen Fotospaziergang Ende Juli entstanden.


Lieber Udo, wir kennen uns seit...
dem letzten Jahrtausend.
[Fotonanny: schön formuliert ;-) ]

Wir haben uns kennengelernt....
durch die Leidenschaft der Fotografie in den Kellerräumen eines Fotoclubs.

Du fotografierst seit...
mich der Virus des Einfangens von flüchtigen Momenten im Alter von 10 Jahren gepackt hat.


Du fotografierst...
analog - war früher der Standard. Heute nutze ich es zum Genuss. Manchmal mit einer Sofortbildkamera. Mindestens einmal im Jahr packe ich meine Zenza Bronica GS1 aus. Es ist wie Meditation und nach zehn bewussten Entscheidungen für ein Bild ist der Film voll.

digital - ist heute mein Standardwerkzeug, wobei ich die Diskussion über analog vs. digital überschätzt finde. Viel entscheidender ist für mich die Person hinter der Kamera und was sie daraus macht.

mit dem Smartphone - ist für mich eine Digitalkamera die vor allem zur Dokumentation geeignet ist und den Vorteil hat, dass sie die meisten Menschen immer dabei haben.

Du fotografierst derzeit...

für mich selber und dies eher bewusst. Dazu setze ich wieder vermehrt auf Festbrennweiten. Ihr vorgegebener Bildwinkel und ihre Staffelung im Raum sind eine bewusste Entscheidung in meiner Bildgestaltung. Ich fühle mich dadurch fokussiert, nicht eingeschränkt und übe auch mal bewusst auf ein mögliches Bild zu verzichten.
Bezüglich der Einstufung zwischen Hobby und Profi antworte ich immer mit einem leichten Lächeln: Ich bin Amateur im wörtlichen Sinne also "Liebhaber einer Sache". Dies sehe ich als Vorteil, da ich mit der Fotografie nicht meinen Lebensunterhalt verdienen muss, sondern sie als kreativen Freiraum nutzen kann.




Hast du immer mit der gleichen Intensität/Begeisterung fotografiert oder gab es Phasen, in denen du darüber nachgedacht hast, das Fotografieren ganz aufzugeben?
Die Intensität und Begeisterung finden bei mir in einer Wellenbewegung statt. Nach anfänglichem Stress merkte ich, dass es keinen Sinn macht dagegen zu arbeiten, sondern, dass es für mich besser ist auf der Welle zu reiten und sie als Phasen im kreativen Schaffen zu nutzen. Im Wellental fotografiere ich weniger und beobachte was das nächste Thema sein könnte. Auf dem Wellenberg ist es wie ein Flow - in diesem Moment suche ich nicht nach dem Motiv es ist da, es spricht mich an.

Ein konkretes Beispiel war, dass ich einige Zeit alltägliche Momente in einem Tool in Fake-Polaroids umgewandelt, diese Abzüge mit einem Datumsstempel versehen habe, und das ganze wie ein Tagebuch führte. Nach einiger Zeit merkte ich, dass diese Phase zu Ende ging. In der darauffolgenden Zeit, beschäftigte ich mich mehr mit dem Thema "Wie sieht die passende Darstellung und Haptik für meine Bilder aus". Herausgekommen ist ein Transferverfahren für Canon-Selphy Abzüge und eine Methode des Transfers mit Lösungsmittel. Das Canon-Selphy Transferverfahren, könnt ihr in Jacquelines Buch "Fotografieren! Die Fotoschule zum Mitmachen" finden.

Wie war das, als du mit dem Fotografieren angefangen hast und wie ist es heute?
Der magische Moment für mich war, als sich das erste Mal die Bildkonturen meines ersten SW-Abzugs im Entwicklerbad unter der roten Dunkelkammerbeleuchtung abzeichneten. Diesen Moment werde ich nie vergessen.
Heute bietet das Medium einem mehr Freiheit. Die Kunst besteht darin, sich den eigenen Weg, das eigene Tempo herauszusuchen, und in diese Richtung zu gehen. Ich kann jeden nur dazu ermutigen. Auch eine Kamera die schon ein paar Jahre alt ist - von der es bereits den Nachfolger oder sogar mehrere davon gibt - macht noch tolle Fotos. Auch eine "Bildermaschine" mit mehr als 10Bilder/sec kann sehr bewusst für Einzelbilder eingesetzt werden. Es liegt an einem selber und dem was man mit der Fotografie ausdrücken möchte.

Wenn sich etwas verändert hat: was genau?

Natürlich haben sich im Laufe der Zeit meine Motive verändert und sie tun dies fortlaufend. Auch ich habe gesucht, ausprobiert, verworfen, ehrliches Feedback erhalten, Meinungen aufgedrückt bekommen und bin täglich von der Umwelt beeinflusst. Meine Motivthemen nenne ich seit einigen Jahren "Menschen und Lebensräume" und fühle mich darin angekommen ohne sie dogmatisch in Stein gemeißelt zu haben.


Bei der Technik scheue ich mich immer, zu viel zu erzählen, da ich die Leser nicht beeinflussen möchte. In Summe kann ich jedem zurufen "es liegt an dir, was du daraus machst". Der eine nutzt ein kalibriertes, in der Farbtemperatur verstellbares Studiolicht, der andere die Taschenlampe des Smartphones mit dem er schräg auf eine CD-Rückseite leuchtet und somit Regenbogenfarben auf sein Motiv projiziert.
Im Laufe der Zeit hat sich auch die Präsentationsform geändert. Zu den klassischen Wegen wie persönliches Treffen und Ausstellungen bietet heute das Internet die Möglichkeit seine Bilder zu zeigen. Ich nutze diese alle, wobei mir der persönlichen Kontakt sehr am Herzen liegt.


Was machst du heute fotografisch – was ist dein aktuelles Projekt? 

Wie schon genannt, sind mein Themengebiete "Menschen und Lebensräume". Zurzeit verspüre ich einen Schwenk zu den Lebensräumen. Auch hierbei sind Menschen involviert. Egal ob indirekt, als Gestalter des Lebensraums, oder direkt, in dem sie Teil des Bildes sind. Derzeit arbeite ich an einer Serie, deren Titel ich hier noch nicht verraten möchte. Das Interessante daran ist, dass mich eine bestimmte Form von Motiven angesprochen hat und mir dies erst hinterher bewusst wurde. Und so ist der Arbeitstitel entstanden.
Parallel dazu habe ich eine Themensammlung von Ideen die ich gerne mit Menschen umsetzen möchte. Hierbei suche ich nicht die posing-sichere GNTM*-Kandidatin, sondern Menschen mit Persönlichkeit und der Freude daran sich vor der Kamera auszuprobieren. Wer daran Lust hat, darf sich gerne melden und wir werden gemeinsam etwas Einzigartiges gestalten.


[Fotonanny: *für alle, die nicht wissen was GNTM bedeutet = Germany's Next Top Model.]

Smartphonefotografie: (wie) setzt du sie ein?
Wie gesagt, für mich ist sie eine kleine, immer-dabei Kamera, die vor allem zur Dokumentation bzw. als visuelles Notizbuch geeignet ist. Bei der bewussten Gestaltung gibt es einige physikalische Grenzen, an deren Auslotung die Industrie gerade via Software / direktes Postprocessing bzw. mehreren integrierten Kameramodulen arbeitet. Somit kann dieser Markt in ein paar Jahren wieder völlig anders aussehen.


