Freitag, 31. Mai 2013

Mai, oh Mai!




















Studieren Sie den Wetterbericht, denn diesmal müssen Sie auf Regen hoffen. (...) Verlassen Sie Ihre fotografische Komfortzone, und gönnen Sie sich die Erfahrung, dass Sie bei Regenwetter tolle Fotos machen können. (...) Am einfachsten lässt sich der innere Widerstand überlisten, wenn man die Kamera immer dabei hat. Sie müssen sowieso irgenwann mal raus in den Regen...

Jaja, das ist der O-Ton aus dem Buch "Fotografieren!" (Kapitel 5, Projekt "Regenzeit"). Ich sitze hier gerade noch in meinem warmen und wunderbar trockenen Büro, seit Stunden trommelt der kalte Monsun an die Scheiben und in spätestens einer halben Stunde will ich nach Hause gehen... Gummistiefel habe ich schon an, die wind- und regendichte Jacke ist in diesem Frühling ohnehin ein ständiger Begleiter. Gestern bekam meine Kamera schon einen dicken Platsch ab, als ich die Kräne fotografieren wollte. Gefallen hat mir das nicht, aber ich lasse mich von diesem Wetter nicht unterkriegen: Auf dem Weg nach Hause werde ich mindestens drei Fotos machen, egal wie! 

Wer ist mutig genug, sich dem Regenprojekt zu widmen?
Siehe auch Es gibt kein schlechtes Wetter

In diesem Sinne: schönes Wochenende!


Donnerstag, 23. Mai 2013

Die Seele der Fotografie

Das eine Auge des Fotografen schaut weit geöffnet durch den Sucher, das andere, das geschlossene, blickt in die eigene Seele. 


Ich liebe dieses Zitat von Henri Cartier-Bresson, nicht nur weil es so poetisch klingt. Mit dem geschlossenen Auge in die eigene Seele blicken... Hm. Ja wo ist die denn eigentlich, diese Seele? Und was sieht man da, wenn man den Mut hat, hinein zu schauen? Natürlich würde jeder etwas anderes sehen.

Der Begriff "Seele" ist den meisten Menschen, wenn man ihn im Zusammenhang mit der Digitalfotografie erwähnt, viel zu esoterisch. Fotografen schauen lieber mit beiden Augen auf den Live-View-Monitor ihrer Kamera. Das Auge bleibt an den vielen eingeblendeten Informationen hängen und das Gehirn ist vor allem damit beschäftigt, die ganzen Daten auszuwerten. Schnell noch das Histogramm checken, die Messmethode anpassen und prüfen, ob alle Einstellungen stimmen... Gemeint sind natürlich die Kameraparameter. Die Einstellung (Motivation) des Kamerabenutzers wird in anderen Kategorien gemessen: Knipser, Profi, Amateur. Aber ist das wirklich alles?

Es ist die Einstellung des Fotografen zu seinem Motiv,
nicht die zu den technischen Elementen der Fotografie,
die über den Erfolg oder Nichterfolg seiner Bilder entscheidet.
Denn das "Gewusst wie" ist bedeutungslos,
wenn es nicht durch das "Gewusst warum" geleitet wird.

Andreas Feininger

Wo ist die Seele der Fotografie? 
Die Industrie kommt der menschlichen Leidenschaft fürs Bildersammeln und Dokumentieren mit immer neuen Produkten entgegen. Ein Auszug aus dem aktuellen Prophoto-Newsletter:

"Wenn Sie Ihrem Leben ein perfektes fotografisches Gedächtnis geben möchten, dann ist möglicherweise die Lifelogging-Kamera mit Cloud-Dienst für Sie eine Option. Die Kamera ist so groß wie eine Streichholzschachtel. Kernstück sind ein Fünf-Megapixel-Bildsensor sowie ein ARM9-Prozessor, der mit dem Betriebssystem Linux läuft. Eine Software "weckt" das Gerät zweimal in der Minute, um seine Pflicht zu erfüllen, und fügt zu jedem Bild die Daten eines GPS-Sensors, eines Beschleunigungsmessers und eines Magnetometers hinzu. Spezielle Algorithmen wählen dann aus dem Datenberg die interessantesten Fotos aus, um aus ihnen automatisch eine Dokumentation des eigenen Lebens und seiner wichtigsten Augenblicke zusammenzufügen. (http://memoto.com/)"

