Dienstag, 18. Juni 2013

Moderner Look für Bilder





Handynutzer kennen es, haben es und benutzen es mit Begeisterung: Sogenannte Apps (Applikationen) zur Bildbearbeitung erfreuen sich allergrößter Beliebtheit. Ob die Anwendung nun Hipstamatic, Instagram oder einfach nur Fotoverbesserung heißt, eins haben sie gemeinsam: aus beinahe jedem Knipsbild lässt sich ein "hippes" Fotomotiv machen. Früher brauchte man noch eine Menge Bildbearbeitungs-Knowhow und entsprechende Programme,  heute tippt und wischt man über den Smartphone-Monitor und bekommt im Handumdrehen diverse Vorschläge für Rahmen, Farb- und Alterungseffekte. Feine Sache!


Dummerweise kann ich mich mit den Smartphones überhaupt nicht anfreunden. Wenn ich fotografieren will, greife ich lieber zu einer guten Kompaktkamera. Mein offensichtlich frustriertes Fotohandy hat sich gestern unwiderruflich abgeschaltet, der finale Exitus -es lässt sich nicht wiederbeleben. Ganz ohne Wehmut sage ich "Tschüss", denn auf einen modernen Bildstil muss ich keineswegs verzichten. Wer mal ausprobieren möchte, wie ein normal aufgenommenes Foto im Handy-App-Stil aussieht, kann Pixlr-o-matic benutzen.



















Einfach auf der Webseite ein Foto hochladen, online bearbeiten und am Ende wieder lokal speichern. Wer sich um die Rechte an den eigenen Bildern sorgt: in den Nutzungsbedingungen steht geschrieben, dass die zur Bearbeitung hochgeladenen Bilder nach zwei Stunden wieder gelöscht werden. Die Bedienung der Software ist sehr intuitiv und der Variantenreichtum groß. Mein Fazit: Macht richtig Spaß!

Montag, 17. Juni 2013

Unseriös! Vorsicht Falle!

Es ist äußerst unschön, wenn man seinen eigenen Namen in einem Kontext wiederfindet, mit dem man überhaupt nichts zu tun hat. So geschehen letzte Woche: Ich bekam eine Nachricht von einem Fotografen, der wissen wollte, ob ich denn wohl hinter diesem Angebot stecken würde. Definitiv nein. Mir standen die Haare zu Berge. Worum geht's?


Spam-Mail mit Spionage-Link

Ein Spam-Versender verschickt zurzeit eine scheinbare E-Mail-Kampagne, die mit einem Zitat von Jacqueline Esen, Fotografin und Buchautorin beginnt. Dieses Zitat stammt von den Seiten von akademie.de, für die ich Bildsprache-Kurse für Unternehmen durchgeführt hatte. Die E-Mail-Kampagne scheint Werbung für exklusive Business-Fotoshootings zu machen, die man buchen kann, wenn man sofort auf die Nachricht antwortet. Oder aber man klickt genervt auf den Abmeldelink, um seine Mailadresse aus dem Verteiler zu entfernen. In beiden Fällen hat man genau das getan, was der Spammer wollte: Man hat seine Mailadresse als "echt" bestätigt. Mehr war gar nicht nötig - reingefallen. Die nächste Spam-Runde ist vorprogrammiert.

Wer einen gut funktionierenden Spam-Blocker hat, der kann die Abmeldeseite gar nicht erst aufrufen, weil sie als gefährliche Seite eingestuft wird. Ruft man die Internetseite von Hand auf, erscheint ein seltsamer Text:

############

It works!

This is the default web page for this server.
The web server software is running but no content has been added, yet.
############

Spätestens hier ist klar, dass irgendwas faul ist.

Die Mailtexte solcher Spammer sehen täuschend echt aus, sind aber vermutlich irgendwo aus dem Web zusammengeklaut worden. Das Prinzip wird immer wieder angewendet, nicht nur im Fotobereich: Man bekommt Werbung, z.B. für mediterrane Produkte, vorzügliche Weine oder was auch immer. Gemeinsam haben diese Spam-Mails, dass sie total seriös daher kommen. Man fragt sich, wie um alles in der Welt man in diesen Verteiler gekommen sein könnte. Bloß nicht abmelden, bloß nicht antworten!  Und bitte auch keine bösen Protestmails an Leute, die zu diesem Zeitpunkt nicht mal ahnen, dass ihr Name zu unseriösen Zwecken missbraucht wurde!