Wann hast du dir zuletzt eine neue Kamera gekauft und warum?
Das ist erst ein paar Wochen her. Die Motivation zum Kauf waren zwei Themenblöcke.
Der erste ist weniger Volumen, Gewicht gepaart mit einer Art Tarnkappe für die Fotografie auf der Straße bei gleichzeitiger Beibehaltung der Gestaltungsmöglichkeit und Bildqualität. Die Tarnkappe besteht darin, dass die Kamera mehr wie eine "nostalgische Hobby-Knipse" auf Umstehende wirkt und das Auslösegeräusch im urbanen Umfeld kaum wahrnehmbar wird. Hinzu kommt noch eine intuitive Bedienbarkeit. Dies bedeutet für mich, dass ich auf meine Hauptfunktionen direkt zugreifen möchte.
Der zweite Punkt ist die integrierte Bildbearbeitung, die automatisch meine geliebten SW-Bilder in einer Qualität erzeugt, die ich bisher nur mit viel Zeiteinsatz am Rechner hinbekommen habe. Jetzt liegen sie direkt nach dem Auslösen vor und benötigen, wenn überhaupt, nur noch eine minimale Bearbeitung.
Als Randbedingung habe ich nach der Markteinführung noch etwas gewartet, um sicherzustellen, dass ich kein Bananen-Produkt (Produkt reift beim Kunden) erwerbe und nicht den Early-Adapter-Preisaufschlag bezahlen musste.

Was empfiehlst du Menschen, die noch nicht so lange fotografieren, und ihre fotografischen Kenntnisse/Fähigkeiten verbessern wollen?

Sich in aller Ruhe darüber Gedanken machen:
* Warum fotografiere ich?
* Was möchte ich mit meinem Bildern ausdrücken, vermitteln?
* Für wen fotografiere ich?


Dazu kommen Grundlagen die einen dabei unterstützen wie die Technik funktioniert - da sie später wie Fahrradfahren automatisiert funktionieren soll - und alles um das Thema Bildgestaltung. Hier hat mir persönlich neben der fotografische Gestaltungslehre auch das bewusste Betrachten von Gemälden und anderen Kunstobjekten geholfen.
Wie man sich diese Grundlagen zuführt ist sehr individuell. Der eine bekommt es gerne persönlich erklärt, andere lesen gerne oder schauen sich Tutorials auf Internetplattformen an. Hier soll jeder seinen Weg gehen und gerade das Mischen der Möglichkeiten kann sehr hilfreich sein, da man z.B. bei einem persönlichen Training viel genauer Nachfragen kann, wenn man sich schon vorab mit der Fragestellung in Theorie und Praxis beschäftigt hat.
Genau dies ist das Stichwort "Praxis" und das (sich) darin Ausprobierens. Hier liegt für mich einer der ganz großen Vorteile der Digitaltechnik. Man kann ohne weitere Kosten, sehr schnell sein Ergebnis an seinen Erwartungen reflektieren. Die intensive Beschäftigung mit dem Thema liegt weiterhin bei jedem selber.

Was gibt es sonst noch so zu erzählen? 

Ich kann jedem der sich für das Medium Fotografie interessiert nur zurufen, dass er den Mut hat seinen eigenen Weg darin zu finden. Sich selber die Zeit zu lassen um herauszufinden, was das eigene Ding ist. Persönlich habe ich festgestellt, dass für mich die größte Kunst darin besteht, zu erkennen, wann die Einflüsse von außen noch bereichernd sind, und ab wann sie drohen zu limitierenden, einschränkenden Vorgaben zu werden.

Wo kann man mehr über dich erfahren und mehr von deinen Bildern sehen?  
Auf meiner Homepage. Wer Teil der Bilder werden möchte, darf sich gerne melden.
Es gibt auch noch ein älteres Interview bei Fotodialoge.

Herzlichen Dank, diesem Link sollten die Leserinnen und Leser unbedingt folgen, denn dort sieht man nicht nur einige Deiner Poladroids, sondern erfährt auch, was nach folgendem Satz geschah: 

Passant: „Entschuldigen Sie, ich habe den Blitz gesehen, was machen Sie da?"

Mittwoch, 23. August 2017

TV-Tipps für September

Frisch eingetroffen und durchgereicht, vielen Dank an www.kunstlinks.de 

In der aktuellen Liste mit Sendungen gibt es diesmal eher Wiederholungen, darum habe ich wieder mehr Seitenblicke hineingepackt. Eine Sendereihe ist dabei, die ich besonders empfehlen möchte:

"Auf den Spuren der Intuition"
ab 17. September morgens auf alpha - oder gleich in die Mediathek abtauchen.
Viel Spaß beim Stöbern!

Montag, 21. August 2017

Malerische Bilder

In einem früheren Artikel hatte ich schon einmal erklärt, wie das mit den "Wischbildern" funktioniert. Im Workshop haben wir das natürlich auch wieder geübt.

Man muss mindestens eine Zehntel- oder Viertelsekunde lang belichten und die Kamera dabei schnell bewegen. Für Aufnahmen im Wald ist ein Tag mit bedecktem Himmel optimal. Wo es zu hell ist, muss man mit Kompaktkameras bis zur Abenddämmerung warten oder einen Graufilter verwenden. Bei Objektiven, an denen sich die Blende bis f22 schließen lässt, gelingen solche Bilder auch in einer helleren Umgebung.


Kameraeinstellungen: Der Modus S/Tv und die ISO-Automatik reichen aus. Sobald man eine lange Belichtungszeit einstellt, reduziert die ISO-Automatik den ISO-Wert von ganz allein. Man kann auch einfach die Blende zudrehen (Modus A/Av) und einen niedrigen ISO-Wert wählen, allerdings variiert dann die Belichtungszeit mit der Helligkeit des Motivs.

Um den Autofokus muss man sich wenig Gedanken machen, die Bilder werden sowieso unscharf. Nur wenn der Autofokus streikt, und die Kamera sich weigert auszulösen, ist manuelles (Un)scharfstellen notwendig. Autofokusprobleme gibt es eigentlich nur, wenn man an der Kamera im Menü die "Schärfepriorität" eingestellt hat. Mit dieser Option blockiert die Kamera den Auslöser, bis der Autofokus auf irgendeinen Punkt exakt scharfgestellt hat. Für Wischbilder ist die "Auslösepriorität" geeigneter, oder man deaktiviert den Autofokus komplett (manuelles Fokussieren), während man mit der Kamera malt. Der Bildstabilisator am Objektiv oder in der Kamera versucht Verwacklungen zu verhindern, darum ist es sinnvoll, ihn vorübergehend auszuschalten.
Mit einer leichten Telebrennweite (50 - 100 mm) klappt das Wischen oft besser als mit dem Weitwinkel.


Wie malerisch, wie bunt oder wie detailliert ein "Wischbild" am Ende aussieht, ist von mehreren Faktoren abhängig. Je kürzer die Belichtungszeit, desto schneller muss man die Kamera verreißen. Andernfalls sehen die Fotos nur verwackelt aus. Eine lange Belichtungszeit von einer Sekunde und mehr verschafft mehr Spielraum für Bewegungseffekte mit der Kamera. 


Hält man die Kamera zunächst noch still und bewegt sie erst kurz vor dem Ende des Belichtungsvorgangs, bleiben Teile des Motivs noch als diffuse Konturen erkennbar. 


