Donnerstag, 20. Oktober 2016

Wie krass ist das denn?














Es war wieder einmal der Oli, der mich neulich auf "Keegan, den Fotocoach" aufmerksam machte. Jetzt schnallen Sie sich gut an: Keegan ist eine künstliche Intelligenz.
Geschaffen wurde dieses Programm von Regaind, einem Startup-Unternehmen, das sich auf die automatische Bildanalyse spezialisiert hat. Gefüttert wurde der Algorithmus mit Informationen und Bildbewertungen von professionellen Fotografen.

Keegan ist in der Lage, die Stärken und Schwächen der hochgeladenen Bilder in Sekundenschnelle zu analysieren. Seine Bewertung wird in Form eines kurzen Textes und einem Zahlenwert von eins bis zehn dargestellt. Ein gutes Bild erhält 5/10 Punkte, für ein sehr gutes Foto bekommt man 7/10, und wenn man 9/10 angezeigt bekommt, darf man sich darüber freuen, dass man ein außergewöhnliches Foto hochgeladen hat. 10/10 bekommt fast niemand.

Wer sich zum ersten Mal an einem klassischen Fotowettbewerb beteiligt, dem ist dieser kostenlose Fotocoach durchaus zu empfehlen. Ich habe ihn getestet und war mehr als baff, denn er schreibt zusammenhängende, sinnvolle Sätze - bisher nur auf Englisch.

Klick aufs Bild für vergrößerte Ansicht












Die hochgeladenen Fotos werden nicht öffentlich gezeigt, es sei denn, Sie teilen Ihr Ergebnis mit anderen, indem Sie auf einen der Buttons für Twitter oder Facebook klicken. Alternativ können Sie den Link zum Bild per Mail verschicken oder in die Zwischenablage kopieren. Unverbindlich testen ist also jederzeit möglich. Dass Keegan diese Bilder benutzt, um sich "weiterzuentwickeln", ist natürlich klar. Sie haben übrigens auch die Möglichkeit, Keegan selbst ein Feedback zu geben, sprich: wenn Sie mit seiner Bewertung unzufrieden sind, zahlen Sie es ihm heim. Ich bin sicher, dass er darauf eine Antwort gibt. Ausprobiert habe ich das noch nicht,  mache ich aber noch.

Keegan mag Porträts, so viel habe ich schon gelernt. Wenn man auf den Button "Get more feedback" klickt, bekommt man eine genauere Analyse in einer Balkengrafik.
Je nach Motiv werden unterschiedliche Aspekte bewertet: Bildaufteilung, Gestaltung, Schärfe, Schärfentiefe(eindruck), Hintergrund, Farben, Licht, der richtige Moment und natürlich auch, ob das Motiv interessant ist. Nun ja, alles Ansichtssache, oder? ;-)
















Für eine solide Beurteilung des fotografischen Könnens will Keegan zunächst zehn Fotos sehen. Die Auflösung der Dateien muss nicht hoch sein, selbst 800 Pixel (längere Seitenkante) akzeptiert er klaglos. Sie sollten nur darauf achten, dass die Fotos nach dem Verkleinern keine Artefakte aufweisen oder unnötig unscharf werden.
Sind zehn Fotos analysiert, gelangt man auf eine Übersichtsseite, die Auskunft darüber gibt, welche Trophäen (Ribbons) man schon bekommen hat, oder sich noch verdienen kann. Hier ist es von Vorteil, wenn man etwas besser Englisch kann, und die fotografischen Fachbegriffe versteht. Sobald man mit der Maus über die Fragezeichen fährt, erscheinen Erläuterungen.



Beim "Blur ribbon" geht es beispielsweise um den Einsatz von selektiver Schärfe. Bilder, bei denen Sie Ihr Motiv mit Offenblende vom Hintergrund lösen und vielleicht auch noch ein Objektiv verwenden, das ein tolles Bokeh liefert, können Sie in dieser Sparte punkten.

Die "Scores" (Ergebnis) Tabelle wiederum versteht man sofort. Aber keine Bange: Es gibt sogar eine Trophäe für das schlechteste Bild.












Bei zwanzig Bildern liefert Keegan eine Analyse der Stärken und Schwächen, sodass Sie sich mehr von den Motiven oder Techniken vornehmen können, die Sie noch nicht so gut beherrschen.

