Mittwoch, 28. November 2012

Ausstellung: Das Leben lieben


Eine ganz besondere Fotoausstellung eröffnet am Montag, den 3. Dezember in der Cantina Pasing (Pasinger Fabrik). Unter dem Titel Das Leben lieben sind Fotos von Kindern zu sehen, die im Haus Atemreich betreut wurden und werden. Die Fotografinnen Miriam Weisz, und Johanna Gertz haben sehr einfühlsame und beeindruckende Schwarzweiß-Porträts geschaffen. Sehens- und unterstützenswert!

Die Ausstellung dauert bis zum 7.12., die Vernissage findet am 3.12. ab 18 Uhr statt.

Wer mag, kann über facebook Kontakt aufnehmen.


Dienstag, 20. November 2012

TV-Tipps Fotografie November/Dezember


Frisch eingetroffen von www.kunstlinks.de: Die Fernsehtipps für Fotografen mit allen Sendungen bis 9.12. gibt es hier zum Herunterladen.

Wer die im letzten Monat angekündigten Dokumentationen auf arte verpasst hat, findet die Wiederholungstermine. Neu im Programm ist ein Sender, von dem ich bisher noch nichts gehört und gesehen habe: Servus TV. Na, mal sehen, ob und wie ich den rein bekomme, denn die Sendung vom 9.12. klingt interessant:

Sonntag, 9. Dezember 2012 - 23.10 - 23.45 Servus TV
Salz - Die bizarre Welt des Fotografen Murray Fredericks
Dokumentation, Australien, 2009, 27 min
Jedes Jahr wagt sich Fotograf Murray Fredericks mit dem Fahrrad auf die ausgetrocknete Oberfläche des Lake Eyre, Australiens größtem Salzsee. In der strahlend weißen Einöde findet der abenteuerlustige Künstler einzigartige Motive für außergewöhnliche Fotos und Zeitrafferaufnahmen - und auch bemerkenswerte Einsichten.


Viel Spaß beim Gucken!

Gute Idee

Ich finde: diese Aktion verdient den Titel
"Ein Herz für Fotografen".

Wer kennt ähnliche Kooperationen zwischen Veranstaltern und Fotografen?


Bereits kurz nach der Gründung des Fotoclubs unter dem Dach der VHS Vaterstetten im Jahre 2011 bahnte sich die Kooperation zwischen dem Tierpark und dem Fotoclub an – eine klassische „WinWin-Situation“, denn der Tierpark benötigt ständig gutes Bildmaterial für Werbezwecke und für den Club bietet der Tierpark eine unerschöpfliche Menge an Motiven für Tierfotografie.
Die Mitglieder des Fotoclubs waren daher im Laufe eines Jahres regelmäßig zu Besuch bei den „Bewohnern“ des Tiergartens und haben imposante und amüsante Studien und Portraits der verschiedenen Tiere zu allen Jahreszeiten angefertigt.
Diese Bilder sind ab dem 5. Dezember zu den Öffnungszeiten des Tierparks zu sehen, die Vernissage (Eintritt frei) findet am 4. Dezember um 18.00 Uhr statt.*

Der Tierpark beteiligt sich seit vielen Jahren aktiv an Arterhaltungsprogrammen. Viele bedrohte Tierarten werden hier gezüchtet, um ihren Bestand zu sichern und eine zukünftige Ansiedlung in geeigneten Lebensräumen zu ermöglichen. Das Artenschutzzentrum Hellabrunn ist ein einzigartiges Forum, in dem die Besucher über die vielen Projekte Hellabrunns eindrucksvolle Informationen bekommen können.
Der Fotoclub Vaterstetten unterstützt diese Bemühungen im Rahmen der Ausstellung. 10% der Erlöse durch Bilderverkauf gehen daher an das Artenschutzzentrum.

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* Einlass von 17.30 – 18.00 Uhr – ein späterer Einlass ist nicht möglich.
Bitte benutzen Sie den Parkplatz „P2“ an der Siebenbrunner Straße.
ACHTUNG: Der Einlass ist ausschließlich über das „Kameltor“ (Grünes Schiebetor 9) möglich, Siebenbrunner Straße, direkt gegenüber des Parkplatzes)
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Freitag, 16. November 2012

An schlechten Geschmack kann man sich gewöhnen?