Wie sich die Farbflächen im Motiv verteilen, hängt vom jeweiligen Motiv ab. Hier gilt die Grundregel: Was als klassisches Fotomotiv funktionieren würde, eignet sich prinzipiell auch als Wischmotiv.
Schwierig sind dabei nur weiße oder sehr helle Bereiche eines Motivs, denn sie führen beim Bewegen der Kamera zu hellen Streifen oder weißen Flecken im Bild. 



Kleine Löcher im Laub, durch die das Licht hindurch scheint, können interessante Muster erzeugen, aber auch sehr störend sein. Damit das Motiv geschlossen bleibt, darf man die Kamera nur so weit nach oben bewegen, dass der helle Himmel nicht erfasst wird. Am besten wählt man zunächst den gewünschten Bildausschnitt und bewegt die Kamera von oben nach unten. Der Rest ist vor allem Übungssache. Man braucht ein paar Anläufe, bis der Bewegungsablauf (Scharfstellen - Auslöser drücken - Kamera bewegen) eintrainiert ist.


Je nach Motiv kann man die Kamera ausschließlich vertikal oder horizontal bewegen, oder leichte Seitwärtsbewegungen dazu nehmen. Schwenken, wackeln, rotieren: alles, was man bei der klassischen Fotografie auf keinen Fall machen sollte, ist bei dieser Technik erwünscht.  




Tolle Wischfotos von Bäumen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, darum besteht die nächste Herausforderung darin, auch andere Motive mit dieser Technik interessant abzulichten. Viel Spaß dabei  - und denken Sie daran, die Kamera  nach dem Experimentieren wieder auf die normalen Einstellungen zurückzusetzen, also:
  • die lange Belichtungszeit im Modus Tv/S auf einen Standardwert zurücksetzen (1/250 s) oder einen anderen Modus für die nächsten Motive wählen
  • den Bildstabilisator wieder einschalten
  • vom manuellen Fokus (MF) auf Autofokus (AF) umschalten bzw.
  • von der Auslösepriorität zurück zur Schärfepriorität wechseln.



Donnerstag, 17. August 2017

Es war absolut toll

Eigentlich wollte ich aus Worpswede jeden Tag ein Bild posten. Am Internetzugang im Hotel hat es nicht gelegen, und an den Fotomotiven auch nicht. Ich stelle wieder einmal fest, dass mir das geschwätzige "Geplapper" in Bildern oder kurzen Posts in sozialen Medien einfach nicht liegt. Facebook (ver)zeifelt an mir und schickt mir bereits Mails, ob ich denn nicht gesehen hätte, dass... . Ich war eine Woche auf Workshop und habe mich dort um meine Teilnehmer gekümmert. Echte Menschen, real vor Ort, gute Gespräche, tolles Wetter und viele interessante Fotomotive. Wozu braucht man da Internetz?

Die Zimmer im Hotel Buchenhof sind eine Schau: Man wird in eine andere Epoche katapultiert, und es ist so angenehm ruhig, dass man ziemlich schnell entschleunigt. 
Auch wenn das Telefon analog aussieht, das kleine verräterische Klötzchen am altmodischen Hörer signalisiert, dass es sich um eine hochmoderne Nebenstellenanlage handelt. Den Fernseher habe ich nicht gebraucht, aber meine Mails habe ich einmal am Tag durchgesehen.


Das aufmerksame Team im Buchenhof sorgte dafür, dass keine Wünsche offen blieben, das Frühstücksbuffet war genial, und ich freue mich jetzt schon darauf, dort nächstes Jahr wieder einzuchecken. 





Direkt neben dem Hotel befindet sich der Barkenhoff, eine der wichtigsten Attraktionen Worpswedes. 










Der kürzeste Weg vom Hotel nach "Worpswede City" führt durch ein kleines verschwiegenes Wäldchen. 










Dann steht man vor der "Käseglocke" oder geht weiter bis zum Kaffee Worpswede - unsere erste Fototour in diesem Kurs. Was man unter "fleckigem Licht" versteht, haben alle gleich am ersten Tag verstanden. Mission accomplished! 
Vielleicht sollte ich mir diesen Fachbegriff patentieren lassen ;-)




Es war Glück, aber vielleicht stimmt es, dass das Glück den Tüchtigen gehört: Gleich am ersten Abend konnten wir einen fantastischen Sonnenuntergang fotografieren, und danach den am Horizont aufsteigenden Vollmond inklusive einer partiellen Mondfinsternis. Dass wir anschließend noch einmal ins Strandlokal einkehren mussten, um unser Glück mit einem Moorbier zu feiern, versteht sich von selbst. Und das war nur ein Bruchteil vom ersten Tag!


Für mich war es eine fantastische Woche. Von den vielen Eindrücken, Erinnerungen und Bildern werde ich noch lange zehren.
Ich freue mich über die tollen Leute, die ich kennenlernen und begleiten durfte. Nach diesem Auftakt für artistravel bin ich schon ganz gespannt auf alles, was noch kommt. Das sind keine "Workshops", sondern erlebnisintensive Fotowochen.


Einen Erfahrungsbericht von Claudia gibt's auf ihrem betrachtenswerten Blog Gugelglück.

Donnerstag, 10. August 2017

Worpswede 2017 - Fotografie-Basics - Impressionen










"Richtig fotografieren" mit großen und kleineren Kameras findet hier natürlich auch statt. :-)

















Die Künstler von Damals schwärmten vom besonderen Licht. Um nichts anderes geht es auch beim Fotografieren.

Mittwoch, 9. August 2017

Königlich









... ist unsere Unterkunft bei Fotoworkshop in Worpswede. Schon allein das Hotel bietet so viele Motive, dass ich zwischendurch immer wieder das Smartphone zücke, um ein paar Impressionen einzufangen. Weil uns das Wetter in diesem Workshop auch noch hold ist, bleibt gar nicht viel Zeit, sich mit so Dingen wie Blog, Internet oder Facebook aufzuhalten. Wir sind dann mal wieder draußen beim Fotografieren :-)

Dienstag, 1. August 2017

Bildqualitätsvergleich - Ein praktisches Werkzeug

Auf der Internetseite von dpreview.com gibt es ein schönes online Werkzeug, mit dem man die Bildqualität verschiedener Kameras direkt miteinander vergleichen kann. Bis zu vier verschiedene Kameramodelle lassen sich dabei auswählen, und nicht nur das: man kann auch zwischen JPEG und RAW wählen, die Beleuchtung und den ISO-Wert verändern. 

Beim Aufruf der Seite sieht man zunächst vier leere graue Felder. Man muss bis zu den kleineren Feldern hinunterscrollen, und mindestens eine Kamera aus dem Pulldown-Menü wählen.

Erst danach wird im großen Feld darüber die Testszene mit unterschiedlichen Objekten und Testbalken eingeblendet.




In der Mitte dieses Arrangements befindet sich ein kleines Feld, das man nun an verschiedene Stellen bewegen kann. 

In der Grundeinstellung ist die Testszene gleichmäßig beleuchtet. Mit dem Glühlampensymbol wird zu einer seitlichen Beleuchtung umgeschaltet. 

So ist es möglich, die Bildqualität für Motive einzuschätzen, die nur schwach beleuchtet sind. Es lohnt sich auch, in die Bildecken zu fahren, wo die Detailgenauigkeit im Vergleich zur Bildmitte häufig nachlässt.


