Freitag, 30. September 2011

Fotodoks: Festival für Dokumentarfotografie

Das MaximiliansForum wird vom 12. bis 16. Oktober zum Festivalzentrum für "Fotodoks", dem Festival für Dokumentarfotografie, in diesem Jahr unter dem Motto: "Incredibile / Unglaublich – Sensationslust, Dokument, Realität“.

Adresse:
Maximilianstraße 38
80539 München

Anfahrt: Tram Linien 17 und 19, Haltestelle Maxmonument

Mittwoch, 28. September 2011

TV-Tipps Fotografie, Oktober 2011


Ganz frisch eingetroffen: die Kunstlink-Fernsehtipps für Fotobegeisterte, diesmal auch mit ein paar Seitenblicken zu Videokunst, Streetart und Malerei.

Hier geht's zum Download (PDF)

Quelle: www.kunstlinks.de

Montag, 26. September 2011

Das läuft ja nicht davon...

Wir neigen dazu der Welt, die uns umgibt, ein hohes Maß an Stabilität zuzuschreiben. Dummerweise nagt der Zahn der Zeit ganz gewaltig an allen Dingen. Während wir noch davon überzeugt sind, dass sich kaum etwas verändert, wird doch vieles ganz schnell ganz anders. 
Wer fotografiert, kennt den Gedanken: was ich heute nicht fotografiere, kann ich ja auch noch morgen, übermorgen oder nächste Woche, nächstes Jahr... mit der Kamera festhalten. Das ist richtig. Aber das Bild, das ich [dann] mache, wird anders aussehen bzw. etwas anderes zeigen.

Fotografie ist unlösbar mit der Zeit verknüpft,
die sie festhält, mit der Zeit,
die zwischen den Fingern,
zwischen den Augenblicken zerrinnt,
mit der Zeit der Dinge und Menschen,
des Lichts und der Gefühle.
Die Zeit wird nie mehr das sein, was sie war.

Jeanloup Sieff
 
Mein erstes Aha-Erlebnis zu dieser Thematik hatte ich in jungen Jahren, als wir einen Klassenausflug nach Nürnberg machten. Für mich war Nürnberg neu. So fotografierte ich eine Ansicht der Burg, die mir besonders gut gefiel, weil ein alter knorriger Baum seine kahlen Äste in den grauen Winterhimmel reckte. Lehrer und Mitschüler fanden es seltsam, dass ich davon ein Bild machte. Ein Satz, der mir seither in den Ohren hallte, war: "Ich bin dauernd in Nürnberg, die Burg kann ich immer fotografieren. Die steht hier seit x Jahren, und sie wird in zehn oder zwanzig Jahren auch noch hier stehen. Wieso sollte ich davon ein Foto machen?" Irgendwie wahr, dachte ich damals, gerade vierzehn Jahre jung.

Zehn Jahre später kam ich wieder nach Nürnberg und ich wollte mein schönes Burgmotiv mit neuer Kamera und besserer Technik wiederholen. Zu meinem Entsetzen stand an besagter Stelle zwar ein Baum, aber es war ein frisch gepflanzter junger Baum, festgebunden zwischen zwei Pfählen. Er passte irgendwie überhaupt nicht zu meiner Vorstellung des altehrwürdigen Burgmotivs. Für mich hatte sich alles geändert, auch wenn die Burg immer noch da stand. Und ich fing an darüber nachzudenken, wie lange sich wohl jemand finden wird, der alte Burgen instand hält.


Das zweite Aha-Erlebnis hatte ich gestern, als ich bei einer Führung durch das Olympiadorf erfuhr, dass die kleinen Studenten-Häuschen ABGERISSEN worden seien. Seit über zehn Jahren hatte ich deren bemalten Fassaden fotografieren wollen. Dutzende Male war ich in den letzten Jahren am Olympiapark aus der U-Bahn gestiegen, ohne jemals die zweihundert Meter bis zur Studentensiedlung zu laufen. Aus -  vorbei? Nein, erfreulicherweise sind die kuriosen Bauten wieder da. Denkmalschutz sei Dank: sie wurden im alten Stil wieder errichtet. Und so hatte ich das Glück, sie in ihrer Anfangsphase zu erwischen. Einige sind schon bemalt, andere noch nicht. 

