Freitag, 28. Januar 2011

Langweilige Fotos

Immer wieder die gleichen Motive fotografieren, die man direkt vor der Haustür findet: die meisten Leute finden das ziemlich langweilig.

"Normalverbraucher" schütteln regelmäßig den Kopf, wenn sie mich sehen. Noch ein Foto und noch eins und noch eins? Was soll denn das?
Fotografieren? Ja, im Urlaub, wenn man eine tolle Reise macht, und Plätze besucht, wo man nie wieder hin kommen wird. Oder bei Hochzeiten oder ganz besonderen Ereignissen. Aber wieso sollte man in der eigenen Heimatstadt einen Brunnen fotografieren? Oder gar die Nürnberger Burg! Die steht da IMMER, man kann also jederzeit hin gehen, das Motiv angucken und sich vergewissern, dass alles immer noch genauso aussieht, wie man es seit jeher kennt.

Okay, das sind alles gute Argumente. Aber wer vom Fotovirus befallen ist, der lässt sich nicht so einfach ausbremsen. Natürlich gibt es viele langweilige Fotos von langweiligen Motiven. Die meisten Fotos, die Normalfotografierer von ihren Urlaubsreisen mitbringen, sind leider auch ziemlich langweilig.  Machen wir uns nichts vor: 90% aller fotografierten Bilder sind nur für die Leute interessant, die das Foto selbst gemacht haben, die auf dem Foto drauf sind, oder die unmittelbar am Geschehen beteiligt waren. Und von den restlichen 10% aller Bilder sind 1% wirklich überirdisch gut. Die gewinnen dann auch bei Wettbewerben.

Die Kunst oder die Herausforderung beim Fotografieren ist: das Motiv im Foto NICHT langweilig aussehen zu lassen. Je mehr Bilder jemand schon selbst gemacht oder gesehen hat, desto schwieriger wird es. Es kommt schon mal vor, dass man seine eigenen Bilder auch langweilig findet: man kennt seinen eigenen Blick auf die Welt nur zu gut. Da gibt es wenig, womit man sich selbst überraschen könnte. Das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner, die Fotos von anderen wirken oft viel interessanter. Ein Foto ist immer ein Blick auf die Welt durch die Augen eines anderen Fotografen, und das kann auch sehr inspirierend sein.


Die Karl-Valentin-Statue am Münchner Viktualienmarkt haben wir bei unseren Exkursionen schon häufiger fotografiert. Heute war sie mir wieder ein Foto wert: zum einen, weil "die Hand vom Karl" letztes Jahr verschwunden war. Und zum anderen, weil der arme Karl heute vermutlich gerne Handschuhe gehabt hätte ;-)

Der Brunnen sieht also bei weitem nicht immer gleich aus. Auch die Blumensträuße, die die Marktfrauen jede Woche neu stiften, und den Figuren in die Arme legen, sind stets einen Blick wert. Wenn Sie also nächstes Mal über den Viktualienmarkt eilen, bleiben Sie einen Moment stehen, und schauen Sie mal nach, was sich seit dem letzten Besuch verändert hat. Vielleicht nehmen Sie ja auch Ihre Kamera mit...

Mittwoch, 26. Januar 2011

Freitag, 14. Januar 2011

Alte Kameras verkaufen

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Eine Fotokurs-Teilnehmerin schreibt:
"Hast Du mir denn vielleicht einen Tipp, wo ich mich am besten hinwenden könnte, um eine Messucherkamera (Petri 7 S) zu verkaufen bzw. den möglichen Preis zu ermitteln?"

Am besten geht das über das Internet: bei eBay kann man nachschauen, ob und zu welchem Preis ein Gerät gehandelt wird.

Eine andere Möglichkeit: der Gang zu einem Fotohändler, der sich auf alte Kameras spezialisiert hat. Da gibt's i.d.R. nicht viel Geld; ebenso wenig springt dabei heraus, wenn man auf Annoncen in kostenlosen Wochenzeitungen reagiert (Ankauf / Kameras). Das ist logisch, denn die Händler wollen beim Verkauf ja auch noch mal etwas verdienen.

Etwas umständlicher, aber auch ganz interessant sind so genannte  "Fotobörsen". In vielen Städten gibt es ein- oder zweimal im Jahr einen speziellen Foto-Flohmarkt. Dort kann man nach dem Gerät suchen, das man verkaufen will, oder mit Leuten ins Gespräch kommen, die von so etwas eine Ahnung haben.

Meistens bekommt man für alte Kameras kaum Geld, es sei denn, es handelt sich um eine Rarität oder um ein System, bei dem gute Objektive im Spiel sind, die man weiter benutzen könnte. Bei gebrauchten digitalen Kameras ist es leider nicht anders. Lieber behalten und als Zweit-Kamera benutzen.

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Ergänzende Aktualisierung am 11.10.11
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Pöppings Fotografenversicherung hat eine Gebrauchtpreisliste ins Netz gestellt, anhand derer man sich eine erste Orientierung verschaffen kann. Ob diese Liste immer 100%ig die Realität auf dem Gebrauchtmarkt abbildet, ist eine andere Sache. Es gibt immer wieder einzelne Artikel, die sehr nachgefragt und daher auf dem Gebrauchtmarkt nicht oder nur zu einem hohen Preis zu haben sind, also: erst einen Blick auf die Versicherungsliste werfen und anschließend noch mal selbst bei eBay & Co. vergleichen
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Für mich sind die alten analogen Geräte eine kreative Spielwiese: Filme gibt es immer noch. Ich kaufe ab und zu mal einen und knipse wie in den alten Tagen damit herum. Die Filme lasse ich dann nur entwickeln und wenn etwas Interessantes dabei ist, scanne ich das Negativ ein. Auch preiswerte Flachbett-Scanner (neulich gesehen bei Aldi) haben oft einen Aufsatz, mit dem man Negative scannen kann.

Das ist alles sehr umständlich, es dauert sehr lang... aber in der schnellen Welt der Digitalfotografie ist es mal ganz gut, wieder ein wenig zu entschleunigen...

Ganz begeistert war ich, als ich unlängst die Ergebnisse einer analogen Fisheye-Lomo zurück bekam. Ein Bild dazu im Foto-Blog.

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Mittwoch, 12. Januar 2011

Drei-Farben-Regel

Wenn es eine wirklich unerbittliche Regel für das Fotografieren gibt, dann ist es diese eine: die meisten Fotos werden nichts, weil man keine Kamera dabei hat. 

Das Wetter war heute alles andere als schön: kühl, feucht, bedeckter grauer Himmel... brrrr! Eigentlich kein Tag, an dem man zum Fotografieren los zieht. Das war auch nicht der Plan, aber: irgend eine Kamera ist bei mir immer im Rucksack oder in der Handtasche. Auf meinem Weg durch Haidhausen fiel mir dieses Motiv sofort auf, weil sich davon ein ganz klassisches Bild nach der Drei-Farben-Regel machen lässt:



Zur Erinnerung:
"Die Drei-Farben-Regel besagt, dass in einem Bild für Motiv und die Umgebung einschließlich des Hintergrundes lediglich drei dominante Farben verwendet werden. Im Rest des Bildes sollten nur kleine Flächen mit anderen Farben zu sehen sein."


Man ist also nicht auf einen Urlaub in einer exotischen Region angewiesen. Sehr oft finden sich die kleinen Highlights direkt vor der eigenen Haustür.

Nachfotografieren!
Finde in deiner Umgebung ein Motiv, das du nach der Drei-Farben-Regel fotografieren könntest! 

:-)