Ich habe hier einmal die vier Panasonic Kameras miteinander verglichen, zu denen ich Handbücher geschrieben habe. Dabei ist anzumerken, dass in der Dropdown-Liste nur die GX8 und eine FZ2500 zur Auswahl standen. Dieser Vergleich ist nicht nur für Panasonic möglich, sondern auch für die Kameras aller anderen namhaften Hersteller. Auch etwas ältere Modelle sind hier aufgelistet. 

Verändert man nun über die Pulldown-Menüs das Dateiformat und / oder den ISO-Wert der Kameras, sieht man in der Vorschau das Bildergebnis der jeweiligen Kamera.




Die Ausgabe der Rohdaten und der JPEG-Dateien basiert auf einem Standard-Entwickungsprozess von Adobe Camera Raw.  Die Dateien kann man sich auch auf den eigenen Rechner herunterladen.
Wenn man sich einen Kameravergleich für später speichern möchte, kann man einen Bookmark setzen oder die URL mit Copy&Paste verschicken oder verlinken.


Selber ausprobieren > hier geht's zum Studio Shot Comparison von dpreview.com

Danke an Jack K. für diesen Tipp!

Donnerstag, 27. Juli 2017

Fernsehtipps für August


Der Kunstlinks-Newsletter war auch in diesem Monat wieder absolut pünktlich.

In der aktuellen Liste mit Sendungen gibt es diesmal vor allem sehr viel Wissenswertes über Kunstepochen, Beiträge über die Wirkung von Farben, und wie gewohnt ein paar Seitenblicke. 

Viel Spaß beim Stöbern!




Mein Favorit in diesem Monat: 

Sonntag, 6. August 2017
05:50 - 06:45 Uhr arte
Focus Iran - Wagemut in Kunst und Kultur
Der Iran fasziniert – und bleibt doch ein Land voller Kontraste. Zwischen Tradition und Moderne begeben sich kreative und mutige junge Fotografen auf eine künstlerische Gratwanderung zwischen Erlaubtem und Verbotenem. Von Teheran bis zum Urmiasee begleitet der Film fünf dieser Fotografen bei der Arbeit und taucht ein in die islamische Republik jenseits der Klischees.
 


Mittwoch, 26. Juli 2017

Kreativ sein, was gibt es Schöneres?


Nach Jens-Uwe aus "Down Under" möchte ich heute meine langjährige Wegbegleiterin und Freundin Dorothe vorstellen. Unser gemeinsames Hobby hat uns anfangs zusammengebracht,  und die Fotografie verbindet uns bis heute -  auch beruflich. 

Kooperation trotz Konkurrenz - das ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht, liebe Dorothe :-)
Ich denke das liegt auch daran, dass jede von uns ihre ganz eigene Nische gefunden hat, und dass wir eine Win-Win-Situation daraus machen konnten.


Wir kennen uns seit...
Anfang der neunziger Jahre, die Zeit vergeht. Viele wunderbare Jahre des Austausches.

Wir haben uns kennengelernt....
Als mein Mann und ich nach München zogen haben wir uns einem Fotoclub angeschlossen. Wir suchten Kontakt zu Gleichgesinnten, haben wunderbare Menschen kennengelernt, u.a. Dich.

Du fotografierst seit...
meinem 16. Lebensjahr. Wobei, nun ja, ich würde sagen, damals war es mehr knipsen. Meine erste Kamera die AGFAMATIC 2008 Tele-Pocket. Ritsch-Ratsch-Klick fertig war das Bild. Mit meinem Babysitterjob habe ich mir in der Oberstufe das Geld für meine erste größere Kamera zusammengespart, mein Einstieg. Seitdem lässt die Fotografie mich nicht mehr los. 

[Fotonanny: oh ja, diese Kamera hätte ich auch gerne gehabt. Sie passte in die Hosentasche, fast wie das Smartphone heute :-) Meine damalige Pocketkamera war eher wie ein Brikett, ABER sie hatte ein eingebautes Blitzlicht... ]

Du fotografierst...
Logisch, der Start begann analog. Meine erste „richtige“ Kamera war ein gebrauchtes Nikon-Profi-Modell, hinzu kamen später eine Mittelformatkamera und auch Großformatkamera anderer Hersteller. Die Kameras inkl. vollausgestattetem Labor sind noch vorhanden. Filme liegen in der Gefriertruhe, für den Fall der Fälle. Vielleicht „packt“ es mich mal wieder. 



Mit dem Umstieg auf eine Digitalkamera habe ich mir bewusst Zeit gelassen. Die Bildqualität der ersten Digitalkameras hat mich nicht überzeugt. Heute ist die Digitalkamera als tägliches Arbeitsmittel nicht mehr wegzudenken. Die analoge Dunkelkammer wurde durch die digitale ersetzt.

Du fotografierst derzeit...
Die Leidenschaft wurde zum Beruf. Als Fotografin, mit Schwerpunkt auf die Business-, Im-mobilien- und Eventfotografie und als Fototrainerin in meiner eigenen Fotoschule Fotodialoge.

Hast du immer mit der gleichen Intensität/Begeisterung fotografiert oder gab es Phasen, in denen du darüber nachgedacht hast, das Fotografieren ganz aufzugeben?

Aufgeben, nein. Der Wunsch, mittels Bildern Geschichten zu erzählen, ist ungebrochen.


Wie war das, als du mit dem Fotografieren angefangen hast und wie ist es heute?
 
Die Fotografie hat meinen Blick auf die Welt verändert. Zu Beginn war alles neu und spannend. Wenn ich mir heute meine Negative aus der Anfangszeit betrachte, ach herrje. Als Fotograf lernt man nie aus, dass macht den Reiz aus. Faszinierend das Spiel von Licht und Schatten, und Dinge sichtbar werden zu lassen, die so nicht wahrgenommen worden wären. Wenn ich heute durch die Natur streife, sehe ich Motive, an denen ich früher vorbeigegangen wäre. Die Technik beherrscht man rasch, das Sehen lernen ist das Schwierigere, das Gestalten von Bildern. Wir Fotografen zeigen wie die Maler nur einen Moment. Das neue „Produkt“ ist die persönliche Interpretation des Motives, ein Ausschnitt der Realität. Somit, ja, immer noch reizvoll. Die kreativen Möglichkeiten der Fotografie auszuschöpfen, über den Tellerrand zu schauen. Jeden Tag und immer wieder neu.



Was machst du heute fotografisch – was ist dein aktuelles Projekt?
Als Berufsfotografin und Fototrainerin wird es nie langweilig. In meiner Freizeit gehe ich gerne neue Wege. Zuletzt das Projekt „SmokeArt“, welches, darüber habe ich mich gefreut, in der Süddeutschen Zeitung positiv besprochen wurde. Seit einiger Zeit beschäftigte ich mich mit neuen Bilderwelten unter dem Projektnamen „MunichArt“. Künstlerische Fotocollagen und kreative Fototechniken. Auf Instagram und Facebook veröffentlich ich ab und an neue Bilder.

Smartphonefotografie: (wie) setzt du sie ein?
Die Smartphonefotografie, für mich, ein Medium der schnellen Bilder - immer dabei, immer verfügbar. Ich nutze sie zur Dokumentation von Locations, Behind the scene Bilder oder allgemein für die Social Media Kanäle. Die App-Vielfalt, für Aufnahme und Bearbeitung der Bilder direkt im Smartphone, lässt heute ja kaum noch Wünsche übrig.

