Freitag, 25. November 2016

Größer, schwerer, besser?

























Seit Dienstag habe ich sie!
Die Panasonic Lumix FZ2000 liegt neben der FZ1000 und das Buch zur Neuen gibt es Ende März. Es kann jetzt schon beim Rheinwerk-Verlag vorbestellt werden. Ich hoffe, dass meine Leserinnen und Leser so viel Geduld aufbringen, meine aber, dass es sich lohnt :-)

Einen direkten Vergleich zwischen den beiden "Schwestern" wird es im Handbuch nicht geben, dazu hat die FZ2000 viel zu viele neue Funktionen dazubekommen. Ich bin froh, wenn wir die wichtigsten auf den geplanten 374 Seiten unterbringen. Dafür kommt das Handbuch mit einem großen Anhang, in dem ich alle Punkte des Kameramenüs kurz erläutere, wie schon beim Handbuch zur Lumix GX80.

Erste Eindrücke
Die Neue ist deutlich teurer als ihre Vorgängerin (aktuell 1249,- vs. 699,- EUR), was die berechtigte Frage aufwirft, ob es sich lohnt, die alte zu ersetzen.

Nahezu alle Punkte, die ich an der FZ1000 bemängelt hatte, sind bei der FZ2000 behoben worden: Es gibt jetzt einen ND-Filter für Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten, eine Blendenstufe mehr, das Zoom ist 80 mm länger, und natürlich sind neue Funktionen (Post Fokus, Focus Stacking, Bracketing) an Bord. Die Zeitrafferaufnahme hat jetzt einen eigenen Platz auf dem Antriebsmoduswahlrad und ist schnell erreichbar. Auch bei den Videofunktionen hat sich einiges getan. Das ist schon daran zu erkennen, dass man jetzt zum externen Mikrofon auch noch einen Kopfhörer an die Kamera anschließen kann. Heute habe ich erfahren, wie man eine "Dolly-Zoomfahrt" mit der FZ2000 macht - wow!

Die FZ2000 widersetzt sich dem allgemeinen Trend zu kleineren Kameras: sie ist schwerer und voluminöser als ihre Vorgängerin - Spiegelreflexgröße. Mit der abgeflachten Gegenlichtblende (67 statt bisher 62 mm Gewindedurchmesser) sieht sie ziemlich bullig aus. Wenn man sie einschaltet, fährt das Objektiv grundsätzlich nach vorne aus. Man hat - ohne Gegenlichtblende - satte neunzehn Zentimeter vorm Gesicht, egal ob man mit dem Weitwinkel (24 mm) oder mit dem 480 mm Tele fotografiert. Sie ist also nichts für die Handtasche und gänzlich unbemerkt wird man mit ihr nicht fotografieren können. Das konnte man mit der FZ1000 aber auch nicht.
Mein Wermutstropfen: Der elektronische Sucher hat leider etwas mehr Tunnelblick-Effekt als der an der FZ1000. Dafür gibt es jetzt den komfortablen Touchscreen und erheblich mehr Funktionstasten: sieben am Gehäuse, fünf weitere am Monitor, also insgesamt zwölf (!). Bei der FZ1000 waren es nur fünf. Damit kann man viele der nützlichen aber versteckten Funktionen schneller erreichen.

Andere Kleinigkeiten zum Umgewöhnen
Die Belichtungskorrektur wird nicht mehr durch Drücken des hinteren Einstellrads aktiviert, sondern wie bei anderen Kameras, mit einer +/- Taste. Ich hatte mich sehr mit diesem genialen Konzept angefreundet, so dass ich es jetzt regelrecht vermisse.
Der Bildstabilisator wird nicht mehr am Objektiv ein- und ausgeschaltet, sondern über das Menü. Dafür gibt es dort mehrere Funktionstasten, z.B. für langsame Zoomfahrten.
Woran man sich schnell gewöhnt: Es gibt zwei separate Fächer für den Akku (Unterseite wie bisher) und Speicherkarte (neu: rechte Kameraseite).

Die FZ2000 wird weiterhin mit einer Ladeschale für den Akku geliefert, und das ist gut so. GX80-Benutzer wissen, worauf ich hier anspiele: Diese Kamera wird nur noch mit einem Ladekabel geliefert und kann während des Ladevorgangs nicht benutzt werden. Man muss sich die Ladeschale zur GX80 separat dazukaufen. Meine Befürchtung, dass dies auch für andere Kameras Schule machen würde, hat sich erfreulicherweise in Luft aufgelöst.

