Mittwoch, 30. Dezember 2015

Frisch aus der Presse: Handbuch zur Lumix FZ300



















Auch hier gilt das Motto "Alle Jahre wieder"
Zum Jahreswechsel erscheint das neue Kamerahandbuch!

Diesmal war es die Lumix FZ300, mit der ich mich beschäftigen durfte. Mitte September, als sie für jedermann im Handel erhältlich war, traf das schicke Teil bei mir ein. In den darauf folgenden Wochen gab es für mich nichts anderes als fotografieren, testen, schreiben und all die Screenshots anfertigen. Auch wenn es immer eine arbeitsreiche Zeit ist: es macht Spaß und das Ergebnis kann sich wieder sehen lassen. 352 Seiten in Farbe, ein wertiges Hardcover und dazu der bewährte handliche Spickzettel für die Fototasche...

Natürlich ist es immer ein bisschen schade, dass "meine" Kamerahandbücher erst kurz nach Weihnachten im Handel verfügbar sind. Meist liegt die Kamera unter dem Weihnachtsbaum, im Idealfall gleich mit dem passenden Handbuch. Andere sind schneller, damit muss ich leben. Zwischen Oktober und Dezember arbeite nicht nur ich sondern das ganze Verlagsteam unter Hochdruck. Im Oktober gehen die Dateien an den Verlag, dann folgen die Korrekturläufe. In dieser Zeit wandern mehrere Gigabyte Daten über die Server: Bilder aussuchen und bearbeiten, Screenshots ergänzen und die letzten Motive nachliefern. Anfang Dezember wird gedruckt, dann ist der Druck bei mir erst mal raus und die Erleichterung ist groß. Bis die fertigen Bücher ihren Weg in die Logistikkette finden, dauert es noch einmal eine Weile. Heuer brachte der DHL-Fahrer meine druckfrischen Belegexemplare am 24. Dezember :-)

Natürlich habe ich auch diesmal "eigentlich nur die PDF-Bedienungsanleitung abgetippt und mit ein paar eigenen Worten ausgeschmückt". Das mache ich immer so. Alles andere wäre ja Arbeit.  ;-)

Hier geht's zum Probekapitel 
Bestellen direkt beim Verlag geht genauso schnell wie anderswo.

So ein Handbuch ist natürlich nur interessant für Fotografen, die mit genau dieser Kamera fotografieren. Im zurückliegenden Jahr habe ich auch das Buch von Harold Davis übersetzt, das ich vor allem fortgeschrittenen Fotografen ans Herz legen möchte:
Kreativ fotografieren vorfolgt einen etwas anderen Ansatz, der mir beim Lesen und Übersetzen sehr viele Inspirationen geboten hat. Hier gibt's den Blick ins Buch und hier weitere Informationen.

















Damit verabschiede ich mich aus 2015, bedanke mich bei allen treuen und neuen Lesern und wünsche einen guten Start ins Neue Jahr!

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Alle Jahre wieder: Frohe Weihnachten

















Auf knirschenden Schnee und frostige Kälte müssen - können? - wir in diesem Jahr verzichten, mal wieder gibt es "grüne Weihnachten". Bei über 10° C schmecken Glühwein und Plätzchen anders, aber ich gebe zu: ich genieße es.

Meine diesjährigen Weihnachtsmotive sind ohne Handschuhe und ohne klamme Finger entstanden. Mit einem Lightpainting-Motiv vor der Bavaria - von öffentlichem Grund in Panoramafreiheit aufgenommen - verabschiede ich mich über die Feiertage.

Wer es in der Vorweihnachtszeit nicht geschafft hat, eigene aktuelle Weihnachtsmotive zu fotografieren, hat jetzt noch ein paar Tage Zeit und vielleicht auch die nötige Ruhe. Greift zur Kamera! Wenn es tagsüber zu frühlingshaft aussieht, und die rechte Weihnachtsstimmung in den Bildern einfach nicht aufkommen mag, fotografiert einfach wenn es dunkel ist. Den hellen Sonnenschein kann man in der Nähe eines Fensters gut gebrauchen, für Nahaufnahmen von Plätzchen, Lebkuchen, Kerzen, Tannengrün und/oder Weihnachtsdeko. Wer jetzt Motive sammelt, hat im kommenden Jahr weniger Vorweihnachtsstress. Die schönen Grußkarten kann man dann schon ganz relaxt im Oktober bestellen. Eins ist sicher: Das nächste Weihnachtsfest kommt ganz bestimmt!


Schöne Feiertage!

Freitag, 18. Dezember 2015

Günter Spitzing: Wie die Fotografie zum Beruf wurde

Wie berichtet ergab sich im Herbst 2015 die schöne Gelegenheit, dem Fotografen und Buchautor Günter Spitzing eine ganze Reihe von Fragen zu stellen. Im zweiten Teil der Interviewserie erzählt er, wie aus seinem Hobby ein Beruf werden konnte, und was er für nötig hält, um sich ein zweites Standbein als Fotograf aufzubauen.

Sie haben zwischen 1956 und 1965 neben ihrer Festanstellung in einem Industriebetrieb Diavorträge und Kurse gehalten. Da finde ich mich wieder. Auch heute gehen viele Hobbyfotografen diesen Weg, einfach weil sie so viel Spaß an der Fotografie haben. War die Fotografie für Sie zunächst nur ein Hobby und wann wurde sie zum Beruf?

GS:
Zunächst habe ich das Fotografieren als – so nannte man das damals – Liebhaberei betreiben. Das änderte sich aber sehr schnell. Ich wurde schon von meinen Schulkameraden als guter Fotograf angesehen. Wer damals Fotos, beispielsweise von Schulausflügen machte, dem wurden die Bilder abgekauft. Das musste sein, sonst hätte man sich die benötigten Filme gar nicht leisten können. Wir waren damals sehr knapp bei Kasse.

Gleich nach dem Abitur fuhr ich mit dem Fahrrad von Franken aus nach Norditalien. 1953 fuhr ich für ein Vierteljahr nach Griechenland und Istanbul, übrigens auch zum Athos. Damals wurden Farbfilme zugänglich ich fotografierte zum ersten Mal farbig. Ich hatte eine Kodak Retina und 10 Diafilme mit je 36 Aufnahmen dabei. Das war meine Investition. Geschlafen habe ich während der ganzen Reis immer irgendwo im Freien. Als ich zurückkam mietete ich einen großen Saal vertrieb Eintrittskarten, informierte die Presse. Es ging um meinen ersten und zugleich wohl erfolgreichsten Lichtbildvortrag mit dem Titel „Von Bamberg bis nach Istanbul". (Der Titel war angeregt von Karl Mays „Von Bagdad nach Stambul“.)
800 Besucher führten dazu, dass ich mir innerlich auf die Schulter klopfte und zu mir sagte „weiter so, Günter!“ So hörte ich Vorlesungen in Erlangen und hielt Vorträge in Vereinen, der Volkshochschule u.s.w.

Wie wurden Sie zu einem Fotoexperten?

GS:
Als Firmenmitarbeiter hatte ich die Aufgabe PR für Fotolicht zu machen. Gleichzeitig hielt ich daneben unabhängig Vorträge über meine Reisen. Diese sollte mir helfen eine finanzielle Reserve aufzubauen, um mich so schnell wie möglich selbstständig machen zu können  Ich arbeite also sowohl zur Fotolicht Promotion als auch frei die Vorträge und Artikel für die damals zahlreichen Fotozeitschriften in der Bundesrepublik, in Holland und in Italien aus.
Ein Aha-Erlebnis löste dann die Planung eines Lichtbildvortrages über Blitzfotografie aus. Mir kam die damals nicht selbstverständliche Idee das ganz systematische zu machen mit der Fragestellung: „Welche Eigenheiten und Anordnungen von Blitzleuchten wirken sich wie auf das Bildergebnis aus?“. Als der Vortrag fertig war und gehalten wurde, drängte sich die Idee zu einem Buch über Blitzfotografie geradezu auf. Und das ist viele Jahre später in erster Auflage 1968 mein Blitzbuch erschienen.

