Mittwoch, 21. Dezember 2011

Frohe Weihnachten mit den TV-Tipps


Soeben frisch eingeschneit sind die Foto-Fernsehtipps für die Ferienzeit vom 24.12. bis 20.01.2012

Hier geht's zum PDF-Download
Herzlichen Dank wie immer an www.kunstlinks.de

Die Feiertage stehen vor der Tür, vielleicht liegt auch eine neue Kamera oder neues Zubehör unter dem Baum. Im Sinne eines Oliviero Toscani mag der eine oder andere in den nächsten Tagen vielleicht einen fotografischen Seitenblick auf das große Fest werfen? Wie auch immer Ihr/Dein/Euer Weihnachten aussehen mag:  

Die Fotonanny wünscht Frohe Weihnachten und gut Licht für alles, was einem so vor die Linse springen kann :-)


Die Kehr-Seite des Konsums


Donnerstag, 8. Dezember 2011

Fotowettbewerb der MVG

Es war ein kalter, grauer Vormittag, als die MVG München im Oktober ihren 150. Geburtstag feierte. Nicht direkt die beste Lichtstimmung für schöne Fotos. Trotzdem hat es geklappt: mein Foto von der historischen Tram hat es auf den zweiten Platz des Fotowettbewerbs geschafft. Eingereicht werden durfte pro Fotograf nur eine Aufnahme, die möglichst am Veranstaltungstag gemacht sein und einen Bezug zur MVG haben sollte.

Da ich eher selten Fotos zu Wettbewerben einschicke, freue ich mich natürlich über diesen spontanen Volltreffer. Über Wettbewerbsbedingungen reden wir ein andermal.

Am kommenden Sonntag ist die Preisverleihung im MVG-Museum an der Ständlerstraße. Wenn das böse Kratzen im Hals bis dahin wieder verschwindet, werde ich natürlich dabei sein. Ich bin auch sehr gespannt, ob sich das Foto auftreiben lässt, das der Straßenbahnschaffner von mir gemacht haben muss. Hinter mir standen auch noch drei weitere Fotografen...

Die Wettbewerbsseite der MVG wird sicher irgendwann gelöscht, daher habe ich mir erlaubt einen Screenshot zu machen, auf dem man die Fotos auf den Plätzen 1-6 sehen kann. Insgesamt haben 20 Fotos einen Preis gewonnen.


Ich finde, dass gerade auch auf den hinteren Plätzen einige sehr interessante Fotomotive gelandet sind. Ich bin gespannt, ob die Mitglieder der Jury am Sonntag anwesend sind, und ein bisschen was erzählen. :-)

Hier geht's zur Galerie der MVG.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Sandwich digital

Heutzutage fotografiert fast niemand mehr Dias, aber vielleicht erinnern sich noch ein paar alte Hasen an vergangene Zeiten: Als "Sandwich" bezeichnete man damals ein Bild, das aus zwei oder mehreren übereinander gelegten Schichten bestand. Nicht zu verwechseln mit einem Sandwich ist die Doppelbelichtung, also das Fotografieren von zwei Motiven auf ein und denselben Filmstreifen. Der Effekt kann zwar sehr ähnlich ausfallen, aber bei einer Doppel- oder Mehrfachbelichtung lassen sich die einzelnen Motive nicht mehr von einander trennen, beim Sandwich hingegen schon.

analoges Sandwich aus zwei Dias

Doppelbelichtungen kann man bei einigen Digitalkameras als Funktion einstellen, also ruhig mal ausprobieren. Sandwich-Fotos lassen sich nur nachträglich per Bildbearbeitung anfertigen. Dabei hat man natürlich auch etwas mehr Spielraum und Gestaltungsmöglichkeiten.

Damit Sandwich-Bilder nicht zu dunkel werden, benutzte man in der analogen Fotografie eher überbelichtete, also zu helle Fotos. Zwei helle Dias übereinander gelegt ergaben ein weitgehend "korrekt belichtetes" Sandwich. Darauf muss man beim digitalen Fotografieren nicht mehr achten, denn in der Bildbearbeitung lässt sich einerseits die Helligkeit nachregulieren, oder man passt die Transparenz der einzelnen Bildschichten entsprechend an.

digital erzeugtes Sandwich

Die Idee für dieses Sandwich kam mir beim Fotografieren, denn die beiden Einzelfotos sind kaum zu gebrauchen: die Beleuchter hatten offensichtlich keine Ahnung, wie man Gesichter richtig aus- oder anleuchtet. Bei der roten Figur verschwindet das linke Auge völlig im Dunklen. Bei der grünen Figur ist die Ausleuchtung auch sehr hart, aber immerhin ein bisschen besser. Die beiden Gesichter habe ich im Hinblick auf die spätere Überblendung schon so fotografiert, dass sie ungefähr gleich groß, und die Augen etwa an derselben Stelle sind.

die Originalaufnahmen

Die weiteren Arbeitsschritte sind schnell gemacht. Dazu braucht man ein Bildbearbeitungsprogramm, das Ebenen unterstützt (Photoshop CS, Elements,  GIMP usw.).
  1. beide Bilder öffnen
  2. grünes Gesicht kopieren (STRG+A und STRG + C) und als neue Ebene 1 ins rote Bild (Hintergrundebene) einfügen (STRG + V)
  3. Ebenentransparenz der Ebene 1 mit dem Schieberegler in der Ebenen-Palette auf 50% setzen, damit man das untere Motiv durchscheinen sieht
  4. mit dem Bewegen-Werkzeug das grüne Gesicht (Ebene 1) so verschieben, dass die Augen exakt übereinander liegen
  5. Bildausschnitt ggf. anpassen: hier waren die Fotos nach dem Verschieben nicht ganz deckungsgleich; die nicht überlappenden Bereiche habe ich mit dem Freistellen-Werkzeug entfernt.

    Wenn die Motive nicht gleich groß sind: mit dem Befehl Ebene (frei) transformieren kann man die eingefügte Ebene vergrößern oder verkleinern
  6. Ebenen-Deckkraft der Ebene 1 anpassen (hier waren ca. 35% ausreichend) und die Methode der Ebenen-Verrechnung (Füllmethode, hier Negativ multiplizieren) auswählen. Die verschiedenen Modi führen zu unterschiedlichen Efffekten > ausprobieren, was zum Motiv passt
  7. Ebenen auf Hintergrund reduzieren
  8. ggf. noch die Helligkeit/Kontraste und Farben anpassen
  9. Als neue Datei speichern - fertig.
Ansicht der Ebenen-Palette von Photoshop (Elements)

Ob man den rot-grünen Wurzelsepp nun schön findet oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks. Aber vielleicht habt ihr ja Fotomotive auf der Platte, bei denen ihr die Sandwich-Technik mal ausprobieren wollt? 
Viel Spaß beim Basteln!

Freitag, 2. Dezember 2011

Inspiriert von... Oliviero Toscani


In den zurückliegenden zwei Wochen gab es auf arte unter dem Titel Photo for Life eine Masterclass in Fotografie (siehe TV-Tipps). Sechs junge Nachwuchsfotografen (drei Frauen, drei Männer - sehr gerecht!) wurden vom italienischen Starfotograf Oliviero Toscani vor einige herausfordernde Aufgaben gestellt.

Für einen Sender, dessen Zuschauerschaft einen Altersdurchschnitt von mindestens wenn nicht noch mehr haben dürfte, war die Reihe ein mutiger und interessanter Schritt, ein jüngeres Publikum anzusprechen. Die Gratwanderung zwischen flachem PRO7/RTL und arte-Niveau ist meines Erachtens gut gelungen.

Für fotografische Laien war es eine interessante und kurzweilige Sendereihe, die richtigen Foto-Freaks haben sich vermutlich mehr Knowhow gewünscht, und weniger Jingles mit einem grinsenden Fotografen. Während der Meister an den ersten beiden Tagen so ziemlich alles schlecht fand, und einen Teilnehmer zum Aufgeben brachte, musste man am Ende beinahe fürchten, dass "die Fortsetzung der Staffel in einer Fotografen-WG endet, weil sich alle so unglaublich lieb hatten", wie es ein guter Freund formulierte.

Wie auch immer man die Sache gefunden haben mag, mir ist im Laufe der Woche plötzlich ein Foto eingefallen, das ich wohl im Jahr 1994 gemacht habe. Damals war eine Benetton-Kampagne in vollem Gang. Toscani hat insgesamt 18 Jahre lang sehr provokative Bilder für das italienische Mode-Label fotografiert. Viele der Plakate durften in Deutschland nicht geklebt werden. Provokation gehört(e) zum Konzept, und Toscani hat auch mich provoziert. Meine fotografische Antwort auf eines seiner Plakate ist oben zu sehen.

