Mittwoch, 30. Mai 2012

Farbe oder Schwarzweiß?

Wie erkennt man ein gutes Schwarzweiß-Motiv?

Wie würden Sie diese Frage beantworten, wenn Sie bereits ein begnadeter Schwarzweiß-Fotograf sind?

Eindeutig besser in Farbe!
Meine eigene Wahrnehmung orientiert sich bisher sehr stark an der Farbigkeit eines Motivs. Ich drücke besonders gerne auf den Auslöser, wenn ich von Farben angezogen werde. Fehlen sie im Bild, gefällt mir das Ergebnis nicht, also lösche ich die Fotos. Es fällt mir ungemein schwer, mir eine Landschaft oder ein Naturmotiv in Schwarzweiß vorzustellen, darum fotografiere ich weiterhin alles nur in Farbe. Auf diese Weise sammle ich aber keine neuen Erfahrungen, und bleibe gerne bei dem, was ich gut kann. Damit verschenke aber ich eine Menge Entwicklungspotenzial, und das kann ja wohl nicht sein ;-)
Bei Porträts oder Architekturaufnahmen ist meine Vorstellungskraft deutlich größer, da habe ich auch schon erste Erfahrungen mit S/W-Umsetzungen gesammelt. Darum vermute ich, dass der Blick für Schwarzweiß eine Frage der Übung ist.

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich?

Ich werde überprüfen, ob meine Vermutung stimmt. Darum nehme ich mir für die nächsten 8 Wochen die Projektaufgabe aus Kapitel 3 meines Buchs Fotografieren! vor, d.h. ich werde mich verstärkt auf die Suche nach Schwarzweiß-Motiven begeben. 

Um mir die Sache zu erleichtern, kann ich die Technik nutzen:
  1. Jede halbwegs aktuelle Digitalkamera lässt sich auf den S/W-Modus (monochrom) umstellen. Damit kann ich meiner mangelnden Vorstellungskraft unterwegs ein wenig nachhelfen.
  2. Wenn ich RAW+JPG an der Kamera einstelle, bekomme ich im Monochrom-Modus ein JPG in S/W und kann aus den Rohdaten immer noch auf die Farbinformationen zurückgreifen, wenn sie mir fehlen sollten.
Auch beim Blick ins Archiv finden sich Hinweise auf potenzielle Schwarzweiß-Motive:

Eindeutig besser in Schwarzweiß
  • Ein Motiv, bei dem ohnehin kaum Farben vorhanden sind, eignet sich gut als Einstieg.
  • Ein einfacher, grafischer Bildaufbau kommt der S/W-Umsetzung zugute.
  • Hell-Dunkel-Kontraste lassen sich für die S/W-Umsetzung nutzen.
Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Wechsel von Farbe zu Schwarzweiß oder umgekehrt? Ich freue mich über Ihre Kommentare!

Montag, 21. Mai 2012

Wundersamer Zoom-Effekt

Mir fällt immer wieder auf, dass viele Besitzer von "kleinen Knipskisten" (Kompaktkameras) ihre Fotoapparate nur einschalten und dann sofort los fotografieren. Gezoomt wird immer nur, wenn ein entferntes Objekt als Hauptmotiv fotografiert werden soll. Dass man mit dem Zoom aber auch dramatische Effekte erzielen kann, wissen viele Hobbyfotografen gar nicht oder sie denken nicht oft genug daran.

Bildwinkelvergleich: Weitwinkel vs. Tele
Hoppla, wo kommt denn die Kirche auf einmal her?

Das linke Foto ist aus geringer Entfernung mit der Standard-Weitwinkelstellung aufgenommen worden. Geht man ein paar Schritte zurück und fotografiert das gleiche Motiv mit der maximalen Zoomstellung, verändert sich nicht nur die Form des runden Hinweisschilds: das Gebäude im Hintergrund wird auf einmal riesengroß. Die Kirche, die man im linken Bild fast gar nicht sieht, ist im zweiten Bild deutlich zu erkennen. Zudem verschwinden die störenden Elemente im Vordergrund!

Das funktioniert mit großen Kameras natürlich auch.
Also: lieber öfter mal zoomen!

Mittwoch, 2. Mai 2012

Endlich da... und schon wieder alle weg


















Was lange währt, wird endlich gut:
Das neue Buch ist raus!


Fotografieren lernt man nur durch Fotografieren, darum heißt das Buch auch genau so. Es enthält viele Übungen und Projektvorschläge für Fotobegeisterte, die nach Inspirationen und konkreten Aufgabenstellungen suchen. Es eignet sich aber auch für Einsteiger, die das Fotografieren nicht von der technischen Seite her angehen, sondern durch praktische Übungen lernen und erfahren wollen. Viele Übungen lassen sich auch mit einfachen Kameras bewältigen, aber es gibt Entwicklungspotenzial nach oben (u.a. beim entfesselten Blitzen). Im Einstiegskapitel werden die allerwichtigsten Grundlagenthemen kurz erklärt.

Warnhinweis: Es ist kein Buch für "Tekkies", die sich für Kameratechnik interessieren. Bildbearbeitungstipps gibt es auch nur sehr spärlich, denn es geht ums Fotografieren, also ums Tun. Es ist kein Lehrbuch im klassischen Sinn, sondern ein Inspirations- und Ideenbuch. Je nach Wissensstand, Kamera und verfügbarer Freizeit sucht man sich das passende Projekt heraus. Es gibt einfache und aufwändigere Übungen, die dabei helfen sollen, eigene Erfahrungen zu sammeln und dadurch immer versierter im Umgang mit der Kamera zu werden.
Fortgeschrittene Fotografen, die selbst schon viel ausprobiert haben und bereits an eigenen Projekten arbeiten, können das Buch als Anregung nutzen. Ich hoffe, dass sie die Übungen freier interpretieren und nach eigenem Gutdünken abwandeln. Besonders spannend könnte es werden, wenn mehrere Fotografen gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten.

Fotografieren! ist die Fortsetzung des "Rezeptebuchs" mit anderen Mitteln. Wer mit dem fotografischen Grundwissen noch auf Kriegsfuß steht, und ausführlichere Erklärungen braucht, findet selbiges in einem der Grundlagenbücher  (Digitale Fotografie oder Großer Fotokurs oder Rezepte für bessere Fotos).


Wer die Katze nicht im Sack kaufen will: Beim Verlag gibt es natürlich wieder eine umfangreiche Leseprobe.

Vor knapp zwei Wochen hatte ich auf dem Messestand des Vierfarben-Verlags das erste druckfrische Exemplar in der Hand, heute früh waren bei Amazon noch zwei Stück auf Lager und die sind inzwischen auch schon wieder vergriffen. Bis neue Bücher ständig auf Lager sind, vergehen i.d.R. 2-4 Wochen. Wer nicht so lange warten will, kann sich sein Exemplar auch direkt beim Vierfarben-Verlag bestellen.


Konzept gelungen oder nicht? Ich bin neugierig auf eure Kommentare...