Heute ist es schwer, mit der Fotografie Geld zu verdienen – es gibt einfach zu viele Menschen, die genau das tun wollen. Wie war die Situation in den Sechzigerjahren für Fotoexperten (ohne einschlägige Berufsausbildung)?

GS:
Die Situation war damals schon schwierig, ist sicherlich heute noch schwieriger. Da ich auch damals schon viel geschrieben habe, lag es nahe, zur Fotografie irgendetwas anderes hinzuzunehmen. Für mich war das ganz klar das Wort. Neben Artikeln und Vorträgen wollte ich auch Fotobücher machen. Ich sage nach wie vor, dass man ohne formale Ausbildung Fotografie zu seinem Beruf machen kann, aber nicht alleine. Es muss noch etwas anderes hinzukommen – ganz egal was, ob das Schreiben ist, oder Kochen, Bienenzucht oder Reiseführung. Ich kann nur jedem raten, sich selbst zu befragen, was er neben der Fotografie noch können könnte und es sich dann zusätzlich zur Fotografie anzueignen. Dann besteht auch die Chance, dass eine berufliche Basis erarbeitet werden kann. Mit Fotografie allein ist man – so bedauerlich das auch ist – chancenlos.   

Tanzende Irulare Frauen
Ambedkar Nagar 2000




















Günter Spitzings heutige Fotografie dreht sich vor allem um Menschen. Mit seinen Aufnahmen macht er auf die Situation der Irular aufmerksam, einem bedrohten Naturvolk, das über Jahrtausende hinweg in Urwäldern und Baumsteppen lebte. Auf den ersten Blick mag das rückständig und nicht zeitgemäß wirken, aber selbst bei uns werden die Stimmen lauter, die uns daran erinnern, stärker mit der Natur zu leben, anstatt sie gnadenlos auszubeuten. Wie so etwas funktionieren könnte? Womöglich finden sich die Antworten genau hier. Schaut man genauer hin, versteht man plötzlich, warum Günter Spitzing sich so für die Irular einsetzt.

Im dritten Teil der Interviewserie wird es um Günter Spitzings Karriere als Fachbuchautor gehen, wie er sie erlebte und was dazu führte, dass er sich allmählich anderen Themen zuwandte.

Intro: Wer ist eigentlich ... Günter Spitzing
Teil 1: So fing alles an

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Fernsehtipps für Fotografen und ...

















Hier sind die neuen Fernsehtipps für die Zeit bis Mitte Januar 2016. Diesmal sind für die reinen Fotografen nur drei Sendungen dabei, z. T.  handelt es sich dann auch noch um Wiederholungen. Zum Ausgleich habe ich für die Tellerrandgucker wieder ein paar andere interessante Sachen herausgepickt. 

Wer die Liste vom Vormonat noch einmal sehen möchte, findet diese hier.

Wie immer: Vielen Dank an www.kunstlinks.de

Montag, 7. Dezember 2015

Rahmen und Copyright für Digitalbilder















Folgende Frage ist bei mir im Posteingang gelandet:

Ein lieber Kollege von mir fotografiert sehr gern und viel. Er möchte seine Bilder gern zu Anschauungszwecken „aufbereiten“ und zwar hat er sich vorgestellt, dem Foto einen weißen Rahmen zu geben, auf dem man auf dem unteren Rand das Bild benennen kann, Auf dem Foto selber hätte er gern in der rechten unteren Ecke (transparent) ein Wasserzeichen mit seinem Namen. Diese Darstellungsweise hätte er gern quasi als „Formatvorlage“. Verstehst du was ich meine und/oder hast du eine Idee, wie man das realisieren kann, ohne sich den teuren Photoshop zu beschaffen? Es geht hier nicht um Ausdrucke; sondern um die Aufbereitung der Bilder für die Dateiablage, um damit Fotos zu präsentieren.

Hier kommt die Antwort:
Es gibt eine kostenlose Lösung, die heißt Irfan View (Windows). Damit kann man zwar nicht so bequem und punktgenau arbeiten wie mit Photoshop, aber die Aufgabe lässt sich lösen.  Am Ende des Artikels findet ihr einen Link zu einem PDF-Dokument mit der Anleitung.

Photoshop in der Vollversion (CC) muss man nicht kaufen bzw. das kann man gar nicht mehr, das gibt es nur noch als Abo (monatliche Gebühr). Als kostengünstige Alternative gäbe auch Photoshop Elements (Win, Mac). Elements hat den Vorteil, dass man damit wirklich sehr viel machen kann und aktuell 44 EUR für eine Standalone-Version finde ich ok. Es kommt jedes Jahr eine neue Version raus, aber man kann auch mal 3-4 Jahre mit der älteren Version arbeiten.

Wenn man viel fotografiert, würde ich eher Adobe Lightroom empfehlen, wobei ich für die konkrete Frage (Rahmen+Copyright) in Lightroom noch keine Lösung habe, weil ich meinen Copyright-Schriftzug derzeit aus alter Gewohnheit mit einer gespeicherten Photoshop (Aktion) einfüge. Lightroom gibt es noch als Kauf-Software oder ebenfalls im Abo. Die Kombination aus Photoshop CC und Lightroom lohnt sich für alle Fotografen, die diese Programme regelmäßig benutzen und immer die aktuellste Version haben wollen.

Zu Photoshop Elements und zu Irfan View habe ich einige Anleitungen geschrieben, die man bei www.akademie.de lesen und herunterladen kann. Man muss dazu Mitglied bei Akademie.de werden (kostenpflichtig), in der 14tägigen kostenlosen Probezeit kann man sich aber erst einmal in aller Ruhe dort umschauen.

Bildbearbeitung mit Irfan View
Collagen erstellen mit Photoshop Elements

Ein Teil der Artikel ist frei zugänglich, u.a. die Seite, wo man sich Irfan View herunterladen kann und wie man es installiert.

Anleitung:
Bilder rahmen und mit halbtransparenten Copyright versehen (Irfan View)


Die hier vorgestellte Methode eignet sich v.a. zur Präsentation, es gibt natürlich auch noch die Verschlagwortung in den IPTC-Daten. Wenn man mehr als einen Text auf den Bildern haben möchte, wiederholt man den Text-Einfügen Vorgang. Eine Vereinfachung dieses Arbeitsablaufs für mehrere (viele) Bilder erreicht man in Irfan View durch die sogenannte Batch-Verarbeitung, die im Akademie-Artikel beschrieben ist. 

Freitag, 4. Dezember 2015

Günter Spitzing: So fing alles an

Wie berichtet ergab sich im Herbst 2015 die schöne Gelegenheit, dem Fotografen und Buchautor Günter Spitzing eine ganze Reihe von Fragen zu stellen. Hier ist Teil 1 des Interviews, bei dem wir in die Vergangenheit zurückblicken - wie alles anfing.

Die in dieser Artikelserie gezeigten Bilder hat Günter Spitzing freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Mauerbau Berlin, 1963 -
© Günter Spitzing

















Herr Spitzing, wenn man Ihren Werdegang anschaut, drängt sich der Eindruck auf, dass Sie in diesen beinahe 85 Jahren mehrere Leben nacheinander, vielleicht auch parallel geführt haben: Sie sind 1931 geboren, d.h. Ihre Kindheit und Jugend in den Kriegs- und Nachkriegsjahren dürfte nicht einfach gewesen sein. Nach dem Abitur waren Sie zunächst Freiberufler, bevor Sie 1956 in einem Industriebetrieb anfingen. Dort waren Sie dann im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Wollen Sie zu dieser ersten Lebensphase etwas erzählen? 
Zum Beispiel ...

Wo und wie fing das mit dem Fotografieren an? 