Findest du heraus, welches seiner Bilder für meines Pate gestanden hat?  Ich freue mich über Kommentare!

Inspiration findet auf vielen Ebenen statt, manchmal merkt man erst 16 Jahre später, was da eigentlich passiert ist. Jedenfalls: Respekt für den Meister und Glückwünsche an arte. Ich hoffe, dass es so etwas wieder mal zu sehen gibt, am besten auch mit wechselnden Fotografen.
Für mich ist das ein Anlass, hier im Blog auch immer mal wieder etwas zum Thema Inspiration zu schreiben. Deshalb noch eine andere Frage an dich:

Gibt oder gab es bei dir auch ein bestimmtes Foto, das dich so inspiriert hat, dass du nach dessen Anblick losgezogen bist, um eine fotografische Antwort zu finden?

Auch hier: ich freue mich über Kommentare.

Links:
* Photo for Life (unbedingt auch mal in die Galerie klicken, in der die Foto-Aufgaben für die Bewerbung zur Masterclass eingestellt wurden)
* Oliviero Toscani

Freitag, 25. November 2011

Gute Kamera macht gute Fotos


Es ist schon ein paar Tage her, da flatterte mir eine Nachricht in die Mailbox. Sie enthielt folgenden Text:

Hallo, ich habe nur eine frage: ich wollte nur wissen welche Kamera sie haben weil sie gute Fotos macht.

Echt? ;-)
Die Frage verrät natürlich eine ganze Menge über den oder die FragestellerIn. Wer sich schon eine Weile mit dem Fotografieren beschäftigt hat, würde so eine Frage gar nicht stellen. Allzu bekannt ist die Anekdote von Helmut Newton und dem Koch, die in solchen Fällen stets zitiert wird. Falls jemand sie noch nicht kennt:

Koch: „Sie müssen eine tolle Kamera haben, Ihre Bilder sind fantastisch!“
Newton: „Oh, und Sie müssen tolle Töpfe haben, Ihr Essen schmeckt wirklich vorzüglich!“

Trotzdem habe ich ganz brav verraten, womit ich meine Bilder mache (das wären aktuell die EOS DSLRs 40D, 5D, 7D und eine kompakte G11). Ich habe dann noch eine vage Empfehlung hinterher geschickt. Und die lautete: Mit der G11 würde ich keine Porträts und keine Tier- oder Actionfotos machen. Wenn Sie ernsthaft mit dem Fotografieren anfangen wollen, dann kommt es aber immer darauf an, was Sie fotografieren wollen. Am besten legen Sie sich eine Spiegelreflexkamera zu.

Als ich die Nachricht abgesendet hatte, kamen mir Zweifel. Ich weiß nicht, ob diese Empfehlung wirklich in allen Fällen zutrifft, denn es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten. Selbst wenn wir die Kompaktknipsen mal außen vor lassen: Die Bandbreite an Kameramodellen ist so groß geworden, dass man wirklich von der Qual der Wahl sprechen kann. Gerne würde ich alle Kameramodelle selbst testen, um mir wirklich ein fundiertes Urteil erlauben zu können. Aber ich hab noch keinen Goldesel gefunden, um mir verschiedene Systeme zu kaufen. Und die Sache mit den Sponsoren ist schwierig, denn ich möchte in meiner Meinung unabhängig bleiben.

Welches System?
Heute findet man von der Edelkompakten über die Bridgekameras bis hin zu den spiegellosen Systemen ganz unterschiedliche Kameratypen und –modelle. Es ist nicht gesagt, dass ein Foto-Einsteiger mit einer Spiegelreflexkamera sofort glücklich wird. Es kommt eben immer drauf an… Eigentlich kann man sich erst dann die richtige Kamera kaufen, wenn man weiß, was man will. Und das dauert eine Weile. Im Umkehrschluss kann man also sagen: es ist erst mal egal, welche Kamera man kauft, weil man zunächst eigene Erfahrungen machen muss, und weil man erst mal etwas mehr übers Fotografieren wissen muss, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Eine Spiegelreflexkamera ist deshalb die klassische Empfehlung, weil man damit den „Rundumschlag“ machen kann. Man bekommt ein System, das man mit verschiedenem Zubehör (Wechselobjektive, Blitz, Studioausstattung) den meisten fotografischen Bedürfnissen anpassen kann. Auch solchen, die man erst später entdeckt.

Der Trend geht zur Zweit-Kamera
Ich habe als Kind angefangen zu fotografieren, die ersten beiden Kameras bekam ich geschenkt, die dritte kostete 50 Mark. Mit jeder Kamera konnte ich verschiedene Dinge tun, einiges funktionierte, bei anderen Motiven klappte es einfach nicht. Auf diese Weise habe ich schrittweise und über viele Jahre hinweg gelernt, wo die Grenzen meiner Ausrüstung lagen. Erst lernte ich was nicht geht, dann kam irgendwann die bessere Kamera. Darauf kann man sich auch in Zeiten der Digitalfotografie einrichten. Es bleibt meistens nicht bei einer Kamera.
Unterwegs mit meiner ersten Spiegelreflexkamera

Heute hat man aber die Möglichkeit, gleich mit einer Kamera zu starten, die im Wesentlichen alles kann. Wenn man dann trotzdem keine guten Bilder bekommt, liegt es an den Wissenslücken oder an der mangelnden Erfahrung im Umgang mit der Technik (und dem Motiv). Deswegen kann man auch nicht erwarten, dass über Nacht alles besser wird mit den Fotos. Es sei denn, man hängt sich rein und übt, oder man arbeitet am Knowhow. Am besten beides, dann kommt man auch schnell voran.

Vielleicht ist es ein Trost für so manchen Leser dieses Blogs, dass auch ich immer wieder an Grenzen stoße, und mich ärgere. Wenn ich mal sauer bin, dann nicht auf meine Kamera, sondern auf mich selbst. Wenn ein Gerät nicht so funktioniert, wie es soll (auch das gibt es!), dann ärgere ich mich bestenfalls darüber, dass ich zu geizig war, mir was Ordentliches zu kaufen. Meistens sind es aber andere Dinge: Bequemlichkeit, Ungenauigkeit, Unachtsamkeit... Diesen kleinen Piekser nehme ich als Ansporn. Auch beim Fotografieren geht es um Selbstüberwindung, um das ewige Ringen mit dem Inneren Schweinehund.

Wenn Sie demnächst mal wieder die Kamera frustriert in die Ecke legen möchten und mit nichts zufrieden sind, dann erinnern Sie sich an diese Zeilen. Frustration ist oft ein Zeichen dafür, dass man auf dem besten Weg ist, die nächste Lernstufe zu erklimmen. Also bloß nicht stehen bleiben, sondern weiter machen!


Verwandte Themen: Kamerakauf / Neue Kamera?

Donnerstag, 24. November 2011

Kalte Tage - Zeit für Ausstellungen


Eine interessante Galerie für Fotobegeisterte ist die 
Fotogalerie im blauen Haus 

Wer Di-Do zwischen 15 und 19 Uhr in Schwabing unterwegs ist, oder samstags zwischen 11 und 16 Uhr Zeit hat, sollte einen Blick riskieren:
Schellingstr. 143/Ecke Schleißheimer-Str.

Einen Vorgeschmack gibt es auf der Webseite

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Amerika Haus 
A life uncovered - Werke von Vivian Maier

Die Fotos von Vivian Maier sind 2007 zufällig entdeckt worden. Sie war keine berühmte Fotografin, hat über 100.000 Fotos gemacht - neben ihrem Berufsalltag und das auch noch in Zeiten der analogen Fotografie! Viele der Filme waren noch nicht einmal entwickelt und hergezeigt hatte sie ihre Fotos offensichtlich auch nicht.

Erst nach ihrem Tod (2009) hat man erkannt, was für starke Bilder diese Frau gemacht hat. Schade, dass sie nichts mehr davon hat.
Wer sich für Streetfotografie interessiert, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Mehr über Vivian Maier
Homepage

Amerika Haus am Karolinenplatz 3
Mo.-Fr.: 12-17 Uhr
Mi.: 12-20 Uhr
leider nur bis 9.12., also beeilen!

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Stadtmuseum München
Karl Hubbuch und das Neue Sehen

Der Name Karl Hubbuch 1891-1979) wird heute meist mit dem Stilbegriff Neue Sachlichkeit in Verbindung gebracht. In kühler Malweise und sachlicher Themenauffassung schuf der Künstler Gemälde und Zeichnungen, die als Ikonen dieser Epoche gelten.

