Mittwoch, 21. Dezember 2011

Frohe Weihnachten mit den TV-Tipps


Soeben frisch eingeschneit sind die Foto-Fernsehtipps für die Ferienzeit vom 24.12. bis 20.01.2012

Hier geht's zum PDF-Download
Herzlichen Dank wie immer an www.kunstlinks.de

Die Feiertage stehen vor der Tür, vielleicht liegt auch eine neue Kamera oder neues Zubehör unter dem Baum. Im Sinne eines Oliviero Toscani mag der eine oder andere in den nächsten Tagen vielleicht einen fotografischen Seitenblick auf das große Fest werfen? Wie auch immer Ihr/Dein/Euer Weihnachten aussehen mag:  

Die Fotonanny wünscht Frohe Weihnachten und gut Licht für alles, was einem so vor die Linse springen kann :-)


Die Kehr-Seite des Konsums


Donnerstag, 8. Dezember 2011

Fotowettbewerb der MVG

Es war ein kalter, grauer Vormittag, als die MVG München im Oktober ihren 150. Geburtstag feierte. Nicht direkt die beste Lichtstimmung für schöne Fotos. Trotzdem hat es geklappt: mein Foto von der historischen Tram hat es auf den zweiten Platz des Fotowettbewerbs geschafft. Eingereicht werden durfte pro Fotograf nur eine Aufnahme, die möglichst am Veranstaltungstag gemacht sein und einen Bezug zur MVG haben sollte.

Da ich eher selten Fotos zu Wettbewerben einschicke, freue ich mich natürlich über diesen spontanen Volltreffer. Über Wettbewerbsbedingungen reden wir ein andermal.

Am kommenden Sonntag ist die Preisverleihung im MVG-Museum an der Ständlerstraße. Wenn das böse Kratzen im Hals bis dahin wieder verschwindet, werde ich natürlich dabei sein. Ich bin auch sehr gespannt, ob sich das Foto auftreiben lässt, das der Straßenbahnschaffner von mir gemacht haben muss. Hinter mir standen auch noch drei weitere Fotografen...

Die Wettbewerbsseite der MVG wird sicher irgendwann gelöscht, daher habe ich mir erlaubt einen Screenshot zu machen, auf dem man die Fotos auf den Plätzen 1-6 sehen kann. Insgesamt haben 20 Fotos einen Preis gewonnen.


Ich finde, dass gerade auch auf den hinteren Plätzen einige sehr interessante Fotomotive gelandet sind. Ich bin gespannt, ob die Mitglieder der Jury am Sonntag anwesend sind, und ein bisschen was erzählen. :-)

Hier geht's zur Galerie der MVG.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Sandwich digital

Heutzutage fotografiert fast niemand mehr Dias, aber vielleicht erinnern sich noch ein paar alte Hasen an vergangene Zeiten: Als "Sandwich" bezeichnete man damals ein Bild, das aus zwei oder mehreren übereinander gelegten Schichten bestand. Nicht zu verwechseln mit einem Sandwich ist die Doppelbelichtung, also das Fotografieren von zwei Motiven auf ein und denselben Filmstreifen. Der Effekt kann zwar sehr ähnlich ausfallen, aber bei einer Doppel- oder Mehrfachbelichtung lassen sich die einzelnen Motive nicht mehr von einander trennen, beim Sandwich hingegen schon.

analoges Sandwich aus zwei Dias

Doppelbelichtungen kann man bei einigen Digitalkameras als Funktion einstellen, also ruhig mal ausprobieren. Sandwich-Fotos lassen sich nur nachträglich per Bildbearbeitung anfertigen. Dabei hat man natürlich auch etwas mehr Spielraum und Gestaltungsmöglichkeiten.

Damit Sandwich-Bilder nicht zu dunkel werden, benutzte man in der analogen Fotografie eher überbelichtete, also zu helle Fotos. Zwei helle Dias übereinander gelegt ergaben ein weitgehend "korrekt belichtetes" Sandwich. Darauf muss man beim digitalen Fotografieren nicht mehr achten, denn in der Bildbearbeitung lässt sich einerseits die Helligkeit nachregulieren, oder man passt die Transparenz der einzelnen Bildschichten entsprechend an.

digital erzeugtes Sandwich

Die Idee für dieses Sandwich kam mir beim Fotografieren, denn die beiden Einzelfotos sind kaum zu gebrauchen: die Beleuchter hatten offensichtlich keine Ahnung, wie man Gesichter richtig aus- oder anleuchtet. Bei der roten Figur verschwindet das linke Auge völlig im Dunklen. Bei der grünen Figur ist die Ausleuchtung auch sehr hart, aber immerhin ein bisschen besser. Die beiden Gesichter habe ich im Hinblick auf die spätere Überblendung schon so fotografiert, dass sie ungefähr gleich groß, und die Augen etwa an derselben Stelle sind.