GS: Meine ersten Bilder machte ich 1945 noch vor Kriegsende. Ich erhielt damals zur Konfirmation – man konnte ja nichts kaufen – die Kamera meiner Mutter. Ihre erste Kamera? Dies war eine einfache Kodak Box mit Format 6x9 cm. Dazu hatten wir irgendwoher zwei Filme zu je 8 Aufnahmen aufgetrieben. Nach der Währungsreform wünschte ich mir zu Weihnachten eine Agfa Isolette 6x6. Die bekam ich dann auch. Das wurde damals alles in Raten abbezahlt.

Hatten Sie Vorbilder? 

GS: Richtige Vorbilder eigentlich nicht. Aber mir gefielen die Urlaubsfotos des Graphikers Helmut Schwarz, Stuttgart, der eine Art von Onkel für mich war. Seine kleinen SW-Bilder waren in Alben eingeklebt und mit kurzen Versen beschrieben.

Ich ersah daraus,

1 . dass „richtig Fotografieren“ bedeutete Landschaften und anderer Dinge aus der Umwelt aufs Korn zu nehmen, und eben nicht nur Familienangehörige und Freunde abzulichten, wie es ansonsten alle machten.

2 . dass es ungünstig war „alles“ oder zumindest „möglichst viel“ im Bild, unterzubringen.

Aussagekräftige Bilder holen Bedeutsames groß heraus.

Das waren die Grundlagen meiner Fototheorie, aus der sich dann alles andere nach und nach herausentwickelte: Fremdes abzubilden, nicht Nahes, aber das so nah wie möglich. 

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Nächstes Mal geht es weiter mit dem "zweiten Leben": Was als reine Liebhaberei begann, machte Günter Spitzing zum Fotoexperten und Fachbuchautor.

Günter Spitzing heute: Projekt Irular

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Fotografie-Blog-Bühne 2015

Dank Johannes Mairhofer habe ich mitbekommen, dass Michael „Omori“ Kirchner von fotografr.de zur Blogparade aufgerufen hat. Solche Blogparaden sind für mich immer schöne Denkanstöße und eine gute Gelegenheit, um mehr über andere Fotografen und Blogger zu erfahren. Die erste Frage ist schon mal gut:

Ich blogge, weil ….

... ich einfach gerne schreibe und weil es die perfekte Ergänzung zu den Buchveröffentlichungen ist. Bücher schreiben ist toll, aber von der Projektidee bis zum fertigen Buch ist es ein sehr weiter Weg. Bloggen ist spontaner und freier.

Ich kann
  • auf aktuelle Themen reagieren, 
  • Themen jenseits des Mainstream aufgreifen und
  • mehr Fallbeispiele zeigen, für die in gedruckten Büchern kein Platz ist.
Bloggen bietet außerdem viel stärker die Möglichkeit der Interaktion mit Leserinnen und Lesern, von der in meinem Blog allerdings noch nicht so viele Gebrauch machen. Da habe ich noch Nachholbedarf...

 Meine Fotos zeichnen sich aus durch ….

...  einen eigenen Blick auf die Welt und ganz bestimmte Motive - das jedenfalls sagen immer mehr Kollegen, die mich lange kennen. Ich vermute es sind die kleinen Stillleben, die Details, auf die ich achte, und meistens ein sehr klarer, oft minimalistischer Bildaufbau.

Für diese Blogparade habe ich ein Motiv ausgewählt, das beinahe zwanzig Jahre alt ist: Island 1996, damals noch als Dia aufgenommen und später digitalisiert. Es ist Teil einer Serie, die ich "Hommage an Christo" genannt habe. Ein Jahr zuvor hatte das Künstlerehepaar Christo & Jeanne-Claude den Berliner Reichstag mit weißen Folien verhüllt, die Bilder waren also noch sehr präsent. Als ich inmitten der wilden Natur Islands diese weißen Kugeln liegen sah, empfand ich sie nicht mehr als Verschandelung der Landschaft, sondern erkannte ihr Potenzial als Kunstwerk.













Den größen Schritt in meiner fotografischen Entwicklung habe ich durch Selbsterkenntnis gemacht.

Zuerst wollte ich schreiben Beharrlichkeit. Die ist gut und notwendig, um dran zu bleiben, aber es ist nur die Vorstufe. Vor vielen Jahren habe ich einen Satz gelesen, der zu meinem Leitspruch wurde: "Wenn du in [was auch immer] wirklich gut werden willst, dann beschäftige dich täglich damit." 
Das bedeutete für mich zunächst das Trainieren von Fertigkeiten (Handwerk) und die Beschäftigung mit Gestaltungsfragen. Als die Auseinandersetzung mit dem WWW - wieso, weshalb, warum - dazukam, stürzte ich in meine erste echte fotografische Krise und hätte beinahe aufgehört. Die Pause dauerte knapp zwei Jahre. Danach fing ich digital von vorne an, fotografierte wie ein Anfänger und bin heute mehr als froh, dass ich es gewagt habe, dieses Tal der Tränen zu durchschreiten.

Meine fotografischen Fähigkeiten möchte ich vor allem im Bereich Blitzlicht weiter voranbringen 

Entfesseltes Blitzen bzw. Blitzlicht generell ist ein Thema, mit dem ich mich aus beruflichen Gründen immer wieder beschäftigen muss. Ich liebe die Available Light Fotografie und falle immer wieder in das alte Schema zurück: geht ja auch ohne Blitz. Wenn ich mich dann notgedrungen wieder mit dem Blitzen befasse, geschieht es oft unter Zeitdruck - nicht die beste Voraussetzung für überdurchschnittliche Bilder.  Dabei bieten sich gerade mit dem entfesselten Blitz so viele kreative Möglichkeiten...

Dieses fotografische Projekt werde ich im Jahr 2016 umsetzen:

Die konsequente Digitalisierung meiner analogen Bildbestände (Dias, Negative, Abzüge) brennt mir schon sehr lange auf den Nägeln. Das klingt nach einem sehr trockenen und staubigen Thema. Es ist eine mühsame Angelegenheit, siehe Artikel vom 1.12.15. Darum werde ich mir die Sache schmackhaft machen, indem ich die schönsten dieser alten Motive digital aufpoliere, bearbeite und im Blog zeige. Diese alten Bilder werden mich an Projekte erinnern, an denen ich damals gearbeitet habe und wahrscheinlich entstehen daraus sofort neue Ideen und Fortsetzungsprojekte.


Dienstag, 1. Dezember 2015

Das digitale Vermächtnis

Eigentlich fühle ich mich noch ganz jung, aber wenn ich meine Bildarchive durchblättere, stelle ich immer wieder fest: Au weia, diese Bilder sind ja schon zehn, zwanzig, dreißig ... Jahre alt! Meine ältesten digitalen Aufnahmen haben mittlerweile auch schon etwa fünfzehn Jahre auf dem Buckel. Von den vielen Reisen, die ich davor unternommen hatte, gibt es ausschließlich Dias. Ich habe sie nie gezählt, doch ich erinnere mich gut an Weihnachten 2002: Ein guter Freund hatte mir seinen Nikon-Diascanner geliehen. Mein damaliger Weihnachtsurlaub ging dafür drauf, etwa alle dreißig Minuten fünfzig weitere Dias ins Magazin nachzufüllen. Mit Pausen und Nachtruhe hat es trotzdem fast drei Wochen gedauert, bis die wichtigsten Motive eingescannt waren.













Weil ich schon von Kindesbeinen an fotografiert habe, sind damals nicht alle Dias digitalisiert worden, von den Negativen ganz zu schweigen. Und dann gibt es auch noch Fotos von Freunden, die ich nur als Fotoabzüge habe. Früher habe ich alles noch in schöne Fotoalben eingeklebt, aber es wurden im Lauf der Jahre einfach zu viele. Zwischen 2001 und 2011 bin ich insgesamt viermal umgezogen. Diese Odyssee sollte eigentlich zu Ende sein, aber wie gesagt, ich bin noch relativ jung. Wer weiß, wohin es mich in diesem Leben noch verschlägt. Vielleicht wandere ich eines Tages aus und schlage meine Zelte im Ausland auf? Dann möchte ich bitte keine x Umzugskartons mit Dias und Fotos in einem Container verschiffen, und mir keine große Wohnung oder Lagerfläche leisten müssen, wo ich all den Kram unterstellen kann.

