Donnerstag, 30. Dezember 2010

TV-Tipps Fotografie, Januar 2011

Auch im Januar gibt es wieder viele interessante Fernsehsendungen:
wohl dem, der via Satellit alle Kanäle empfangen kann!

3 Seiten PDF

Wie immer handelt es sich um einen Auszug aus den Kunstlink-Fernsehtipps.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Achtung Schnee!!!

Fotomotive im Schnee sind nicht nur toll, wenn die Sonne scheint. Auch bei trübem, grauem Wetter lassen sich interessante Motive finden. Jetzt kommt es auf den fotografischen Blick an: damit Gegenstände auf einer eintönigen weißen Fläche nicht langweilig aussehen, ist es wichtig, sie innerhalb des Bildrahmens optimal zu positionieren. Der Goldene Schnitt bzw. die Drittel-Regel ist dabei eine gute, aber nicht die einzige Möglichkeit. Platziert man das Motiv ausserhalb der Mitte, wirkt es ansprechender, dynamischer. Durch eine Platzierung in der Bildmitte wirkt das Foto ruhig und statisch.

Damit das Motiv nicht zum "Suchbild" wird, lieber etwas näher ran gehen. Dabei ist bei den Kompaktkameras oft schon der Makro-Modus nötig. Bei anderen Kameras (Spiegelreflex, EVIL) kann man dem Motiv ohne Makro-Objektiv nicht so nahe rücken. Alternative: Tele benutzen und aus größerer Entfernung fotografieren. Geht beides nicht: ggf. später am PC beschneiden. In so einem Fall ist die maximale Bildauflösung, die eine Kamera liefern kann, absolutes Muss.

Damit der Schnee im Foto nicht dunkel abgebildet wird: Bei Kompakten bietet sich das Motivprogramm für Schnee/Strand an, es geht aber auch hier mit der Belichtungskorrektur (Plus/Minus-Taste). Regler nach Plus -> macht das Bild heller und den Schnee weißer.
Vor jeder neuen Aufnahme prüfen, ob die Belichtungskorrektur für die nächste Situation noch passt. Die Kamera merkt sich diese Einstellung, auch wenn man sie ausschaltet.

Und wenn die Sonne scheint: an den Blitz denken, der hellt Schattenbereiche des Motivs auf, und ist v.a. bei Porträts sehr nützlich.

Unbedingt empfehlenswert

sind die aktuellen Ausstellungen im Stadtmuseum München:

10.12.2010 bis 10.04.2011

Herlinde Koelbl - Mein Blick
Eine Werkschau 1976-2010
bis 27.02.2011

Roger Ballen - Fotografien 1969-2009
bis 9.01.2011

Hanns Otte - Traumwelt Alltag
Forum 022 der Sammlung Fotografie

Im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern im Lehel findet noch bis zum 23.1.2011 die Ausstellung “DIE STADT” der Agentur Ostkreuz statt. Porträt einer Stadt, die alle Städte in sich vereint. 17 Fotoreportagen.

Wo: Maximilianstraße 53, 80530 München, U-Bahn-Station Lehel (U4/U5)


In der Pinakothek der Moderne gibt es bis zum 27.2.2011 etwas für Freunde hochkarätiger Low Key Fotografie: Black in the Dark von Hubertus Hamm

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Von 0 auf 100...

Fotografieren lernt man nicht über Nacht, aber... manchmal geht es ganz schnell mit der ersten Veröffentlichung. Richtig gefreut habe ich mich, dass das Hausaufgabenfoto einer vhs-Kursteilnehmerin gleich zwei Tage später im Landkreisteil des Münchner Merkurs abgedruckt wurde:


Glückwunsch und Kompliment: Toll mitgezogen!

Wie man das macht, ist übrigens auch im "Rezeptebuch" auf Seite 37 oder im Großen Fotokurs auf Seite 264 beschrieben.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Die Fabrik lebt! verlängert bis 12.12.10


Was für eine fantastische Ausstellung!
Wir waren am 27.11. zur Vernissage in Babensham, wo Anke Merzbach und Markus Oettl in diesen Tagen 3.000 qm Ausstellungsfläche mit ihren Werken füllen!

Wasserburg ist immer eine Reise wert, und gerade jetzt, wo die bayerische Voralpenlandschaft tief verschneit in winterlichem Weiß versinkt, finden sich auch viele schöne Fotomotive in der Stadt und drumherum. Also nix wie rein ins Auto und einen Wochenendausflug machen! Es lohnt sich! Nehmt Geld mit und kauft Bilder, denn eins ist klar: das sind Investitionsobjekte. Es ist nicht die Frage OB sondern WANN die Künstler entdeckt werden. Und dann beisst ihr euch in den Hintern. Wenn Merzbach/Oettl erst in namhaften Kunstgalerien hängen, wird's richtig teuer!

Alte Fabrik
Raiffeisenstr. 2o
83547 Babensham

geöffnet von 16-20 Uhr
auf Wunsch auch länger/zu anderen Zeiten

Info www.ankemerzbach.de
fon 08071/5971171

Ausstellung verpasst?
Hier gibt es einen Artikel und ein wirklich sehenswertes Video

Wie viel Technik braucht ein Bild?

Der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera. Diesen Satz würde ich nach wie vor so stehen lassen, wenn es um die Gestaltung eines Bildes geht. Was die technische Umsetzung angeht, da sieht es etwas anders aus. Die Kamera, die ein Fotograf benutzt, spielt in vielen Fällen auch eine entscheidende Rolle.

Da ich mich nun ans nächste Buchprojekt mache, habe ich mir die Aufgabe gestellt, bestimmte Fotosituationen mit verschiedenen Kameratypen einzufangen. Die Techniker werden sich jetzt die Hände reiben, denn es kommen zwei ungleiche Kontrahenten zum Einsatz: in diesem Fall die Canon Powershot A460 (Kompaktmodell, ca. 100 EUR) und die schon etwas in die Jahre gekommene Canon EOS 5D (Spiegelreflexkamera mit Vollformatsensor, Gehäusepreis aktuell/gebraucht immer noch 1.300,- EUR mit einem Sigma 28-70 / 2,8 Objektiv, Kaufpreis 2008 ca. 320 EUR).



Die Beweisfotos sprechen eine deutliche Sprache. Links jeweils das Foto mit der Kompakten, rechts das gleiche Motiv fotografiert mit der großen Schwester aus dem gleichen Haus. Diese Fotos sind schärfer, klarer, besser belichtet. Der große Sensor in der 5D bringt bei schwachen Lichtverhältnissen eindeutig bessere Bilder, und das ist keine Überraschung.

Warum ist das so?
Der Sensor einer Kompaktkamera (oder eines Foto-Handy) ist viel kleiner, dadurch "rauschen" die Fotos viel stärker. Obwohl die A460 eigentlich bis ISO 800 fotografieren könnte, entscheidet sich die ISO-Automatik wohl wissend dafür, bei ISO 200 Schluss zu machen. Dadurch verlängert sich die Verschlusszeit, das Foto verwackelt und/oder die Bewegungen von Passanten lassen sie im Bild verwischt und unscharf erscheinen. Man könnte nun von Hand auf ISO 800 erhöhen, hätte aber trotzdem kein schärferes oder klareres Bild, bedingt durch das stärkere Rauschen.

Die 5D, bei diesen Aufnahmen auf ISO 800 begrenzt (sie könnte bis ISO 3200), bietet kürzere Verschlusszeiten und damit auch mehr Schärfe. Hinzu kommt die bessere Optik, und eine rauschärmere Umsetzung bei höhren ISO-Einstellungen.

Ein anderer wichtiger Faktor für das Bildergebnis ist die Belichtungsmessung. Die kann bei der großen Spiegelreflexkamera unterschiedlich eingestellt werden (Spot oder Mehrfeldmessung). Dadurch lässt sich viel genauer regulieren, wo und wie gemessen werden soll: eher auf die Lichter oder über das gesamte Bildfeld. Bei der Powershot gibt es diese Einstellmöglichkeit nicht, sie hat nur einen zentralen Autofokus in der Bildmitte - die Lichter überstrahlen. Die Helligkeit des Bildes kann man zwar mit der Plus/Minus-Korrektur noch ein Stück weit hin biegen, aber die Ergebnisse überzeugen nicht wirklich, vor allem wenn die Motive so kontrastreich sind wie hier. Etwas besser schneidet die kleine Kamera ab, wenn man ein hell und gleichmäßig beleuchtetes Schaufenster fotografiert.