Wann hast du dir zuletzt eine neue Kamera gekauft und warum?
Vor zwei Monaten, eine Zweitkamera, falls die erste einen Defekt haben sollte. Die Entscheidung fiel zugunsten einer Spiegelreflexkamera. Beim nächsten Mal werde ich wohl umsteigen, auf eine spiegellose Systemkamera. Wir werden sehen.

Was würdest du einem engagierten Hobbyfotografen oder einem jungen Menschen mitgeben, der Profi werden möchte?

Fokussieren, sich spezialisieren und nicht mit einem Bauchladen durch die Welt gehen, das ist auch wesentlich für das Marketing. Als Hochzeitsfotograf darf man sich anders aufstellen, als ein Naturfotograf, Architekturfotograf oder ein Businessfotograf. Lernen, so viel wie möglich in die Weiterbildung investieren. Praktika absolvieren und anderen Fotografen über die Schulter schauen. Eine Ausbildung bei einem/einer sehr sehr guten Fotografen/Fotografin absolvieren. Testweise einen realistischen Businessplan aufstellen. Als Angestellter leben wir von dem monatlichen Gehalt. Als Berufsfotograf, müssen wir viele und andere Rahmenbedingungen berücksichtigen und realistisch kalkulieren. Welchen Betrag benötige ich zum Leben? Welches Honorar ist erzielbar, welche Kosten stehen gegenüber, welche Versicherungen benötige ich? Wie sieht es mit der Steuer aus? Informieren über die Rahmenbedingungen. 

Im Mai ist im dPunkt Verlag ein Buch zu diesem Thema erschienen "Selbständig als Fotograf(in)", geschrieben von zwei lieben Kollegen, Nicole und Ralf Obermann. Auf Seite 235 durfte ich auch einige Zeilen beisteuern.
Unbedingt lesenswert ist dieser Artikel, der Aufschluß darüber gibt, wie man als Freiberufler einen sinnvollen Stundensatz kalkuliert. 

[Anmerkung der Fotonanny: den Artikel sollten auch all diejenigen lesen, die sich gerne mal über horrende Stundensätze von Handwerkern und anderen Dienstleitern echauffieren.]

Was empfiehlst du Menschen, die noch nicht so lange fotografieren, und ihre fotografischen Kenntnisse/Fähigkeiten verbessern wollen?
Theorie und Praxis aneignen mittels Bücher, Videos oder den Besuch von Kursen. Den Blick schulen, durch Ausstellungen, Fotobildbände, Bilder anderer Fotografen. Bilder "nachfotografieren", um zu erlernen, wie sie entstanden sind. Experimentieren und probieren, mutig sein, und ganz ganz ganz viel fotografieren. 


Was gibt es sonst noch so zu erzählen? 


Da antworte ich gerne mit einem Zitat von Andreas Feininger: "Die Tatsache, dass eine im konventionellen Sinn technisch fehlerhafte Aufnahme gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.

Technik ist in der Fotografie Mittel zum Zweck, vorbereitet zu sein, ist viel wichtiger. Sehen lernen und eigene Bilder kreieren, kreativ sein, was gibt es Schöneres? Die Welt ist bunt und fröhlich, zeigen wir es in unseren Fotografien!






Wo kann man mehr über dich erfahren und mehr von deinen Bildern sehen?
Im www gleich mehrfach, auf Facebook, Instagram, google+ und www.fotodialoge.com und www.fotografie-willeke-jungfermann.com. Ein herzliches Willkommen.


Montag, 24. Juli 2017

Fotorätsel












Wer herausbekommt, wie diese Bildmontage gemacht wurde,
bekommt ein handsigniertes Exemplar des Buchs "Fotografieren!

Lösungsvorschläge 





Einsendeschluss ist der 15.8.2017
Bei mehr als einer richtigen Lösung entscheidet das Los. :-)

Mittwoch, 19. Juli 2017

Urlaub vor der Haustür

Dahoam in Giasing*




















Ich komme nicht so oft aus München weg wie andere Leute. Darum fällt mir manchmal die Decke auf den Kopf, und ich blöke herum. Ich erkläre, dass ich alles schon fotografiert habe, und unbedingt mal weg muss, um etwas anderes zu sehen. Woanders gibt es ganz andere, total spannende und viel interessantere Motive als hier. Vor allem solche, die ich noch nicht fotografiert habe. Das ist natürlich Quatsch, denn bereits Karl Valentin wusste: Alles ist schon fotografiert worden, nur noch nicht von jedem ;-)

Als wir neulich Besuch aus dem hohen Norden bei uns zu Gast hatten, waren gemütliche Spaziergänge angesagt. Auf dem Weg in die Biergärten und zum Bäcker zeigten wir unseren Gästen "unser" Stadtviertel. Dabei sind mir so viele Motive "entgegengesprungen" wie selten zuvor.  Mein Gelangweilt-Sein von der unmittelbaren Umgebung hat also nichts mit den real vorhandenen Motiven zu tun, sondern mit meiner inneren Einstellung. Wenn man rein zweckorientiert zum Bäcker läuft, um Semmeln zu holen, hat man nur im Kopf, möglichst schnell alles zu erledigen. Man sieht vielleicht ein potenzielles Motiv, aber mit der Einkaufstüte in der Hand und mit knurrendem Magen rennt man einfach dran vorbei. Das nächste Mal fotografiere ich das (vielleicht), so der Gedanke. Aber beim nächsten Mal ist irgendetwas anderes los, was mich davon abhält, das Bild zu machen. Am Ende ist das ganze Motiv weg, weil es aus seinem Umfeld entfernt, oder weil das ganze Gebäude abgerissen wurde. Die schöne Hausfassade, der niedliche kleine Garten, die Tankstelle aus den Sechziger Jahren - das war alles so selbstverständlich, dass ich nie auf den Gedanken gekommen wäre, dass all diese Dinge eines Tages einfach weg sein könnten.

Besonders schwierig finde ich die unerwartet skurrilen Veränderungen von Motiven, die ich nicht für fotografierenswert halte. So gab es beispielsweise zwei Bankfilialen, die in den Nachwehen der Finanzkrise geschlossen wurden. Diese optisch wenig attraktiven Läden an Straßenecken gehörten immer zum Straßenbild, nichts Besonderes. Als mir neulich einen Döner holen wollte, funkelte mir an einer dieser Straßenecken ein neues, knallrotes Firmenschild entgegen: Ein 1-Euro-Shop! Ja, da hätte ich gerne einen Vorher-Nachher-Bildvergleich gezeigt. Das geht leider nicht, weil es in meinem Archiv kein "Vorher"-Bild gibt. Deshalb werde ich jetzt wieder öfter stehenbleiben und Bilder machen - und sei es "nur" mit dem Smartphone.

Besonders einfach und erfolgversprechend ist das Projekt, wenn man sich  - wie im Urlaub - auf schöne Motive konzentriert, oder zur Kamera greift, solange die Lichtstimmung besonders ist. Im richtigen Licht werden selbst die unscheinbarsten Dinge zu interessanten Fotomotiven. Und auch hier gilt das Motto: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.

Auf meiner Fotoprojekte-Seite gibt's deshalb ab sofort die schönsten Bilder unter der Überschrift "Dahoam in Giasing*" (in Giesing zuhause).