Ein paar Festplatten transportieren sich leichter und "die Cloud" gäbe es auch noch. Darum hätte ich bitteschön gerne ALLES digital. Am liebsten sofort, ohne Mühen und mit minimalem Zeit- und Kostenaufwand. Kein Wunder also, dass mich der heutige Tweet des Morgenmagazins sofort dazu brachte, mich diesem leidigen Thema erneut zu widmen. Kalte dunkle Jahreszeit - ideal, um die analogen Bestände zu digitalisieren. Was bin ich froh, dass ich meine alten Cassetten und Schallplatten schon längst über Bord geworfen habe, sonst gäbe es noch eine Baustelle mehr. Musik kann ich mir herunterladen, aber mit den eigenen Fotoerinnerungen geht das nicht.

Sri Lanka 2003 - Dia gescannt und digital aufbereitet















Vor 13 Jahren hatte ich meine Dias mit 1350 dpi gescannt - jede Datei 3 hat Megabyte. Für heutige Verhältnisse ist das absolut lachhaft. Diese Bilder kann ich online gerade noch verwenden, aber nicht drucken lassen. Nötig ist das bei mir nicht, denn bei mir hat die Digitalisierung zwei Hauptgründe:

1. Schnelle visuelle Verfügbarkeit der Bildinhalte
In einem gut strukturierten digitalen Archiv finde ich meine Aufnahmen schneller als in einem ebenso gut strukturierten analogen Archiv - ein Erfahrungswert.

2. Reduktion der benötigten Lagerfläche, Transportierbarkeit
siehe oben

Wie stelle ich es also am besten an? 

Möglichkeit 1: Einen professionellen Scan-Service beauftragen
+ beste Qualität
+ am wenigsten Arbeit
+ geringster Zeitaufwand
-  hohe Kosten

Möglichkeit 2: Selbermachen
Dias werden entweder mit einem Diaduplikator digital abfotografiert (einzeln!) oder man verwendet einen halbwegs guten Scanner, der dann auch Negative und Fotos digitalisieren kann.

Wie lange ein Scanner braucht, selbst wenn er die Dias automatisch einscannt, habe ich 2002 erlebt. Alle Dias einzeln abfotografieren oder auf einen Scanner legen? Das erscheint mir wie eine Sisyphosaufgabe! 

Und so stellt sich mir eine ganz andere entscheidende Frage:
Lohnt sich das?

Wie viel sind mir meine analogen Bilder tatsächlich wert?

Natürlich kann man sich auf die allerbesten Bilder beschränken, dann wird es mit einem Dienstleister preislich überschaubar. Trotzdem bleibt es eine halbe Sache. Und so ruhen meine alten Archive weiterhin analog im Schrank, bis sie eines Tages von meinen Erben in den Sperrmüll gekippt werden. Vielleicht kauft jemand die Kisten für 5 Silbermünzen auf einem Flohmarkt und kümmert sich um den Kram? Ich schätze, das wird mir egal sein, wenn ich auf Wolke 7 sitze. Für mich geht es ums Hier und Jetzt, aber wie ist das bei anderen Hobbyfotografen - bei all jenen, die heute vielleicht um die Siebzig sind, und deren analoge Archive noch weiter in die Vergangenheit zurück reichen als meine? Schon mal drüber nachgedacht, wer sich um den Bilderschatz kümmern wird?

Foto aus dem digitalen Nachlass von Violetta Stefanovic

















Ich möchte meine Bilder in digitaler Form haben, also werde ich die Sache selbst angehen. Jeden Tag eine Stunde digitalisieren oder einmal in der Woche einen halben Tag dafür spendieren macht aus dem Riesenberg eine Aufgabe, die überschaubarer wird.

Wenn ich die Kommentare der Menschen lese, die Scanner rezensieren, wird mir klar: spätestens die Enkel werden die analogen Erinnerungen ihrer Großeltern digitalisieren. In unserer Familie ist auch das bereits geschehen, denn es gab nur drei Fotoalben, und jeder in der Familie wollte eine Kopie davon haben. In einer weit verzweigten Verwandtschaft hat das Digitale große Vorteile.

Analog hält länger vs. digitaler Blackout
Die Frage, ob ein digitales Archiv genauso haltbar sein wird, wie ein analoges, kann ich nicht endgültig beantworten. Klar ist, dass man sich auch um externe Festplatten regelmäßig kümmern muss. Man sollte die Daten regelmäßig umkopieren und sicherstellen, dass alles noch lesbar ist.

Der Vorteil, den ich in dieser Arbeit sehe: Wenn man sich die Bilder immer wieder anschaut, bleiben die Erinnerungen wach und das Gedächtnis hat mehr Anknüpfungspunkte. Aus der Gehirnforschung ist bekannt, dass nicht benutzte Leitungsbahnen im Lauf der Zeit verschwinden. Aktiv genutzte Bildarchive könnten also dazu beitragen, dass weniger Gedächtnislücken entstehen, vielleicht beugt dies sogar der gefürchteten Demenz vor? Vom historischen Wert mancher Aufnahmen ganz zu schweigen. Unsere Welt verändert sich sehr schnell ...

Wenn ich in die Zukunft schaue, ahne ich, dass sich alsbald ein Internetriese finden wird, der das digitale Bildgedächtnis der Menschheit aufbewahrt: Alles in die Cloud und von überall drauf zugreifen. Damit würden/werden wir natürlich auch zum vollkommen gläsernen Menschen.

Vielleicht ist die oben erwähnte Wolke 7 eines Tages die Cloud, in der meine eigenen Bilder abgespeichert sind? Wer weiß, welche Entwicklungen uns die Computerwelt noch so beschert ;-)

Dienstag, 17. November 2015

TV-Tipps für Fotografen

















Am 22. November lohnt es sich, das Frühstücksfernsehen einzuschalten. Nicht der übliche Quatsch, es ist ein Sonntag. Ja, ich höre die Leser schon dumpf stöhnen. Es ist einfach so, dass Kultur - und dazu gehört die Fotografie nun mal - etwas für das sogenannte Spartenpublikum ist, ein verschwindend kleiner Anteil der Gesamtbevölkerung. Die gute Nachricht lauter: Wer sich solche Sachen anschaut, gehört nicht zum Mainstream und bekommt Inspirationen, die den eigenen Arbeiten neue Impulse geben können. Wer kein Frühaufsteher ist und nicht weiß, wie man einen Festplattenrekorder bedient, kann ja in die Mediatheken klicken. :-)

Also, Sonntag 22.11. ab 6:35 Uhr auf arte: Da gibt es gleich drei Sendungen über Fotografie hintereinander. Ebenfalls mit im Novemberprogramm sind Jim Rakete und Peter Lindbergh. Alles öffentlich-rechtlich und somit 100% werbefrei!

Für Kunstinteressierte und Tellerrandgucker habe ich natürlich auch wieder etwas gefunden.

Hier geht's zur aktuellen Liste.
Wer die Tipps vom Vormonat nochmal sehen möchte, findet diese hier.

Herzlichen Dank wie immer an www.kunstlinks.de

Freitag, 13. November 2015

Wer ist eigentlich ... Günter Spitzing

Als ich neulich meine große Sammlung an Fotofachliteratur aus über dreißig Jahren durchforstet habe, fiel mir „Moderne Diafotografie“ von Günter Spitzing in die Hände. Du meine Güte, dachte ich, brauche ich das noch? Bei Fachbüchern achtet man vor allem auf das Thema und den Inhalt. Wenn ein Buch nicht mehr aktuell ist, landet es im Altpapier. Wer ein Fachbuch geschrieben hat, ist meistens nicht so relevant – Hauptsache man bekommt die gesuchten Informationen. Trotzdem habe ich gezögert, dieses Buch einfach zu entsorgen. Mir war der Name Spitzing viele Jahre ein Begriff, seine Bücher standen direkt neben denen von Hedgecoe und Feininger.