Fazit: Es muss keine teure 5D sein, aber die Größe des Sensors (und die Menge der darauf untergebrachten Pixel) sind entscheidend dafür, ob Fotos in solchen Situationen Freude machen oder nicht. Deshalb lautet die Devise: wer häufiger bei schlechten Lichtverhältnissen fotografiert, kommt mit einer billigen Kompaktkamera leider nicht weiter. Aber zur Ehrenrettung der A460 sei auf den Foto-Blog verwiesen. Hier zeigt sich nämlich, dass man als Fotograf durch die Wahl des Motivs und die Wahl des Bildausschnitts durchaus nette Bilder schießen kann!

Feuerzungen

Fortsetzung folgt :-)

Freitag, 29. Oktober 2010

Rund um Erding

Gerne weise ich auf die Ausstellung von Christine & Detlev Motz hin:



Wenn man kurzfristig das Angebot erhält, eine Fotoausstellung zu veranstalten, überlegt man es sich. Wenn die optimalen Räume der VHS Erding aber nur 5 Minuten mit dem Auto entfernt sind, sagt man zu.

Die Ausstellung ist bis zum 20.12.2010 zu sehen. Wenn eine Gruppe von Fotografen (ab 5 Personen) erst an einem anderen Tag kommen kann, kein Problem, kleine Führung wird von mir veranstaltet wenn ich zu diesem Zeitpunkt in Erding bin.

Zur Vernissage: Im Gegensatz zu den üblichen Veranstaltungen verzichte ich auf Musik und auch auf lange Ansprachen. Beides habe ich in meinem Leben oft und endlos gesehen. Sie erwarten nur zwei kurze Einführungen, danach können Sie sich den Bildern oder dem Bier oder Wein widmen. Auf einen Besuch würde sich meine Frau und ich freuen.

Mit freundlichen Grüssen

Detlev Motz

Dienstag, 19. Oktober 2010

Der große Fotokurs

Endlich ist es so weit! Es war mal wieder ein bißchen Arbeit, bis das zweite Buch fertig war. Jetzt ist es gedruckt und auf dem Weg in die Buchhandlungen:




Lohnt es sich, das zweite Buch zu kaufen, wenn man das erste schon hat?
Der Fotokurs ist klassischer aufgebaut als das Rezeptebuch. Es beginnt mit Kapiteln über die verschiedenen Kameratypen und ihre Unterschiede; Wissenswertes zu Objektiven und Zubehör - die wichtigsten Dinge, die man mal mal gelesen oder gehört haben sollte. Das hilft nicht nur beim Kauf von neuen Geräten, sondern auch um die Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Ausrüstung besser einzuschätzen. Der Fotokurs ist in diesen Kapiteln ein bisschen technischer, aber trotzdem leicht verständlich.
Ein anderer wichtiger Unterschied: im Rezeptebuch ist nichts über Bildbearbeitung, der Fotokurs enthält einen großen Abschnitt über den Digitalen Workflow, nebst Anleitungen, wie man ein Porträt retuschiert, oder stürzende Linien gerade richtet (Photoshop Elements 8.0).
Natürlich gibt es wieder ausführliche Kapitel für die praktische Anwendung der Kameratechnik, dazu Übungsaufgaben: Wie fange ich bewegte Motive ein, worauf muss ich achten, wenn ich mit dem Blitz arbeite, was sind die häufigsten Fotopannen und wie kann man sie vermeiden. Wir haben wieder an vielen Stellen die Bildpaare (so/so nicht); alle Fotos sind mit den Aufnahmedaten versehen, und... zu jedem Motivbereich (Porträt, Landschaft, Makro...) gibt es eine Art "Checkliste": Worauf sollte man achten und wie stellt man die Kamera am besten für die jeweilige Situation ein. Am Ende des Buches ist auch eine Fehler-Checkliste zum Nachschlagen: woran könnte es liegen, wenn dieses oder jenes Problem auftritt.
Mir war beim Schreiben selber wichtig, dass die beiden Bücher nicht zu redundant werden, obwohl es natürlich immer Überschneidungen gibt. Aber bei einem Preis von 19,90 für 443 Seiten Buch - da macht man garantiert nichts verkehrt...
Zum Verlag mit Leseprobe (PDF)
oder gleich zu Amazon?

Montag, 18. Oktober 2010

Genial oder gefährlich?

Ich war tief erschüttert, als ich neulich aus einem Rundbrief erfuhr, dass man jetzt auch Nikon-Kaffeebecher kaufen könne, die einem Original-Nikon-Objektiv täuschend ähnlich sähen. Dinge, die die Welt nicht braucht, dachte ich. Und wurde flugs von einem Nikon-Kollegen aufgeklärt, dass es von Canon längst so ein Kaffeebecher-Modell gibt!

Und tatsächlich: Google beförderte mich auf die Seiten von Günther Dirks, der sich diesen Becher sofort besorgt und auch fotografiert hatte (herzlichen Dank für die Bilder!):


Ich muss zugeben: das hat mich nun doch beeindruckt.

Aber dann kamen diese dummen, rationalen Bedenken, die ich zu neutralisieren versuchte, indem ich mir einredete: Ja, ich wollte meinen Kaffee immer schon aus einem schlecht zu reinigenden Plastikbecher trinken, und meine zarten Lippen stören sich bestimmt nicht am kruschtelig geriffelten Becherrand. Bei den geringen Mengen verkonsumierten Milchkaffees dürfte es auch nur eine untergeordnete Rolle spielen, ob der Becher irgendwelche Weichmacher enthält, von denen ich die Krätze bekomme. Alles egal.

Die wichtigste Sorge, die ich habe, möchte ich aber an dieser Stelle mit allen fotografierenden Vätern und Müttern teilen:

Liebe Eltern! Wenn ihr euch den Kaffee aus einem so täuschend echten Objektivbecher gönnt, dann passt auf, dass eure Kleinen das nicht missverstehen. Sonst könnte es passieren, dass der kleine Kevin und die niedliche Chantal, irgendwann, in einem unbeobachteten Moment, euer Verhalten nachahmen. Ich versuche mir vorzustellen, was durch den Kopf eines Fotografen schießt, wenn sein Nachwuchs den Kaffee übers bzw. ins echte Objektiv schüttet.
Dieser Kaffee wird dann der vermutlich teuerste des FotografInnenlebens ;-)

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Fotoclub Ottobrunn-Neubiberg lädt ein


Der Fotoclub Ottobrunn-Neubiberg e. V. lädt alle Fotobegeisterten zur diesjährigen, bereits längst zur Tradition gewordenen Rückblende nach Ottobrunn ein.

Gezeigt werden von den einzelnen Mitgliedern gestaltete Bildwände sowie Kurzserien mit Beamerprojektion.
All diese Werke dürfen von den Besuchern in "geheimer Abstimmung" bewertet werden.

Samstag, 23.10.2010
Wolf-Ferrari-Haus, Ottobrunn

Fotokunst in der Rathausgalerie

Interessante Ausstellung für Freunde der Fotokunst:

Rathausgalerie, Marienplatz
»ORT«
Martin Fengel, Jörg Koopmann, Elmar Bambach, Julia Marquart und Birgit Vogel

Eröffnung: Freitag, 15.10.2010, 19:00
Ausstellungsdauer: 16.10.2010 - 26.11.2010

Die Fotografen Fengel und Koopmann haben sich mit den Machern eines jungen, aber schon legendären Fotomagazins aus Berlin zusammengefunden. Ein Magazin über Orte ist namengebend und themagebend für die umfangreiche Ausstellung, die Ortsbesichtigungen von über zwanzig Fotografen zulässt.

Dienstag bis Sonntag von 11:00 bis 19:00 Uhr, Eintritt frei
Zur „Langen Nacht der Münchner Museen” bis 2 Uhr geöffnet,
Eintritt mit Ticket zur „Langen Nacht”

Weitere Infos:
Rathausgalerie München

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Grunz!