Das temporär erzeugte Profil kann man speichern und wieder aufrufen, um später noch mehr Fotos hochzuladen. Dazu muss man sich allerdings mit einer E-Mail Adresse registrieren. Zwei Tage später kommen dann (leider) Werbemails von Keegan, die man mit dem Link Unsubscribe wieder abbestellen kann. Sicherheitshalber würde ich trotzdem eine temporäre Mailadresse verwenden, die man später wieder über Bord werfen kann.

Fazit: Keegan orientiert sich an klassischen Kriterien und gibt hohe Bewertungen für Bilder, wie man sie üblicherweise kennt: typische Hochglanz-, Kalender-, Postkarten- und Wettbewerbsmotive. Um das fotografische Handwerkszeug zu lernen, ist das Feedback definitiv wertvoll. Geben Sie Keegan aber keine Erinnerungsfotos. Künstlerische, dokumentarische und persönliche Fotografie fällt auch schnell durch, wenn das Mainstream-Raster angewendet wird.

Mir hat die Begegnung mit Keegan gezeigt, dass auch der Beruf des "Fotodozenten" in absehbarer Zukunft von Maschinen übernommen werden kann. Das ist für die Neuausrichtung meiner beruflichen Laufbahn von großer Bedeutung. Als Trost bleibt mir, zumindest momentan, dass ich als Mensch aktuell noch stärker differenzieren, und beim Feedback individuell auf Personen eingehen kann. Bei der rasanten Entwicklung der künstlichen Intelligenz ist dieser Vorsprung aber auch nur eine Frage der Zeit.

Die Funktion per Messenger mit Keegan zu kommunizieren, habe ich nicht ausprobiert.

Wenn Sie diese künstliche Intelligenz jetzt selbst kennenlernen wollen, dann klicken Sie hier. Berichten Sie mir von Ihren Erfahrungen!


Montag, 17. Oktober 2016

Foto-Fernsehtipps bis November

















Soeben eingetroffen und schnell weitergereicht: Hier ist das PDF mit allen aktuellen Terminen bis zum 20.11.2016. Da sich die neue Sendeliste teilweise mit der alten überschneidet, habe ich diesmal beide Dokumente zusammengeführt.

Hier ein paar der neuen Highlights:

23.10.2016 | 22:20 - 23:35 Uhr arte
Robert Doisneau - Fotograf, Humanist, Freund

Dienstag, 1. November 2016 - 23:30 - 01:00 Uhr RBB
Foto: Ostkreuz
Münchner Leserinnen & Leser können sich in der Versicherungskammer Bayern dazu auch die Ausstellung "25 Jahre Agentur Ostkreuz"anschauen.

Sonntag, 6. November 2016 - 11:15 - 12:00 Uhr 3sat
Das Auge des Jahrhunderts - Das Vermächtnis des August Sander 

Von heise.de gibt es jetzt auch die Mediathek-Tipps für Fotografie, hier die der Kalenderwoche 41. Danke an Oliver Schlecht für's Teilen :-)

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Mit der Kamera malen

Ich weiß nicht, ob die nachfolgende Geschichte wahr ist, oder ob sie von einem kreativen Schreiber zur Motivation erfunden wurde. Beim Surfen im Web stolperte ich vor ein paar Tagen über eine englische Version, und sie passt(e) gerade so gut zu unserem Exkursionsthema "Malerische Bilder". Bei eisigem Oktoberwind hatten die Kursteilnehmer die Aufgabe, mit ihren Kameras völlig anders umzugehen als sonst: Lange Belichtungszeiten, Kamerabewegungen, Farben und Lichter für die eigenen Kompositionen einsetzen. Es sollte gerade nicht das typische, scharfe Bild entstehen, das man als Fotograf normalerweise anstrebt. Eine Auswahl von Bildern wird es zu sehen geben, wenn alle Teilnehmer ihre Werke abgeliefert haben. :-)















Ranga Guru war ein bekannter indischer Maler, der für seine Werke hoch angesehen war. Eines Tages ging sein Schüler Racici zu ihm. Er hatte seine Abschlussarbeit fertig gestellt und bat den Meister, sein Bild zu bewerten.