Auf diese ungewollte "Werbung" hätte ich gerne verzichtet!
Was bleibt, wenn jemand meinen Namen mit einem unseriösen Angebot verbindet und mich für den Urheber dieser Nachrichten hält?! Natürlich habe ich Kontakt zu einer Anwaltskanzlei aufgenommen. Die Aussichten darauf, gegen diese Art der irreführenden Werbung rechtlich vorzugehen, sind leider äußerst gering. Besonders delikat ist der Hinweis am Ende der Nachricht (wo sowieso kaum einer hinschaut): Der Versender dieser E-Mail ist ausschließlich technischer Versender. Will heißen: mit den Inhalten hat er nichts zu tun! So einfach wäscht man seine Hände in Unschuld??? Und das in einem Land, in dem man als seriöser Unternehmer im Impressum Adresse, Telefonnummer und Umsatzidentifikationssteuer angeben muss und beim kleinsten Fehler abgemahnt werden kann? Es ist nicht zu fassen und schlichtweg ungerecht!

Nebenbei bemerkt: es ist ziemlich schwierig, die eigenen Mailadressen vor Missbrauch zu schützen. Vor etwa einem Jahr bekam ich Spam von zwei meiner eigenen Mailadressen (!) und wurde prompt auf verschiedenen Blacklists gesetzt. Die Konsequenz war, dass meine seriösen geschäftlichen Nachrichten und meine Kommunikation zu Kursteilnehmern empfindlich beeinträchtigt war. Ich muss heute die Empfänger meiner Nachrichten bitten, mich in die Liste ihrer sicheren Absender aufzunehmen. Trotzdem kann ich nicht verhindern, dass irgendwo irgendjemand erneut Schindluder mit meinen Adressen treibt.

In einschlägigen Ratgebersendungen wird gerne empfohlen, die eigenen Mailadressen zu schützen, indem man Wegwerf-Adressen benutzt und die "guten" Adressen nur für ausgewählte (sichere) Empfänger reserviert. So viel zur Theorie - die Praxis sieht anders aus. Ich kann meine Kunden nicht alle sechs Monate mit einer neuen Kontakt-E-Mail konfrontieren. Wer dauernd unter neuen Aliasen auftritt, wird auch als unseriös eingestuft. Darüber hinaus ist es ein immerwährendes Katz-und-Maus-Spiel: Jede neue Adresse landet irgendwann in irgendeinem ungewollten Verteiler. Es reicht schon, wenn nur ein Kontakt keinen Spam/Virenschutz hat - das Kontaktverzeichnis wird zum offenen Buch. Deshalb muss ich wohl mit dieser dunklen Seite des Internet leben und zähneknirschend ertragen, dass skrupellose Egoisten und (Halb)Kriminelle mit den gesammelten Mailadressen und nun auch noch mit meinem Namen Werbung für ihren bodenlosen Schwachsinn machen.

Sobald auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass ich mich dagegen erfolgreich zur Wehr setzen kann, werde ich selbstverständlich juristische Maßnahmen ergreifen. Ich bin sicher die Letzte, die sofort bei jeder Kleinigkeit mit dem Anwalt droht, denn ich weiß, wie leicht man aus Ahnungslosigkeit einen Fehler machen kann. Darüber reden, einen Ausgleich finden - Schwamm drüber. Aber wenn jemand bewusst und in voller Absicht handelt, dann hört bei mir der Spaß auf.

Manch einer mag beim folgenden Satz schmunzeln: Trotz allem glaube immer noch an so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit, allerdings vertraue ich dabei nicht auf das von Menschen gemachte Rechtssystem mit all seinen Verwirrungen und Schlupflöchern. Mein Gerechtichkeitssystem heißt Karma - das Prinzip von Ursache und Wirkung. Wer andere austrickst, abzockt und nur den eigenen Vorteil im Auge hat, der bekommt seine Quittung. Vielleicht nicht heute, vielleicht auch nicht morgen, aber spätestens übermorgen. Ich schau derweil, dass ich vor meiner eigenen Haustüre kehre.

Was das Zitieren im Allgemeinen und im Besonderen angeht: Mir hat dieser Vorfall einen blinden Fleck aufgezeigt. Auch ich zitiere gerne mal andere Leute und so werde mir in Zukunft sicher dreimal überlegen, ob es nötig ist, andere schlaue Leute vor den eigenen Karren zu spannen...

Freitag, 7. Juni 2013

Deja vu

Ich weiß nicht, ob viel Phantasie dazu gehört, in einem Teerfleck am Straßenrand einen springenden Panther zu sehen. Doch als ich ihn sah, erinnerte ich mich sofort an ein Fotomotiv, das letztes Jahr bei einem Kurs entstanden ist.