Innerhalb Münchens wird Giesing als ein Viertel angesehen, die offizielle Unterteilung in die Stadtbezirke 17 und 18 ist Quatsch. Weiter verbreitet ist die Unterscheidung in das kleinere Untergiesing (unterhalb des Isarhangs, zwischen Tierpark Hellabrunn und Kolumbusplatz), das größere Obergiesing (oberhalb des Isarhangs zwischen Ostfriedhof, Bayern/1860-Gelände). Mit dem wohlhabenden Harlaching hat der Giesinger nix am Hut. Wenn er gezwungen ist, in einen anderen Stadtteil umzusiedeln, versucht er/sie, schnellstmöglich wieder zurückzukehren. 


Auch nach Jahren des Exils kommt man regelmäßig zurück, um die alten Freunde zu besuchen und gemeinsam ein Bier zu trinken. (frei nach Wikipedia)

Montag, 17. Juli 2017

Brennweite, Brennweite und nochmal Brennweite


















Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Ein Weitwinkelporträt (links) sieht einfach anders aus als eines, das mit einer etwas längeren Brennweite aufgenommen wurde (rechts). Wer nicht weiß, was die Begriffe "Brennweite" und "Weitwinkel" bedeuten: Das ist die Einstellung vom Zoom. Weitwinkel ist das, was man automatisch benutzt, wenn man das Handy einschaltet und ein Selfie macht. ;-)

Unsere geduldige Onkel-Buddha-Figur hat kein Problem damit, dass sie einmal ganz dicke Backen und dazu einen abgeflachten Oberkopf bekommen hat. Das Weitwinkel hat dem Buddha zudem die Ohren an den Kopf geklebt, seine Schultern sind schmaler und die Brust ist runder geworden.

Mit etwas mehr Abstand und leicht gezoomt sieht die Figur realistisch aus. Zudem war es im rechten Bild möglich, die störenden Schatten hinter und auf dem Motiv zu vermeiden.

Ich weiß, dass die meisten Leute nicht so genau hinschauen, und nur ganz selten die Möglichkeit des direkten Bildvergleichs haben. Darum würde ich sagen: selber mal ausprobieren. Man bekommt auch bei anderen Motiven wundersame Effekte, wenn man den Aufnahmestandort und die Brennweite (die Zoomstellung) verändert. Dazu braucht man keinerlei Technikwissen, nur den Zoom und die Vollautomatik.

Montag, 10. Juli 2017

Lumix FZ1000 / FZ2000 - Neuigkeiten zu den Handbüchern

Ende März ist mein Handbuch zur FZ2000 erschienen. Über meine gemischten Gefühle zu dieser Kamera hatte ich bereits berichtet, allerdings nutze ich kaum Videofunktionen, und gerade darin ist diese Kamera besonders stark. Vor einiger Zeit hatte ich dazu einen interessanten Austausch mit Thomas K., der sie zu 95% für Video nutzt. Bis auf die durchschnittliche Lichtstärke (wie bei der 1000) ist er rundherum zufrieden "ein Quantensprung in jeder Hinsicht". Das freut mich zu hören!



Die FZ1000 ist immer noch im Handel erhältlich, mein Handbuch dazu ist inzwischen vergriffen. Ich bekomme fast täglich Mails, darum möchte ich heute die am häufigsten gestellten Fragen beantworten:

1. Wo gibt es das Buch noch?
Ich habe keine Restexemplare mehr. Eventuell gibt es noch welche bei eBay, Amazon oder anderen Versand- oder Buchhändlern, wenn jemand sein gebrauchtes oder ein unbenutztes Neuexemplar zum Verkauf anbietet. Da der Titel von Verlagsseite nicht mehr lieferbar ist, ist auch die Buchpreisbindung aufgehoben.

3. Wird es nochmal nachgedruckt?
Nein, nicht in der vorliegenden Form.

2. Kann ich das Buch als PDF bekommen?
Leider nein, es war nie in diesem Format erhältlich. Mehr dazu weiter unten.

4. Gibt es die Handbücher zur FZ1000 / FZ2000 auf Englisch?
Auch hier lautet die Antwort: leider nicht. Wenn sich ein Verlag aus dem englischsprachigen Raum fände, könnten wir klären, ob sich das für alle Beteiligten lohnt. Es muss ja nicht nur der Text des Buchs übersetzt werden, sondern auch fast alle Screenshots werden auf Englisch gebraucht...

Neuauflage
Die Rechte an meinen Texten und Bildern fürs deutsche FZ1000 Handbuch habe ich mittlerweile zurückbekommen und plane eine Neuauflage im Selbstverlag - vornehmlich als E-Book. Da ich derzeit noch mit einem ganz anderen Projekt beschäftigt bin, brauche ich noch etwas Zeit. Ich freue mich über jeden, der so lange warten kann. Bei Interesse einfach eine Mail an mich schicken, damit ich Sie über Neuigkeiten informieren kann - oder diesen Blog abonnieren.

Es werden übrigens PDF-Dokumente dieses Buchs (und anderer Bücher) im Internet feilgeboten. Dabei handelt es sich entweder um Raubkopien, gegen deren Verbreitung die Verlage rechtlich vorgehen oder aber um Lock-Angebote, mit denen man sich einen schönen Virus auf den Rechner laden kann. Also besser die Finger weg von solchen Angeboten...

Freitag, 30. Juni 2017

Formatwechsel: Panorama für einen Engel

"Mich interessiert deine Arbeitstechnik", schrieb Michael neulich. Seine Frage bezog sich darauf, ob ich den Modus M benutze. Ja, manchmal tue ich das, aber nur, wenn es unbedingt nötig ist.
Heute habe ich so einen Fall, in dem der Modus M nützlich ist: Die Panorama-Technik. Üblicherweise wird sie für größere Stadt- oder Landschaftsmotive eingesetzt, aber man kann sie auch für andere Motive nutzen.










Im Alten Nordfriedhof in München steht ein sehr schöner Engel, mit dem wir uns bei der letzten Foto-Exkursion ziemlich lange beschäftigt haben. Dabei kam die Frage auf, welche Details und engeren Ausschnitte man von diesem Motiv noch machen könnte, und vor allem wie.  Ein Engelsgesicht allein macht noch keinen Engel, das typische Ausstattungsmerkmal sind die Flügel. Das Gesicht ist vorne, die Flügel sind hinten: wie bringt man das zusammen in ein Bild? Die Suche nach der für mich richtigen Perspektive dauerte eine Weile, aber in einem einzelnen Foto sah das Ganze irgendwie noch nicht so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Panoramafunktion der Kamera hätte mir bei diesem Motiv nicht geholfen, weil sie mich zwingt, mit dem Weitwinkel zu fotografieren, und einen Schwenk von mindestens 180° vorgibt. Ich wollte eine längere Brennweite verwenden und nur einen kleinen Ausschnitt fotografieren, also machte ich genau davon vier stark überlappende Einzelaufnahmen. Ein Fehler ist mir bei dieser Serie unterlaufen, aber dazu später mehr.







Hier ein Panorama zu verwenden ist eigentlich umständlich. Ich hätte den Engel einfach nur mit einer anderen Brennweite fotografieren, und hinterher das Panoramaformat herausschneiden können. Das gefiel mir aber nicht, weil bekanntlich jede Brennweite den Hintergrund und die Proportionen verändert. Außerdem verliert man durch den Zuschnitt eines Fotos viele Pixel, beim Panorama gewinnt man einige dazu. Das ist besonders wichtig, wenn man die Bilder später in einem großen Format ausdrucken will.