Mit dieser Bild/Text-Kombination schlage ich ein neues Kapitel im Blog auf: Bilder und Geschichten. Es heißt ja immer: ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Aber machmal gibt es auch Bilder, zu denen sich eine Geschichte erzählen lässt. Und das hier ist so ein Fall.

Im September gastierte ein kleiner Wanderzirkus in Berg am Laim. Mitten in der Grünanlage, durch die ich morgens jogge, stand auf einmal ein riesengroßes buntes Zelt. Hurra, dachte ich, das passt. Da gehst du mal hin zum Fotografieren. Gedacht, getan.

Zwischen den beiden Vorstellungs-Blöcken gibt es Ponyreiten für Kinder und man darf die Tiere besichtigen. Pferde, Kamele, Lamas, Ziegen und... ein Hängebauchschwein. Einige davon dürfen sich auf dem Gelände frei bewegen. Das Schwein hatte es sich im Heu so richtig schön gemütlich gemacht und grinste mich zufrieden an. Ein nettes Fotomotiv, aber nichts Besonderes. Endgültige Parkposition: Festplatte. Doch dann entdeckte ich beim Durchblättern der Berg am Laimer Wochenzeitung ("Kaas-Bladdl") einen kleinen Artikel über ein "Orientierungsloses Hängebauchschwein". Sofort war klar: ich kenne diese Sau!

Wer sich einer Festnahme durch Flucht entzieht und dann auch noch mit einem dienstlichen Abschleppseil abgeführt wird, hat es verdient, im Blog verewigt zu werden!


Die am häufigsten gestellte Frage

Sind die echt??
























Ja, die sind echt.

Ich nenne das: RGB-Modus für Fotografinnen ;-)
Gelegentlich gibt es sie im s/w-Modus oder in Sepia.
Haltbarkeit: wenn's gut geht zwei Wochen.

Nachtrag 2017: Haltbarkeit erhöht auf drei bis vier Wochen.
Muss an den besseren Läckern liegen :-)

Freitag, 1. Oktober 2010

Wie war die photokina???


Anstrengend!

Nach 2006 und 2008 war das meine dritte photokina. Es war eigentlich wie immer, rein formal betrachtet: viele Stände, viele Neuheiten und insgesamt viel zu viel, um sich einen "Überblick" verschaffen zu können. Informationsüberflutung pur. Wenn man nach etwas Bestimmtem sucht, dann ist es genial, dort zu sein. Man kann vor Ort die Sachen in die Hand nehmen, die Produkte unterschiedlicher Hersteller vergleichen und das eine oder andere auch ausprobieren.

Erfreulich sind die vielen schicken neuen Fototaschen, die allmählich in den Handel kommen - schade, dass ich keine mitnehmen durfte. Aber ich hab ja gerade erst eine neue gekauft.

Apropos Taschen: Manche Leute scheinen vor allem wegen der großen Tüten zu kommen, die es von den Kameraherstellern gibt. Die netteste Szene, die ich dabei beobachten durfte: Ein junger Mann schnappte sich am Nikon-Stand eine Tüte, füllte alles um, was er in der Canon-Tüte hatte, und entsorgte selbige eilig und verschämt hinter einer großen Grünpflanze. [schmunzel]
Liebe Canons, es ist aber auch blöd, dass eure Tüten so dünn und windig sind, und nix aushalten. Die von Pentax waren am schönsten, schick in schwarz/rot. Die meisten Besucher haben dann aber doch die Nikon-Tüten genommen, aber das lag wohl eher daran, dass der Nikon-Stand einer der ersten war, den man "durchlief".

Aufgefallen ist mir in diesem Jahr, wie viele junge Leute (unter 20) dort unterwegs waren. Und nicht wenige der Jungen hatten bereits richtig teure Ausrüstungen dabei. Da scheint sich was zu bewegen...

Wenn es einen massiven Kritikpunkt an der Kölnmesse gibt, dann sind es die Getränkepreise. Ich verstehe, dass man auf einer Messe keine Discounterpreise bekommt, aber 3,30 für eine winzige Flasche Mineralwasser sind unverschämt.
Ob man immer wieder die gleichen Flugschauen mit Adlern und Falken machen muss, weiß ich auch nicht so recht. Es ist ungefähr genauso langweilig, wie die barbusigen Mädels, die den ganzen Tag lächelnd vor einer Farb-Testtafel posieren müssen. Leute geht's noch? Die Kerle sollen ihren Weißabgleich richtig machen...
Also: Ein bißchen mehr Kreativität im Rahmenprogramm könnte an manchen Stellen nicht schaden.

Was mir immer wieder gut gefällt, sind die Ausstellungen in Halle 1. So viele Fotos, so viele Stile und interessante Projekte auf engstem Raum: Die Bandbreite ist gigantisch. Wirklich sehenswert und inspirierend.

Wenn es mir zeitlich "rausgeht", höre bzw. schaue ich mir gerne Vorträge zu bestimmten Themen an. Computer Generated Imaging und 3D-Fotografie haben mich dieses Jahr beeindruckt, aber auch Klassiker wie Studiofotografie (Guido Karp & Co.) nehme ich immer wieder gerne mit. Oder ich ruhe mich etwas aus, wenn Fotografen, von ihrer Arbeit berichten und von den Objektiven und Kameras der Marke xyz schwärmen. Zwischen den Lobhudeleien fallen auch immer wieder interessante Sätze.

Die photokina ist natürlich auch: Leute treffen, mit denen man sonst nur per E-Mail oder Telefon in Kontakt steht. Die Standparty des Galileo-Verlags war eine solche Gelegenheit. War schön, nette Leute kennen gelernt - VerlagsmitarbeiterInnen und auch andere Autoren.

Fazit: ich komme wieder. Dann vielleicht auch mal für zwei oder drei Tage, damit ich an Workshops teilnehmen und noch ein paar mehr Fotos von Köln schießen kann...

Montag, 20. September 2010

Subjektives Erleben


Der Wein im Urlaub schmeckt immer besser, als die gleiche Sorte zu Hause...
Das Erlebnis kennt wohl jeder, und mit den Fotos ist es oft nicht anders. Das subjektive Erleben vor Ort lässt sich nicht ins zweidimensionale Foto übertragen, manchmal nicht einmal annähernd.

Bei dieser Aufnahme war die Diskrepanz für mich besonders frappierend, zumal ich das Bildergebnis vor Ort sehen, und mit dem vergleichen konnte, was meine Augen gesehen hatten: während ich mich am isländischen Skogafoss auf den Wasserfall zu bewegte, war ich eingehüllt von feinsten Wassertröpfchen. Die Vormittagssonne wurde tausendfach gebrochen, es entstanden Regenbögen, die nicht nur mitwanderten, sondern mich sogar umschlossen.
Wer schon mal unter einem Regenbogen durch laufen wollte, wird verstehen, dass man mit einer Kamera in der Hand natürlich versuchen wird, den Moment festzuhalten, in dem man mitten in einem Regenbogen steht.

Aber... was war auf dem Foto zu sehen? Ein, zugegeben netter, Halbkreis aus Licht vor mir, darüber noch angedeutet ein zweiter. Würden Sie mir glauben, wenn ich Ihnen sage: es waren drei Regenbögen und einer war um mich herum? Nein, Sie würden mich für eine esoterische Spinnerin halten, denn die Kamera ist unbestechlich. Oder vielleicht doch nicht?

Mittwoch, 15. September 2010

Der erste Kandidat ist gefallen


Gestern spät abends auf dem Heimweg: gut, dass die G11 im Rucksack war.
Aufnahme aus der Hand (!) ISO 3200 | f2,8 | 1 Sekunde Belichtungszeit

Traut euch! Auch wenn so ein Foto mal ein bißchen unscharf wird. Wer damit gar nicht leben kann, muss nach Hause laufen und mit Stativ wieder kommen.

Donnerstag, 9. September 2010

Die Kandidaten


Wie angekündigt geht es mit meinem persönlichen Streetview-Projekt los.
Dafür habe ich mir einige Kandidaten ausgesucht.
Mal sehen, was aus ihnen wird - und wie lange es dauert.

Dienstag, 7. September 2010

Google Streetview

Ich möchte die Frage von Thomas (Eishin) noch mal für diesen Blog-Artikel aufgreifen:

Wer dokumentiert unsere aktuelle Welt/Umgebung/Alltag 2010 um uns herum, über den dann unsere Kinder/Enkel sagen "mei ...."