Manchmal wird man von einem Motiv
regelrecht "angesprungen"

Während ich das rechte Schaufenstermotiv für sich allein eher unspektakulär finde, bekommt es durch die Gegenüberstellung mit dem gefundenen Stilleben eine ganz neue Bedeutung: Dieser Vorfall hat mir mal wieder gezeigt, wie mein Gehirn funktioniert. Vielleicht hätte ich den Straßenpanther überhaupt nicht gesehen. Aber in meinem riesengroßen inneren Bildarchiv gab es bereits dieses andere Foto. Das Gehirn stellte sofort einen Zusammenhang her.

Welche Motive wir sehen, und an welchen wir blind vorbei laufen, hängt sehr stark davon ab, welche Erfahrungen wir schon gemacht, welche Erinnerungen wir haben, und welche Assoziationsketten daraus entstehen. Der Mensch ist ein Augentier: die visuelle Wahrnehmung ist bei den meisten Menschen der am stärksten ausgeprägte Wahrnehmungskanal. Da wir ständig von Bildern umgeben sind, dringen diese Bilder in unser Gedächtnis ein, manchmal sogar ohne dass wir es bemerken. 200 Millisekunden reichen aus, das ist kürzer als ein Wimpernschlag, und schon hat ein Bildmotiv unser Unterbewusstsein erreicht. Wer sich mit Fotografie beschäftigt, schaut sich viele Bilder an, viele davon sehr genau und sehr bewusst. Bei allem was wir tun und denken geben die Synapsen im Gehirn elektrische Signale weiter. Dabei entstehen bevorzugte Leitungsbahnen: Die Bahnen, die wir häufig "befeuern" (Gedanken, die wir häufig denken), werden im Lauf der Zeit zu Daten-Autobahnen im Gehirn. Wenn wir uns immer wieder gleichartige Fotos anschauen, lernt das Gehirn in Zusammenarbeit mit dem Unterbewusstsein, was uns gefällt. Intuitiv reagieren wir dann auf genau diese Motive: das würde ich als die so oft zitierte "Motivklingel" bezeichnen, nach der die Kamerahersteller immer noch suchen.

Erfahrene Fotografen haben diese Motivklingel also im Kopf (oder im Bauch), aber sie hat auch einen Nachteil: Weil das Gehirn so fleissig die breiten Datenautobahnen baut, ist es unvermeidlich, dass wir an den vielen anderen, den neuen und ungewöhnlichen Motiven vorbei laufen. Um die eingetretenen Pfade zu verlassen, sollte man also regelmäßig über den fotografischen Tellerrand schauen. Das heißt konkret: sich mit Fotomotiven beschäftigen, die man selber so nicht fotografieren würde. Auf diese Weise kann man das Gehirn dazu bringen, ein paar Ausfahrten an der Datenautobahn einzurichten - weg vom persönlichen oder allgemeinen "Mainstream". Viel Spaß beim Entdecken kurvenreicher Landstraßen und holpriger Feldwege!

Mittwoch, 5. Juni 2013

Foto-Fernsehtipp für Juni 2013

Ich bin schon lange ein großer Fan von Andy Goldsworthy und seinen Arbeiten. Umso mehr freue ich mich auf diesen Dokumentarfilm:

Mittwoch, 19. Juni 2013

0.10 - 1.40 RBB
Fluss der Zeit: Andy Goldsworthy - Arbeiten mit der Veränderung
Dokumentarfilm, Deutschland, 2001, 90 min

Thomas Riedelsheimer filmte die Arbeit des Künstlers und Fotografen Andy Goldsworthy in vier Ländern und im Verlauf der vier Jahreszeiten und kann so das Vergehen der Zeit einfangen.

#####Termin verschoben!
Als ich den Festplattenrekorder gestern programmieren wollte, fand der Sendersuchlauf die angekündigte Doku über Andy Goldsworthy nicht. Was tut man da? RBB angemailt und folgende Antwort bekommen: "Die Entertain-Suche hat Recht: "Fluss der Zeit - Andy Goldsworthy" wurde durch die Redaktion aus dem Programm genommen und durch "Mit Wolken malen" ersetzt. Ein neuer Sendetermin für die entfallenen Dokumentation steht noch nicht fest. "  Sobald ein neuer Sendetermin feststeht, gebe ich Bescheid!
#####


Bei Youtube gibt es eine ganze Reihe von Video-Dokumentationen: sehenswert!
Nur per Video bzw. Fotografie lassen sich die vergänglichen Werke für die Nachwelt erhalten, und die Bildbände sind ein Augenschmaus...

Montag, 3. Juni 2013

Versprochen ist versprochen!




...und am Wochenende waren auch noch ein paar andere Mutige unterwegs: Die Münchner Fotografen (Google+ Community) hat sich zum "Wasserwalk" getroffen!
Wahrscheinlich ist es momentan die größte Herausforderung, einen Tag zu erwischen, an dem man mal wieder blauen Himmel vor die Linse bekommt...