Gestern war mal wieder so ein Tag, an dem sich das Fotografieren richtig gelohnt hat. Tolles Wetter, Sonne satt, goldener Oktober im November. Erfreulicherweise hatten die Bäume ihr buntes Laub noch nicht komplett abgeworfen, also nichts wie raus und noch mal mit der P7700 voll draufhalten. Das Ziel: Möglichst viele Funktionen durchfotografieren, damit das Buch auf den letzten Metern mit authentischem Bildmaterial bestückt werden kann.
Und da war sie: die Gemälde-Funktion. Was uns Nikon da beschert, kann man guten Gewissens als Angriff auf den guten fotografischen Geschmack bezeichnen. Oder sollte ich besser schreiben: den guten klassischen Geschmack?


Mit Fotografie hat das, was da aus der Kamera kommt, nicht mehr viel zu tun. Andererseits ist es ja auch eine "Gemälde"-Funktion. In den Anfangstagen von Fotofiltern orientierten sich die Gemälde-Filter an Leinwand-Umsetzungen oder sie produzierten malerische Bilder im Stil von van Gogh. Derzeit schwappt die HDR-Welle durch die fotografischen Lande, also sehen die neuen Gemälde eben so aus.


Naja, wer's mag? So mein Gedanke, während ich ziemlich viel am Rad drehte, und tausenderlei Funktionen testete. Dabei ertappte ich mich dabei, wie ich immer wieder in den Effekte-Modus wechselte, um mal so zu schauen, wie meine Motive als Gemälde aussehen würden.


Ach ja, irgendwie ganz nett.
Einfach mal abdrücken, schadet ja nicht.
Und dann passiert es. Ganz langsam und schleichend.

Es ist wie bei den Lebensmitteln: Hat man sich erst an den Geschmacksverstärker gewöhnt, lechzt die Zunge nach dem Glutamat. Rosa Erdbeerjoghurt aus Holzspänen verkauft sich bekanntlich blendend, obwohl man sich die echten Früchte auch in den Naturjoghurt schnippeln und die Zuckermenge selbst dazu geben könnte. Und genau so wird es dann wohl auch mit den Kamerafunktionen laufen. Was machbar ist, wird gemacht. Warum auch nicht. Dazu passend landete dann heute auch eine Werbemail in meinem elektronischen Posteingang. Der Titel: "Und aus "Müll" wurde Kunst - HDR Darkroom 6".
Fein, brauch ich nicht.
Ich hab ja meine Gemälde-Funktion ;-)



Sagen wir mal so: Hin und wieder ein rosa Erdbeerjoghurt hat noch keinen umgebracht. Aber wenn man sich nur von so was ernährt, wird man wahrscheinlich ziemlich krank. Die hier gezeigten Fotos gibt es fast alle auch ohne die Geschmacksverstärkung, und darüber bin ich froh. Denn wenn der Anfall vorbei ist, werde ich sie wieder absolut grässlich finden.

Fazit: Bücher über Kameras schreiben ist ganz schön gefährlich.

Inzwischen bin ich natürlich neugierig geworden: was war vor 10 Jahren "in"? Wer eine alte Kamera hat, die über ganz andere Kunstfilter verfügt, darf mir gerne schreiben.

Montag, 12. November 2012

Der Fotograf macht das Bild...

Letzte Woche waren wir mal wieder im Studio zugange. Während Zeljka in ganz unterschiedliche Rollen schlüpfte, waren verschiedene Kameras im Einsatz.
 
Preisfrage: Welches dieser beiden Bilder ist mit einer Spiegelreflexkamera entstanden und welches mit einer Kompakten?