Nachdem einige Kameras schon ganz automatisch auslösen, wenn sie ein Tier- oder ein Menschengesicht entdecken, müssen wir in Zukunft also gar nicht mehr hinschauen. Wir können die Dokumentation unseres Lebens an eine Maschine outsourcen, das spart nicht nur Zeit, es ist bestimmt auch ein lustiges Spielzeug. Die "speziellen Algorithmen" werden bald ganz genau wissen, was wichtig oder schön ist. Automatisches Hochladen in ein soziales Netzwerk kann man dann sicher auch noch irgendwo einstellen. Als ich vor vielen Jahren den Film Minority Report sah, ahnte ich, dass es irgendwann so weit kommen würde. Weit davon entfernt sind wir nicht mehr... oder sind wir schon mitten drin?


Heute fotografiert fast jeder, alles, immer, überall. Ich gehöre auch zu den Vielfotografierern und rate jedem, die Kamera ständig in Griffweite zu haben. Aber es geht nicht darum, möglichst viele Fotos zu machen, sondern Bilder zu schaffen, die eine Bedeutung haben. Diesen Begriff muss natürlich jeder für sich selbst definieren. Für die ganz pragmatischen Leute reicht es, wenn ein Foto seinen Zweck erfüllt. Und so gibt es die zahllosen Knipser, die nur geringe ästhetische Ansprüche an ihre Bilder stellen - Hauptsache man erkennt, was drauf ist. Und auf der anderen Seite stehen die Leute, die bewusst mit Herz und Hirn fotografieren. In der Zwischenwelt bewegen sich all diejenigen, die einen höheren Anspruch an die Fotos haben, aber (noch) nicht wissen, wie sie vom Knipser zum Fotografen werden.

Dazu hätte ich einen salomonischen Vorschlag für die Fotoindustrie: Wie wäre es mit einer Feininger-App? Beim Antippen des Auslösers erscheint ein Popup-Fenster auf dem Monitor, das den Kamerabenutzer fragt, warum er dieses Motiv fotografieren und was er mit dem Bild ausdrücken will. Vermutlich würden dadurch deutlich weniger Fotos entstehen, aber das Nachdenken über das von Feininger geforderte "Gewusst warum" hätten wir etwas deutlicher vor Augen.

Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Industrie eine Touchscreen-gesteuerte Menüführung hinten dran hängt. Man muss dann ein Häkchen setzen für:

Ist für die Oma! oder
Es soll ein Galeriefoto für die fc werden!
Je nach ausgewähltem Menüpunkt kann die Kamera schon mal die entsprechenden Nachbearbeitungs-Apps hochfahren... ;-)

Fototipp zum Wochenende:
Benutze für den nächsten Fotospaziergang eine Speicherkarte, auf die maximal 20 Fotos drauf passen. Fotografiere bzw. behalte nur die Motive, die für dich eine wirkliche Bedeutung haben!

Dienstag, 21. Mai 2013

Fotomarathons 2013








Nach dem großen Erfolg im ersten Jahr geht der Münchner Fotomarathon 2013 in die zweite Runde. Die Organisatoren der deutschen Fotomarathons (Berlin, Dresden, Hamburg und München) haben sich letzes Jahr getroffen, um gemeinsame Grundsätze festzulegen.

Der Fotomarathon Dresden fand am 27.4. statt, auch in Stuttgart und Würzburg gab es heuer bereits ähnliche Veranstaltungen. Der Fotomarathon Berlin geht am 15.6. an den Start, die Münchner sind am 20.7. dran, und wer mit der Kamera durch Hamburg ziehen möchte, kann das am 3.8. tun. Natürlich gibt es auch heuer wieder tolle Preise zu gewinnen.

Ziel ist es, innerhalb von 12 Stunden eine Fotoserie mit einer bestimmten Anzahl von Fotos aufzunehmen. Dabei gilt es, sowohl eine individuelle, zum Oberthema passende Geschichte zu transportieren, als auch in jedem Einzelmotiv das vorgegebene Unterthema einzufangen.