Carpe Diem - nutze das Heute, vertraue nicht immer auf den nächsten Tag...


Donnerstag, 22. September 2011

Wiesn-Porträts

Der Abend auf der Wiesn war lang, der Vormittag danach zu kurz... Vielen Dank für die ersten Mails: Die ersten Bilder sind schon verschickt, die Galerie ist in Arbeit. Fortsetzung folgt!

Montag, 19. September 2011

TV-Tipp: Paparazzi - Die Skandalmacher


Kein Kunstlink, deshalb fehlt diese interessante Sendung in der TV-Tippliste:
Die Skandalmacher: Die Reportage auf phoenix zeigt, wie das Geschäft der Paparazzi funktioniert.

Sendetermine:
Mi, 21.09.11, 21.00 Uhr
Do, 22.09.11, 08.15 Uhr
Do, 22.09.11, 19.15 Uhr 




 Quelle: phoenix.de (die story)

Donnerstag, 15. September 2011

Pixelrausch


Ich bin ein großer Fan der Available Light Fotografie, das heißt:  Fotografieren mit dem vorhandenen Licht, ohne Zuhilfenahme von Blitz oder Stativ - auch wenn es eigentlich für Aufnahmen aus der Hand schon zu dunkel ist.
Das bedeutet folgerichtig: der ISO-Wert an der Kamera muss erhöht werden.
Die meisten Fotografen bekommen dabei ein schmerzverzerrtes Gesicht. Oh, das Bildrauschen!!! Ja, das Bildrauschen... Ich kann die Reaktion verstehen, aber es ist an der Zeit, mit gängigen Vorurteilen aufzuräumen.

Richtig ist: hoher ISO-Wert bedeutet stärkeres Bildrauschen. Aber wie stark das Rauschen die Bildqualität wirklich beeinträchtigt, hängt von mehreren Faktoren ab.

  1. Ein verwackeltes Foto mit ISO 100 ist meist schlechter als ein scharfes, das mit ISO 1600 aufgenommen wurde. Meine These lautet daher: die meisten Fotos scheitern eher durch einen Fehler beim Fotografieren, als an einem Technikproblem.
  2. Das Motiv (Bildinhalt) spielt eine Rolle bei der Frage, ob Unschärfe/Rauschen auch mal sichtbar sein dürfen (und natürlich auch der persönliche Geschmack).
  3. Auf technischer Ebene kann man die ISO-Rausch-Regel nicht verallgemeinern: Es kommt auf den Kameratyp und den Sensor in der Kamera an, ob man mit ISO 800 und mehr noch ordentliche Bilder bekommt.
  4. Die Zeit steht nicht still: Es kommt auf die Kamerageneration an. Eine Kamera, die fünf Jahre alt ist, erzeugt i.d.R. stärkeres Bildrauschen als ihre Nachfolgermodelle. 
Vor einigen Tagen war ich bei der BSW-Fotogruppe in München zu Gast, wo  am Ende des Themenabends (Available Light) die Gelegenheit bestand, mit mehreren Kameras unterschiedlichster Hersteller ein und dasselbe Motiv unter einer vorgegebenen Lichtsituation aufzunehmen. Wer meine Bücher gelesen hat, kennt die Aufgabe: fotografiere ein Motiv mit unterschiedlichen ISO-Einstellungen. So kann man sich selbst einen Eindruck davon  verschaffen, wie stark die Bilder wirklich rauschen. Das Ergebnis mit meinen beiden Kameras sieht so aus:



EOS 5D (Vollformat) ISO 400 | 800 | 1600 | 3200 (H)
EOS 7D: ISO 400 - 800 - 1600 - 3200 - 6400

Wo ich dem Vollformatsensor der 5D mehr zugetraut hatte, sieht man im Vergleich einen deutlichen Unterschied im Rauschen zwischen den einzelnen Stufen, während es bei der 7D nur bei ISO 6400 einen ganz deutlichen Unterschied gibt. Manchmal scheint das Rauschen bei ISO 800 geringer zu sein als bei ISO 400.