Google Streetview tut das. Und zwar mit einer nie dagewesenen Konsequenz. Es wird immer viel gewettert über Google, und ich finde auch nicht alles gut, was da so läuft. Aber wer sonst hat die Möglichkeit, die größten Städte der Welt so umfassend fotografisch zu dokumentieren? Für mich ist Streetview bereits heute eins der dokumentarisch wertvollsten und zeitgeschichtlich relevantesten Projekte, die es je gegeben hat. Streetview fände ich bedenklich, wenn man die Bilder regelmäßig aktualisiert oder Webcams installiert. Aber dazu ist der Aufwand viel zu groß. Streetview ist vor allem eins: eine Momentaufnahme: die Welt 2010.

Wir sind geneigt zu glauben, unsere Umgebung wäre etwas "Dauerhaftes". Da unterliegen wir leider einer massiven Täuschung, und diese Täuschung beruht auf Gewohnheit. Was wir täglich sehen, verändert sich scheinbar nicht. Wenn wir aber ein halbes Jahr nicht mehr durch eine gewohnte Umgebung gefahren sind, stellen wir auf einmal fest: hoppla, die alte löchrige Straße hat einen neuen Belag bekommen. Und da hinten wurde ein Baum gefällt. Auf den ersten Blick erscheint das belanglos und minimal. Aber die Summe aus vielen kleinen Fältchen lässt am Ende eben doch keinen Zweifel mehr zu: hat sich ganz schön verändert, die alte...

Nebenbei bemerkt: in Google Earth steht immer noch unser Tisch auf dem Balkon einer Wohnung, aus der wir vor vier Jahren ausgezogen sind. Hoffentlich kommt kein Dieb auf die Idee, rauf zu klettern, und ihn zu klauen!


Wie lange wird es hier wohl so aussehen?
Wenn ich ein Google Streetview wäre,
dann hätte ich ziemlich viele Baustellen auf meiner Homepage.


In unserem jetzigen Stadtviertel, wird in diesen Tagen sehr viel abgerissen und neu gebaut. Alte kleine Hexenhäuschen werden von der Abrissbirne niedergemacht, die Vorgärten mit den alten Obstbäumen und Blumengärten weichen schicken modernen Neubaufassaden, die bis an die maximale Bebauungsgrenze des Grundstücks heran gezogen werden. Hier ein neuer Zaun, da eine andere Hecke, und ein anderer Nachbar malt sein Haus neu an. Die Straßenzüge verändern ihr Gesicht innerhalb weniger Wochen. Ganz abgesehen davon, dass die Straßen im Winter oft ganz anders aussehen als im Sommer, allein durch die wechselnde Vegetation.

Immer noch besorgt? Schützen Sie Ihr Haus durch eine google-sichere Hecke! Da schießt keiner drüber oder durch, garantiert! Und vielleicht kriegt man ja auch noch ein paar Punkte in Sachen Ökobilanz.

Na, wie dem auch sei: die Idee für ein Langzeit-Fotoprojekt, mein persönliches "Streetview", ist schon mehrere Jahre alt. Jetzt habe ich so viele Baustellen um mich herum, dass ich es gerne in Angriff nehme. So lange ich noch von der öffentlichen Straße aus fotografieren darf, werde ich also die Veränderung meiner Umgebung dokumentieren.

Wenn der Widerstand gegen Google in absehbarer Zeit dazu führt, dass niemand mehr Hausfassaden knippsen darf, dann geht nicht nur für mein Projekt das Licht aus, sondern für alle begeisterten Amateurfotografen. Viel Spaß beim Indoor-Knipsing mit juristisch wassersicherem Model-Release vom Opa.

Wenn es so weit kommen sollte, dann handle ich mit Optionen auf Studio-Equipment-Hersteller-Aktien oder werde ... ach, mir fällt bestimmt irgendwas ein ;-)

Unser Alltag 2010


Thomas (Eishin) hat mir neulich ein Foto fürs Waschbecken-Projekt zugeschickt.
(Vielleicht erinnert sich jemand an www.fotoprojekte.net – bis Ende des Jahres sammle ich noch weiter.) In diesem Zusammenhang tauchte ein ganz interessantes Thema auf. Er schreibt:


"Es gibt doch nichts faszinierenderes, als alte Fotos anzuschauen (mei wie schau'n die denn aus! schau mal das alte Dingsbums!). Aber wer dokumentiert unsere aktuelle Welt/Umgebung/Alltag 2010 um uns herum, über den dann unsere Kinder/Enkel sagen "mei ...."


Ich glaube: wir alle tun das, indem wir die oft verschmähten Erinnerungsfotos machen. Das Problem dabei ist, dass bei den typischen Bildmotiven meist Personen im Vordergrund stehen. Genauso interessant sind aber auch Gegenstände und Umgebungsfotos. Heute fotografieren wir einen Oldtimer, weil er ungewöhnlich ist. Aber wer würde schon ein aktuelles Mittelklasse-Auto fotografieren, von dem er Hunderte am Tag vorbei fahren sieht? Im Alltäglichen schlummert das Besondere. Manchmal dauert es ein paar Jahre, bis uns das klar wird...

Pano-rama-dama


Ja, wenn man Fotolehrbücher schreibt, dann sollte man als gutes Vorbild durch die Welt gehen. Gesagt, getan: Knippse einpacken, gemütlich nach dem Frühstück ins Umland fahren, und exakt um 12 Uhr mittags ein Landschaftsfoto machen. Kameraeinstellung "P", Belichtungsmessung Automatisch, Stativ: Fehlanzeige.

Am Ende nehme man die entstandenen sechs Einzelaufnahmen, werfe sie in Photomerge klicke auf "automatisch ausrichten" und: fertig ist das Panorama.

Man könnte sagen: alles genau so gemacht, wie es der Superprofi nie im Leben machen würde.
Erstaunlich ist dabei nur eins: es sieht gar nicht so schlecht aus, oder?

Bei akademie gibt's jetzt einen kleinen Artikel, wie man schnelle Panoramas macht

Dienstag, 20. April 2010

Poladroid

Für alle, die ebenso traurig sind wie ich, dass es keine Polaroid-Fotos mehr gibt, hier die digitale Alternative: Poladroid



Nach dem Herunterladen und Installieren startet man das Programm und es erscheint eine schwebende Polaroid Kamera. Man kann seine Foto-Dateien nun z.B. direkt aus dem Windows Explorer auf die Kamera ziehen, und die Verarbeitung startet. Wie man es aus alten Tagen kennt: es dauert eine Weile, bis das Foto fertig entwickelt ist. Den Entwicklungsprozess kann man live am Bildschirm mitverfolgen und sich von Zwischenständen eine Kopie anfertigen lassen. In den Voreinstellungen kann man angeben, wo Poladroid die Bilder standardmässig abspeichern soll. Ich habe mir dafür einen eigenen Ordner /poladroid angelegt.

Den Ende des Entwicklungsprozesses markiert die Software mit einem roten Kringel am weißen Bildrahmen. Es können mehrere Bilder gleichzeitig entwickelt werden, das Zuschauen macht sehr viel Spaß. Nach einer bestimmten Anzahl von Fotos ist die Kartusche leer. ;-)
Das Programm muss aber nicht neu installiert werden, es genügt ein Neustart. Wenn es trotzdem eine Fehlermeldung gibt: bei Windows mal in die Taskleiste unten rechts am Bildschirm klicken und Poladroid dort ebenfalls beenden. Nach dem nächsten Neustart geht es wieder weiter.

Die Fotos fallen bei mehrmaligem Entwickeln unterschiedlich aus: Magenta- oder Grünstiche, unterschiedliche Unschärfen oder Vignettierungen... eine echte Alternative zu RAW und perfektem Weißabgleich ;-)

Da Polaroids immer quadratische Formate haben, werden die rechteckigen Originalformate automatisch zurechtgestutzt. Falls das Motiv ungünstig beschnitten wird, kann man, gänzlich un-analog, das Ausgangsfoto vorher selbst (in einem anderen Programm wie z.B. Irfan View o.a.) zurechtstutzen, um dem gewünschten Poladroid-Bildausschnitt nachzuhelfen.