Ranga Guru sagte daraufhin: „Du bist jetzt selbst ein Meister. Nun ist es an der Zeit, dass die Menschen dein Bild bewerten. Hänge dein Bild an einem der belebtesten Plätze der Stadt auf, lege einen roten Stift daneben und schreibe ein Schild, mit dem du die Leute aufforderst, ihre Meinung kundzutun, und all die Stellen im Bild rot zu markieren, die ihnen nicht gefallen.“

Gesagt, getan. Ein paar Tage später ging Racici los, um sein Bild wieder abzuholen. Schwer enttäuscht musste er feststellen, dass es von roten Kreuzen übersät war. Sein Bild war bis zur Unkenntlichkeit mit roter Farbe vollgeschmiert. Racici wollte daraufhin alles hinschmeißen, doch Ranga Guru empfahl ihm weiterzumachen.

Der Meister trug seinem Schüler auf, das gleiche Bild noch einmal zu malen. Diesmal sollte er aber keinen roten Stift daneben stellen, sondern stattdessen Ölfarben und Pinsel. Auf einem Schild sollte er die Betrachter auffordern, die Stellen, die ihnen nicht gefielen, eigenhändig mit Pinsel und Farbe zu verbessern.

Als er einige Tage später nach seinem Bild schaute, war Racici hoch erfreut. Niemand hatte etwas verändert. Das Bild hing immer noch so da wie am Tag zuvor, niemand hatte Farben und Pinsel angerührt. Voller Stolz kehrte Racici zu seinem Meister Ranga Guru zurück. Der war nicht sonderlich erstaunt. Er sagte:

„Mein lieber Racici, beim ersten Mal hast du den Leuten die Möglichkeit gegeben, dich zu kritisieren. Davon haben sie Gebrauch gemacht, sogar mehr als du erwartet hast. Obwohl viele deiner Kritiker selbst überhaupt nicht malen, haben sie dein Bild kritisiert. Beim zweiten Mal hast du sie jedoch gebeten, deine Fehler zu korrigieren. Du hast sie aufgefordert, konstruktiv zu sein. Doch dazu braucht man Bildung. Keiner dieser Menschen hat es gewagt, etwas zu korrigieren, weil sie von Malerei keine Ahnung haben.

Mein lieber Racici, es reicht nicht ein Meister deines Fachs zu sein. Du musst in deinem Beruf auch weise sein. Erwarte nichts von Leuten, die nicht in der Lage sind deine Leistungen zu beurteilen. Deine Arbeit hat für sie keinen Wert. Biete deine Leistung niemandem an, der nichts davon versteht, und diskutiere deine Arbeit auch nicht mit solchen Leuten.“

Quelle: Cevdet Kılıç, ‘Bilgelik Hikayeleri’ 
Gefunden bei https://medium.com/@cihadturhan

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Handbuch zur Lumix GX80


Das Handbuch zur Lumix GX80 ist seit letzter Woche im Handel erhältlich. Die Kapitelstruktur dieses im Rheinwerk-Verlag erschienenen Buchs unterscheidet sich etwas zu den Handbüchern der FZ1000 bzw. FZ300: Der Praxisteil zu verschiedenen Motivsituationen ist etwas kürzer, das Zubehörkapitel etwas umfangreicher. Klar, es ist eine spiegellose Systemkamera! Im Anhang finden Sie nun alle Menüs der GX80. Diese werden dort kurz erläutert und enthalten Querverweise zu den Kapiteln, in denen die jeweiligen Funktionen ausführlich beschrieben sind.

Ich wurde schon mehrfach gefragt, ob Fotografen, die eine Lumix GX8 besitzen, ebenfalls mit diesem Handbuch arbeiten können: Grundsätzlich ja. Die beiden Kameras sind sehr eng verwandt, die Menüführung ist sehr ähnlich. Ein genauer Abgleich ist geplant und sobald ich die Frage ganz exakt beantworten kann, gibt es dazu Neuigkeiten - hier im Blog und in der Usergruppe.

Meine GX80 wurde - im Gegensatz zu den Modellen der FZ-Reihe - nicht mehr mit einer Installations-CD ausgeliefert, d.h. wer sich die Panasonic Software installieren möchte, muss sie sich aus dem Internet herunterladen. Es gibt zwei verschiedene Programme:
  1. SILKYPIX Developer Studio für Rohdateien
  2. PHOTOfunSTUDIO als Bildverwaltungs- und Bearbeitungsprogramm (JPEG, Video und Panasonic-spezifische Funktionen).