Im Fokus der Ausstellung, die mehr als 150 Fotografien, Zeichnungen und Gemälde beinhaltet, stehen zwei thematische Schwerpunkte: das Modellbildnis und das Straßenleben mit Stadtansichten. Einzelnen fotografischen Sequenzen bzw. Serien des Künstlers sind Zeichnungen und/oder Gemälde des Künstlers gegenübergestellt. Es zeigen sich dabei motivische Schwerpunkte aber auch spannende stilistische Wechselwirkungen, die einen neuen Blick auf Karl Hubbuch versprechen.

Bis 4.3.12

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Osram Art Projects

zeigt bis 15. Mai 2012 die Ausstellung

Du hast mich verzaubert mit einem Blick deiner Augen
von Herlinde Koelbl (DGPh / Dr. Erich Salomon Preisträgerin 2001).

Öffnungszeiten der Galerie: Montag – Freitag, 9 – 18 Uhr
Hellabrunner Str. 1, 81543 München

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Wer weitere gute Tipps zu Ausstellungen hat: bitte gerne mitteilen!

Mittwoch, 23. November 2011

TV-Tipps Fotografie, Dezember 2011


Soeben eingetroffen: die Fernsehtipps für Fotobegeisterte, das Exzerpt aus den Kunstlinks-Fernsehtipps von www.kunstlinks.de

Hier geht's zum PDF-Download.

Die Sendereihe Photo for Life, auf die ich beim letzten Mal hin gewiesen hatte, läuft diese Woche abends auf arte. Die ersten beiden Folgen waren sehr interessant, heute um 19:30 Uhr geht es weiter. Wer die Sendungen verpasst hat, bekommt eine neue Chance: alle Folgen werden ab kommendem Montag (28.11.) jeweils ab 14:00 Uhr wiederholt, natürlich auf arte.

Wer Lust auf mehr hat, kann sich auf der Internetseite noch weitere Videoclips ansehen. Da gibt es Interviews mit Oliviero Toscani und den Teilnehmern, Blicke hinter die Kulissen der Sendung und bis Freitag auch noch ein Fotospiel zum Mitmachen.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

TV-Tipps Fotografie, November 2011


Es ist wieder so weit: frisch eingetroffen sind die Fernsehtipps für Fotobegeisterte, wie immer ein Exzerpt aus den Kunstlinks-Fernsehtipps von www.kunstlinks.de

Ganz besonders spannend und daher auch rot markiert (Empfehlung der Redaktion) ist diesmal eine fünfteilige Sendereihe auf arte, die unter dem Titel Photo for Life steht, und am Montag, den 21.11. startet.

Fünf Abende lang, jeweils zur besten Sendezeit zwischen 19:30 und 20:15 Uhr gibt es so etwas wie "Wir suchen den Superfotografen", also ein Format, das ein wenig an "Deutschland sucht das Supermodel" oder "DSDS" erinnert. Immerhin bietet der Sender arte eine gewisse Garantie dafür, dass es keine total platte Nummer wird. Der Starfotograf Oliviero Toscani (das war der, der die blutverschmierten T-Shirts für Benetton fotografiert hatte), macht eine fünftägige Masterclass für sechs Nachwuchsfotografen. Es gibt Gespräche über richtige und falsche Fotos, und die Teilnehmer müssen jeden Tag zu einem anderen Thema fotografieren:

Montag: Aktfotografie
Dienstag: Fotoreportage
Mittwoch: Porträt
Donnerstag: Werbefotografie
Freitag: Kunst - Fotos ohne Zweck

Also wenn das nicht interessant ist...???  Ausführlichere Infos zu den Sendungen und noch einige mehr wie immer in der Fernsehliste.

Hier geht's zur PDF-Datei.

Montag, 24. Oktober 2011

Fotoclub - ja oder nein?

Es liest sich fast wie ein Märchen: Als ich zum ersten Mal an einem Fotoclub-Abend teilnahm, gab es noch keine Digitalkameras und niemand besaß ein Mobiltelefon. Wer einen eigenen PC zu Hause hatte (Festplattenkapazität 40 MB) war extrem fortschrittlich. Die Kollegen hatten meist um 16 oder 17 Uhr Feierabend, manche mussten bis 18 Uhr arbeiten, aber dann ging es los. Man schaute sich Dias an, oder mitgebrachte Papier-Abzüge. In der clubeigenen Dunkelkammer konnte man Filme und Bilder entwickeln, und es gab immer wieder interessante Vorträge, Kurse und Veranstaltungen.

Heute hat der Beamer den Diaprojektor verdrängt, und die Zahl der Dunkelkammernutzer geht gegen Null. Die Terminkalender der Clubmitglieder sind proppevoll. Schwierig ist es geworden, zehn Leute zur gleichen Zeit an den gleichen Ort zu bekommen. Stattdessen sind die meisten stets mobil vernetzt, tauschen kryptische Informationen per SMS aus, oder kommunizieren via fotocommunity oder facebook. 

Ist der Fotoclub ein Auslaufmodell?
Ich würde sagen Nein.
Die meisten Fotoclubs sind heute im Internet präsent. Der Wechsel zur digitalen Fotografie, die vor zehn Jahren noch für große Diskussionen sorgte, ist inzwischen vollzogen. Anstelle der Dunkelkammer (oder als Ergänzung) gibt es einen PC und Photoshop-Kurse. Einige Clubs verfügen über eine umfangreiche Studio-Ausstattung, die man als Mitglied kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr für eigene Shootings nutzen kann.
Bildbesprechungen und interne Wettbewerbe sind absolut wertvoll, um die eigenen Bildergebnisse realistisch einzuschätzen. Beim gemeinsamen Fotografieren kann man sich von den erfahrenen Fotografen Tipps holen, und sich gegenseitig inspirieren. Und nicht zuletzt gibt es in den meisten Clubs auch eine Jahresausstellung der besten Bilder oder gar einen gemeinsamen Foto-Kalender wie diesen hier:

 

Wer fotografieren lernen will, muss "dran bleiben". 
Auch wenn einige Kursanbieter in ihren Werbetexten glauben machen wollen, dass man als Einsteiger nach einem vierstündigen Crashkurs fotografieren kann: es ist allein die Erfahrung, die aus einem guten einen sehr guten Fotografen macht. Und so leid es mir tut: Erfahrungen kann jede(r) nur selber machen. Es ist wie beim Autofahren: Wer nie fährt, bleibt immer unsicher.

Also: man sollte regelmäßig fotografieren, man braucht aber auch Feedback zu den eigenen Bildern. Alleine ist das oft schwer, besser geht es in einer Gruppe von Gleichgesinnten. Natürlich muss die Chemie stimmen, wenn man sich von Angesicht zu Angesicht trifft, und dann auch noch über die heiß geliebten Bilder diskutiert. Dass der Wunsch zum persönlichen Austausch groß ist, lässt sich daran ablesen, dass es regelmäßige fotocommunity-Stammtische gibt. Auch die noch junge Gruppe PHOTOWALKINGMUNICH, die sich überwiegend über flickr und facebook organisiert, trifft sich am 5. November zum Ersten offenen Stammtisch mit Bildbesprechung.

Auch die "historisch gewachsenen" Fotoclubs haben im Digitalzeitalter klare Vorteile: häufig gibt es eigene Clubräume. Von den Mitgliedsbeiträgen werden oft Geräte zur gemeinsamen Nutzung angeschafft: Studioausstattung, PC, Software, Beamer oder 3D-Kameras, die man sich selbst vielleicht nicht zulegen würde, aber auf diesem Weg einmal ausleihen und ausprobieren kann. Viele Vereine organisieren zudem für ihre Mitglieder Workshops mit internen und externen Dozenten. Manchmal ist es auch möglich, bei der Jurierung der internen Fotowettbewerbe anwesend zu sein. Alles in allem würde ich also sagen: Daumen hoch für den Fotoclub.
Wenn du keinen findest, der dir gefällt, dann gründe deinen eigenen. Denk aber daran, dass das Organisieren auch Arbeit mit sich bringt. Und du wolltest ja eigentlich fotografieren, nicht organisieren...

Fotoclubs in deiner Stadt findest du am besten über Google, denn nicht alle sind im Deutschen Verband für Fotografie (DVF) organisiert. Hier geht's zur Übersicht für Bayern.

Kommentare erwünscht!
Was ist deine Meinung zu Fotoclubs, Fotostammtischen oder offenen Fotogruppen?
Welche Erfahrungen hast du gesammelt?

(Beiträge werden im Laufe des nächsten Tages freigeschaltet)

Fotofreunde Glonn stellen aus

Die Fotofreunde Glonn - Forum für zeitgenössische Fotografie e.V. laden zu Ihrer Jahresausstellung 2011 ein.