In den Voreinstellungen kann man außerdem wählen, ob man Verunreinigungen (Kratzer, Fingerabdrücke) mit auf Bild und Rahmen haben möchte.
Bei flickr gibt es eine Menge Beispiele zum Anschauen und Mitmachen.

Herunterladen bei http://www.poladroid.net

Fazit: Macht Spaß!

Mittwoch, 14. April 2010

Neues vom Buch...

Das Buch "Rezepte für bessere Fotos" ist in die Liste der Nominierungen für den Deutschen Fotobuchpreis 2010 in der Kategorie Fotolehrbücher aufgenommen worden. Das heißt, das Buch zählt zwar nicht zu den Siegertiteln, hat der Jury aber so gut gefallen, dass es diesen Nominierungstitel erhält, und an der Wanderausstellung des Deutschen Fotobuchpreises 2010 teilnimmt – zusammen mit den Siegern.



Dazu auch eine aktuelle Rezension bei Yellowtab

und ein Interview bei Media-Mania

Samstag, 6. März 2010

Mit diesen Gratis-Tipps werden Ihre Fotos sofort perfekt!

Ha, hab ich Sie erwischt? Wer kennt diese und ähnliche Überschriften nicht? Schnell abonniert der geneigte Foto-Amateur einen kostenlosen Newsletter, bekommt ab sofort regelmässig Mails, und da sind auch tatsächlich Tipps drin. Aber nach jedem Absatz kommt die unvermeidliche Aufforderung JETZT hier zu klicken, um noch mehr Tipps zu erhalten. In dem Verwirrspiel von blinkenden Buttons "Gratis - gratis" und "Nur noch kurze Zeit" übersieht man irgendwann den kleinen Hinweis (Versand 9.80 EUR). Irgendwann wird schon irgendeiner auf DOWNLOAD klicken, und für teures Geld die Heft-Serie mit den CDs am Hals haben... Dabei sollten die Fotos doch schon mit den Gratis-Tipps SOFORT PERFEKT werden!

Lassen Sie sich nicht für blöd verkaufen. Wenn Ihnen jemand verspricht, dass Sie von heute auf morgen perfekte Fotos machen werden, dann ist das genauso seriös wie das Versprechen, dass Sie innerhalb von 5 Tagen 30 Kilo abnehmen werden.

Außerdem hatte der Satz noch ein Nachspiel: Jedes Ihrer Fotos wird ab heute sofort perfekt,
wenn Sie die Tipps in diesem Newsletter umsetzen.

Genau das ist der Punkt. Sie können Tipps lesen, bis Ihnen der Kopf schwirrt: erst wenn Sie sie umgesetzt haben, sind Sie wirklich einen Schritt weiter. Aber genau an dieser Umsetzung hapert es. Da hat man gute Absichten, aber auf einmal keine Zeit zum Üben. Und wenn man sich dann doch endlich aufrafft, steht man in der freien Wildbahn, die Kamera in der Hand und erkennt, dass man das, was im Tipp beschrieben war, eigentlich gar nicht verstanden hat. Welcher Knopf war das jetzt gleich noch mal? Kein Tipp der Welt hilft Ihnen in diesem Moment weiter. Sie brauchen jemanden, den Sie fragen können, und zwar gleich. Und es kann passieren, dass Sie zweimal oder dreimal da stehen, wie der Ochs vorm Berg. Aber wenn Sie sich dieser (zugegeben frustrierenden) Erfahrung nicht aussetzen, werden Sie nicht weiter kommen. Aber irgendwann fällt der Groschen.

Fotografieren ist ein komplexer Vorgang, den man verstehen und üben muss. Es ist wie beim Erlernen eines Musikinstruments. Niemand erwartet, dass er innerhalb weniger Tage und nach zwei oder drei Unterrichtsstunden ein Klavierkonzert von Tschaikowsky spielen kann. Jeder weiß, dass es eine Weile dauert, bis man das Instrument beherrscht, und dass es darüber hinaus auch noch Unterschiede zwischen Freizeitmusikern und Konzertpianisten gibt: die einen üben und spielen, wenn Sie Zeit und Lust haben, während der Profi jeden Tag acht Stunden lang trainiert.

Nur weil wir beim Fotografieren ein technisches Gerät benutzen, denken die meisten, es würde reichen, auf einen oder zwei Knöpfe zu drücken, und dann käme die Perfektion automatisch aus der Kamera. Das ist leider falsch. Aber die Automatik! werden Sie vielleicht einwerfen. Klar, die gibt es. Aber welcher Pianist würde sich an einen Flügel setzen, der einprogrammierte Melodien abspielt?

Beim Fotografieren gibt es das Licht, Farbe, Kontraste, Bewegung, Größenverhältnisse, Abstände von Objekten, Linien... Darüber steht nichts in den Bedienungsanleitungen. Sie brauchen vor allem eins: Erfahrung. Und die bekommen Sie nur durch praktische Übung.

Ich werde diesen elenden kostenlosen Fototipp-Newsletter gleich wieder abbestellen, denn ich hasse es, mir die relevanten Tipps aus einem Berg von Werbemüll heraus klamüsern zu müssen. Wie muss es da wohl einem Einsteiger gehen, der nicht unterscheiden kann, was relevant ist!?

Mittwoch, 3. März 2010

Kunstlinks - Fernsehtipps zur Fotografie

Auch im März gibt es wieder einige interessante Sendungen über Fotografie / Fotografen. Wer ein bißchen über den Tellerrand gucken möchte, findet auch Inspirationen für Fotomotive in Sendungen über Maler oder Architekten...

Quelle: Kunstlinks Fernsehtipps Nr. 119 - 5. März - 2. April 2010
http://www.kunstlinks.de

PDF ansehen

Sonntag, 14. Februar 2010

Kann man Musik sehen?

Dieser Frage bin ich unlängst in Dr. Martina Mettmers Buch "Wie man ein großartiger Fotograf wird" begegnet. Und ich muss zugeben: das hat mich beschäftigt.
Nein, natürlich nicht. Musik kann man nicht sehen.
Aber wie ist das mit Lärm oder Geräusch?

Heute bin ich über einen Begriff gestolpert, der mich so unglaublich fasziniert, dass ich ihn immer wieder aufsagen muss. Nein, lesen reicht nicht. Bitte sprechen Sie ihn aus, ich bin sicher, Sie werden auch Ihren Spaß daran haben:

VISUAL NOISE

Schönes Wortpaar! Ausgesprochen wird es etwa so: WISCHUELL NEUHS. Betonen Sie WISCHUELL auf der ersten Silbe mit einem kurzen i und für eine korrekte Aussprache muss das LL leicht mit der Zunge nach hinten gerollt werden: WÍschue(h)ll Neuhs.

So ein Quatsch, werden Sie jetzt bestimmt denken, aber: bitte nicht so voreilig. Wenn Sie ein großartiger Fotograf werden möchten, dann müssen Sie zwar keine großartige Kamera kaufen, aber wenn Sie Fachzeitschriften lesen, lohnt es sich immer, ein paar Fachbegriffe zu kennen.  

Wischuell Neuhs sollte ab jetzt Ihren Wortschatz erweitern und bereichern. Es handelt sich um eine Maßeinheit für ein neues Testverfahren, bei dem das Rauschverhalten von Kamerasensoren unter die Lupe genommen wird.
Der englische Fachbegriff für das seltsam anmutende deutsche Wort "Bildrauschen" lautet   "Noise". Noise/Bildrauschen bezeichnet unschöne winzige Farbflecken im Digitalbild, die vor allem im Zusammenhang mit wenig Licht und hohen ISO-Werten auftreten. Wenn man sich eine neue Kamera kauft, tut man gut daran, sich die "Rauschwerte" oder das "Rauschverhalten" einer Kamera anzuschauen. Je niedriger die Messwerte, desto besser, weil das Foto weniger grieslig aussieht.

"Das revolutionäre Visual-Noise-Verfahren" ermöglicht es nicht nur, das Rauschen an sich als abstrakten Laborwert zu messen, sondern berücksichtigt dabei erstmals, als wie störend das Rauschen bei der visuellen Betrachtung eines Fotos denn tatsächlich empfunden wird."