Die Bilder hier im Blog sind verkleinert, aber auch bei der 100%-Ansicht der Originalaufnahmen ist nicht immer ganz eindeutig auszumachen, wo das Rauschen stärker wird. Nun gut, wir waren nicht im Testlabor. Aber meine Fotos entstehen ja normalerweise auch "in freier Wildbahn"...   ;-)

Keine meiner Kameras konnte verhindern, dass ich bei der Aufnahme gewackelt - verwackelt - habe. Mal ist es bei ISO 400, mal bei ISO 800 passiert. Beim nächsten Test nehme ich gerne das Stativ, um diesen Unsicherheitsfaktor auszuschließen. Unabhängig davon bleibt für mich unterm Strich folgende Erkenntnis:
  1. Fotografieren aus der Hand mit hohem ISO ist eine gute Option, oft ist die Angst vor dem Rauschen größer, als der reale "Schaden" am Bild.
  2. Die neue Kamerageneration konnte mich am Ende doch überzeugen, obwohl der Sensor kleiner ist, und ziemlich viele Pixel darauf untergebracht sind.
zu (1) bleibt relativierend zu sagen: viele Bildagenturen nehmen (noch) keine Bilder an, die mit ISO-Werten ab 400 aufgenommen sind, also auf den Zweck achten...

Natürlich wäre es schön, wenn man gar kein Rauschen sähe. Irgendwann wird das von der Kameraindustrie sicher auch geliefert. Aber bis es so weit ist, hätte ich als Empfehlung noch anzubieten:  "mach einen zweiten Schuss". Oft ist man bei der ersten Aufnahme unkonzentriert, steht nicht stabil und das Foto wird deshalb unscharf. Wenn die Situation eine zweite Aufnahme zulässt, gelingt das nachfolgende Bild: Entweder kann man die Belichtungszeit noch verändern oder man ist einfach konzentrierter.

Über dieses Thema gibt es noch viel zu sagen, aber ich lasse es an dieser Stelle erst mal gut sein. Klar ist für mich, dass ich weiterhin bis an die maximale ISO-Grenze gehen werde, bevor ich auf die Möglichkeit einer Aufnahme verzichte. Und ich werde vor allem darauf achten, nicht zu (ver)wackeln, egal mit welchem ISO und welcher Kamera.

Ich hoffe, dass ich von den Testreihen der BSW'ler noch einige Beispiele zugeschickt bekomme, dann stelle ich sie hier gerne zum Vergleich ein!


Freitag, 2. September 2011

AIRfolg beim Wettbewerb

Im Jahr 2005 haben sich die Flughafen München GmbH sowie die Städte und Landkreise Erding/Freising zusammengetan, und eine gemeinsame Regionalmarketing-Initiative ins Leben gerufen. Im Frühsommer veranstaltete die  "AirfolgsRegion Erding-Freising" ihren ersten Fotowettbewerb zum Thema  „Unverwechselbare Werte unserer Region“, Einsendeschluss war der 31.7.

Im August fand die Jurierung statt, bei der sich mehrere ganz typische Phänomene zeigten.


Platz 1: Sylvia Kittlitz


1.) Mitmachen lohnt sich nicht?
Bei regionalen Wettbewerben ist die Zahl der Bild-Einsendungen längst nicht so hoch wie bei Veranstaltungen von Fotozeitschriften oder Firmen wie Nikon, Canon etc., zu denen oft mehrere Tausend Fotos eingeschickt werden. Dort muss man nicht nur in der Menge bestehen, sondern auch gegen absolute Profis antreten. Im Klartext heißt das: wer bei lokalen Wettbewerben mitmacht, hat eine reelle Chance, einen Preis zu gewinnen.

 Platz 2: Peter Bauersachs

2.) Es gewinnen doch immer nur die gleichen Leute?
Wer sich für Fotowettbewerbe interessiert, hat sicher schon beobachtet, dass immer wieder die gleichen Leute auf den vorderen Plätzen landen. Woran liegt das? Ganz einfach: es gibt Leute, die machen "durch die Bank" starke Fotos.
Auch das konnte man bei diesem Wettbewerb deutlich sehen: Oft kamen mehrere gute Bilder von ein und demselben Fotografen. Die Jury weiß nicht, wer welches Bild eingeschickt hat, das erfährt man erst, wenn die Siegerbilder feststehen und die Jurierung abgeschlossen ist.