Ein Fotomarathon ist eine kreative Herausforderung, denn die Bilder müssen zu einem übergeordneten Motto passen, innerhalb von 12 Stunden aufgenommen werden und eine stimmige Bildserie ergeben. Bildbearbeitung ist nicht erlaubt. Klingt anstrengend und das ist es auch. Aufgewogen wird der Einsatz durch den hohen Spaßfaktor und die vielen tollen Begegnungen, wenn so viele Gleichgesinnten mit ihren Kameras los ziehen. Da die Anzahl der Plätze aus organisatorischen Gründen begrenzt ist, lohnt sich die frühzeitige Anmeldung. Wenn man sich nicht sicher ist, ob man am Veranstaltungstag wirklich Zeit/Lust hat: Schaut einige Tage vor dem Event noch einmal auf den Seiten der Veranstalter nach oder lasst euch in den Newsletterverteiler eintragen. So kann man erfahren, ob kurzfristig noch Restplätze vergeben werden.

Auf der Startseite des Fotomarathon München gibt es alle Informationen zur Veranstaltung und die Links zu den anderen Städten.

So war's im letzten Jahr in München

Freitag, 17. Mai 2013

Blogparade: Von der Kunst leben

Wie schwer ist es, von der Kunst zu leben? Was ist überhaupt Kunst? "Schreibnudel" Gitte Härter hat zur Blogparade aufgerufen und stellt in ihrem Blog ein paar sehr interessante Fragen. Die beschäftigen nicht nur mich, sondern auch viele Menschen, die zu mir in die Kurse kommen. Vom Fotografieren leben - ein Traum... (?)


Als ich noch einen "Brotjob" hatte, war es mein allergrößter Wunsch, von etwas zu leben, das mir wirklich Spaß macht. Einen so genannten künstlerischen Beruf ergreifen, das hatte ich eigentlich verworfen, weil ich nicht als brotloser Künstler enden wollte - Stier-Frauen sind sehr empfindlich, wenn es ums Materielle geht. Aber Geld allein macht auch nicht glücklich, das war das Fazit nach 15 Berufsjahren im Großkonzern. Wer kreativ ist, braucht viel Freiraum, und neben einem normalen Job ist oft nicht genug davon vorhanden. Bereits in den 90er Jahren war ich nebenberuflich selbständig und habe für andere fotografiert. Damals musste ich mich "Fotokünstler" oder "Fotodesigner" nennen, weil die Berufsbezeichnung "Fotograf" noch geschützt und nur den Menschen vorbehalten war, die eine klassische Ausbildung durchlaufen hatten. 

Mit Arbeiten für befreundete Musiker fing alles an...

Als ich 2005 den beruflichen Schwerpunkt auf das Bein verlagerte, das ich bis dahin als "Spielbein" benutzt hatte, wurde schnell klar, dass ich da ein paar Muskeln zu trainieren hatte. Zum Selbständig-Sein braucht man nicht nur beide Beine, es erfordert vollen Körpereinsatz - im wörtlichen und im übertragenenen Sinn. Da ist niemand mehr, der sich um die Gehaltsabrechnung und um Versicherungsfragen kümmert, keine Putzkolonne, die die Papierkörbe ausleert, keine Kantine, keine IT-Abteilung, die zickige Computer oder gestörte Internetverbindungen wieder zum Laufen bringt... die Liste ließe sich ins Endlose verlängern. Mit Fotografie oder Kunst hat das alles überhaupt nichts zu tun. Wer ins tiefe Wasser springt, muss schwimmen und Allround-Qualitäten entwickeln. Eine künstlerische Veranlagung allein reicht nicht, um sich über Wasser zu halten. 

Der Brunnen vor dem Siemens-Gebäude:
Erinnerung an schöne und weniger schöne Zeiten...

Inzwischen durfte ich mich Fotografin nennen. Mir gefällt bis heute kein einziger dieser Titel, aber wir leben in einer Welt, in der man Schubladen braucht. Mit dem Begriff "Autorin" kann ich mich noch am ehesten identifizieren. Dem Finanzamt war und ist das völlig egal, Hauptsache ich kann so viele Einnahmen vorweisen, dass kein Verdacht auf "Liebhaberei" besteht. Und mittlerweile ist das Amt ziemlich streng geworden, was das angeht. Liegt es wohl daran, dass Heerscharen von ambitionierten Fotografen ihre neuesten Kameras von der Steuer absetzen wollen?

Mit der richtigen App lässt sich heute
mit fast jedem Knipsbild ein Effekt erzielen...

