Montag, 28. Februar 2011

Nach dem Einsteiger-Workshop

Wenn man zum ersten Mal anfängt, mit den Kameraeinstellungen herum zu experimentieren, verliert man schnell mal den Überblick. Was habe ich eigentlich alles geändert? Und ... oje... jetzt ist alles durcheinander, ich kenn mich gar nicht mehr aus...

Reset - alles zurück auf 0!?

Es gibt zwar eine Funktion im Kameramenü mit der man die "Kamera auf Werkseinstellungen zurücksetzen" kann, aber das ist nur selten nötig. Die wichtigsten Einstellungen, die man überprüfen sollte, bevor man die Kamera benutzt:


A) Belichtung 



1) ist die +/- Korrektur auf 0 (Mitte) gesetzt?


2) ist der Weißabgleich auf AWB gestellt?




3) ist der ISO-Wert auf 100 (oder Automatik) gestellt?



Wenn Sie mit den Einstellungen sicherer sind: benutzen Sie diese Funktionen für das Finetuning Ihrer Bilder.

B) Schärfe


Wenn die Kamera nicht scharf stellt:
* Ist der Autofokus-Schalter am Objektiv auf "ein"? Wenn der Schalter auf MF (Manuelles Fokussieren, von Hand scharf stellen) steht, dann unbedingt zurück auf Autofokus An.
* Wurde an der Dioptrienkorrektur etwas verstellt?

Den richtigen Schärfepunkt anvisieren mit dem AF-Messfeld:

Vor der Aufnahme prüfen:
Welches Autofokus-Messfeld (bzw. Messzone) ist aktiviert?



Welches Aufnahmeprogramm soll es sein?

Im Modus P kann man jederzeit los fotografieren, wenn A+B geprüft sind

Modus Av/A (Blendenvorwahl = Zeitautomatik)
hat sich die letzte benutzte Blende gemerkt:
auf 5,6 oder den gewünschten Wert stellen (Schärfentiefe)

Modus Tv/S (Zeitvorwahl = Blendenautomatik)
hat sich die zuletzt benutzte Zeit gemerkt:
auf 1/125 oder den gewünschten Wert stellen
(Belichtungszeit - Verwackeln - Bewegte Motive)


Die Motivprogramme 
übernehmen die Kontrolle und ignorieren i.d.R. alle von Hand vorgenommenen Einstellungen.


Sie erlauben sicheres Fotografieren, sollten aber nur als Übergangslösung angesehen werden, bis man mit den Halbautomatiken (A/Av, S/Tv) sicherer geworden ist. Die Vollautomatik sollte ab sofort tabu sein.

Ach, ist das alles kompliziert...
...das lerne ich nie...
...das habe ich mir alles viel einfacher vorgestellt...


Immer mit der Ruhe: Nach einer oder zwei Fahrstunden kann niemand Auto fahren wie ein Profi. Da ruckelt die Kupplung, man bremst zu früh oder zu spät, und man kann schon mal ein Verkehrsschild übersehen. Anstelle des Blinkers geht vielleicht erst mal der Scheibenwischer an. Aber im Lauf der Zeit passiert all das nicht mehr: man braucht eben ein bisschen Fahrpraxis. Beim Fotografieren passiert im schlimmsten Fall eins: das Bild misslingt. Meistens kann man die Aufnahme wiederholen. Bleiben Sie also einfach dran, und fotografieren Sie, was das Zeug hält.

Der Weg ist das Ziel - viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren!

Donnerstag, 24. Februar 2011

Freitag, 18. Februar 2011

Richtig belichten - Kameratechnik verstehen

Wie wirken sich die Kameraeinstellungen auf das Bild aus?
Für alte Hasen stellt sich diese Frage nicht mehr, aber als Foto-Einsteiger steht man oft da, wie der sprichwörtliche "Ochs vorm Berg". Sobald man den Automatik-Modus verlässt, und versucht, die Sache mit Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert anzuwenden, tauchen unerwartete Schwierigkeiten auf. Man hat zwar eine Idee, aber die Kommunikation mit der Kamera funktioniert noch nicht so richtig.


 

 (1)

Beim ersten Bild ist belichtungstechnisch alles richtig gemacht: 1/500 sek Belichtungszeit bei Blende 4 und niedrigstem ISO (80) führt zu einem korrekt belichtete Foto.
Es sieht nur leider nicht so aus, wie gewünscht, es sollte „mehr Tiefe“ haben
Was ist mit „Tiefe“ gemeint?

a) selektive Schärfe, d.h. Schärfe auf einem markanten Hauptobjekt + Unschärfe im Hintergrund oder
b) Schärfentiefe = mehr Schärfe von vorne bis hinten?



(2)

Erster Versuch:Belichtungszeit verlängert

Wenn b) gemeint war (mehr Schärfentiefe ), dann ist der Ansatz richtig: eine längere Belichtungszeit führt dazu, dass die Kamera die Blende weiter schließt, und damit die Schärfentiefenzone vergrößert: das Foto (1) bekäme mehr Schärfentiefe: das gebrochene Eis oben auf der Pfütze und das dahinter bzw. darunter liegende Eis wären scharf (z.B. f16 oder f22).