 Platz 3: Johann Swist

3.) Ewig schade!
Tolles Motiv, grottenschlechter Druck. Es tut immer furchtbar weh, wenn man ein Bild sieht, das eine tolle Atmosphäre ausstrahlt, gut gestaltet ist... und dann so schlecht gedruckt wurde, dass man es nicht für den geplanten Zweck (in diesem Fall einen Kalender) verwenden kann. So etwas nennt man in der Fotografie dann wohl "ausgeschieden durch technisches K.O." Das gleiche passiert natürlich auch, wenn digitale Fotos eingeschickt werden, und diese nicht den geforderten Maßen (Auflösung, Kantenlänge etc.) entsprechen. Also Leute, genau lesen bzw. ein paar Euro mehr für einen guten Abzug spendieren oder wenigstens eine neue Druckerpatrone einlegen, bevor ihr Wettbewerbsbilder druckt (hhrrrrr)!


Evelin Gersson und Stefanie Hofgärtner
(Geschäftsstelle Regionalmarketing) mit der Jury
rechts: Paul Cyron, Detlev Motz,
Stephanie Vogel, Jacqueline Esen (Foto)

Die Jurierung lief sehr harmonisch ab, nur bei sehr wenigen Bildern gab es unterschiedliche Ansichten. Sehr schnell waren die Fotos aussortiert, die thematisch daneben lagen oder gestalterisch nicht überzeugten.
Ein kleiner Wermutstropfen für mich persönlich ist die Tatsache, dass heute kaum jemand an der Bearbeitung von Bildern vorbei kommt, wenn er oder sie vorne mitspielen will. Zum Trost sei gesagt: Es gab unter den ersten zehn auch schöne Bilder, die nicht so stark bearbeitet waren wie diese hier.

Die Preisverleihung und Ausstellung der Bilder findet in der zweiten Oktoberhälfte statt. Wer dabei sein möchte: dranbleiben, den Termin und Veranstaltungsort kann man entweder auf den Seiten der AIRfolgsregion erfahren, oder demnächst hier im fotonanny-Blog.


Informations-Overkill

Wenn man sich für ein Thema interessiert, dann ist es naheliegend, dass man sich dazu auch Informationen beschafft. In unserer digitalen Welt ist das ziemlich einfach: beim Webseitenhopping gelangt man von einem interessanten Link zum nächsten. Schwupps, schon sind zwei Stunden vorbei. Kein Wunder, dass viele Arbeitgeber mit Argusaugen darüber wachen, wie lange ihre Mitarbeiter täglich durch die Gegend surfen, und am Ende so ziemlich alle Seiten sperren, die nach Privatvergnügen riechen.

Als Selbständige(r) ist man selbst verantwortlich dafür, wie viel Zeit man mit Lesen, Surfen und Mailen verbringt; je nach Tätigkeit gehört es mit zu den täglichen Arbeitsaufgaben. Kontakte pflegen, Knowhow sammeln, auf dem aktuellen Stand sein. Eine sehr feine Sache sind Newsletter, die man kostenfrei abonnieren kann, und die einem die scheinbar wichtigsten Termine und Neuigkeiten ohne langes Suchen in die Mailbox schleudern. Wer es richtig heftig mag, kann sich auch noch über Twitter befeuern lassen.

Was auf der einen Seite schön ist, weil man nicht lange herum suchen muss, kann auf der anderen Seite auch nerven, wenn es zu viel wird oder schlecht präsentiert ist.Aktuelles Beispiel aus meinem gestrigen Posteingang:


Klick für größere Ansicht

Was glauben Sie wohl, welchen der beiden Newsletter ich bis zum Ende gelesen habe? Nicht den, der mehr Informationen enthielt, sondern den, der schöner aussah. Das Auge isst eben immer mit, auch wenn es um Informationen geht.

Abgesehen von der Appetitlichkeit der Präsentation ist natürlich auch klar: jeder, der einen Newsletter verschickt, macht damit Werbung für seine eigene Sache. Deswegen ist es immer gut, mehrere Newsletter zu haben, um umfassend informiert zu sein - auch wenn das Überfliegen von drei Rundbriefen etwas länger dauert. Herrjeh, da fällt mir ein: ich hab schon seit sechs Wochen keinen Rundbrief mehr verfaßt. Ich glaub die anderen sind fleißiger als ich. Oder schreien sie nur lauter? ;-)