die Originalaufnahmen

Die weiteren Arbeitsschritte sind schnell gemacht. Dazu braucht man ein Bildbearbeitungsprogramm, das Ebenen unterstützt (Photoshop CS, Elements,  GIMP usw.).
  1. beide Bilder öffnen
  2. grünes Gesicht kopieren (STRG+A und STRG + C) und als neue Ebene 1 ins rote Bild (Hintergrundebene) einfügen (STRG + V)
  3. Ebenentransparenz der Ebene 1 mit dem Schieberegler in der Ebenen-Palette auf 50% setzen, damit man das untere Motiv durchscheinen sieht
  4. mit dem Bewegen-Werkzeug das grüne Gesicht (Ebene 1) so verschieben, dass die Augen exakt übereinander liegen
  5. Bildausschnitt ggf. anpassen: hier waren die Fotos nach dem Verschieben nicht ganz deckungsgleich; die nicht überlappenden Bereiche habe ich mit dem Freistellen-Werkzeug entfernt.

    Wenn die Motive nicht gleich groß sind: mit dem Befehl Ebene (frei) transformieren kann man die eingefügte Ebene vergrößern oder verkleinern
  6. Ebenen-Deckkraft der Ebene 1 anpassen (hier waren ca. 35% ausreichend) und die Methode der Ebenen-Verrechnung (Füllmethode, hier Negativ multiplizieren) auswählen. Die verschiedenen Modi führen zu unterschiedlichen Efffekten > ausprobieren, was zum Motiv passt
  7. Ebenen auf Hintergrund reduzieren
  8. ggf. noch die Helligkeit/Kontraste und Farben anpassen
  9. Als neue Datei speichern - fertig.
Ansicht der Ebenen-Palette von Photoshop (Elements)

Ob man den rot-grünen Wurzelsepp nun schön findet oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks. Aber vielleicht habt ihr ja Fotomotive auf der Platte, bei denen ihr die Sandwich-Technik mal ausprobieren wollt? 
Viel Spaß beim Basteln!

Freitag, 2. Dezember 2011

Inspiriert von... Oliviero Toscani


In den zurückliegenden zwei Wochen gab es auf arte unter dem Titel Photo for Life eine Masterclass in Fotografie (siehe TV-Tipps). Sechs junge Nachwuchsfotografen (drei Frauen, drei Männer - sehr gerecht!) wurden vom italienischen Starfotograf Oliviero Toscani vor einige herausfordernde Aufgaben gestellt.

Für einen Sender, dessen Zuschauerschaft einen Altersdurchschnitt von mindestens wenn nicht noch mehr haben dürfte, war die Reihe ein mutiger und interessanter Schritt, ein jüngeres Publikum anzusprechen. Die Gratwanderung zwischen flachem PRO7/RTL und arte-Niveau ist meines Erachtens gut gelungen.

Für fotografische Laien war es eine interessante und kurzweilige Sendereihe, die richtigen Foto-Freaks haben sich vermutlich mehr Knowhow gewünscht, und weniger Jingles mit einem grinsenden Fotografen. Während der Meister an den ersten beiden Tagen so ziemlich alles schlecht fand, und einen Teilnehmer zum Aufgeben brachte, musste man am Ende beinahe fürchten, dass "die Fortsetzung der Staffel in einer Fotografen-WG endet, weil sich alle so unglaublich lieb hatten", wie es ein guter Freund formulierte.

Wie auch immer man die Sache gefunden haben mag, mir ist im Laufe der Woche plötzlich ein Foto eingefallen, das ich wohl im Jahr 1994 gemacht habe. Damals war eine Benetton-Kampagne in vollem Gang. Toscani hat insgesamt 18 Jahre lang sehr provokative Bilder für das italienische Mode-Label fotografiert. Viele der Plakate durften in Deutschland nicht geklebt werden. Provokation gehört(e) zum Konzept, und Toscani hat auch mich provoziert. Meine fotografische Antwort auf eines seiner Plakate ist oben zu sehen.

Findest du heraus, welches seiner Bilder für meines Pate gestanden hat?  Ich freue mich über Kommentare!

Inspiration findet auf vielen Ebenen statt, manchmal merkt man erst 16 Jahre später, was da eigentlich passiert ist. Jedenfalls: Respekt für den Meister und Glückwünsche an arte. Ich hoffe, dass es so etwas wieder mal zu sehen gibt, am besten auch mit wechselnden Fotografen.
Für mich ist das ein Anlass, hier im Blog auch immer mal wieder etwas zum Thema Inspiration zu schreiben. Deshalb noch eine andere Frage an dich:

Gibt oder gab es bei dir auch ein bestimmtes Foto, das dich so inspiriert hat, dass du nach dessen Anblick losgezogen bist, um eine fotografische Antwort zu finden?

Auch hier: ich freue mich über Kommentare.

Links:
* Photo for Life (unbedingt auch mal in die Galerie klicken, in der die Foto-Aufgaben für die Bewerbung zur Masterclass eingestellt wurden)
* Oliviero Toscani