Fotografie ist ein Handwerk, aber es kann auch Kunst sein. Manchmal ist es weder das eine noch das andere, dann spricht man von Knipserei oder Dilettantismus. Manche Fotografen beherrschen ihr Handwerk perfekt, aber sie machen keine Kunst; andere haben keine Ahnung von der handwerklichen Seite, aber ihre Bilder sind atemberaubend künstlerisch. Ich denke mittlerweile, dass jeder fotografierende Mensch von allem etwas hat: wir sind Knipser, Handwerker und manchmal auch Künstler. Inzwischen gibt es auch den Begriff "Knipskunst", den ich sehr charmant finde. Über Geschmack lässt sich nicht streiten - jeder hat seinen eigenen und das ist auch gut so. Ich fände es schlimm, wenn es harte Kriterien dafür gäbe, was Kunst ist und was nicht. Über den "Kunstbetrieb", in dem es um hohe Summen geht, und bei der Frage, warum bestimmte Werke in Museen hängen, habe ich meine ganz eigene Theorie, aber dazu vielleicht ein andermal mehr.

Zankapfel Bildbearbeitung:
Auch da scheiden sich die Geister...


Als Fotografin und Buchautorin bin auch ich Mitglied der Künstlersozialkasse. Da rein zu kommen ist für den Berufseinsteiger ein großes Glück, weil man in den ersten Jahren angenehm niedrige Beiträge zahlt. Später relativiert sich das, die KSK langt auch ordentlich hin, und das Finanzamt lieben wir alle. Ein Taschengeld als Zubrot, um das Hobby zu finanzieren, das ist einfach. Wer mit Fotos, mit Kunstobjekten oder mit der Musik seinen Lebensunterhalt verdienen will, kommt nicht um die Gretchenfrage herum.

Wie hältst du es mit dem Kommerz? 
Ich kenne viele Künstler, die diese Bezeichnung wirklich verdienen. Kaum jemand kennt sie, sie machen tolle Sachen, aber sie wissen oft nicht, wovon sie ihre Miete zahlen sollen. Dem "echten" Künstler haftet immer etwas leicht Weltfremdes an. Er oder sie lebt für die Kunst, oft sehr kompromisslos, mitunter sogar engstirnig und verbohrt. Kommerz - auf keinen Fall, und das aus gutem Grund. Ich bin zu pragmatisch, um Künstler sein zu können.

Sieben Bücher in fünf Jahren...
Die Kunst besteht em ehesten darin, so viel Arbeit zu bewältigen.
In meiner Phantasie stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn ich einfach in den Tag hinein leben, mich der Inspiration hingeben und entspannt abwarten könnte, bis mich die Muse küsst. Dummerweise sitzen mir ständig zwanzig dieser Musen im Nacken und verleiten mich mit ihren Sirenengesängen dazu, noch einen Text zu schreiben, noch einen Kurstermin einzubauen und doch bitteschön noch fünf weitere Fotoshootings zu organisieren. Ich bin ein Workaholic... das sind viele Künstler aber auch. Warum haben dennoch so viele von ihnen keinen

Erfolg?!
So lange man frei und völlig selbstgesteuert vor sich hinwerkeln kann, ist die künstlerische Welt in Ordnung. Man hat wenig Geld, aber auch keine Verpflichtungen. Man kann vom Erfolg träumen, und das ist ja auch was Schönes. Wenn er dann aber eines Tages an die Tür klopft, kommt er in Begleitung einiger Abgesandter. Die können ganz schön nerven: Sie wollen mitmischen, sie wollen ihren Anteil am Erlös, und sie zerren den armen Künstler aus seinem kuschligen Atelier hinaus in die Öffentlichkeit - der Kommerz kommt durch die Hintertür und es ist vorbei mit der künstlerischen Freiheit. Das alles ist für zarte Künstlerseelen äußerst unangenehm. Daran liegt es vermutlich auch, dass viele sich bewusst oder unbewusst selbst im Weg stehen (Stichwort "Glaubenssätze") und lieber ihre kommerzielle Erfolglosigkeit mit Würde tragen - sie sind eben Künstler und sie wollen sich verständlicherweise von niemandem reinreden lassen.

Kompromisse
Ich glaube, in unserem (Unter)Bewusstsein ist ganz fest verankert, dass sich Kunst und Kommerz prinzipiell ausschließen müssen. Kunst gilt als etwas Ehrenwertes, Kommerz ist tendenziell verwerflich. Designer, Grafiker und Buchillustratoren sind von diesem Schubladendenken genauso betroffen wie Fotografen. Das eine ist Massenware, das andere kann man in limitierter Auflage für teuer Geld erwerben oder im Museum angucken. Dieses Schubladendenken bricht in den letzten Jahren ein wenig auf, aber prinzipiell ist es immer noch so: entweder das eine oder das andere. Nur Wenige schaffen die Gratwanderung und machen beides. Der Weg von der Kunst in den Kommerz ist vermutlich einfacher, als  umgekehrt. Sich aber erst mal als Künstler zu etablieren ist ein steiniger Weg, vor dem ich hohen Respekt habe.