Wenn a) gemeint war (selektive Schärfe, weicher Hintergrund), führt das Verlängern der Verschlusszeit nicht zum gewünschten Effekt, denn die Blende wird weiter geschlossen. Um die die Schärfentiefezone zu verkleinern, muss man die Blende weiter öffnen (f2,8)

Das zweite Bild ist bereits überbelichtet: Warum? 
Die hier verwendete Kamera kann die Blende zwar weit öffnen (f2,8 Anfangslichtstärke), sie verfügt aber am anderen Ende der Skala nur über die Blendenstufe 8, d.h. die „Pupille“ lässt sich nicht weiter schließen (f11, f16, f22 stehen nicht zur Verfügung). Das wiederum bedeutet: je länger man belichtet, desto mehr Licht gelangt auf den Sensor. Weil man auch den ISO-Wert nicht weiter reduzieren kann (er ist bereits auf Minimum, 80) kommt es bei großer Helligkeit rasch zur Überbelichtung.

(3)


Versuch 2:
Es tritt der gleiche Effekt auf, wie in Foto 2, nur noch verstärkt: bei Blende 8 ist leider Schluss, die Kamera kann nicht weiter abblenden; die Belichtungszeit wurde aber noch weiter verlängert, es ist also noch mehr Licht auf den Sensor gelangt, dadurch wird das Foto völlig überbelichtet und fast weiß.

Wenn ein Foto zu hell wird, folgende Parameter prüfen:
a) kürzer belichten möglich?
b) Blende weiter schließen möglich?
c) ISO-Wert reduzieren möglich?

Noch einmal zurück zur Schärfentiefe: mehr als f8 ist bei dieser Kamera über die Blende nicht zu erreichen = die technische Grenze der Kamera ist erreicht.
Um mit f8 zu fotografieren, und trotzdem ein korrekt belichtetes Bild zu erhalten, kann man die Blendenvorwahl benutzen (A/Av) und die Blende auf 8 einstellen; die Kamera wählt dann die passende Verschlusszeit. Hier gibt es mehr Spielraum. 

In der Situation wie in Bild 1 (heller Sonnenschein) haben wir
ISO 80  | Blende 4 | 1/500 sek

Bei Blende 8 bekäme man etwa 1/125 bis 1/160 sek (je nach Bildausschnitt), und damit auch eine Verschlusszeit, die man noch gut aus der Hand halten kann, also auch kein Stativ benötigt.
Wenn es eher darum geht, die Schärfentiefezone zu verringern, also mit mehr selektiver Schärfe zu arbeiten, müsste man die Blende weiter öffnen (z.B. f2,8). Die Kamera würde dann, in der Halbautomatik, die Belichtungszeit verkürzen.

Selektive Schärfe bei diesem Motiv ...

...ist schwer herzustellen, weil der Abstand Kamera zum Motiv relativ groß und der Abstand Motiv(detail) zu Hintergrund eher gering ist. Selektive Schärfe funktioniert immer dann gut, wenn die Entfernungsverhältnisse umgekehrt sind: Kamera nah am Objekt, Hintergrund weit vom Objekt entfernt. 

Um bei Motiv (1) mit selektiver Schärfe arbeiten zu können, müsste man ganz nahe ran, und eine Detail-Ansicht mit der Makro-Einstellung machen - oder aus einer sehr tiefen Aufnahmeperspektive ganz  nah am Boden fotografieren.

In Bild (2) ist das Motiv eine Eisfläche mit schönen Strukturen, ohne Brüche. Wenn man das Foto gestalterisch so anlegt, dass man die Strukturen innerhalb des flachen Eises betont, genügt es, die Kamera parallel zur Eisfläche zu halten. Die Blende und die Zeit, die man dann für die Aufnahme verwendet, spielen keine Rolle, weil das Motiv keine Tiefe hat (Blende) und weil es sich auch nicht bewegt (Verschlusszeit).

Danke an Petra S. für die Bereitstellung der Bilder.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Froschkönig im Morgennebel


Klick aufs Bild für 600x450 Pixel Ansicht

Uah, ich gebe zu: ich bin verwöhnt. Seit einiger Zeit besitze ich ein Handy, das auch fotografieren kann. Weil ich genug andere Knippskisten habe, war das Handyfotografieren für mich nie ein Thema. Ja, ich bin hoffnungslos altmodisch... Aber weil die Welt um mich herum nicht stehen bleibt, habe ich jetzt doch mal ein paar Bilder gemacht. Besser als nix ist es allemal, aber selbst meine kleinste und billigste "echte" Kamera liefert deutlich bessere Fotos. Und ich habe viel mehr Möglichkeiten, das Bild zu beeinflussen.

Der winzige Sensor erzeugt unschönes Bildrauschen, und die feinen Strukturen der Tanne werden im Foto zu groben Klötzen - das sieht man sogar, wenn das Bild fürs Web verkleinert wird. Vom "Objektiv" und dem  Nichtvorhandensein einer Blende ganz zu schweigen.... Es hat ein bißchen was von "Lochkamera".

Umständlich finde ich auch die Navigation durchs Handykamera-Menü, ganz abgesehen davon, dass es mir immer sehr schwer fällt, das kleine flache Gerät für eine Aufnahme ruhig zu halten.

Weniger ist mehr - eine Devise, die ich beim Fotohandy nicht unterschreiben würde. Wenn man alle Qualitätsansprüche fallen lässt, dann bleibt eine Sache übrig: das kreative Knipps-Potenzial. Und das hat einen gewissen Charme...

Fortsetzung folgt? Mal sehen. :-)