Vernissage: Fr. 28.10.11, 19:30 Uhr

Ausstellung:
Sa. 29.10.11   14-18 Uhr
So. 30.10.11   10-18 Uhr
Sa. 05.11.11   14-18 Uhr
So. 06.11.11   10-18 Uhr

Galerie Klosterschule
Klosterweg 7, 85625 Glonn

www.fotofreundeglonn.de

Freitag, 21. Oktober 2011

AIRfolgstour


Viel zu sehen und zu erleben gab es gestern bei der Preisverleihung des Fotowettbewerbs der “Airfolgs Region Erding-Freising”.

Die erste Runde dieses Regionalwettbewerbs ist gelaufen, aber es folgen zwei weitere, bei denen es sich wieder lohnt mitzumachen. Grund genug, sich schon einmal auf den Seiten der AirfolgsRegion Erding Freising umzusehen. Der beste Einstieg ist ein Blick auf die Siegerbilder, die gestern von den vier Juroren (Stephanie Vogel, Paul Byron, Detlev Motz und Jacqueline Esen) kommentiert wurden.

Wer die Originale anschauen möchte, und darüber hinaus weitere Fotos aus dem Wettbewerb sehen will, kann dies bis zum Ende des Jahres tun. Die Ausstellung befindet sich im Besucherzentrum des Flughafens München (unmittelbar
unter dem Besucherhügel).

Öffnungszeiten ab November täglich von 9:30 bis 17 Uhr

Einen sehr schönen und ausführlichen Bericht zur Preisverleihung gibt es im Blog von Detlev Motz, dem ich mich an dieser Stelle einfach nur anschließen möchte ("dito!")

Sobald der neue Wettbewerb startet, gibt es hier natürlich weitere Informationen.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung

Wie im Artikel AIRfolg beim Wettbewerb angekündigt, steht nun die Preisverleihung an. Die Wettbewerbsfotos werden in einer Ausstellung gezeigt, außerdem freuen wir uns natürlich auf das fertige Produkt, den AirfolgsRegionKalender.

Wann: Donnerstag den 20.10.2011 um 18 Uhr
Wo: Besucherzentrum des Münchner Flughafens

Warum ist es interessant hin zu gehen?
Die besten 12 Bilder werden in einer Powerpoint-Präsentation jeweils einzeln vorgestellt. Die Fotos werden von jeweils einem Juror kurz kommentiert. Dabei wird auch erklärt, warum das Bild ausgewählt wurde.

Anfahrt:
S-Bahn Flughafen > Besucherpark
oder mit dem PkW siehe Anfahrtplan zum Besucherzentrum auf den Seiten des Münchner Flughafens (www.munich-airport.de)

Samstag, 8. Oktober 2011

Jahresausstellung des Fotoclubs Ottobrunn-Neubiberg

Klick aufs Bild für große Ansicht

Lohnt sich jedes Jahr: Wer Gelegenheit hat, im Wolf-Ferrari-Haus vorbei zu schauen, kann sich von den eindrucksvollen Fotos inspirieren lassen.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Immerdrauf - die Filterfrage


Im September hatte ich bei facebook eine kleine Umfrage gestartet. Ich wollte von allen Fotografen, die mit einer DSLR (Digitalen Spiegelreflexkamera) fotografieren wissen, wie sie es denn mit den so genannten "Immerdrauf-Filtern" halten. Für diese Umfrage gab es mehrere konkrete Anlässe:
  1. Viele Neu-Einsteiger und Umsteiger, die zum ersten Mal eine DSLR kaufen oder benutzen, sind sich unsicher, ob sie Filter kaufen sollen - und wenn ja: welche?
  2. Manche Kamerabesitzer benutzen ein Polfilter als "Immerdrauf"
  3. Selbst unter eingeschworenen Fotografen gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, ob man bestimmte Filter immer drauf haben sollte oder eben nicht.
Das Ergebnis meiner Umfrage sieht aktuell so aus:

Hinter den Kulissen gab es zwischendurch noch den einen oder anderen Erfahrungsaustausch. Anschließend machte ich mich daran, einen Artikel über Sinn und Nutzen von verschiedenen Filtern zu schreiben. Der erste Tenor: die UVs und Skylights braucht es ja nun wirklich nicht mehr.
Fein, weg damit, Geld gespart.

Tja. Und dann kam unser Foto-Zehnkampf. Und ich kehrte mit einer total versauten Linse heim. Die Münchner kennen den Übeltäter: am Stachusbrunnen kann man tolle Fotos machen, aber wehe wenn der Wind den Sprühnebel in Richtung Fotograf treibt.

Autsch!

Natürlich merkte ich vor Ort, was da passierte. Aber es war zu spät. Da hatte ich den feinen Wasserfilm schon auf dem Objektiv und wollte ihn weg wischen. Pustekuchen. Die Tröpfchen waren von allein schneller getrocknet als mir lieb war, und sie hinterließen ein fantastisches Muster, offenbar kleinste Kalkspuren. Kein Problem, ich konnte das Objektiv zu Hause reinigen. Aber es hat eine Weile gedauert, bis die Spuren beseitigt waren. Wenn ich in dieser Situation ein Skylight-Filter drauf gehabt hätte, hätte ich es abschrauben und den Rest des sonnigen Nachmittags mit einem sauberen Objektiv weiter fotografieren können. Beim Motiv "Stachusbrunnen" nebst Sprühnebel wäre auch der Qualitätsunterschied zwischen Bildern "mit" und "ohne" Filter kaum im Foto sichtbar gewesen.

Und die Moral von der Geschicht'? 
Es gibt für mich kein klares Nein zum Schutzfilter, ich würde die Skylight/UV-Filter aber auch nicht ständig drauf lassen wollen. Das klassische Dilemma.

Das Problem in der Praxis ist, dass ein Schutzfilter in den wenigen Situationen, in denen man es wirklich braucht, nur dann zuverlässig schützt, wenn man es tatsächlich drauf = immerdrauf hat. Muss man erst in der Fototasche kramen und es draufschrauben, dann bleibt es in 80% aller Fälle in der Fototasche.

Mein Fazit: 
Ich weiß jetzt, dass ich mein fast ausrangiertes Skylight nächstes Mal bei himmlischem Sprühregen, am Stachusbrunnen oder unter isländischen Wasserfällen auf dem Objektiv haben werde. Die Reinigungsutensilien sind dann natürlich auch wieder mit dabei.

Das und noch einiges mehr zu Polfiltern, Gegenlichtblenden, Grau/ND- und Verlaufsfiltern sowie zur Objektivreinigung gibt es im Artikel bei akademie.de


Dienstag, 4. Oktober 2011

Den richtigen Riecher

Der erste Foto-Zehnkampf liegt hinter uns. Eine kleine, aber wackere Gruppe hat sich am gestrigen Feiertag den zehn Aufgaben gestellt. Bei fantastischem Wetter ging es auf Motivjagd in der Münchner Fußgängerzone. Nun haben die Juroren das Wort. Wir sind alle gespannt auf das Ergebnis!

Freitag, 30. September 2011

Fotodoks: Festival für Dokumentarfotografie

Das MaximiliansForum wird vom 12. bis 16. Oktober zum Festivalzentrum für "Fotodoks", dem Festival für Dokumentarfotografie, in diesem Jahr unter dem Motto: "Incredibile / Unglaublich – Sensationslust, Dokument, Realität“.

Adresse:
Maximilianstraße 38
80539 München

Anfahrt: Tram Linien 17 und 19, Haltestelle Maxmonument

Mittwoch, 28. September 2011

TV-Tipps Fotografie, Oktober 2011


Ganz frisch eingetroffen: die Kunstlink-Fernsehtipps für Fotobegeisterte, diesmal auch mit ein paar Seitenblicken zu Videokunst, Streetart und Malerei.

Hier geht's zum Download (PDF)

Quelle: www.kunstlinks.de

Montag, 26. September 2011

Das läuft ja nicht davon...

Wir neigen dazu der Welt, die uns umgibt, ein hohes Maß an Stabilität zuzuschreiben. Dummerweise nagt der Zahn der Zeit ganz gewaltig an allen Dingen. Während wir noch davon überzeugt sind, dass sich kaum etwas verändert, wird doch vieles ganz schnell ganz anders. 
Wer fotografiert, kennt den Gedanken: was ich heute nicht fotografiere, kann ich ja auch noch morgen, übermorgen oder nächste Woche, nächstes Jahr... mit der Kamera festhalten. Das ist richtig. Aber das Bild, das ich [dann] mache, wird anders aussehen bzw. etwas anderes zeigen.