Das ist toll. Ich begrüße (!wirklich! ohne Häme) die Erkenntnis, dass rein technisch gemessene Laborwerte in der Praxis vielleicht gar nicht so relevant sind, und dass es viel mehr darauf ankommt, ob man einen Effekt im Bild subjektiv störend findet oder nicht. Aber es tun sich mir zwei Fragen auf: erstens - gibt es neben der visuellen auch eine akustische Betrachtung eines Fotos? Und zweitens: woher wissen die im Testlabor, wie stark MICH das Rauschen stört?

Über die Sinnhaftigkeit von Kameratests kann man lange boshafte Glossen schreiben. Die Redakteure der Fachzeitschriften sind auch nur Menschen und machen ihre Arbeit - meistens auch sehr gut. Aber muss ich deshalb jetzt in meinen Kursen auch noch so dämliche Begriffe wie "wischuell neuhs" lallen? Wenn ich nicht aufpasse und undeutlich spreche, dann denken die Teilnehmer vielleicht, mit Rauschverhalten wären die Trinkgewohnheiten ihrer Kursleitung gemeint?! Ups. Da gehe ich vorher vielleicht doch zu Dr. Higgins und nehme, wie die gute Eliza Doolittle, ein wenig Sprachunterricht: Flasche auf, den Korken zwischen den Zähnen einklemmen und üben: wischuell neuhs?

Mit "My Fair Lady" sind wir nun doch wieder bei der Musik gelandet.  Ich fasse zusammen:

Wenn man Musik nicht sehen, den subjektiven Noise (Lärm), den meine Augen wahrnehmen, aber auf einem Kamerasensor messen kann, dann... kommt bestimmt beizeiten auch eine Kamera auf den Markt, mit der ich visuelle Musik akustisch aufzeichnen kann. Ich kauf so ein Gerät aber nur, wenn es auch eine eingebaute HDRI-Funktion für extreme Tonwertspreizungen hat, mir in einem Histogramm genau anzeigt, wie sich die Töne auf einer Skala von 0-255 verteilen - und wenn sie eine automatische Melodie-Erkennung hat, bei der ich im Display den Titel des Musikstücks eingeblendet bekomme.
Wenn man gleichzeitig damit auch noch twittern kann... vielleicht sollte Apple anfangen, Kameras zu bauen ;-)

Die Rubrik "Der Blinde Fleck"

Jeder hat ihn: Der Blinde Fleck* ist eine Stelle im Auge. Da, wo die Sehnerven ansetzen, um die Lichtimpulse zum Gehirn zu übertragen, befinden sich keine Sehzellen. Das menschliche Auge ist an dieser Stelle blind. Übertragen wurde dieser Begriff auch in die Psychologie, und steht für Teile des Selbst oder Ichs, die von einer Persönlichkeit (an sich selbst) nicht wahrgenommen werden.

Hier in diesem Blog steht die Rubrik "Der Blinde Fleck" für Beiträge, die nicht ganz ernst zu nehmen sind: Kuriositäten, Gedanken, die sich nach der Lektüre von Fotoliteratur jedweder Art verselbständigt haben, oder die nach Diskussionen mit anderen Fotobegeisterten übrig geblieben sind - natürlich stets mit einem Augenzwinkern...


*Wer es genau wissen möchte, kann z.B. bei Wikipedia mehr darüber nachlesen:
Blinder Fleck (Auge)
Blinder Fleck (Psychologie)

Mittwoch, 10. Februar 2010

Das Unmögliche möglich machen

...dafür bist du doch da! sagte ein Teilnehmer im gestrigen Kurs scherzhaft, als es um die so häufig gestellte Frage ging, wie man schnell bewegte Objekte bei wenig Licht gut fotografieren könne.

Die Werbung der Kameraindustrie funktioniert hervorragend, denn sie suggeriert den Hobbyfotografen, dass man mit einer modernen Kamera nur noch aufs Motiv draufhalten müsse, und perfekte Bilder bekommt. Dass das so nicht funktioniert, stellen die meisten Kamerabesitzer relativ schnell fest. Sie suchen den Fehler nicht bei der Kamera, sondern bei sich selbst. Eine so teure oder gute Kamera macht keine Fehler - es muss daran liegen, dass man sie nicht richtig bedienen kann. Stimmt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.



Selbst der beste Fotograf mit der neuesten Ausrüstung wird bei bestimmten Lichtverhältnissen (wenig Licht, bewegte Motive) keine perfekten Fotos schießen können. Es gibt Grenzen. Das zu erkennen und zu akzeptieren, fällt auch den  so genannten Profis schwer, aber es ist ein wichtiger Bestandteil des Fotografieren-Lernens.

Bei ungünstigen Lichtverhältnissen 
oder unfotogenen Motiven 
ist es eine Kunst, 
NICHT auf den Auslöser zu drücken!

Andreas Feininger
 


Geht nicht gibt's nicht? Gibt es doch.
Die Schwierigkeit für den Anfänger besteht darin, heraus zu finden, ob es nun wirklich an den unmöglichen Gegebenheiten gelegen hat, oder an der eigenen (vermeintlichen) Unfähigkeit. Die fotografischen Zusammenhänge (Blende, Belichtungszeit, ISO und ihre Auswirkung aufs Bild) zu kennen, ist die wichtigste Grundlage. Üben und Erfahrungen sammeln ist der zweite wichtige Schritt. Auch Fotografenmeister fallen nicht vom Himmel :-)

Montag, 8. Februar 2010

Wie fotografiere ich das Exterieur eines Pferdes?

Zugegeben: eine Frage, die nicht jeden Tag gestellt wird. Da ich selbst den Reitsport vor über 10 Jahren aufgegeben habe, gibt es auch nur alte analoge Fotos, um die Antwort auf die Frage zu bebildern.

Aufnahmeposition
Der Fotograf (oder die Fotografin) steht im 90° Winkel zum Motiv, idealerweise etwa auf Höhe des Widerrists. Bei kleinen Pferden kann es sinnvoll sein, eine etwas tiefere Aufnahmeperspektive einzunehmen, denn: fotografiert man von unten nach oben, sieht das Pferd größer aus, als es ist - oder es wirkt kleiner, wenn man die Kamera nach unten richtet. Auf jeden Fall werden durch schräge Winkel die Proportionen verändert, deshalb: Kamera und Pferd gerade halten, ggf. vom Stativ arbeiten. Verzerrungen kann man sich natürlich auch zunutze machen - z.B. um eine zu mächtige Hinterhand etwas zierlicher erscheinen zu lassen...

Brennweite
Wie beim Porträt sollte kein Weitwinkel eingesetzt werden, da es zu stark verzerrt, also besser Objektive zwischen 50 und 100 mm verwenden. Daraus ergibt sich automatisch auch der Abstand zwischen Fotograf und Motiv: das Pferd soll vollständig abgebildet werden, d.h. man braucht mindestens drei bis vier Meter Raum zwischen sich und dem Pferd. 

Ausprobier-Tipp: Fotografieren Sie Ihr Pferd von der Seite, einmal mit dem 18 mm Weitwinkel aus kurzer Distanz und danach mit einem 80 mm Objektiv aus etwas größerer Entfernung, und vergleichen Sie die Proportionen. 

Kamera-Einstellungen
Die Belichtungszeit sollte nicht länger sein als 1/125 sek (Tv/S auf 125 - 180 oder 250 stellen), um Bewegungsunschärfe oder Verwackeln zu vermeiden.

Die Blende sollte nicht ganz offen sein, damit die Schärfentiefezone tief genug ist, um beide Beine und ggf. auch eine leichte Schrägstellung des Pferdes auszugleichen: f5,6 sollte in den meisten Fällen ausreichen.
[je weiter man die Blende schliesst, desto größer die Schärfentiefezone, aber desto mehr verlängert sich die Verschlusszeit -> Verwacklungsgefahr wächst]

Diese Werte sind Richtwerte, kein absolutes Credo. Je nachdem, ob das Foto an einem hellen/sonnigen oder bedeckten Tag gemacht wird, kann es nötig sein, den ISO-Wert zu erhöhen, um die erforderliche Belichtungszeit zu erreichen.

Eventuell kann es sinnvoll sein, den Weißabgleich zu verändern. Bei den Beispielbildern unten sieht man, dass das Foto oben im Schatten des Hauses einen typischen leichten Blaustich aufweist. In so einem Fall würde man heute den WB auf "Schatten" umstellen für eine wärmere Bildwirkung.