Mehrere Jahrzehnte lang war Günter Spitzing einer der angesagten deutschen Fotobuchautoren und ich habe einiges von ihm gelesen. 1965 – also vor fünfzig Jahren! – ist sein erstes Fachbuch erschienen. Zwischen 1965 und 1985 hat Günter Spitzing beinahe jährlich ein neues Buch veröffentlicht – 1968 sogar vier in einem Jahr. Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Was die wenigsten wissen: Es gibt niemanden im deutschsprachigen Raum, der sich so früh und so intensiv mit dem Thema Fotopsychologie beschäftigt hat wie er!
Ich selbst schreibe nun auch seit mehreren Jahren Fachbücher, in gewisser Weise bin ich in Günter Spitzings Fußstapfen getreten. Als ich bei Amazon über ein Buch mit dem Titel „Das indonesische Schattenspiel“ in Spitzings Bibliographie stolperte, war ich erst einmal überrascht und ahnte, dass er ein Thema gefunden haben musste, das ihn mindestens genauso begeistert, wie die Fotografie.

















Mein eigener Berührungspunkt zur asiatischen Kultur besteht im Zen-Buddhismus, an dem ich vor allem eines schätze: es gibt keine Doktrin, sondern nur die Aufforderung, das Leben im Hier und Jetzt selbst zu erfahren. Bei so vielen offensichtlichen Parallelen fing ich an, genauer nachzuforschen. Wie alt ist Günter Spitzing inzwischen, wie geht es ihm, was macht er heute? 
Google und XING sei Dank: Ich habe ihn gefunden. Er ist 84 Jahre jung, lebt in Hamburg und er schreibt immer noch Bücher! Darüber hinaus reist er jedes Jahr nach Asien, hält Vorträge zu verschiedenen Themen und beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Zustand unserer Welt.

Kurzerhand habe ich ihn kontaktiert. Es folgte ein sehr aufschlussreicher Mailaustausch und Günter Spitzing hat sich netterweise zu einem Interview bereit erklärt. Im Hinblick auf die Aufmerksamkeitsspanne des durchschnittlichen Internetlesers werde ich dieses Interview in mehreren Häppchen servieren und auch künftig die neue Rubrik Interview mit Leben füllen.

Los geht es mit einem Dialog zwischen zwei Fachbuchautoren aus zwei Generationen, die nicht nur die Fotografie gemeinsam haben: Wir schauen beide gerne über den Tellerrand hinaus und wir machen uns Gedanken darüber, ob und wie unsere Welt und das Leben im Allgemeinen vielleicht doch noch besser werden könnte.

Was Günter Spitzing angeht: Er redet bzw. schreibt nicht nur, er handelt. Wer jetzt sofort mehr erfahren möchte, findet hier weiterführende Informationen.

Freitag, 23. Oktober 2015

Der elfte September - mal anders

In den letzten drei Monaten gab es wieder mal nur die Fernsehtipps im Blog. Als ein Autorenkollege neulich in einer privaten Nachricht meinte, er müsse mal die Frequenz in seinem Blog steigern, und den Begriff Return on Invest in den Raum warf, fühlte ich mich ertappt. Ja, das müsste ich auch!, war mein erster Gedanke, und schon lief die Maschinerie an:
Ich muss dies, ich muss das... 

Ich muss gar nichts, außer atmen und irgendwann mal sterben.













Am 11. September ist das passiert, was einem Freiberufler nicht passieren "darf": Über Nacht bzw. übers Wochenende wurde aus einer nicht erkannten Blinddarmentzündung ein hübscher Notfall, der mir zwei Dinge verdeutlicht hat, die ich eigentlich schon wusste:
  1. Man kann unglaublich schnell aus der Kurve fliegen.
  2. Wenn die Autorin nicht mehr Piep sagen kann,
    gibt es weder Bücher noch Blogartikel.
Ja, ich bin ziemlich erschrocken.
Trotz WLAN und Notebook am Krankenbett war ich zu überhaupt nichts imstande. Na gut, ich habe die FZ300 ans Bett geliefert bekommen und ein paar Fotos damit gemacht. Nicht weil ich das gemusst hätte, sondern weil es mir den Krankenhausaufenthalt angenehmer gemacht hat. Wie anstrengend Fotografieren sein kann, wissen viele. Wenn man am Tropf hängt und zwei Vollnarkosen hinter sich hat, ist alles fürchterlich anstrengend ... Also besser Ruhe geben.

Das halte ich auch für eine passende Gelegenheit, um Danke zu sagen: den Menschen, die mich in dieser Zeit unterstützt und wieder aufgepäppelt haben. Bei aller berechtigten Kritik an unserem Gesundheitssystem: Ich bin froh, dass es Chirurgen gibt, die ihr Handwerk verstehen. Globuli allein hätten hier nichts ausgerichtet.

Die Entschleunigung, die sich durch diese Erfahrung eingestellt hat, fühlt sich immer noch  merkwürdig an. Diese Episode hat aber auch einen grandiosen Vorteil: Ich frage mich jetzt bei allem, was ich tue, ob es wirklich wichtig ist. Die Antworten fallen heute oft anders aus als noch vor fünf Wochen.

Die gute Nachricht:
  1. Ich werde weiter schreiben,
    wahrscheinlich sogar mehr als bisher. 
  2. Ohne Fotografieren geht's einfach nicht.
  3. Das Manuskript zum neuen Kamerahandbuch zur Lumix FZ300 konnte ich schneller abliefern als vorgesehen.
    Wie das funktioniert hat, ist mir selbst schleierhaft.

Es werden demnächst auch ein paar Dinge über Bord gehen. Wie das genau aussehen wird, berichte ich zu gegebener Zeit. Allen Leuchtfeuer-Fans sei gesagt: Es geht weiter. Die Stelle im Buch mit dem Infusionsständer muss ich nochmal überarbeiten. Das habe ich inzwischen live erlebt ;-)

Fotokurs-Teilnehmer mit Bonuskarten:
Unbedingt den nächsten Newsletter lesen.
Ahoi!

Dienstag, 20. Oktober 2015

TV-Tipps bis Ende November

















Schon wieder ein Monat vorbei??? Herrjeh!
Wenigstens gibt es die TV-Tipps, heute wieder ganz frisch geliefert.

Inzwischen hat das Fernsehen den Nachwuchs entdeckt. Diesmal sind es zwei Sendungen für Kinder, die sich um die Fotografie drehen: Am Sonntag, 25.10. um 8:40 Uhr auf arte und am 18.11. um 18:40 Uhr auf kika.

Ende November wird's dann auch für die Erwachsenen wieder interessant. Neben den Fototipps habe ich auch diesmal ein paar Sendungen auf die Liste genommen, die sich mit Kunst, Fernsehen und Internet beschäftigen. Inspiration für Leute, die gerne über den Tellerrand schauen.

Hier geht's zur aktuellen Liste.
Wer die Tipps vom Vormonat nochmal sehen möchte, findet diese hier.

Danke an www.kunstlinks.de 

Montag, 21. September 2015

TV-Tipps für September und Oktober

















Hier kommen die neuen Foto-Fernsehtipps für die Zeit vom 25.9. bis 23.10.2015
Wer die Tipps vom Vormonat nochmal sehen möchte, findet diese hier.