Fotografie ist unlösbar mit der Zeit verknüpft,
die sie festhält, mit der Zeit,
die zwischen den Fingern,
zwischen den Augenblicken zerrinnt,
mit der Zeit der Dinge und Menschen,
des Lichts und der Gefühle.
Die Zeit wird nie mehr das sein, was sie war.

Jeanloup Sieff
 
Mein erstes Aha-Erlebnis zu dieser Thematik hatte ich in jungen Jahren, als wir einen Klassenausflug nach Nürnberg machten. Für mich war Nürnberg neu. So fotografierte ich eine Ansicht der Burg, die mir besonders gut gefiel, weil ein alter knorriger Baum seine kahlen Äste in den grauen Winterhimmel reckte. Lehrer und Mitschüler fanden es seltsam, dass ich davon ein Bild machte. Ein Satz, der mir seither in den Ohren hallte, war: "Ich bin dauernd in Nürnberg, die Burg kann ich immer fotografieren. Die steht hier seit x Jahren, und sie wird in zehn oder zwanzig Jahren auch noch hier stehen. Wieso sollte ich davon ein Foto machen?" Irgendwie wahr, dachte ich damals, gerade vierzehn Jahre jung.

Zehn Jahre später kam ich wieder nach Nürnberg und ich wollte mein schönes Burgmotiv mit neuer Kamera und besserer Technik wiederholen. Zu meinem Entsetzen stand an besagter Stelle zwar ein Baum, aber es war ein frisch gepflanzter junger Baum, festgebunden zwischen zwei Pfählen. Er passte irgendwie überhaupt nicht zu meiner Vorstellung des altehrwürdigen Burgmotivs. Für mich hatte sich alles geändert, auch wenn die Burg immer noch da stand. Und ich fing an darüber nachzudenken, wie lange sich wohl jemand finden wird, der alte Burgen instand hält.


Das zweite Aha-Erlebnis hatte ich gestern, als ich bei einer Führung durch das Olympiadorf erfuhr, dass die kleinen Studenten-Häuschen ABGERISSEN worden seien. Seit über zehn Jahren hatte ich deren bemalten Fassaden fotografieren wollen. Dutzende Male war ich in den letzten Jahren am Olympiapark aus der U-Bahn gestiegen, ohne jemals die zweihundert Meter bis zur Studentensiedlung zu laufen. Aus -  vorbei? Nein, erfreulicherweise sind die kuriosen Bauten wieder da. Denkmalschutz sei Dank: sie wurden im alten Stil wieder errichtet. Und so hatte ich das Glück, sie in ihrer Anfangsphase zu erwischen. Einige sind schon bemalt, andere noch nicht. 

Carpe Diem - nutze das Heute, vertraue nicht immer auf den nächsten Tag...


Donnerstag, 22. September 2011

Wiesn-Porträts

Der Abend auf der Wiesn war lang, der Vormittag danach zu kurz... Vielen Dank für die ersten Mails: Die ersten Bilder sind schon verschickt, die Galerie ist in Arbeit. Fortsetzung folgt!

Montag, 19. September 2011

TV-Tipp: Paparazzi - Die Skandalmacher


Kein Kunstlink, deshalb fehlt diese interessante Sendung in der TV-Tippliste:
Die Skandalmacher: Die Reportage auf phoenix zeigt, wie das Geschäft der Paparazzi funktioniert.

Sendetermine:
Mi, 21.09.11, 21.00 Uhr
Do, 22.09.11, 08.15 Uhr
Do, 22.09.11, 19.15 Uhr 




 Quelle: phoenix.de (die story)

Donnerstag, 15. September 2011

Pixelrausch


Ich bin ein großer Fan der Available Light Fotografie, das heißt:  Fotografieren mit dem vorhandenen Licht, ohne Zuhilfenahme von Blitz oder Stativ - auch wenn es eigentlich für Aufnahmen aus der Hand schon zu dunkel ist.
Das bedeutet folgerichtig: der ISO-Wert an der Kamera muss erhöht werden.
Die meisten Fotografen bekommen dabei ein schmerzverzerrtes Gesicht. Oh, das Bildrauschen!!! Ja, das Bildrauschen... Ich kann die Reaktion verstehen, aber es ist an der Zeit, mit gängigen Vorurteilen aufzuräumen.

Richtig ist: hoher ISO-Wert bedeutet stärkeres Bildrauschen. Aber wie stark das Rauschen die Bildqualität wirklich beeinträchtigt, hängt von mehreren Faktoren ab.

  1. Ein verwackeltes Foto mit ISO 100 ist meist schlechter als ein scharfes, das mit ISO 1600 aufgenommen wurde. Meine These lautet daher: die meisten Fotos scheitern eher durch einen Fehler beim Fotografieren, als an einem Technikproblem.
  2. Das Motiv (Bildinhalt) spielt eine Rolle bei der Frage, ob Unschärfe/Rauschen auch mal sichtbar sein dürfen (und natürlich auch der persönliche Geschmack).
  3. Auf technischer Ebene kann man die ISO-Rausch-Regel nicht verallgemeinern: Es kommt auf den Kameratyp und den Sensor in der Kamera an, ob man mit ISO 800 und mehr noch ordentliche Bilder bekommt.
  4. Die Zeit steht nicht still: Es kommt auf die Kamerageneration an. Eine Kamera, die fünf Jahre alt ist, erzeugt i.d.R. stärkeres Bildrauschen als ihre Nachfolgermodelle. 
Vor einigen Tagen war ich bei der BSW-Fotogruppe in München zu Gast, wo  am Ende des Themenabends (Available Light) die Gelegenheit bestand, mit mehreren Kameras unterschiedlichster Hersteller ein und dasselbe Motiv unter einer vorgegebenen Lichtsituation aufzunehmen. Wer meine Bücher gelesen hat, kennt die Aufgabe: fotografiere ein Motiv mit unterschiedlichen ISO-Einstellungen. So kann man sich selbst einen Eindruck davon  verschaffen, wie stark die Bilder wirklich rauschen. Das Ergebnis mit meinen beiden Kameras sieht so aus:



EOS 5D (Vollformat) ISO 400 | 800 | 1600 | 3200 (H)
EOS 7D: ISO 400 - 800 - 1600 - 3200 - 6400

Wo ich dem Vollformatsensor der 5D mehr zugetraut hatte, sieht man im Vergleich einen deutlichen Unterschied im Rauschen zwischen den einzelnen Stufen, während es bei der 7D nur bei ISO 6400 einen ganz deutlichen Unterschied gibt. Manchmal scheint das Rauschen bei ISO 800 geringer zu sein als bei ISO 400.

Die Bilder hier im Blog sind verkleinert, aber auch bei der 100%-Ansicht der Originalaufnahmen ist nicht immer ganz eindeutig auszumachen, wo das Rauschen stärker wird. Nun gut, wir waren nicht im Testlabor. Aber meine Fotos entstehen ja normalerweise auch "in freier Wildbahn"...   ;-)

Keine meiner Kameras konnte verhindern, dass ich bei der Aufnahme gewackelt - verwackelt - habe. Mal ist es bei ISO 400, mal bei ISO 800 passiert. Beim nächsten Test nehme ich gerne das Stativ, um diesen Unsicherheitsfaktor auszuschließen. Unabhängig davon bleibt für mich unterm Strich folgende Erkenntnis:
  1. Fotografieren aus der Hand mit hohem ISO ist eine gute Option, oft ist die Angst vor dem Rauschen größer, als der reale "Schaden" am Bild.
  2. Die neue Kamerageneration konnte mich am Ende doch überzeugen, obwohl der Sensor kleiner ist, und ziemlich viele Pixel darauf untergebracht sind.
zu (1) bleibt relativierend zu sagen: viele Bildagenturen nehmen (noch) keine Bilder an, die mit ISO-Werten ab 400 aufgenommen sind, also auf den Zweck achten...

Natürlich wäre es schön, wenn man gar kein Rauschen sähe. Irgendwann wird das von der Kameraindustrie sicher auch geliefert. Aber bis es so weit ist, hätte ich als Empfehlung noch anzubieten:  "mach einen zweiten Schuss". Oft ist man bei der ersten Aufnahme unkonzentriert, steht nicht stabil und das Foto wird deshalb unscharf. Wenn die Situation eine zweite Aufnahme zulässt, gelingt das nachfolgende Bild: Entweder kann man die Belichtungszeit noch verändern oder man ist einfach konzentrierter.

Über dieses Thema gibt es noch viel zu sagen, aber ich lasse es an dieser Stelle erst mal gut sein. Klar ist für mich, dass ich weiterhin bis an die maximale ISO-Grenze gehen werde, bevor ich auf die Möglichkeit einer Aufnahme verzichte. Und ich werde vor allem darauf achten, nicht zu (ver)wackeln, egal mit welchem ISO und welcher Kamera.