Mein Fazit nach dem intensiven Arbeiten mit verschiedenen Systemen und nach vielen Jahren Fotografie lautet: Kenne die Grenzen deiner Ausrüstung, aber unterschätze auch nicht die Möglichkeiten. Manchmal traut man seinem Gerät weniger zu, als es am Ende tatsächlich bringt - Vorurteile! Es gilt, die Grenze im Kopf zu überwinden. Wenn ich es beim nächsten Mal dabei belasse zu denken, "das klappt eh nicht", dann weiß ich, dass ich anfange alt zu werden, und dass ich nur zu bequem bin, die Extrameile zu gehen.

Erst wenn man es ausprobiert hat, weiß man wirklich, was möglich ist, und was nicht. Wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert, liegt es vielleicht auch nur daran, dass man noch nicht genug Übung hat. Ich werde also mit meinen Kompakten weiter arbeiten. Vielleicht kriege ich ja doch noch tolle Action-Fotos damit hin...

Montag, 5. November 2012

Welche Kamera ist die richtige für mich?

Letzte Woche erreichte mich folgende Nachricht:
"Ich möchte mir eine neue Kamera zulegen: soll ich Canon oder Nikon nehmen?"

Ich gebe zu: Im ersten Moment bin ich regelrecht zusammengezuckt und mein erster Impuls war: was für eine dumme Frage! Aber mein spontaner Ausbruch war genauso dumm. Wer mich kennt weiß, dass ich kein Markenfetischist bin. So lautete meine erste Antwort:

Die Frage "Canon oder Nikon" ist ungefähr genauso zu beantworten wie: Ist es besser Nike- oder Adidas-Turnschuhe zu tragen? Ich würde sagen: es kommt viel eher drauf an, was man mit den Turnschuhen, respektive mit der Kamera machen will, und wie gut die Schuhe sitzen. Am besten gehst du in einen Laden und vergleichst die Kameramodelle von verschiedenen Herstellern. Was leisten sie in dem Bereich, der dich interessiert? Was gibt es für Zubehör, für Objektive? Was brauchst du für Objektive und was dürfen sie kosten? Welche Kamera ist besser in Sachen hoher ISO, Bildrauschen (da bin ich klar für Canon)? Wie liegt die Kamera in der Hand, wie sind die Funktionalitäten? Fühle ich mich damit wohl, wie die Knöpfe angebracht sind, wie die Menüstrukturen organisiert sind? Das muss man ausprobieren, und das geht nur, wenn man die Kameras in die Hand nimmt. Probier aus, welches System dir besser liegt.

So viel zur schnellen Antwort.
Und weil Weihnachten mal wieder vor der Tür steht, und auch heuer wieder viele Einsteigerkameras unter dem Tannenbaum liegen werden, ist es vielleicht auch an der Zeit, dem Thema Kameraauswahl einen etwas ausführlicheren Artikel zu widmen.

Gleich vorneweg gesagt: die eierlegende Wollmilchsau gibt es auf dem Kameramarkt genausowenig wie anderswo. Was die eine Kamera gut kann, kann das Nachfolgemodell womöglich nicht mehr, dafür kann der Nachfolger andere Sachen richtig gut. Das macht die Sache nicht unbedingt einfacher - leider. Bevor man sich also für ein Kameramodell entscheidet, sollte man möglichst genau wissen, was man mit dem Ding später alles machen will.

Es gibt tatsächlich so etwas wie ein "Zuviel" an Funktionen und Möglichkeiten, denn eine moderne Kamera versucht immer, es möglichst vielen Fotografen recht zu machen. Je mehr Funktionen sie bietet, desto mehr potenzielle Käufer gibt es; je höher der Absatz, desto niedriger der Stückpreis - das wiederum macht die Kamera noch attraktiver, denn die erste strategische Überlegung ist stets: was will ich für die Neue ausgeben?

Das zweite Kriterium, das ich oft in Kursen höre, lautet: Sie darf nicht zu groß und nicht zu sperrig sein. Darum greifen heute viele Leute eher zu den Systemkameras, zu Edelkompakten oder zu Bridgekameras, und wenn es eine DSLR sein soll, sind es meist die kleinen Einsteigermodelle.  Bei der Vielzahl an Marken und Möglichkeiten ist es mir schlichtweg unmöglich, jede Kamera zu beurteilen. Einen wirklich guten Überblick findet man auf den Seiten von digitalkamera.de, wo man sich die Wunschmodelle im direkten Vergleich anzeigen lassen kann.