Die Serienbildschaltung kann sinnvoll sein. Obwohl das Pferd steht und sich eigentlich nicht bewegen sollte, gibt es viele kleine Bewegungen, die schnell ablaufen, ohne dass man sie beeinflussen könnte: dazu zählen das Schlagen mit dem Schweif und das ständige Spiel mit den Ohren. 

Licht
Üblicherweise entstehen Pferdefotos im Freien bei Tageslicht. Im Hinblick auf die nötigen Verschlusszeiten ist es am leichtesten, wenn es ein heller Tag ist.
Wie in den meisten anderen Bereichen der Fotografie steht und fällt die Qualität einer Aufnahme mit den Lichtverhältnissen: Sonne ist wünschenswert, aber das Licht sollte nicht zu hart und kontrastreich sein. Die Mittagszeit eher meiden.

Am frühen Vormittag und späten Abend ist das Licht für Fotos i.A. am schönsten, aber achten Sie auf harte Schlagschatten, die stören könnten. An einem trüben bedeckten Tag ist die Ausleuchtung gleichmäßiger, die Fotos wirken aber nicht so attraktiv. Ein Aufhellblitz kann sowohl bei Sonne wie auch bei diffuser Beleuchtung sinnvoll sein, der Blitz darf aber keinesfalls die Hauptlichtquelle sein.


Location / Hintergrund
Ein unruhiger Hintergrund stört immer - auch beim Pferdefoto. Deshalb ist es wichtig, einen Platz zu finden, wo möglichst wenige störende Objekte innerhalb des Bildfeldes erscheinen.  Im Idealfall ist zwischen Pferd und dem ruhigen Hintergrund (z.B. eine Mauer) mehrere Meter Platz. Zäune sind zwar ein normaler "natürlicher Bestandteil" von Reitställen, als Hintergrund für Bilder eignen sie sich leider nicht so gut. Die harten Linien der Zäune lenken ab.

Wenn es nicht ohne Zaun geht, dann das Pferd möglichst weit entfernt davon aufstellen. Professionelle Pferdefotografen bringen manchmal sogar einen sehr großen Hintergrundstoff mit, um für einen solchen ruhigen (und zudem auch noch edel wirkenden) Hintergrund zu sorgen. Das sollte man nur dann machen, wenn man wirklich viel Erfahrung mit Pferden (und dem Fotografieren) hat. Alles, was sich normalerweise nicht in der gewohnten Umgebung eines Pferdes befindet, neu ist und fremd, sorgt für Nervosität - und die ist immer kontraproduktiv. 

Achtung, Nervensache!
Richten Sie die Grundeinstellungen an der Kamera ein, bevor das Fotoshooting beginnt. Arbeiten Sie zügig, aber nicht hektisch. Nehmen Sie sich so lange Zeit, bis die ideale Aufnahme im Kasten ist. Angst vor Pferden sollte man nicht haben, wenn man sie fotografiert. Nehmen Sie auch keine ängstlichen Assistenten mit.

Im oberen Beispielbild ist der Hintergrund zwar relativ ruhig, aber nicht sehr günstig: die diagonale Linie hinter dem Pferd kann die Proportionen visuell anders erscheinen lassen, auch die dunklen Fenster wirken störend. Zudem ist die Beinstellung nicht optimal, deshalb auch ein Wort zum...

 
Pferde-Posing
Das Pferd sollte gerade stehen, also die Hinterhand nicht vom Fotografen weg oder in Richtung Fotograf drehen (-> Verzerrung)
Es sollten stets alle vier Beine des Pferdes zu sehen sein, und zwar so wie im mittleren Bild. Während es auf dem Dressurviereck beim Halten ein Fehler ist, wenn das Pferd nicht geschlossen auf allen vier Beinen steht, ist für das Foto genau das Gegenteil gefragt: die weiter entfernten Beine stehen enger zusammen. Im unteren Bild verdecken die beiden linken Beine des Pferdes die rechten und das rechte Hinterbein müsste weiter unter dem Pferdebauch nach vorne kommen anstatt nach hinten ausgestellt zu sein.

Der Schweif sollte möglichst frei getragen werden. Schweifschlagen zerstört jede Aufnahme, also möglichst nicht an einem Tag oder in einer Umgebung fotografieren, wo zu viele lästige Fliegen und Bremsen das Stillstehen zur Tortur machen.
Der Kopf des Pferdes darf leicht in Richtung Fotograf gedreht sein - so wie im mittleren Foto. Denken Sie an den Stil alter englischer Stiche. Ein wacher und interessierter Gesichtsausdruck ist fotogener als ein dösender Blick, dem entsprechend sollte der Fotograf besonders dann auslösen, wenn die Ohren gespitzt sind. Bei sehr ausgeglichenen Pferden kann ein Helfer mit Papier rascheln, um für mehr Spannung in der Pferdepose zu sorgen.

Der Helfer oder die Helferin, die das Pferd aufstellt und hält, sollte im Foto nicht zu sehen sein, muss also die Zügel so weit durchhängen lassen, dass sie weit genug vom Pferdekopf entfernt stehen kann. Die Zügel sollen, wie beim Reiten auch, nicht verdreht sein; den Sitz des Reithalfters genau überprüfen und das Pferd nicht mit Leckerli füttern oder fressen lassen, weil ein vollgeschlabbertes Maul nicht gerade vorteilhaft aussieht.

Es versteht sich von selbst, dass beim Pferde-Shooting die gleichen Vorbereitungen getroffen werden, wie bei einem Personen Shooting: Kämmen, Bürsten, Hufe einfetten, Schweif verlesen, Lederzeug aufpolieren, Boden fegen...

Bei Offenstall- und Freizeitpferden muss vielleicht nicht ganz so viel getrimmt werden, aber je edler das Ross auf dem Foto aussehen soll, desto mehr Details sollte man im Auge haben.

Aus Sicherheitsgründen sollte mit einer Zäumung (Trense) anstatt nur mit einem Stallhalfter fotografiert werden. Falls Sie Pferde im Auftrag und gegen Bezahlung fotografieren (wollen), erkundigen Sie sich nach den Tarifen für eine Betriebshaftpflicht für Fotografen. Interessant kann es auch sein, ob der Pferdehalter eine Tierhalterhaftpflicht hat. 

Die Sicherheit der tierischen Modelle, FotografIn, Helfern und Zuschauern hat oberste Priorität - geben Sie sich also lieber mit einem nicht ganz so perfekten Foto zufrieden, denn erzwingen lässt sich nichts. 

Ergänzungen und Anmerkungen von FotografInnen, die sich schwerpunktmäßig mit der Pferdefotografie beschäftigen, sind an dieser Stelle erwünscht.

Freitag, 5. Februar 2010

RAW oder JPG?

 

Hoppla, da ist ja ein 699 KB kleines JPG zwischen die RAW-Dateien geraten! 
Wie geht denn das?

In den Kursen werde ich oft gefragt: muss ich denn alles in RAW fotografieren? Und ich antworte dann gerne: kommt drauf an...

Es kommt darauf an, was später mit den Bildern geschehen soll. Es kommt auch darauf an, ob ich bereit (und in der Lage bin), meine RAWs entsprechend zu entwickeln - d.h. am PC sitzen, mit Programmen herum jonglieren und Bilder optimieren. Nicht jedermanns Sache. Will ich ein schnelles Ergebnis, wenig Aufwand? Dann ist das JPG ok. 

Aber was, wenn ich es noch nicht weiß? Wenn ich vielleicht später entdecke, dass ich doch ein Händchen für die Nachbearbeitung habe? ... Vergessen Sie's. Ich kenne niemanden, der sich intensiv mit Fotodateien beschäftigt, die älter sind als ein halbes Jahr.

Wenn ich mir allerdings den Unterschied zwischen 699 KB und 12 MB anschaue, dann stellt sich schon die Frage, ob es nicht vielleicht doch ein bißchen mehr sein dürfte? Vor allem, wenn ich bedenke, dass das eine oder andere Bild sicher mal gedruckt oder als Poster vergrößert werden soll.