Ich hoffe, dass ich von den Testreihen der BSW'ler noch einige Beispiele zugeschickt bekomme, dann stelle ich sie hier gerne zum Vergleich ein!


Freitag, 2. September 2011

AIRfolg beim Wettbewerb

Im Jahr 2005 haben sich die Flughafen München GmbH sowie die Städte und Landkreise Erding/Freising zusammengetan, und eine gemeinsame Regionalmarketing-Initiative ins Leben gerufen. Im Frühsommer veranstaltete die  "AirfolgsRegion Erding-Freising" ihren ersten Fotowettbewerb zum Thema  „Unverwechselbare Werte unserer Region“, Einsendeschluss war der 31.7.

Im August fand die Jurierung statt, bei der sich mehrere ganz typische Phänomene zeigten.


Platz 1: Sylvia Kittlitz


1.) Mitmachen lohnt sich nicht?
Bei regionalen Wettbewerben ist die Zahl der Bild-Einsendungen längst nicht so hoch wie bei Veranstaltungen von Fotozeitschriften oder Firmen wie Nikon, Canon etc., zu denen oft mehrere Tausend Fotos eingeschickt werden. Dort muss man nicht nur in der Menge bestehen, sondern auch gegen absolute Profis antreten. Im Klartext heißt das: wer bei lokalen Wettbewerben mitmacht, hat eine reelle Chance, einen Preis zu gewinnen.

 Platz 2: Peter Bauersachs

2.) Es gewinnen doch immer nur die gleichen Leute?
Wer sich für Fotowettbewerbe interessiert, hat sicher schon beobachtet, dass immer wieder die gleichen Leute auf den vorderen Plätzen landen. Woran liegt das? Ganz einfach: es gibt Leute, die machen "durch die Bank" starke Fotos.
Auch das konnte man bei diesem Wettbewerb deutlich sehen: Oft kamen mehrere gute Bilder von ein und demselben Fotografen. Die Jury weiß nicht, wer welches Bild eingeschickt hat, das erfährt man erst, wenn die Siegerbilder feststehen und die Jurierung abgeschlossen ist.

 Platz 3: Johann Swist

3.) Ewig schade!
Tolles Motiv, grottenschlechter Druck. Es tut immer furchtbar weh, wenn man ein Bild sieht, das eine tolle Atmosphäre ausstrahlt, gut gestaltet ist... und dann so schlecht gedruckt wurde, dass man es nicht für den geplanten Zweck (in diesem Fall einen Kalender) verwenden kann. So etwas nennt man in der Fotografie dann wohl "ausgeschieden durch technisches K.O." Das gleiche passiert natürlich auch, wenn digitale Fotos eingeschickt werden, und diese nicht den geforderten Maßen (Auflösung, Kantenlänge etc.) entsprechen. Also Leute, genau lesen bzw. ein paar Euro mehr für einen guten Abzug spendieren oder wenigstens eine neue Druckerpatrone einlegen, bevor ihr Wettbewerbsbilder druckt (hhrrrrr)!


Evelin Gersson und Stefanie Hofgärtner
(Geschäftsstelle Regionalmarketing) mit der Jury
rechts: Paul Cyron, Detlev Motz,
Stephanie Vogel, Jacqueline Esen (Foto)

Die Jurierung lief sehr harmonisch ab, nur bei sehr wenigen Bildern gab es unterschiedliche Ansichten. Sehr schnell waren die Fotos aussortiert, die thematisch daneben lagen oder gestalterisch nicht überzeugten.
Ein kleiner Wermutstropfen für mich persönlich ist die Tatsache, dass heute kaum jemand an der Bearbeitung von Bildern vorbei kommt, wenn er oder sie vorne mitspielen will. Zum Trost sei gesagt: Es gab unter den ersten zehn auch schöne Bilder, die nicht so stark bearbeitet waren wie diese hier.

Die Preisverleihung und Ausstellung der Bilder findet in der zweiten Oktoberhälfte statt. Wer dabei sein möchte: dranbleiben, den Termin und Veranstaltungsort kann man entweder auf den Seiten der AIRfolgsregion erfahren, oder demnächst hier im fotonanny-Blog.


Informations-Overkill

Wenn man sich für ein Thema interessiert, dann ist es naheliegend, dass man sich dazu auch Informationen beschafft. In unserer digitalen Welt ist das ziemlich einfach: beim Webseitenhopping gelangt man von einem interessanten Link zum nächsten. Schwupps, schon sind zwei Stunden vorbei. Kein Wunder, dass viele Arbeitgeber mit Argusaugen darüber wachen, wie lange ihre Mitarbeiter täglich durch die Gegend surfen, und am Ende so ziemlich alle Seiten sperren, die nach Privatvergnügen riechen.

Als Selbständige(r) ist man selbst verantwortlich dafür, wie viel Zeit man mit Lesen, Surfen und Mailen verbringt; je nach Tätigkeit gehört es mit zu den täglichen Arbeitsaufgaben. Kontakte pflegen, Knowhow sammeln, auf dem aktuellen Stand sein. Eine sehr feine Sache sind Newsletter, die man kostenfrei abonnieren kann, und die einem die scheinbar wichtigsten Termine und Neuigkeiten ohne langes Suchen in die Mailbox schleudern. Wer es richtig heftig mag, kann sich auch noch über Twitter befeuern lassen.

Was auf der einen Seite schön ist, weil man nicht lange herum suchen muss, kann auf der anderen Seite auch nerven, wenn es zu viel wird oder schlecht präsentiert ist.Aktuelles Beispiel aus meinem gestrigen Posteingang:


Klick für größere Ansicht

Was glauben Sie wohl, welchen der beiden Newsletter ich bis zum Ende gelesen habe? Nicht den, der mehr Informationen enthielt, sondern den, der schöner aussah. Das Auge isst eben immer mit, auch wenn es um Informationen geht.

Abgesehen von der Appetitlichkeit der Präsentation ist natürlich auch klar: jeder, der einen Newsletter verschickt, macht damit Werbung für seine eigene Sache. Deswegen ist es immer gut, mehrere Newsletter zu haben, um umfassend informiert zu sein - auch wenn das Überfliegen von drei Rundbriefen etwas länger dauert. Herrjeh, da fällt mir ein: ich hab schon seit sechs Wochen keinen Rundbrief mehr verfaßt. Ich glaub die anderen sind fleißiger als ich. Oder schreien sie nur lauter? ;-)

Dienstag, 30. August 2011

TV-Tipps Fotografie, September 2011



Es ist schon wieder so weit - neuer Monat, neue Sendungen.
Hier ist die aktuelle Liste zum Herunterladen...

Wie immer vielen Dank an www.kunstlinks.de

Dienstag, 9. August 2011

Neue Kamera?

Kommt sie und wenn ja: wann? 
Wie wird sie ausgestattet sein? 
Werde ich sie mir leisten können?

Diese und ähnliche Fragen stellen sich tagtäglich viele Hobbyfotografen. In Foren und Blogs, auf facebook und bei Fototreffen kann man immer wieder die gleichen Diskussionen verfolgen. Jemand sucht ein Nachfolge-Modell für seine bereits vorhandene Digitalkamera. In Fotozeitschriften hat man was gelesen und aus Fotofachkreisen hat man gehört, dass da demnächst wieder etwas ganz Neues und Tolles auf den Markt kommen soll. Aber wann genau? Lohnt es sich zu warten? Oder soll man doch das nehmen, wovon andere schon seit zwei Jahren schwärmen? Mit dem Hin- und Herwälzen von solchen Gedanken kann man viel Zeit verschwenden.



Viel interessanter ist deshalb die Frage: WARUM will ich mir eine neue Kamera kaufen? Die erste Antwort darauf wird vermutlich lauten: um bessere (die besten) Bilder zu bekommen.