SILKYPIX Developer Studio

Unbedingt nötig ist dieses Programm nicht, die RAW-Dateien können auch mit Lightroom oder Photoshop (neuesten RAW-Konverter installieren) geöffnet und bearbeitet werden. Wer kein geeignetes Programm hat, kann mit dieser kostenlosen Software RAW-Dateien entwickeln oder zumindest per Stapelverarbeitung in JPEG-Dateien umwandeln.
Wichtig: Beim Download die aktuellste Version wählen.












 





PHOTOfunSTUDIO
In früheren Blogartikeln hatte ich bereits auf dieses Programm hingewiesen, weil man damit die verloren geglaubten Effekte des Kreativmodus aus der RAW-Datei herauskitzeln kann.
Sinnvoll ist die Installation von PHOTOfunSTUDIO auch für alle Lumix-Fotografen, die einige Funktionen im Bildwiedergabemenü intensiv nutzen (Bildern Bewertungen, Texte und andere Informationen hinzufügen).
Sehr bequem sind die einfachen Bearbeitungsfunktionen für Zeitraffer- und Stop-Motion-Videos, die aus Bildserien mit mehreren Hundert Fotos zusammengesetzt werden. Wer hier anfangs ein bisschen experimentieren will, muss die Inhalte seiner Speicherkarte aber unbedingt über PHOTOfunSTUDIO auf den Computer importieren. Andernfalls erkennt das Programm die Zeitraffer/Stop-Motion-Serien nicht.
















Auf dieser Übersichtsseite sind alle Aktualisierungen des Programms aufgelistet, auch hier bitte die neueste Version auswählen, herunterladen und installieren.
Beim Start einer älteren Version von PHOTOfunSTUDIO wird man automatisch gefragt, ob man seine Version aktualisieren möchte. Es kann allerdings passieren, dass man z.B. über eine Verknüpfung auf dem Desktop die ältere Version startet, obwohl die neuere bereits vorliegt. Im Zweifelsfall: alle alten Versionen deinstallieren.

Darüber hinaus gibt es für die Kamera und für Objektive immer wieder sogenannte Firmware-Updates, also Software, die über eine Speicherkarte in die Kamera geladen wird. Auf dieser Seite erfahren Sie, ob bzw. wann es Firmware-Updates für Ihre Panasonic-Kamera bzw. Objektiv gegeben hat. In meinen Handbüchern finden Sie die Schritte für den Firmware-Update jeweils am Ende des Kapitels "Zubehör".

Wenn Sie Fragen zum Buch haben, können Sie sich direkt an den Verlag wenden, oder schreiben Sie mir eine Nachricht. Fragen, die von allgemeinem Interesse sind, beantworte ich gerne im Blog - dann haben alle etwas davon.

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Workshop für Lumix Ein- und Umsteiger
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Samstag, 11. März 2017  - 9:30 h bis 16:00 Uhr
München Giesing - maximal fünf TeilnehmerInnen
129,- EUR inkl. MwSt.


Wenn Sie sich für diesen Workshop interessieren,
nehmen Sie Kontakt mit mir auf.
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Mittwoch, 5. Oktober 2016

#handymania die Zweite

"69% der Bundesbürger über 14 Jahren, das sind 48 Millionen Deutsche fotografieren mit ihrem Smartphone. Als Folge davon ist das Smartphone seit 2015 in Deutschland die meist verwendete Kamera. Es ist offenkundig, dass die Photographie kaum 15 Jahre nach der digitalen Revolution eine neue, gewaltige Umwälzung erlebt."

Aus der Einladung zur DGPh-Tagung in Mannheim, die unter dem Titel smart as photography – Die Wucht des Wandels“ vom 3. bis 5. November 2016 in Mannheim stattfindet.

Weitere Informationen



Mein eigenes Schlüsselerlebnis in Sachen Smartphone beschreibe ich in diesem Artikel.