Vielen Dank an www.kunstlinks.de

Kleiner Tipp am Rande:
Wer sich gezielt für Fernsehbeiträge aus den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender interessiert, findet bei heise.de eine kostenlose Software, mit der man die Mediatheken nach Stichworten wie Fotografie oder Kunst durchsuchen und die Sendungen am heimischen PC anschauen kann. Da die Sendungen immer nur begrenzte Zeit online verfügbar sind, muss man relativ fix in den Archiven wühlen, auch wenn man gerade vielleicht keine Zeit oder Lust hat, sich die Beiträge anzuschauen. Das Gute an dieser Software: Sie hat einen Aufnahme-Button, d.h. man kann sich den Beitrag für einen späteren Zeitpunkt aufheben und muss nicht online sein, um ihn anzuschauen.

Montag, 24. August 2015

TV-Tipps für September
















Vor allem für die Tellerrandgucker gibt es diesmal jede Menge Interessantes. Auf zwei Sendungen bin ich diesmal besonders neugierig:

Das erste Mal - Wer waren die Künstler, die in einer bestimmten Epoche die Grenze überschritten, die etwas bis dato nie gesehenes darstellten?
Diese 20minütige Sendung ist am 24.9. um sechs Uhr morgens auf 3sat zu sehen - und danach in der Mediathek.

Und dann natürlich das:
Brain Painting: Malen mit BCI, dem Brain-Computer Interface, mit dessen Hilfe Gehirnströme mittels EEG abgegriffen und direkt dem Computer zugeführt werden ...
Heute noch Malerei, morgen schon Fotografie? Tja, mein Leuchtfeuer-Roman ist gar nicht so futuristisch wie es manchen erscheinen mag ;-)
45 Minuten auf BR alpha, am 16.9. um 22:45 Uhr oder am 20.9. um 12:45 Uhr

Was es sonst noch so gibt, findet ihr wie immer hier im PDF zum Herunterladen.

Danke an www.kunstlinks.de !

Dienstag, 28. Juli 2015

#99blogparaden

Johannes Mairhofer hat zur Blogparade aufgerufen, Anlass ist das Ende des Projekts #99Fotografen auf Twitter.

99 Wochen, das ist eine Laufzeit von fast zwei Jahren - und da ist eine Menge Material zusammengekommen. Respekt an alle, die mitgemacht haben.

Twitter ist nicht so ganz meine Welt, weil ich nicht die ganze Zeit am Draht hänge, sondern lieber abgeschirmt vor mich hin arbeite. Aber beim Blogprojekt mache ich gerne mit.



Und darum geht's:
6 Fragen, 6 Antworten, ein Selfie.
Da ich keine normalen Selfies mache, sieht das eben so aus ;-)

Bist du Hobby- oder Berufsfotograf?
Beides! Ich fotografiere alles, was ich interessant finde. Vieles davon kann ich beruflich nicht nutzen, aber das spielt keine Rolle. Mir ist es wichtig zu fotografieren.

Wie kamst du zur Fotografie?
Wer den Podcast gehört hat, kennt die Kurzfassung. Hier kommt die ausführliche Version: Ich war neun, meine Mutter hat nie fotografiert. Die Kamera meiner längst verstorbenen Großmutter lag unbenutzt herum. Ich fand es total blöd, dass es außer den jährlichen Klassenfotos keine neuen Bilder gab. Als ich dann selber anfing zu fotografieren, habe ich aber keine Selfies gemacht, sondern alles Mögliche abgelichtet – Freunde, Haustiere, Blümchen, Pferde und alles, was mir irgendwie interessant vorkam. Das ist bis heute so geblieben.

Was sind deine fotografischen Schwerpunkte?
Ich habe keine, weil ich grundsätzlich alles interessant finde. Als ich neun war, war Pippi Langstrumpf meine Heldin, und die hat mal gesagt: „Die ganze Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass jemand sie findet.“ Demzufolge macht mir die Streetfotografie heute am meisten Spaß, Momentaufnahmen, den Alltag einfangen. Bei Bildern für Buchprojekte arbeite ich thematisch, auch da gibt’s keine Schwerpunkte, weil meistens Motive aus ganz verschiedenen Genres benötigt werden. Wenn ich keine eigenen Bilder zu irgendeinem Thema habe, frage ich im Freundes- und Kollegenkreis, ob mir jemand aushelfen kann: Kinderfotos zum Beispiel oder Makro-Aufnahmen. Da bin ich immer SEHR dankbar.

Bist du Künstler oder Unternehmer?
Beides: Im Herzen bin ich Künstlerin. Weil ich von meiner Arbeit leben will, bin ich auch Unternehmerin. Dadurch bleiben zwangsläufig einige der künstlerischen Dinge auf der Strecke. Die Künstlerin rächt sich gelegentlich dafür, indem sie die Steuererklärung und dergleichen etwas länger liegenlässt. Insgesamt sind die beiden aber ein gut funktionierendes Team mit klarer Aufgabenteilung: Jede weiß, wann sie dran ist und lässt die andere machen.

Was machst du in 10 Jahren?
Lebenskunst. Da ich mich sowieso nicht gerne dauerhaft festlege, neugierig bin und Abwechslung liebe, werde ich mich mit den äußeren Veränderungen anfreunden und neue Wege suchen. Fotografie ist für mich ein Medium, das in alle Richtungen offen ist: Über Fotografie schreiben, Fotografie mit Video erweitern, Crossover zur Malerei, hier und da ein paar Kurse, Coachings und freie Projekte für neue Ideen. Romane schreiben macht mir auch sehr viel Spaß – irgendwo und irgendwie geht’s immer weiter. Das Foto-Equipment reduzieren, die Materialschlacht beenden und Kosten reduzieren gehört auch dazu, da denke ich absolut pragmatisch. Für mich ist wichtig, dass ich weiter dazulerne und mir Freiräume für Kreatives schaffen bzw. erhalten kann. Projekte annehmen, nur weil sie Geld oder Prestige bringen, sehe ich als massive Verschwendung wertvoller Lebenszeit und -energie. Es muss Spaß machen, sonst legt die Künstlerin den Rückwärtsgang ein. Und ohne die kann die Unternehmerin einpacken.

Hast du Vorbilder?
Ich schaue mir gerne fremde Fotos und Werdegänge an, weil jeder von jedem etwas lernen und sich inspirieren lassen kann. Trotzdem bin ich an einem Punkt, an dem ich verstanden habe, dass ich mein eigenes Ding machen muss. Jeder ist anders: Was für den einen super funktioniert, ist für jemand anderen völlig kontraproduktiv. Man entwickelt sich weiter und die Welt bleibt auch nicht stehen. Darum sind Vorbilder und Lehrer für mich immer etwas Temporäres. Sonst besteht die Gefahr, dass man in der Nachahmung steckenbleibt und nicht zu seiner eigenen Kreativität findet.
Aktuell gefällt mir dieser Satz von Pippi Langstrumpf (eigentlich Astrid Lindgren) recht gut: Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!

#99blogparaden


Montag, 27. Juli 2015

TV-Tipps für August
















Die Fernsehtipps für den Ferienmonat August sind durchwachsen und diesmal wieder mit ein paar Seitenblicken Richtung Malerei und Video ergänzt. Am interessantesten erscheint mir ein Beitrag in der Sendereihe Xenius über das Thema Archivierung bzw. Erhalt von Inhalten unseres digitalen Zeitalters. Die 30-minütige Sendung läuft am 4. August um 8:30 Uhr morgens auf arte - am besten in der Mediathek anschauen.

Was es sonst noch so zu sehen gibt, findet ihr wie immer hier im PDF zum Herunterladen.

Danke an www.kunstlinks.de für den regelmäßigen und superpünktlichen Newsletter!

Dienstag, 21. Juli 2015

Hemmungslos fotografieren













Meinen ganz persönlichen Fotomarathon habe ich unlängst in London absolviert: Vier heiße Tage, von morgens bis abends auf den Beinen, die Kamera fast ständig schussbereit.
Manchmal habe ich fotografiert, ohne durch den Sucher zu schauen. Ich habe mich nur gelegentlich um die Einstellungen der Kamera gekümmert und mich einfach treiben lassen. Sehen, wahrnehmen und unmittelbar auf die Umgebung reagieren - mit diesem "Konzept" sind die vermutlich besten Fotos meines Lebens entstanden.