Aber was genau bedeutet "bessere Bilder"?
  • Bedeutet es, dass die Kamera einen schnellere Bildfolge in der Serienbildschaltung liefert, weil ich Sport- oder Tierfotograf bin? 
  • Bedeutet es, dass sie weniger Bildrauschen erzeugen sollte, weil ich oft ohne Stativ in der Dämmerung fotografiere?
  • Bedeutet es, dass der Autofokus der neuen Kamera genauer trifft?
  • Brauche ich eine höhere Auflösung, weil ich neuerdings immer A0-Plakate von meinen Dateien erzeugen muss, und das alte Modell diese Formate nicht hergibt?
  • ...
Es gibt viele Gründe, warum man mit der einen oder anderen älteren Kamera vielleicht nicht mehr ganz glücklich ist. Als Besitzer von nicht weniger als fünf Kameragehäusen weiß ich aber auch, dass sich noch kein neues Modell als eierlegende Wollmilchsau entpuppt hat. Es wird nicht alles besser, sondern manches Gute, was man an der alten Kamera geschätzt hat, wurde beim neuen Modell wegrationalisiert oder verschlimmbessert. So muss ich mittlerweile je nach Aufgabe und vorhandenem Zubehör immer neu entscheiden, welche Kamera-Objektivkombination ich mitnehme, wenn ich diese oder jene Aufgabe erfüllen muss. Punktsieg für die Industrie, die mal wieder ordentlich viel Umsatz macht, weil der Batteriegriff des alten Modells mit dem neuen Kameragehäuse nicht zusammenpasst, oder das sauteure alte Blitzgerät nicht versteht, was die neue Kamera spricht. Willkommen im Teufelskreis.

Genau wie bei Computern ist es heutzutage irgendwann nötig, ein älteres Kameramodell zu ersetzen. Ob man das schon nach drei Jahren oder erst nach fünf oder sieben Jahren tut, ist nicht selten eine Frage des Geldbeutels. Trotzdem führt die ganze Diskussion am Wesentlichen vorbei, und das ist und bleibt die Frage nach den Bildern.

Während meines Umzugs bin ich über eine Ausgabe der Photo News von 1996 gestolpert. Ich hatte sie aufgehoben, weil tolle Schwarzweißfotos darin abgedruckt waren. Als ich dann die photokina-Neuigkeiten von vor 15 Jahren überflog, musste ich lachen. Technik von gestern, 100% analog. Das einzige, was über die Jahre also wirklich Bestand hat, sind interessante Fotos. Auch wenn es manchen schmerzen mag: nach zehn Jahren fragt keiner mehr, ob der Fotograf eine Himpsidimpsi x2 oder eine Wullidulli Tralabims benutzt hat. Sicher mag so mancher nun argumentieren, dass man ein tolles Foto  nur mit der tollsten, d.h. aktuellsten Technik in den Kasten bekommt. Was zu beweisen wäre, und was natürlich auch vom Genre/den bevorzugten Motiven abhängt. Ich würde es so formulieren: Je besser der Fotograf, desto besser sollte auch die Kamera sein. Erst in den Händen eines guten und erfahrenen Fotografen kann man den Unterschied in den Bildern wirklich sehen.

Und so ist es immer gut, wenn wir unabhängig von jeder Technik unsere Fähigkeiten als Fotograf/in weiter entwickeln.

Bessere Bilder bekomme ich, 
  • wenn ich erkenne, wo ich Fehler mache (oder schlampig arbeite), und wenn ich diese Fehler konsequent abstelle
  • wenn ich erkenne, wo mir Fachwissen fehlt und ich mir dieses Wissen aneigne, 
  • wenn ich erkenne, wo mir die Erfahrung für bestimmte Aufnahmesituationen fehlt, und ich diese Erfahrung durch gezieltes Training sammle,
  • wenn ich mir Gedanken über Bildinhalte mache, und 
  • wenn ich mich mit Bildideen beschäftige, und nicht zuletzt mit dem Licht.
Die Anekdote von Helmut Newton und dem Koch kennt wohl jeder. Koch: „Sie müssen eine tolle Kamera haben, Ihre Bilder sind fantastisch!“ Newton: „Oh, und Sie müssen tolle Töpfe haben, Ihr Essen schmeckt wirklich vorzüglich!“

Es sind nicht nur die Töpfe, sondern eben auch die Zutaten (Licht, Motiv, Bildausschnitt, ...), und die Erfahrung und Persönlichkeit des Fotografen, die zum Gesamtergebnis beitragen. Und die sind weder für 500 noch für 3500 EUR käuflich zu erwerben...


Mittwoch, 27. Juli 2011

Knipskunst im Web

Über einen Artikel in der aktuellen PHOTOGRAPHIE bin ich auf das Kunstprojekt von Susanne Wehr gestoßen. Sie sammelt seit vielen Jahren auf Flohmärkten und bei Online-Auktionen Privatbilder (Dias) und stellt diese auf ihrem Blog www.volks-bild.com vor. Die Idee hinter diesem Projekt ist nicht das Skurrile, obwohl es auch das mitunter gibt, und es geht auch nicht um "perfekte Bilder". Ganz im Gegenteil: Viel interessanter ist die Frage nach dem grundlegenden Prinzip, warum Menschen immer wieder bei denselben Motiven auf den Auslöser drücken. Anders gesagt: viele Menschen haben schon vor fünfzig oder hundert Jahren fotografiert, und viele diese Bilder ähneln dem, was heute privat - digital - geknipst wird.

1971


Für mich ist dieses Projekt einerseits Inspiration, weil der unverfälschte Stil des Knipsens oft wundersame und seltene Blüten hervorbringt. Es macht Lust,  mal wieder in die alten Dia- und Negativ-Archive abzutauchen (siehe Foto-Blog!), und nach alten Schätzen zu graben.

Manch eine(r) mag auch etwas Tröstliches darin finden, dass sogar alte, verstaubte und zerkratzte Dias auf diese Weise einen zweiten Frühling erleben.

http://www.volks-bild.com

Montag, 18. Juli 2011

Die Sache mit dem Licht

Bei unserer Exkursion zum Sommer-Tollwood hatten wir diesmal richtig schönes, warmes Wetter, Sonnenschein satt. Auch um 19 Uhr ist es um diese Jahreszeit noch hell genug für Übungen mit der Blende (Av/A), und so entstand zunächst diese Aufnahme mit Fokus auf die Steinskulptur. 



Drei Stunden später sah das gleiche Motiv dann etwas anders aus: Der Schriftzug im Hintergrund war bereits beleuchtet. Die Skulptur vorne, die zuvor noch Sonnenlicht von der Seite bekommen hatte, lag nun ganz im Schatten.


Oli schreibt bei flickr: "Der Hintergrund ist perfekt, lediglich die Steine würde ich mir etwas heller mit mehr Struktur&Zeichnung wünschen."

Um das zu erreichen, gibt es mehrere Wege:
1) Aufhellblitz
2) DRI* per Bildbearbeitung oder Kontrastkorrektur
3) echte HDR-Aufnahme

Das Grundproblem in dieser Situation: der Kontrastumfang zwischen der dunkelsten (Steine) und hellsten Stelle (Himmel) ist höher, als die Kamera innerhalb einer Aufnahme bewältigen kann.

Was passiert?
Fotografiert man schattige Motive gegen einen hellen Hintergrund, werden sie im Foto meist dunkler, als das Auge sie wahrnimmt. Je nach Kameramodell/Typ und Aufnahmeeinstellungen (Belichtungsmessmethode) bekommt man in vergleichbaren Situationen ganz unterschiedliche Bilder aus der Kamera. Neuere Modelle, die bereits eine Kontrastkorrektur als Option anbieten, dunkeln die hellen Bereiche ab und heben die dunklen Bereiche an. Bei älteren Kameras und bei einer Belichtungsmessung über das gesamte Bildfeld, erscheint das schattige Motiv manchmal nur als Silhouette. Das muss kein Fehler sein (!), denn es kommt immer darauf an, welche Vorstellung der Fotograf davon hat, wie das Foto am Ende aussehen soll.

Über die Belichtungsmessmethode (z.B. Spot auf die Skulptur) oder über die Belichtungskorrektur (+) kann man den Silhouetteneffekt verringern, wenn man mehr Details des Vordergrundmotivs sehen möchte. In beiden Fällen wird jedoch das gesamte Bild heller, d.h. der farbige Schriftzug hebt sich nicht mehr so schön vom Himmel ab und/oder der Himmel wird weiß.
Um die hellen und dunklen Bereiche feiner auf einander abzustimmen, gibt es mehrere Wege:

Strategie 1: Blitzen
Am einfachsten und sinnvollsten für mehr Zeichnung im Vordergrund ist ein dosierter Aufhellblitz. Dosiert heißt: keine Automatik, sondern Blitz + Blitzbelichtungskorrektur (verringerte Leistung). Andernfalls würde zu viel Licht auf der Skulptur ankommen, das Ergebnis wäre u.U. ein zu heller Vordergrund der das Motiv dann zu unnatürlich aussehen ließe.

Strategie 2: Bildbearbeitung
Das Foto (idealerweise RAW-Datei) wird mit dem Befehl Tiefen/Lichter so angepasst, dass die hellen Stellen dunkel bleiben und nur die dunklen Bereiche aufgehellt werden. Wenn das Bild wie hier mit einem hohen ISO-Wert aufgenommen ist, sind der Nachbearbeitung Grenzen gesetzt, weil sich starke Anpassungen der Tonwerte auch immer in einer Verstärkung des Bildrauschens bemerkbar machen.