Die technischen Funktionen sind aber nur eine Seite der Medaille. Viel wichtiger ist die Frage nach dem Fotografen.

Was für ein Fotografentyp sind Sie?


Profi
Sie wollen mit Ihren Bildern Geld verdienen und die Ergebnisse müssen höchsten Ansprüchen genügen: Sie brauchen ein Spiegelreflexkamerasystem und hochwertige Objektive, Budget: vierstelliger Euro-Bereich, nach oben offen

Semi-Profi
Sie fotografieren aus Leidenschaft, Sie haben Erfahrung und Sie wollen mehr. Ihr Geld verdienen Sie zwar mit anderen Dingen, aber gelegentlich fotografieren Sie auch für andere und auch gegen Bezahlung. Für Sie gilt langfristig das gleiche wie für den Profi, aber so lange Sie die Sache entspannt angehen, können Sie mit einem Spiegelreflex-System oder einer Systemkamera im mittleren Preissegment aufgrund Ihrer Erfahrung so gute Bilder machen, dass andere von Ihren Bildern beeindruckt sein werden.
Ausnahme: Sport- und Tierfotografen (siehe unten)
Budget: vierstelliger Euro-Bereich, manchmal auch darunter

Ambitionierter Einsteiger
Um alle Möglichkeiten der digitalen Fotografie zu nutzen und kennen zu lernen, benötigen Sie ein Spiegelreflex-System oder eine Systemkamera. Die Einsteigerklasse genügt, um Erfahrungen zu sammeln. Budget: dreistelliger Euro-Bereich, wenn Sie Geld zur Verfügung haben, kaufen Sie gleich von Anfang an hochwertige Objektive und tauschen Sie später das Kameragehäuse aus.

Gelegenheitsfotograf
Fotografieren sollte schnell gehen und die Kamera darf nicht zu sperrig sein: ein Spiegelreflexsystem ist Ihnen zu teuer aber vor allem zu unhandlich: Nehmen Sie eine hochwertige Kompaktkamera. Damit das Fotografieren nicht zur Frustnummer wird, spendieren Sie 350 - 500 EUR für eine Kamera, die einen möglichst großen Sensor hat, und Halbautomatiken sowie manuelle Steuermöglichkeiten bietet. Sollten Sie Lust auf mehr bekommen, ist ein Modell, auf der Sie einen externen Blitz anbringen können, empfehlenswert.

Hobbyknipser
Hauptsache Bild, alles andere nicht so wichtig: In der Preisklasse bis 150 EUR gibt es eine Menge Kameras, die bei schönem Wetter ordentliche Fotos machen. Erwarten Sie aber nicht, dass diese Kameras bei Dunkelheit oder bei Motiven im Schatten genauso gut funktionieren. Bildrauschen und rote Kaninchenaugen sind bei den ganz kleinen Kameras nahezu unvermeidbar.

Betrachtet man den Gesamtkomplex, wird das Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera im Lauf der Zeit zur Geldfrage, deswegen ist es wichtig, die Schwerpunkte (Lieblingsmotive) klar einzugrenzen. 

Fragen
die Sie sich stellen können, wenn es um die Auswahl eines Kameramodells geht:

Was wollen Sie fotografieren?
Die wichtigste Frage überhaupt! Gibt es einen Bereich, auf den Sie sich spezialisiert haben oder konzentrieren wollen? Für die am häufigsten fotografierten Motive eignet sich prinzipiell jede Kamera, Allround-Fotografen können daher mit jedem DSLR-Einsteigermodell, mit System-oder auch (hochwertigen) Kompaktkameras sofort loslegen. Landschaften, Naturaufnahmen, Reisefotografie, Schnappschüsse, gelegentliche Porträts usw. sind am wenigsten vom Kameramodell abhängig.
  • Wenn Sie oft bei wenig Licht (ohne Blitz und Stativ)  fotografieren, brauchen Sie eine Kamera, die auch bei hohen ISO-Werten rauscharme Bilder liefert. Kinder und Tiere gehören für mich in diese Kategorie, hier kommt erschwerend hinzu, dass die Kamera keine Auslöseverzögerumg haben darf.
  • Wer Action-Szenen einfangen will, sollte zu einer Kamera greifen, die im Serienbild-Modus viele möglichst hoch auflösende Bilder produzieren kann. 
  • Für Porträts würde ich immer zur Spiegelreflexkamera greifen, weil ich das Hantieren mit einer Kompaktkamera + und rückwärtigem Monitor höchst seltsam finde. Aber das ist vielleicht nur eine Frage der Gewöhnung. 
  • Für die Streetfotografie und das unbemerkte Fotografieren unterwegs bevorzuge ich die Kompakte, und auch 
  • bei Nahaufnahmen aus geringem Abstand entfällt bei Kompaktmodellen der Kauf eines teuren Makroobjektivs.
Stichwort Objektive
Je nach Motiv, brauchen Sie unterschiedliche Brennweiten. Die beste Qualität liefern an einer DSLR Festbrennweiten, aber dann müssen Sie ständig das Objektiv wechseln - dazu fehlt meist die Geduld. Die Kit-Objektive (18-55 mm) reichen nicht aus, um im Zoo ein Tierporträt schießen zu können, und auch für viele Reisemotive sind sie zu kurz. Für preisbewusste Einsteiger sind die so genannten Reisezooms (18 - 200 mm) ein passabler Kompromiss, den man später durch speziellere (Fest)Brennweiten oder hochwertige (sauteure) Zoomobjektive ersetzen kann.
Tier- und Sportfotografen benötigen (zusätzlich) Brennweiten von 200 mm bis 500 mm oder mehr. Bridgekameras bieten zwar eine enorme Zoomleistung, schwächeln dafür aber in der Bildqualität (Rauschen).  

Spiegellose Systemkameras sind derzeit auf dem Vormarsch. Meine bisherigen Erfahrungen damit sind noch gering, aber aktuell würde ich mir keine zulegen: Die Bildqualität ist oft erstaunlich, aber die Bedienung (viel Kameramenü) erinnert mehr an Kompaktkameras und ist mir zu umständlich. Viel Objektiv und wenig Kameragehäuse macht das Ganze zwar handlicher, fühlt sich aber in der Hand nicht gut an - dann lieber doch eine gute Kompakte.

Die Auflösung: Megapixel und Vollformatfragen
Möglichst viele Pixel sind kein Kriterium für die Qualität einer Kamera, denn es ist die Anzahl der Pixel im Verhältnis zur Sensorgröße, die darüber entscheidet, wie gut die Bilder auf technischer Ebene werden können. Eine Vollformatkamera mit einem 24x36 mm großen Bildsensor ist nicht nur teurer in der Anschaffung, sondern erfordert auch höherwertige Objektive. Wenn Sie mit dem Vollformat liebäugeln, müssen Sie u.U. Objektive, die an Ihrer Einsteigerkamera funktioniert haben, ausrangieren. Der Vorteil des Vollformats liegt einerseits in der hohen Auflösung und der Möglichkeit, hochwertige Bildausschnitte anfertigen zu können, zum anderen liefert der größere Sensor interessantere Abbildungseigenschaften (Schärfe, Schärfeverteilung, Bildrauschen).

Immer auf dem neuesten Stand sein?
Für manche Kamerabesitzer ist es wichtig, immer ein möglichst neues Modell ihr eigen zu nennen. Für ein aktuelles Modell zahlen Sie stets den höchsten Preis und die Lebensdauer Ihrer Anschaffung beträgt knapp zwei Jahre. Gebrauchtkameras lassen sich zwar weiterverkaufen, der Wertverlust ist aber deutlich. Der Griff zum Vorgängermodell spart Kosten - ähnlich wie beim Autokauf.