Am kommenden Samstag (25.7.) startet der vierte Münchner Fotomarathon, bei dem die TeilnehmerInnen wieder eine ganze Reihe von Aufgaben lösen müssen. Das ist eine große Herausforderung, aber vielleicht wird sie einfacher, wenn man nicht zu viel nachdenkt. Klar, man muss die Aufgabe lesen und verstehen - dazu ist jeder in der Lage :-)
Wer anschließend verzweifelt nach Ideen sucht und partout keine findet, sollte einfach losziehen. Frei nach dem Motto: Schau ma moi, dann sehn' ma scho. Erlaubt eurer Intuition, nach einer pfiffigen Lösung zu suchen. Das einzige, was ihr dabei tun müsst ist: Augen aufmachen und fotografieren, was euch "anspringt", während ihr die Aufgabe diffus im Hinterkopf habt.

Mitmachen ist noch möglich - die Wettervorhersage ist übrigens super. Treffpunkt ist diesmal der Löwenbräukeller am Stiglmairplatz, die Registrierung startet um 9:30 Uhr, Startschuss ist um 11 Uhr.
Kurzentschlossene finden hier alle Informationen.

Gut Licht, gutes Gelingen und: Folgt eurer Intuition!

Mittwoch, 1. Juli 2015

TV-Tipps für Juli

















Die Fernsehtipps für den Monat Juli sind im Gegensatz zum Vormonat eher mau. Ein 25minütiger Beitrag über August Sander läuft am 12. Juli auf SWR. Wer diesen Sender nicht empfangen kann, findet den Film nach der Ausstrahlung in der Mediathek (TV oder Internet). Die Sendetermine gibt's hier im PDF zum Herunterladen.

Sehr interessant ist auch die Dokumentation Noch Roboter oder schon Mensch?
Dort sieht man den Fotografen Max Aguilera-Hellweg bei seiner Arbeit und erfährt ganz nebenbei, wie weit die Entwicklung humanoider Roboter schon vorangekommen ist. Unbedingt anschauen, noch ist der Beitrag in der arte Mediathek verfügbar.

Fotografieren heute

Wer im Newsletterverteiler ist oder mir auf facebook folgt, hat die Empörung über das Thema längst mitbekommen. Inzwischen ist die Debatte um die Panoramafreiheit auch in allen Medien, von ARD bis ZDF, von Abendzeitung über Focus und Spiegel bis Zeit. Die Petition auf change.org hatte innerhalb von sieben Tagen rund 50.000 Unterzeichner, gestern und heute sind die Unterschriften nahezu explodiert (aktuell über 130.000).

Es ist davon auszugehen, dass kein Gesetz kommt, das reinen Amateurfotografen das "Selfie vor Gebäuden" verbietet. Man wird weiterhin alles fotografieren und als Amateur auch das meiste davon ins Netz stellen dürfen. Der wirkliche Skandal ist ein ganz anderer, und inzwischen wird er auch in den Medien benannt:

Kommt es zu der ins Auge gefassten Änderung der Panoramafreiheit, dann sagt der Fotografenverband Freelens nicht weniger als das Ende der professionellen Fotografie im öffentlichen Raum voraus. „Es sei ein unmögliches Unterfangen, wenn sich ein professioneller Fotograf für jede Abbildungen von Denkmalen, Kunstwerken und Häusern eine Lizenz des Architekten oder des Bildhauers einholen müsse.“ Ähnlich sieht dies die deutsche Sparte der Wikipedia. Hier gründete sich bereits die „Initiative für die Panoramafreiheit“. (Prophoto Online)

Was die wenigsten wissen: Schon jetzt gibt es erhebliche Einschränkungen für professionelle Fotografen und Semiprofis, die sich etwas dazuverdienen wollen. Wer beispielsweise mit einem Fotomodell auf dem Viktualienmarkt ein Fotoshooting machen möchte, benötigt eine Erlaubnis der Stadt München. Man hätte doch gedacht, dass Viktualienmarkt Teil des "öffentlichen Raums" sei. Das ist nur eines von vielen Beispielen. Konkret bedeutet das für Profis: keine fremden Leute ohne deren Einverständnis fotografieren, und vorher auch noch genau recherchieren, auf wessen Gelände man gerade unterwegs ist. Fotoerlaubnis beantragen und eine Veröffentlichungsgenehmigung einholen, meist unter Vorlage der Bilder. Beides ist fast immer kostenpflichtig und manchmal gemessen am Unterfangen schlichtweg überteuert.

Diesen Aufwand muss man ohnehin auf sich nehmen, wenn man ein Shooting plant, aber wenn es darauf hinausläuft, dass man das für jeden banalen Fotospaziergang machen muss, wird es unzumutbar - kompliziert, zeitraubend und teuer. Nicht zu bewältigen für Selbständige, die ohnehin zusehen müssen, wie sie ihr  monatliches Einkommen zusammenbekommen. Wenn die Gesetzesänderung dahin geht, dass Amateure weiter fotografieren und veröffentlichen dürfen, Profis aber nicht, wird die Welt auf den Kopf gestellt.

Mein geschätzter Kollege Johannes Mairhofer hat gestern die Konsequenzen gezogen. Nicht wegen der Panoramafreiheit, sondern aus den in Fotografenkreisen weithin bekannten Gründen:
Mit der Fotografie kann man nicht genug Geld verdienen.
Weil Fotografen auch noch mit lizenzpflichtigen Dreh- und Reproduktionsgenehmigungen konfrontiert sind, oder ein teures Studio für ihre Shootings brauchen, ist damit zu rechnen, dass demnächst noch mehr von ihnen frustriert aufgeben oder wütend hinschmeißen werden. Reaktion zwei ist eher meine.

Man kann diese Entwicklung natürlich willkommen heißen:
Früher war nur der ein "Fotograf", der eine Ausbildung gemacht hatte. In den wilden Anfangstagen der Digitalfotografie wurden alle zu "Fotografen", jeder zog los, um sich ein Taschengeld zu verdienen und die Profis bekamen irrsinnig viel Konkurrenz von Amateuren, die Grenze ist mittlerweile völlig verwischt. Wirklich leben kann kaum jemand von seinen Bildern. Jetzt werden nur die übrig bleiben, die bereit sind, alle juristischen Hürden zu nehmen, noch mehr Zeit dem organisatorischen Drumherum zu opfern und hoffentlich Kunden haben, die bereit sind, diesen immensen Aufwand zu bezahlen.

Worum ging es eigentlich noch? Um Fotografie, um Kreativität?
Johannes macht es genau richtig, darum zitiere ich ihn hier gerne:

"Und ich werde auch weiterhin fotografieren, nur nicht mehr um damit Geld zu verdienen, sondern wieder so wie es damals angefangen hat: Als Hobby."

Damit hat man am wenigsten Probleme, aber die Grauzone bleibt.
Zurück zur Panoramafreiheit: Auch wenn in der schnell gestrickten Petition Fehler sind (Es handelt sich derzeit nicht um einen Gesetzentwurf - sondern einen Bericht), "ist der Protest jetzt wichtig – wir müssen eine klare Position beziehen, denn im September diesen Jahres wird Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, einen Entwurf für ein modernisiertes europäisches Urheberrecht vorlegen." (Prophoto Online).

Hier geht's zur Petition.


Aus Protest verzichte ich in diesem Beitrag auf ein Illustrationsfoto, das diesen Artikel hübscher machen würde.

Dienstag, 16. Juni 2015

Von der Muse geküsst



Nach langer langer Zeit habe ich mal wieder meine "Muse" ausgepackt und mich mit Muße einem Motiv gewidmet.