Viele Kreative richten sich ihr Leben so ein, dass der Brotjob den Rücken frei hält, die Kunst kann in der Freizeit ausgelebt werden. Richtig ernst werden diese Leute aber nicht genommen, und die Arbeitswelt lässt immer weniger Freiräume für Menschen, die mehr können als in ihrem Beruf gefordert wird. Schade irgendwie...

[Das Fotomotiv, das ich an dieser Stelle zeigen wollte, habe ich vom Blog entfernt, da es sich um ein Foto handelt, für das der ahnungslose Fotograf eine kostenpflichtige Fotografiererlaubnis benötigt hätte.]

Wer Ja zum Erfolg sagt, und bereit ist, sich seinen Regeln zu beugen, der findet sich womöglich in einer ganz neuen aber doch altbekannten Tretmühle wieder. Die Kunst wird zum Brotjob! Und dann wird es kurios. Wenn man Urlaub von sich selbst braucht, und sich ein neues Hobby suchen muss, um einen Ausgleich zum stressig gewordenen Künstlerberuf zu finden, kommt man sich vor, wie im falschen Film. Ein anderes Phänomen, das auftreten kann, besteht darin, dass ein Künstler mit einer ganz bestimmten Art von Werken verbunden wird. Macht er dann mal was völlig anderes, weil ihm die immer gleichen Dinger zu langweilig werden, wendet sich die Fangemeinde enttäuscht ab. Allerdings kommt es auf den Grad der Berühmtheit an: Wenn Andreas Gursky anfangen würde, mit dem Handy  Gänseblümchen in Briefmarkengröße zu knipsen, würden Sammler auch dafür eine Menge Geld hinlegen...


Wer für seine "Kunst" brennt, muss gut auf sich aufpassen. Sich dem Kommerz und dem Erfolg zu beugen, kann bedeuten, dass man seine Seele an den Teufel verkauft. Darum bevorzuge ich den gepflegten Kompromiss und unterscheide auch im "künstlerischen Beruf" zwischen dem, was mich ernährt (Bücher, Kurse), und dem, was mich in meinem tiefsten Inneren bewegt (Kunst?). Ein innerer Abstand zu dem, was man den ganzen Tag so macht, ist nie verkehrt. Engagierte, leistungsbereite Menschen laufen Gefahr, dass sie im Burnout landen oder von der Erfolgsmaschinerie verheizt werden. Dabei ist es egal ob man in einem festangestellten Brotjob oder in einem künstlerischen Beruf tätig ist. Wenn es heiß wird unter'm Hintern, muss man entweder ein Drache mit feuerfesten Schuppen sein, oder die Flügel ausbreiten, und den Abflug in ein neues Revier machen.


Kleiner Trost für alle, die den Moment verpasst haben: Es bleibt immer noch die Option, als Phoenix aus der Asche wieder aufzuerstehen. Also, ihr Kreativen: Ärmel hoch krempeln und mutig nach vorne schauen.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Ja!

Text: Karl Armer,
Design: Ralph Tauberberger
Copyright © MVHS

Die Münchner Volkshochschule ist mit einer neuen Plakat-Kampagne in den Frühsommer gestartet. Kräftige Farben, klasse Sprüche und für mich ein willkommener Anlass, diese Anregung im Blog aufzunehmen.

 Als Kind warst Du ein Entdecker... was bist Du heute?

Einfach mit der Kamera los ziehen und Motive entdecken - das ist es, was für mich immer den Reiz des Fotografierens ausgemacht hat. Diese kindliche Entdecker-Mentalität habe ich mir offensichtlich bewahrt. Irgendeine Kamera ist immer dabei und ich sehe alle zwei Meter irgendetwas, das ich fotografieren könnte. Nicht immer tue ich es. Manchmal reicht es mir völlig, die Szene zu betrachten. Das Foto entsteht in meinem Kopf, aber ich brauche keine Kopie davon auf der Festplatte. Dieser kleine Moment, in dem meine Kamera "Klick" macht (oder machen würde), ist immer irgendwie besonders. Der Prozess des Entdeckens gipfelt in einem stillen Augenblick des reinen Wahrnehmens, wenn das Motiv erkannt ist. Das fühlt sich dann so an, als würde irgendjemand für den Bruchteil einer Sekunde die Zeit anhalten. Entspannung pur! Es wundert mich deshalb gar nicht, dass ich selbst in den stressigsten Phasen und unter größtem Termindruck raus gehe, um einfach nur Bilder zu machen.