Samstag, 1. Oktober 2016

Olympus Perspective Playgound

Den Olympus Playground hatte ich letztes Jahr in München verpasst. In Köln ist der Perspective Playground noch bis zum 9.10.2016 geöffnet. In jeder Stadt gibt es unterschiedliche Kunst-Installationen, an denen man sein fotografisches Geschick mit einer Leihkamera von Olympus kostenlos testen kann. Die Speicherkarte mit den Bildern bekommt man hinterher geschenkt, darum kann ich hier ein paar meiner Ergebnisse präsentieren.
















Ich war neugierig, ob und wie es mir gelingen würde, mit einer völlig ungewohnten Kamera einfach so loszufotografieren. Man drückte mir eine E-M5MkII in die Hand und damit ging es ab auf den Spielplatz.

Im Vergleich zu anderen Systemen fand ich nur das Kameramenü gewöhnungsbedürftig, aber so etwas ist bekanntlich Übungssache. Am längsten hat es gedauert, bis ich den nervigen Piepton beim Scharfstellen aus- und das Rohdatenformat eingeschaltet hatte. Die wichtigsten Funktionen (Zeit, Blende, ISO-Wert, Belichtungskorrektur, Autofokus) habe ich dank vieler gut platzierter Einstellräder am Kameragehäuse schnell gefunden. Das hat an meiner Lumix ganz zu Beginn etwas länger gedauert ;-)


Nachdem diese ersten Hürden genommen waren, gelang mir das Fotografieren genauso intuitiv wie mit meinen anderen Kameras. Das beinahe analog wirkende, wertige Gehäuse fühlte sich ausgesprochen gut an, so als hätte ich noch nie mit einer anderen Kamera fotografiert - erstaunlich! Beeindruckt hat mich auch die Bildqualität bei wenig Licht.

Standbild aus einer RAW-Datei, leicht nachbearbeitet
















Bei diesem Motiv war die Videofunktion angesagt, denn jede Bewegung in diesem Kubus erzeugte neben Bildern auch verschiedene Klänge. Im abgedunkelten Ausstellungsraum stand ein Stativ, auf das ich meine Leihkamera montieren, die Videofunktion einschalten und mich selbst filmen konnte. Angenehmerweise war es an diesem Tag so ruhig und leer auf dem Playground, dass ich für alles genug Zeit hatte - perfekt.


Kamera aufs Stativ geschraubt, Videofunktion an und los...



Spielereien probiere ich immer gerne aus, zum Beispiel die Dreier-Collage: Am Kameramonitor sieht man drei leere Felder, die nacheinander mit Motiven gefüllt werden. Die Kamera erzeugt daraus ein JPEG und man findet die drei Original Rohdateien zusätzlich auf der Speicherkarte.

So etwas muss man nicht haben, aber wenn's schon mal da ist...
Die JPEG-Ausgabe war mir etwas zu flau, darum habe ich beim fertigen Bild anschließend noch etwas nachkorrigiert.




Effekte ausprobieren mit Rohdatenformat: Da hat sich Olympus etwas Nützliches einfallen lassen. Erstens bekommt man ein unbehandeltes RAW-Bild UND ein JPEG, auch wenn man  vorher nur RAW eingestellt hatte. Zweitens kann man sämtliche Effekte per Knopfdruck auf ein Motiv anwenden lassen und hinterher entscheiden, welcher beim gewählten Motiv am besten aussieht. Das ist keine überlebenswichtige Funktion für den normalen Anwender, aber einer kameratestenden Buchautorinnen spart so etwas eine Menge Einstellarbeit ;-)













Insgesamt war der Olympus Playground eine tolle Erfahrung, die ich gerne weiter empfehle. Am besten geht man zu zweit hin, weil es eine ganze Reihe von Motiven gibt, bei denen es Spaß macht, mit einem Gegenüber zu experimentieren und sich gegenseitig zu fotografieren.

Allen anderen Kameraherstellern kann ich nur sagen: Das ist die beste Werbung! An einem Messestand oder im Laden herumstehen und die Dinger mal so ein bisschen anfassen, während hinter einem die Leute schon Schlange stehen, macht deutlich weniger Spaß. Es muss ja nicht das neueste Modell sein, das man zum Ausprobieren bekommt. Wenn man mit einer Kamera, mit der man liebäugelt, eine Stunde oder länger richtig fotografieren und die Bilder hinterher in Ruhe am eigenen Computer anschauen darf, kann man wirklich gute Kaufentscheidungen treffen.