Ja, aber das ist unscharf!
Das ist die Herausforderung und das ist so gewollt, wenn man mit einer "Muse" am Kameragehäuse unterwegs ist. "Muse" ist ein Lensbaby-Objektiv, ein kreatives Spielzeug.
Man muss sich bewegen, um den richtigen Bildausschnitt zu finden (Festbrennweite). Hat man den richtigen Platz gefunden, fangen die Probleme erst richtig an: Man kann nicht automatisch belichten, muss sich also an die passende Belichtungszeit und ggf. an den ISO-Wert herantasten. Ist das geschafft, kann man auch nicht automatisch scharfstellen. Die "Muse" hat einen flexiblen Balgen, den man dehnen, stauchen und biegen muss. Es gibt nur einen sogenannten "sweet spot", der einigermaßen scharf aussieht, nach außen wird alles ganz schnell ganz unscharf. Dieser delikate weiche Schärfepunkt bzw. die Schärfenebene lässt sich wie bei einem Tilt-Shift-Objektiv an verschiedene Stellen verlagern. Das ist hochgradig anstrengend und nicht reproduzierbar. Es ist die Hölle für alle Kontroll- und Schärfefanatiker. Es ist aber auch erstaunlich, wie viele unterschiedlich aussehende Bilder man von einem Motiv machen kann, ohne den anfangs gewählten ("optimalen") Standort zu verlassen.

Für mich als Speedy-Gonzales ist es genau das Richtige zum Entschleunigen. Raus aus der Komfortzone :-)

Wer sich schlaumachen möchte:
Muse (Schutzgöttin): Wikipedia
Muse (Objektiv): Wikipedia
Tilt-Shift-Objektiv: Wikipedia

Ursprünglich war für diesen Beitrag ein anderes Fotomotiv vorgesehen, das ich jedoch aus Kostengründen nicht zeigen kann - es könnte urheberrechtlich bedenklich sein.

Montag, 15. Juni 2015

Leider war ein Fotograf dabei ...















Gestern Vormittag in der Damen-Umkleide des Fitnessstudios. Während ich etwas ratlos nach einem freien Spind Ausschau hielt, saßen drei Freundinnen eng zusammengedrängt auf der Bank. Sie schauten sich offensichtlich Fotos auf einem Handy an. Die Handyfotografin kommentierte ihre Bilder, erklärte was man da sehen konnte, ich vermute es waren Hochzeitsbilder. Als ich gerade meinen Rucksack im Spind verstaute, traf mich ein Satz von hinten, bei dem ich riesengroße Ohren bekam:
"Ja, leider war ein Fotograf dabei."
Die Dame fuhr fort: "Der stand immer im Weg, darum ist er fast auf jedem Foto irgendwo drauf. Und dann hatte er auch noch ein rotes T-Shirt an ... !"

Ich grinste, warf mir mein rotes Handtuch über die Schulter und schnappte mir die Wasserflasche, um erst mal 2500 Meter auf der Rudermaschine hinter mich zu bringen. Während ich bei brütender Hitze so vor mich hinruderte, dachte ich: Eigentlich hat der Kollege fast alles richtig gemacht.

Ich überlege gerade, ob ich mir ein rotes T-Shirt bestellen und meine Webadresse ganz groß draufdrucken lassen soll.
Hinten natürlich.
Und in einem meiner nächsten Bücher baue ich ein Kapitel ein:

Wenn der Profi nervt: 5 Tipps, wie Sie ihn aus dem Bild kriegen.

Dienstag, 2. Juni 2015

Foto TV-Tipps für Juni

















Frisch aus dem Postfach zusammengestellt, TV-Tipps für Fotografen und diesmal eine Menge mehr für Leute, die gerne über den Tellerrand schauen. Es tut der Kreativität ganz gut, wenn man das macht. :-)

Besonders empfehlenswert ist vielleicht die Sendung über den "Betrachter" aus der Reihe "Nie wieder keine Ahnung".

Der Betrachter entscheidet, wie ein Bild gesehen wird, ob es zum Beispiel unter 'gesellschaftlicher Skandal', 'künstlerisch bedeutungslos' oder 'wichtiges Werk' läuft.

Für Betrachter von Fotografien gilt das natürlich auch. Die Sendetermine gibt's hier im PDF zum Herunterladen und wer die komplette Liste mit einem noch viel größeren Spektrum an TV-Tipps haben möchte, kann diese natürlich direkt bei www.kunstlinks.de abonnieren.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Liebe auf den zweiten Blick











Beim Durchstöbern meines Bildarchivs bin ich auf ein Motiv gestoßen, das ich damals (2009) irgendwie übersehen hatte. Okay, wenn man von einer schönen Reise zurückkommt, dann hat man viele (sehr viele!) Bilder im Gepäck. Da überleben nur die Fotos, die schon auf den ersten Blick überzeugen.
Bei diesem hier waren im unteren Bildbereich ein paar störende Elemente, darum hatte ich es beim schnellen Durchzappen gedanklich aussortiert.

Ich weiß nicht, was heute anders war, jedenfalls schaute ich das Motiv an und dachte: Häh? Kurzer Check des Dateinamens: Eine Erweiterung _1, hätte mir signalisiert, dass es sich um eine bearbeitete Version handelt, aber es gibt nur dieses eine Bild von diesem Motiv. Es ist keine Montage, hier ist abgesehen vom Bildausschnitt nichts verändert worden.

Was habe ich da fotografiert?

Natürlich weiß ich es noch ganz genau, verrate aber nichts, damit ihr rätseln könnt. Vor fünf Jahren schien mir dieses Bild "nicht der Rede wert". Jetzt hat es einen Titel: Tunnelblick.

Der Tunnelblick entsteht, wenn man vorgefertigte Schemata im Kopf hat. Beim Aussortieren von Bildern hat jeder ganz bestimmte Kriterien. Erfüllt ein Foto diese Kriterien nicht, fliegt es raus oder es schlummert ungesehen im Archiv, womöglich für immer. Doch während man weiter fotografiert können sich die Kriterien ändern. Auf einmal sieht man die Welt - die Fotos - mit anderen Augen.
Darum ist es keine Zeitverschwendung, die alten Archive nach ein paar Jahren mal wieder durchzuschauen. Vielleicht gibt es auch in euren Archiven Bilder, die aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden wollen!?

Dienstag, 12. Mai 2015

Ist das Kunst, oder kann das weg?















Unscharfe Bilder gehören in den Papierkorb.
Was aber, wenn sie absichtlich genau so aufgenommen wurden?

Die Entstehungsgeschichte dieses Bildes ist so kurios wie das Ergebnis. Ich habe seit einiger Zeit Probleme mit den Akkus meiner EOS. Weil ich die Spiegelreflex in letzter Zeit so selten benutze, lassen sich die Akkus nicht mehr laden. Es wird ein voller Ladezustand angezeigt, aber nach maximal zwanzig Bildern sind die Akkus schon wieder leer. Die schlechte Nachricht: Tiefentladung, es ist aus, vorbei - es müssen neue her. Aber alles hat zwei Seiten. In diesem Fall bescherte mir der Verlust von Zubehör eine fotografische Entdeckung.

Ich wollte noch einen letzten Test machen, dazu habe ich die Kamera in den Liveview-Modus versetzt. Der zieht richtig viel Strom. Fotografieren wollte ich gar nicht, einfach nur mal die Kamera eine Zeitlang eingeschaltet liegenlassen. Als ich zwischendurch auf den Monitor schaute, wurde mir auf einmal klar, dass ich meine Wohnung noch nie aus dieser Perspektive gesehen hatte. Wie auch? Ich krabble selten auf allen Vieren auf dem Boden herum ;-)

Das passte wunderbar zu meinem aktuellen Projekt:
"So habe ich das noch nicht gesehen" bzw.
"Das habe ich noch nie gesehen".

Erkennt jemand, was das sein könnte?
Viel Spaß beim Raten und Rätseln. Es kommt manchmal gar nicht darauf an, ob man erkennt, was da abgebildet ist. Viel wichtiger ist der kreative Raum, der sich auftut, wenn man die Welt aus einer anderen Perspektive betrachtet.