Strategie 3: DRI-Bildserie oder echtes HDR**
Man macht mehrere Aufnahmen unterschiedlicher Helligkeit, alle mit der gleichen Blendenstufe, (z.B. Av/A + f11 bei ISO 100) und lässt die Einzelaufnahmen in einem Spezialprogramm oder den HDR-Funktionen von PS/PS Elements zusammenrechnen. Diese Methode ist die aufwändigste und erfordert ein Stativ.

Doch zurück zur Frage, die für mich beim Fotografieren viel wesentlicher ist:

Wie soll(te) das Foto aussehen? Was war die Absicht/das Ziel?

Für mich war mehr Zeichnung auf den Steinen im Augenblick der Aufnahme kein Thema, das "zu dunkle" Bild entsprach der Abendstimmung, und gab in Etwa das wieder, was ich subjektiv wahrgenommen hatte. Das Bißchen Helligkeit, das mir in der Originalaufnahme noch gefehlt hatte, bekam ich am PC durch eine leichtes Anheben der Tiefen hinein. Was mich an dem Bild stört, ist das starke Rauschen. Meine neue Kamera, die ich an diesem Abend das erste Mal dabei hatte, konnte mich in diesem Punkt nicht wirklich überzeugen, aber das ist ein Thema für einen anderen Blog-Beitrag.

Was die Bildwirkung angeht bleibt anzumerken, dass jeder Mensch Farbe und Helligkeit anders wahrnimmt, sowohl bei der Aufnahme, als auch beim späteren Betrachten der Bilder auf einem Ausgabegerät. Selbst wenn die Geräte kalibriert sind, gibt es (noch) kein Messverfahren für die individuelle Wahrnehmung, die stets im Gehirn stattfindet, und zudem mit vielen anderen emotionalen Zuständen verknüpft ist. Jeder Fotograf hat andere Erwartungen an (seine und fremde) Bilder. Es ist unmöglich, für Fotos eine absolut gültige Aussage über gut/schlecht, Gelingen oder Misslingen zu treffen. Relativ betrachtet sind solche Aussagen aber durchaus möglich und zum Lernen wichtig. Wenn es das Ziel ist, ein Foto mit viel Zeichnung zu erhalten, dann ist das Foto oben handwerklich misslungen; das erste Foto vom frühen Abend erfüllt die Bedingung nach mehr Zeichnung deutlich besser.

Man kann übrigens auch den umgekehrten Weg gehen, und die Silhouettenwirkung betonen. Wenn es die Kamera nicht automatisch tut, dann erreicht man diesen Effekt mit einer Belichtungskorrektur nach Minus.



Die Gratwanderung zwischen Hell und Dunkel bietet so viele Möglichkeiten, dass es schade wäre, wenn man sich auf eine einzige beschränken müsste :-)

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*DRI = Dynamic Range Increase, Erhöhung des Kontrastumfangs
** HDR = High Dynamic Range, Bild mit hohem Dynamikumfang

Donnerstag, 7. Juli 2011

Blog Times geht zum zweiten Mal auf Blogsuche

Vor etwas mehr als einem Jahr war Blog Times zum ersten Mal auf der Suche nach den deutschsprachigen Fotografieblogs*.
"Die Resonanz war, wie auch das Ergebnis mit über 70 Blogs, großartig.
Da sich im Netz nichts schneller ändert als die Anzahl der Webseiten, geht die Blogsuche nun in die zweite Runde.
Deshalb sind alle Blogger und auch Leser aufgerufen bei dieser Aktion mitzumachen um zu einer aktuellen Übersicht der deutschsprachigen Fotografieblogs* beizutragen. Das Ergebnis wird nach Ende der Aktion in einem Beitrag mit den entsprechenden Links auf BlogTimes veröffentlicht."

Da mache ich natürlich gerne mit.
Hier die Fragen von Blog Times und die Antworten:

  • Eingerichtet wurde der Blog schon 2008, regelmäßige Beiträge gibt es aber erst seit 2010. Unter dem Namen fotonanny bloggt die Fotografin und Fachbuchautorin Jacqueline Esen etwa einmal pro Woche (wenn es der Terminkalender zulässt auch häufiger).
  • Die Themenpalette umfasst aktuelle Themen (Ausstellungstipps v.a. im Raum München, TV-Tipps für den deutschprachigen Raum), aber auch "zeitloses Grundlagenwissen". Viele Beiträge - fast ausschließlich igene Inhalte -  behandeln Fragen, die in Fotoworkshops und Kursen (immer wieder) gestellt werden. Darüber hinaus gibt es Bildgestaltungstipps, Erläuterungen zur Entstehung von Bildmotiven, gelegentlich auch nicht ganz ernst zu nehmende Beiträge über den "Blinden Fleck". In den Rubriken Mitmachen und Fotoprojekte finden sich Anregungen zu verschiedenen fotografischen Aufgabenstellungen.
  • Es gibt kein fotografisches Schwerpunktthema, sondern eher um den Blick auf das Große Ganze.
    Wichtig sind die Ideen und Gedanken zur bzw. hinter der Fotografie. Das Blog versteht sich als Begleitung bei der täglichen Bildgestaltungspraxis, vermittelt dabei punktuell Faktenwissen und möchte vor allem die Freude und Begeisterung fürs Fotografieren fördern.

http://blogtimes.info/blogtimes-geht-erneut-auf-blogsuche/

TV-Tipps Fotografie, Juli 2011



Im letzten Monat habe ich es leider nicht geschafft, die Fernsehtipps speziell für Fotografen aus der großen Kunstlink-Liste heraus zu extrahieren, die Umzugsphase war einfach zu stressig.  Aber jetzt sind sie wieder da, hier gibt es sie zum Lesen oder Herunterladen:

Fernsehsendungen rund um die Fotografie im Juli

Quelle: www.kunstlinks.de

Donnerstag, 30. Juni 2011

Frauen und die Fußball-WM - Fotoprojekt

Frauen sehen Fußball
Projekt zur Frauen WM im Giesinger Bahnhof

Anlässlich der Frauen-Fußball-WM (26.6.-17.7.) sind alle Frauen, insbesondere die Giesingerinnen, aufgerufen, sich und ihr Umfeld beim Fußballschauen zu fotografieren. Ob daheim vor dem Fernseher, live im Stadion, in der Kneipe oder beim Public Viewing: es geht nicht um die technische Perfektion der Bilder, sondern um Emotionen, Atmosphäre und Stimmung.

Auch Handyfotos und Schnappschüsse sind ausdrücklich erwünscht. Es geht um ein Stimmungsbild des Fußball-Sommers 2011 aus Sicht der Frauen.

Eingeschickt werden sollen die Fotos an den Giesinger Bahnhof, vorzugsweise digital per Mail. Die Fotos werden auf der Internetseite des Giesinger Bahnhofs und der facebook-Seite gezeigt. Nach der WM wird eine Auswahl der Fotos auch in einer Ausstellung präsentiert.

Tolle Sache - unbedingt mitmachen!!!

http://www.giesinger-bahnhof.de
facebook-Seite

Montag, 6. Juni 2011

Das neue Buch!

Es ist vollbracht... 

Während im Arbeitszimmer noch die letzten Umzugskartons herum stehen, und darauf warten ausgepackt zu werden, ist heute die Druckfreigabe erfolgt. In etwa drei Wochen wird mein neues Buch Digitale Fotografie - Grundlagen und Fotopraxis in den Buchhandlungen erhältlich sein.



Verlag Vierfarben
304 Seiten / Softcover / 16,90 EUR (D)

Hier gibt es schon mal eine kleine Vorschau


(Klick auf die Bilder für vergrößerte Ansicht)

 
Ich finde: es ist schön geworden... aber das letzte Urteil fällen natürlich immer die Leserinnen & Leser.

Hier gibt es einen Blick ins Inhaltsverzeichnis (PDF, 1 MB)

Weitere Informationen auf den Seiten des Verlags.

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Ein dickes Dankeschön an alle,
die mir insbesondere bei den Kapiteln über Kinderfotos 
und Porträts mit Bildern und Bildfreigaben 
geholfen haben!
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Für mich heißt es jetzt erst einmal: Koffer packen, denn ich bin beruflich einige Tage in Litauen... und danach brauche ich wieder Fotomodelle - menschliche und tierische. Also: wer Lust und Zeit hat, und sich, seine Kinder oder seine(n) Vierbeiner nächstes Jahr in einem gedruckten Buch zu bewundern, der darf sich gerne melden :-)