Bei der Aufnahme von Einzelfotos muss man auf die Belichtung achten. Mit jedem leicht versetzten Bildausschnitt verändert sich die Helligkeit. Wenn man mit einer Halb- oder Vollautomatik fotografiert, wird die Belichtung automatisch angeglichen, aber man bekommt Fotos mit verschiedenen Zeit-/Blendenkombinationen und unterschiedlichen ISO-Werten, wenn man die ISO-Automatik verwendet. Beim späteren Zusammensetzen des Panoramas kann das zu Problemen führen. Ist der Helligkeitsunterschied gering, wie bei diesem Motiv, lässt sich das noch auskorrigieren, bevor man die Fotos an die Panoramaerstellung weitergibt. 

Unterschiedliche Blendenstufen sind problematischer: Sie verändern die Schärfentiefe von Bild zu Bild, auch das sieht man, wenn man das Panorama zusammensetzt. Dieser Fehler lässt sich per Bildbearbeitung nicht mehr richten und macht das Panorama im schlimmsten Fall unmöglich. Mit dem Modus M bleiben Blende und Belichtungszeit bei jedem Foto gleich, trotzdem können die Bilder unterschiedlich hell ausfallen, wenn verschiedene Teile des Motivs unterschiedlich hell sind. Der Modus A/Av wäre eine Alternative, weil er die Helligkeitsunterschiede ausgleicht, aber die voreingestellte Blende beibehält.

Die vier Einzelfotos (RAW) habe ich zunächst in Lightroom entwickelt (JPEG oder TIFF) und anschließend in Photoshop zusammenfügen lassen.

Datei > Automatisieren > Photomerge

Geöffnete Dateien hinzufügen (oder auswählen) und das Auto-Layout wählen.



Andere Layout-Varianten können - je nach Motiv und Einzelbildern - günstiger sein, das muss man gegebenenfalls ausprobieren. Tipp: nicht mit den hochauflösenden Originalen experimentieren, sondern eine verkleinerte Dateiserie verwenden, das verkürzt die Bearbeitungsgeschwindigkeit. Wenn man die passende Methode gefunden hat, sind die Originaldateien dran.


Im ersten Anlauf sah das Ergebnis schon ganz ordentlich aus, aber kleine Unachtsamkeiten werden sofort bestraft: Unten und oben fehlen Teile des Motivs, die ich auch nach dem Zuschnitt gerne noch im Bild gehabt hätte. 


Weil das Panorama nicht als vollständiges Rechteck aus der Photomerge-Funktion herauskommt, muss immer zugeschnitten werden. Die Option, mit der man leere Bereiche automatisch mit Pixeln füllen lassen kann, arbeitet auch nicht immer sauber.  So musste ich den finalen Bildausschnitt etwas enger setzen, als ursprünglich geplant.


Mit dem kleinen weißen Eck am oberen Bildrand, das noch keine farbigen Pixel enthält, kann man leben: bei einem so diffusen Hintergrund ist so eine Stelle schnell und einfach mit dem Stempelwerkzeug gefüllt. Vorher müssen die Ebenen des Panoramas auf eine Ebene reduziert werden.


Wenn alle weißen Bereiche gefüllt sind, kann man das Gesamtbild abschließend feintunen (Helligkeit/Kontrast, Farben, Sättigung und so weiter).

Fazit
  • Für eine schnelles ("rough and dirty") Experiment kann man die Einzelfotos schon mal aus der Hand machen, aber
  • man muss sehr genau darauf achten, dass rund um das eigentliche Motiv noch genug Hintergrund im Bild ist, also lieber etwas mehr Raum lassen (Abstand vergrößern oder Brennweite leicht verkürzen).
  • Besser und genauer: Mit Stativ arbeiten, weil man eine bessere Kontrolle über den gesamten Schwenk hat.
  • Wenn man vergisst, den Modus M oder Av/A zu benutzen, braucht man Glück, dass alle Bilder der Serie mit der gleichen Blende aufgenommen werden. 
  • Abblenden ist meistens sinnvoll, damit alle wichtigen Teile des Motivs innerhalb der Schärfentiefezone liegen. Daraus ergibt sich zwangsläufig wieder das Arbeiten mit Stativ, weil das Schließen der Blende die Belichtungszeit verlängert und die Verwacklungsgefahr zu groß wird.
  • Leichte Helligkeitsunterschiede der Einzelbilder lassen sich in Lightroom oder Photoshop im Nachhinein noch angleichen - das muss natürlich vor dem Zusammensetzen zum Panorama geschehen.
  • Zu starke Helligkeitsunterschiede im Motiv machen die Angelegenheit deutlich schwieriger,  manchmal auch unmöglich.

Montag, 26. Juni 2017

TV-Tipps für Neugierige


Im Sommermonat Juli hat man ja nichts besseres zu tun, als fernzusehen... ;-)


Gut, dass es die Mediatheken gibt, in die man eintauchen kann, wenn das Wetter mal nicht so toll ist. Vorsicht beim Sender arte, der ist sehr sparsam und nimmt nach nur sieben Tagen alles wieder aus dem Netz.




Gerade dort gibt es einige interessante Sendungen, unter anderem über den berühmten Fotografen Robert Frank (Dienstag, 11. Juli 2017 - 00:20 - 01:15 Uhr, Wiederholung Samstag, 22. Juli 2017 - 05:00 - 05:55 Uhr).

Weniger bekannt dürfte der Franzose Gérard Benoit à la Guillaume sein. Der Autodidakt  stellt sich gerne als "Fotograf der Milchkannen" vor. Was es damit auf sich hat, kann man sich am 8. Juli um kurz nach neun Uhr morgens auf 3sat anschauen.

Wegen der Sendezeit ist die folgende Sendung auf jeden Fall ein Kandidat für die Mediathek:

Sonntag, 9. Juli 2017 - 03:15 - 03:45 Uhr arte
Die Fotografie nach der Fotografie?
Die Dokumentation erzählt vom langsamen Sterben einer bestimmten Art des Fotografierens - und davon, wie die heutigen Fotografen darauf reagieren. 

Hier geht's zur Liste mit allen Sendungen zum Thema Fotografie und natürlich gibt es, wie immer, ein paar Seitenblicke in die Kunstwelt.

Montag, 12. Juni 2017

Grüße aus "Down Under"

In meinem Freundeskreis gibt es Wegbegleiter, die ich sehr schätze. Manche von ihnen kenne ich schon sehr lange. Uns verbindet nicht nur die Begeisterung fürs Fotografieren, aber in dieser Interviewserie wird es vor allem darum gehen. Es gibt so viele unterschiedliche Wege, die man als Fotograf einschlagen kann, ob als Profi oder Amateur. Darum ist diese Artikelreihe auch unter dem Schlagwort Inspirationen zu finden.

Beginnen möchte ich mit einem sehr guten Freund, der vor über zwölf Jahren nach Australien ausgewandert ist.

Fotonanny: Jens Uwe, ich vermisse unsere gemeinsamen Fotospaziergänge, aber es ist toll, dass wir uns in all den Jahren nicht aus den Augen verloren haben - Internet sei Dank.