Wer vom Fotografieren lebt, muss aber auch Fotos produzieren, die einen klar definierten Zweck erfüllen. Manche dieser Fotojobs sind eher Handwerk, aber für gute Bilder braucht man Inspiration. Deswegen kann ich mich der Einladung des Plakats nur anschließen:

Wenn Du immer noch ein Entdecker bist: Bleib so. 
Wenn Du merkst, dass Dir die Entdeckerfreude abhanden gekommen ist, dann reaktiviere sie. Am besten, indem Du bei nächster Gelegenheit die Kamera einpackst, und einfach mal - ganz ohne Ziel - los marschierst. Die Welt mit neuen Augen sehen heißt nichts anderes, als so zu tun, als würdest Du zum ersten Mal durch Deine Straße, Dein Stadtviertel oder den nahegelegenen Park oder Wald spazieren. Im Urlaub können wir das ja auch!

Was gibt es wohl direkt vor der Haustür - oder in den eigenen vier Wänden - zu entdecken?

Schon Goethe sagte: Du musst nicht in die Ferne schweifen...

Freitag, 10. Mai 2013

TV-Tipps für Mai und Veranstaltungshinweise
















Hier kommen wieder die neuen Foto-TV-Tipps
für die Zeit vom 10.5. bis  7.6.2013
Hier geht's zum Download mit allen Fernsehterminen.
Falls jemand noch die Termine aus dem April sieht: Reload-Knopf des Browsers drücken!
Vielen Dank an www.kunstlinks.de

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Alle Jahre wieder...
An diesem Wochenende finden wieder die Fürstenfelder Naturfototage (Glanzlichter) statt. Neben sehenswerten Vorträgen und der obligatorischen Fotomesse mit Greifvogelschau ist die Ausstellung der Wettbewerbsbilder immer ein besonderes Highlight.
Fürstenfeldbruck, 9.-12.5.13
www.glanzlichter.com

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Festival für Dokumentarfotografie
Im Rahmen einer traditionsreichen Partnerschaft organisiert FotoDoks, das Münchner Festival für Dokumentarfotografie, einen Vortrag des Fotografinnenduos Benten Clay auf dem Dok.fest 2013. Die Veranstaltung findet am Sonntag 12. Mai 2013 um 14.30 Uhr im Münchner Völkerkundemuseum statt. Dabei präsentieren die beiden Fotografinnen Sabine Schründer und Vera Hofmann ihre Arbeiten aus Island und Finnland und stellen sich der anschließenden Diskussion mit dem Publikum.
Weitere Infos

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Fotospargel?

Wie in jedem Jahr veranstaltet der Fotoclub Schrobenhausen auch 2013 wieder mit seinen Fotofreunden aus Perg eine gemeinsame Fotoausstellung in den Bögen der Stadtmauer im Pflegschlossgarten. Das Spektrum der Bilder reicht von Landschafts-, Makro-, Tier-, Tauchaufnahmen über Sport-, Street-, und Porträtaufnahmen bis hin zu digitalen Composings.

Im malerischen Ambiente des Pflegschlossgartens bietet der Fotoclub Schrobenhausen seinen Besuchern bei Livemusik mit der Band Yankee Dust und herzhafter
Verpflegung durch Burgers Hofladen ein ansprechendes Umfeld um in angenehmer und gemütlicher Atmosphäre die Vielfalt der ausgestellten Fotoarbeiten zu genießen.
Die Fotografen werden dabei natürlich auch gerne Auskunft zu ihren Bildern geben und vielleicht den einen oder anderen Tipp an die Besucher weitergeben .

Wir möchten alle Fotobegeisterten sehr herzlich zu unserer Fotoausstellung einladen und hoffen auf euren zahlreichen Besuch!

19.5.13 - 10 bis 17 Uhr
Am Hofgraben 3,
86529 Schrobenhausen

Fotoclub Schrobenhausen