Zunächst mal zur Frage, wieso hier ein einzelnes JPG zwischen die ganzen riesengroßen RAW-Bilder gekommen ist: während ich bei diesem Fotospaziergang die meisten Aufnahmen mit einer der Halbautomatiken (Blenden- oder Zeitautomatik) gemacht hatte, ist mir der Einstellknopf einmal versehentlich auf die Vollautomatik gerutscht. Schon ist es passiert: in der Vollautomatik erzeugt die Kamera eben nur JPG-Formate, und das, obwohl ich in den Grundeinstellungen als generelles Format RAW eingestellt hatte. Gut zu wissen.

An der Canon G11 gibt es die bequeme Option RAW + JPG ...auch - es hat nur ein bißchen gedauert, bis ich sie gefunden hatte. 
Wenn es keine solche Kombination gibt, muss man sich entscheiden. Das größte JPG wird bei der Einstellung auf maximale Größe selten größer als 1MB. Angenehm ist das im Hinblick auf die Festplattenkapazität. Wer viel fotografiert, und RAW einstellt, bringt schnell mal etliche Gigabyte mit nach Hause. Macht ja nichts, wir haben ja große Festplatten? Nein, so einfach würde ich es mir nicht machen.

Gerade bei so großen Datenmengen werden die Bildanalyse nach dem Fotospaziergang und das radikale Löschen unnötiger Doubletten besonders wichtig. Ich fotografiere mit dieser Kamera jetzt alles in RAW, beschäftige mich aber auch intensiver mit den Motiven. 

Weniger ist mehr - nicht im Hinblick auf die Dateigröße, sondern eher im Hinblick auf die Fotomotive, die nach einem Spaziergang übrig bleiben.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Kunstlinks - Fernsehtipps zur Fotografie

Auf der Seite www.kunstlinks.de gibt es jeden Monat Fernsehtipps, die man per E-Mail abonnieren kann. In der Liste der interessanten Sendungen finden sich auch immer wieder Filme über die Arbeit von bekannten Fotografinnen/Fotografen oder auch über die Entstehung von berühmten Fotos.

Die Foto-Fernsehtipps ziehe ich mir immer heraus, damit ich weiß, wann ich meinen Videorekorder programmieren muss. Wer sich auch dafür interessiert, kann sich entweder selbst die Liste von Kunstlinks abonnieren, oder hier vorbei schauen. Hier geht's zu den Foto-Sendungen Februar 2010 (Liste als pdf)

Donnerstag, 28. Januar 2010

BelichtungsZeit


Beim Begriff Belichtungszeit denken die meisten erst mal an den technischen Terminus (Verschlusszeit, oder auch Einstellung des Zeitwertes, der für die korrekte Belichtung eines Fotomotivs notwendig ist). Stimmt ja auch.
Doch um diese Zeit geht es hier ausnahmsweise nicht. Das große Z in der Mitte des Wortes ist kein Tippfehler, sondern ein versteckter Hinweis auf das, was beim Fotografieren so unendlich wichtig ist: Die Zeit.


Fotografieren ist ein schönes, kreatives Hobby. Wir können Bilder machen, und das geht ziemlich flott vonstatten. Vergleicht man die Zeit, die ein Fotograf benötigt, um ein Foto zu schießen, mit dem Zeitaufwand, den ein Maler braucht, um ein Bild zu malen, wird klar, warum heutzutage viele kreativ veranlagte Menschen lieber zum Fotoapparat greifen, als zum Pinsel. In dieser Schnelligkeit liegt ein enormer Reiz, aber gleichzeitig auch eine Gefahr: wir nehmen uns zum Fotografieren oft viel zu wenig Zeit.


Zeit zum Fotografieren

Wenn wir uns den Luxus gönnen, und ein Motiv mehrmals fotografieren, oder erst einmal lange herum probieren, bis wir den günstigsten Standort, die interessanteste Perspektive, die richtige Brennweite, den idealen Fokuspunkt gefunden haben, werden die Bilder besser.Aber natürlich gibt es auch den anderen Aspekt:

Zur richtigen Zeit da sein, um auf den Auslöser zu drücken.

Manchmal erscheint ein Bildmotiv nur für einen ganz kurzen Moment, dann ist es wieder fort. Das Einfangen dieses flüchtigen Augenblicks ist das Besondere an der Fotografie. Damit diese schnellen Bilder gelingen, muss der Fotograf/die Fotografin ihre Ausrüstung gut kennen und die nötigen Einstellungen sehr schnell finden. Wer schon sehr lange fotografiert, kann schnell(er) fotografieren als ein Anfänger. Deshalb ist es umso wichtiger, sich die Zeit zu gönnen, die man braucht, um die nötigen Erfahrungen zu sammeln.





Das hier gezeigte Bildmotiv ist eines dieser "schnellen" Fotos. Während es draußen dunkler wurde, leuchtete auf einmal die Scheibe des Mondes am Himmel. Sie wurde nur für einen Augenblick sichtbar, weil der kräftige Wind die Wolken am Himmel entlang schob, und der Mond immer wieder komplett dahinter verschwand. Ohne die kahlen Äste der Birken würde dieses Bild nicht wirken, sie mussten also mit in den Rahmen. Das Motiv funktioniert also nur so lange, wie sich der Mond in Reichweite der Bäume befindet. Ausserdem wird er (noch) kleiner, wenn er steigt, und die Farbe des Bildes verändert sich ebenfalls mit der abnehmenden Tageshelligkeit. Gut, wenn die Kamera griffbereit am Schreibtisch liegt...

Mittwoch, 20. Januar 2010

Die richtige Kamera - wann kaufen?

Gegen die Kinderkrankheiten der Digitalfotografie lassen sich die Kamerahersteller ständig etwas Neues einfallen: sie leben schließlich davon. Und so kommen jedes Jahr neue Kameramodelle auf den Markt, während der geneigte Konsument fortwährend vor der Frage steht: welche Kamera soll ich nehmen und wann bekomme ich sie am günstigsten?



Die zweite Frage ist leichter zu beantworten als die erste: kaufen Sie nicht immer das neueste Modell, sondern eines, das schon eine Zeitlang auf dem Markt ist. Sobald dessen Nachfolger verfügbar ist, purzeln die Preise für das ausgewählte Modell. Auf der photokina, der größten Fotomesse der Welt, werden alle zwei Jahre die Neuentwicklungen vorgestellt (2010 ist es wieder so weit). Wenn Sie das Allerneueste haben wollen, ist es am besten, mit dem Kauf bis zur photokina zu warten, und nicht ein Vierteljahr vorher zuzuschlagen. Vor Weihnachten überschlagen sich die Elektronikmärkte und Fotohändler regelmäßig mit Festtagsangeboten…  nur um die gleichen Kameras nach Neujahr mit Sonderrabatten an den Mann zu bringen. Im Februar findet dann in Las Vegas noch eine wichtige Messe statt und die Preise schwanken erneut. Es ist manchmal wie am Aktienmarkt. Wenn Sie sich für ein Kameramodell entschieden haben, dann vergleichen Sie die Preise und verfolgen Sie die Preisentwicklung.

Sie können davon ausgehen, dass die Kamera, die Sie heute kaufen, in einem halben Jahr deutlich günstiger sein wird. Aber dann gibt es ja schon wieder das neuere und bessere Modell. Der Wertverlust einer Digitalkamera ist gravierender als der eines Neuwagens, denn die Technik entwickelt sich in einer so atemberaubenden Geschwindigkeit weiter, dass Kameras, die vier oder fünf Jahre alt sind, von niemandem mehr gekauft werden, Sie werden Ihr gebrauchtes Stück also kaum weiter verkaufen können. Fotografieren können Sie damit aber noch eine ganze Weile!
Nur, weil ein Kameramodell ganz neu ist, heißt das nicht automatisch, dass Ihnen die Fotos besser gefallen: Veränderungen in den Farbnuancen (Bildstile, interne Bildverarbeitung) sind ein typisches Phänomen. Auch der Klang des Auslösegeräuschs kann bei Spiegelreflexkameras gewöhnungsbedürftig sein.

Investieren Sie bei einer Spiegelreflexausrüstung vor allem in gute Objektive, denn die sind etwas wertbeständiger.

Das nächste Mal mehr zur Grundsatzentscheidung:
Welcher Kameratyp ist überhaupt der richtige für mich?