Wir kennen uns seit
...einer Zeit, als das Internet in der Kinderwiege lag, und ich das grafische Muster von Jacs Telefonnummer erinnerte, wenn ich die Tasten drückte.

Wir haben uns kennengelernt durch
...meine Leidenschaft für Fotografie, entdeckt auf einer Australienreise, entwickelt mit Hilfe des Fotoclubs Ost in München.

Du fotografierst...
seit 1995.

analog: früher – meine Analogkamera führt nun ein Schattendasein in einer Schublade.
digital: gelegentlich – nicht mehr so viel wie früher, da ich derzeit fast all meine Freizeit in meine Website investiere.
mit dem Smartphone: gelegentlich – früher hatte ich eine Kompaktkamera für jene Momente dabei, in denen ich „Ach, hätte ich doch...!“ dachte. Nun nutze ich mein iPhone.

Derzeit fotografierst du
...rein privat und für meine Website. Ich möchte möglichst unabhängig von Bildrechten sein, daher versuche ich, so viele Bilder wie möglich selbst zu machen.


Hast du immer mit der gleichen Intensität/Begeisterung fotografiert oder gab es Phasen, in denen du darüber nachgedacht hast, das Fotografieren ganz aufzugeben?

Meine Zeit für Fotografie ist umgekehrt proportional zu der Zeit für meine Website. Bevor ich eine online Gemeinschaft hatte, fotografierte ich mehr und leidenschaftlich. Seit ich mich um fast 7.000 Abonnenten kümmern muss (möchte!) hat sich mein Schwerpunkt verschoben. Aufgeben werde ich die Fotografie aber nicht, denn ich mag kreative Medien und entdecke derzeit immer neue Ebenen im Web. Fotografie ist ein fester Baustein in meinem kreativen Schaffen.

Manche Australier kommen bei
meinen Bildern auf den Geschmack...

Wie war das, als du mit dem Fotografieren angefangen hast und wie ist es heute?

Damals war alles neu und aufregend. Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich zum ersten mal meine brandneue SLR im Park um die Ecke ausprobiert habe. All die verschiedenen Modi, Objektive, und die Theorie waren faszinierend. Heute ist es mehr Mittel zum Zweck.




Die letzte Canon habe ich mir gebraucht gekauft, und ich habe schon wieder vergessen, wie ich die Belichtungskorrektur manuell auf „0“ zurück setzen kann, so dass sie derzeit etwas unterbelichtet...

[Fotonanny: Kriegst eine Mail von mir...]

Ich fotografiere weniger aus Spass, mehr, um ein bestimmtes Bild zu bekommen, das in einen Themenbereich meiner Website passt. Ich bin sozusagen mein eigener Kunde.

Das hier ist ein typisches Auftragsbild für mich selbst. 'Koori' wird in New South Wales gesprochen, und ich machte dieses Bild, um es auf einer meiner Seiten über Aboriginal Sprachen zu verwenden.


Ich vermisse es, Diashows zu entwickeln und zu präsentieren. Das war ein schönes kreatives Feld, mit dem ich Menschen in meinen Bann ziehen und über ein Thema informieren konnte. Leider schlafen meine Projektoren nun einen tiefen Winterschlaf, und mein fast-patentierter Diavorheizer ist nun obsolet...

[Fotonanny: Ich habe meine schon vor Jahren verkauft und viel Geld dabei verloren...]

Was machst du heute fotografisch – was ist dein aktuelles Projekt?
Wie erwähnt fotografiere ich für meine Website, auf der ich über die Kultur der Australischen Ureinwohner informiere. Üblicherweise besuche ich Veranstaltungen, um neue Motive zu bekommen.

Im Januar war ich Gast bei einem privaten corroborree, bei dem Aborigines aus ganz New South Wales zusammen kamen um ihre traditionellen Tänze zu präsentieren. Das war nur für ihre eigene Gemeinschaft, nicht für Touristen. Es war toll, die Energie zu spüren, und eine Herausforderung, ohne Stativ im schwindenden Licht die Tänzer durch den aufgewirbelten Staub zu fotografieren.


Mit f5.6 und 1/15 Sekunde bin ich ohne Stativ am Limit, doch in diesem Fall verstärkt die fehlende Schärfe das Erlebnis einer staubigen Tanzveranstaltung in der Dämmerung. Zufällig drückte ein weiterer Fotograf hinter der Gruppe gleichzeitig auf den Auslöser - mit Blitz, was meinem Foto zugute kam.

Smartphonefotografie: (wie) setzt du sie ein?
Ausschließlich spontan. Wenn ich ein tolles Graffiti sehe, eine Katze in der Sonne, einen Moment, den ich festhalten möchte. Meist lösche ich viele dieser Bilder später, wenn ich mit etwas weniger Gefühl das Bild nochmals betrachte. Es hilft aber, diese Momente in meinem Gehirn zu verankern.

Wann hast du dir zuletzt eine neue Kamera gekauft und warum?
Die gebrauchte Canon – das war irgendwann in 2015. Es war eine gute Gelegenheit, auf das nächste Modell aufzurüsten.

Was empfiehlst du Menschen, die noch nicht so lange fotografieren, und ihre fotografischen Kenntnisse/Fähigkeiten verbessern wollen?
Ich habe viel von den Bildbesprechungen in Magazinen gelernt. Setze dir keine Grenzen, probiere alles einmal aus – heutzutage kostet das nur Speicherplatz. Sei kreativ und limitiere dich nicht. Als ich damals Bilder für einen „Technik“ Wettbewerb fotografierte, hatte ich meine halbe Küche im Wohnzimmer und Farbdias in meinen Projektoren. Sei ungewöhnlich, und lasse dich nicht von gewöhnlichem Feedback entmutigen. Folge deiner Intuition. Es gibt eine Nische für dich, in der du leuchten wirst. „Fotogra viel!“


Fotografie lehrte mich,
immer wieder auf Details zu achten –
sonst hätte ich diesen Alien nie bemerkt.

Welche fotografischen Kenntnisse oder Fähigkeiten würdest du selbst gerne verbessern?
Große Kontraste fordern mich noch immer heraus – entweder ist das Bild über- oder unterbelichtet. Wie machen die Leute das nur? Und manchmal vergesse ich, den Kameramodus zurück zu setzen und ärgere mich über dutzende Bilder, die unterbelichtet sind.

Was gibt es sonst noch so zu erzählen?
Fotografie hat mir nicht nur die Augen geöffnet und mich gelehrt, die Welt mit anderen Augen zu sehen, Kontraste wahrzunehmen, Ungewöhnliches zu entdecken, über Details zu schmunzeln und meine eigenen Designs zu verbessern. Fotografie hat mir auch eine treue, wertvolle Freundin beschert, mit der ich mich immer verbunden fühlen werde, egal wo wir auf dieser Welt auf den Auslöser drücken.

 


Wo kann man mehr über dich erfahren und mehr von deinen Bildern sehen?
Online natürlich: www.CreativeSpirits.info Gehe auf die „About“ Seite und sag‘ Hallo!

[Fotonanny: Dort erfährt man übrigens auch, dass die Australische Nationalbibliothek die Inhalte von Jens-Uwes Webseite regelmäßig archiviert, weil sie zu einem "wichtigen Bestandteil des nationalen kulturellen Erbes” geworden ist. Wenn das keine Anerkennung ist für jemanden, der das alles weitgehend ehrenamtlich macht! Wow!!!]