Besondere Funktionen?
Vor allem Kompaktkameras bieten heutzutage eine unglaubliche Vielzahl an kamerainternen Sonderfunktionen, die einerseits Spaß machen, die aber nicht immer gebraucht werden. Was ist Ihnen wichtig?
  • Hat die Kamera einen Bildstabilisator und eine automatische Sensorreinigung?
    (sollte sie haben, finde ich)
  • Fotografieren Sie mit hohem ISO oder lieber vom Stativ?
    Wenn Sie das Stativ und unbewegte Motive lieben, können Sie die ganzen Diskussionen ums Bildrauschen ignorieren.
  • Brauchen Sie für Ihre Motive extrem kurze Belichtungszeiten, evtl. auch in Kombination mit einem (externen) Blitzgerät?
    Es gibt auch Kompakte mit externem Blitz!
  • Wollen Sie im Studio fotografieren? (> Anschlussmöglichkeit für Studioblitz!)
  • Können Sie mit einer (geringen) Auslöseverzögerung leben?
  • Wollen Sie Mehrfachbelichtungen oder Intervallaufnahmen machen?
  • Nutzen Sie gerne mal Effekt-Modi, um Ihre Bilder aufzupeppen?
  • Wünschen Sie sich einen Panorama-Assistenten?
  • Wollen Sie Ihre Bilder in der Kamera bearbeiten können? 
  • ...
Mehr für weniger?
Je teurer die Kamera, desto weniger Funktionen. Wenn Sie ein Profi-Modell von Canon oder Nikon in die Hand nehmen, werden Sie feststellen, dass die Automatikprogramme fehlen und bei einigen Modellen auch kein eingebauter Blitz vorhanden ist. Je mehr der Fotograf kann, desto stärker reduziert sich die Funktionsvielfalt, weil das Ergebnis vor allem durch Ideen, Erfahrung oder situativ eingesetztes Zubehör (Blitzgeräte, Objektive, Reflektoren, Lichtformer) zustande kommt, und am Ende durch Bearbeitungen in Lightroom oder Photoshop optimiert wird. Die vielen Funktionen, mit denen sich die Kameras beim potenziellen Käufer beliebt machen wollen, verstellen leider den Blick auf die Tatsache, dass man das Knowhow, das man zum Fotografieren braucht, nicht mitgeliefert bekommt. Der hohe Preis für die augenscheinlich wenigen Funktionen in den Kameras der Profiklasse kommt durch die höherwertige Ausstattung der Kameras (Innenleben, Material, Verarbeitung) zustande. Als Einsteiger sollten Sie etwas mehr Geld und Zeit in Ihre Ausbildung investieren, und weniger in die Ausstattung der Kamera.

Canon oder Nikon - nicht nur eine Prestigefrage
Kamerahersteller gibt es viele, aber nicht alle sind am Markt gleich gut vertreten. Wenn Sie sich für eine Marke entscheiden, dann gibt es womöglich handfeste Gründe:
  • Sie haben bereits Objektive, die Sie an der neuen Kamera weiter verwenden können.
  • In Ihrer Familie / Ihrem Freundeskreis fotografieren mehrere Leute mit Marke A oder B, d.h. Sie können sich dort Tipps holen, Objektive oder anderes Zubehör ausleihen, wenn Sie sich für den gleichen Hersteller entscheiden.
  • Für die namhaften Marken gibt es am meisten Zubehör.
  • Sie kennen sich mit dem einen oder anderen System schon besser aus und müssen nicht umlernen.
  • Die Menüführung und Ergonomie von A oder B sagt Ihnen besser zu
Als alte Canonianerin habe ich mich in den letzten Monaten intensiv mit einem kompakten Gegenentwurf zu meiner heiß geliebten G11 von Canon auseinander gesetzt. Das Ergebnis kommt im Februar 2013 in den Handel, leider erst nach Weihnachten, aber ich wollte die Kamera wirklich auf Herz und Nieren testen, bevor ich mein Manuskript abliefere. So viel sei verraten: Sie hat ein paar kleinere Macken, aber sie hat sich in mein Herz geschlichen. Im Studio und für Porträts verwende ich weiter die Spiegelreflexkameras, aber für unterwegs ist so eine Kleine mittlerweile ein unverzichtbarer Standard.

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