Die Software und das ausführliche Handbuch im PDF-Format, die es früher auf CD gab, muss man sich jetzt auch für die FZ2000 aus dem Internet herunterladen. Das macht Sinn, denn die Software wird relativ oft aktualisiert.

Zwischenfazit
Die FZ2000 ist technisch auf dem neuesten Stand, und mit ihrem größeren Sensor qualitativ die bessere Alternative zur FZ300. Das schlägt sich deutlich im Preis nieder. Die FZ2000 ist nichts für Gelegenheitsfotografen, sondern eine Kamera für Leute, die Spaß daran haben, Knöpfe zu drücken und sich leicht merken können, wofür die alle gut sind. Wer genauso gerne filmt wie fotografiert, wird sie lieben. Natürlich kann man auch mit der FZ2000 im Automatikmodus wunderbar fotografieren, aber es wäre eine Verschwendung, wenn man die vielen technischen Finessen links liegenlässt.

Die deutlich kleiner FZ300 ist eine preisgünstige Alternative (ca. 500 EUR); mit ihr sollte man allerdings nicht zu nächtlichen Streifzügen aufbrechen. Wer auf Touchscreen und neueste Funktionen verzichten kann, für den bleibt die FZ1000 eine tolle Kamera.

Während ich am Buch und mit der FZ2000 arbeite, werden mir bestimmt noch ein paar Dinge auffallen, über die ich beizeiten hier berichten werde.

Ich werde auch immer wieder nach einem Vergleich zwischen der GX8 und der GX80 gefragt. Da ich die GX8 nicht besitze, und meine GX80 wieder zurückgeben muss, kann ich hier nicht so in die Tiefe gehen. Eine Vergleichsübersicht der Kameramenüs und Funktionen ist in Arbeit - nicht als gedrucktes Buch, sondern voraussichtlich als PDF. Wenn es dazu Neuigkeiten gibt, erfahren Sie es auch hier.

Noch eine Kleinigkeit in eigener Sache
In vielen meiner Artikel finden Sie Links zu Amazon, die zu bestimmten Produkten führen. Wenn Sie über irgendeinen dieser Links zu Amazon surfen und während dieser "Sitzung" irgendetwas bestellen, tun Sie mir etwas Gutes, denn dafür bekomme ich Provision. Es muss also keine Lumix oder kein Buch von mir sein. Sie dürfen auch gerne eine Sony, eine Nikon, Canon, Olympus, Selfie-Sticks, einen Kühlschrank, einen Fernseher oder Bücher von anderen Autoren kaufen, Hauptsache Sie klicken auf meinen Link und suchen sich dann Ihr Produkt aus ;-). Wenn es Sie tröstet: Im Gegensatz zu Amazon versteuere ich meine "Werbekostenerstattungen" wie alle meine Einnahmen vollumfänglich in Deutschland.

Dienstag, 22. November 2016

Aufgegriffen: Pippi und Annika

Die Idee zu diesem Blogbeitrag entstand, als ich den von Oliver Schlecht gelesen hatte. Pippi Langstrumpf, die freche Göre, kennt wohl jeder. Ihr rebellischer Charakter ist legendär und sie war die Heldin meiner Kindheit.

Wenn Pippi fotografieren würde, würde sie sich nicht um Kameras, Objektive und technische Zusammenhänge scheren. Sie würde einfach loslegen, schiefe, schräge, völlig fehlbelichtete und unscharfe Fotos machen, und sie hätte unglaublich viel Spaß dabei. Was die anderen dazu sagen, wäre ihr völlig egal. Sie hätte immer eine passende Antwort parat, wenn jemand daherkäme, und sie zurechtweisen wollte. Genausowenig hätte sie ein Problem damit, ihre verknitterten Fotos an ihr Pferd "Kleiner Onkel" zu verfüttern.
Annika, das brave, spießige Nachbarsmädchen wäre fasziniert, aber auch zurückhaltend und peinlich berührt. Ihre Bilder wären akkurat, hübsch anzusehen oder zumindest zweckmäßig. Sie würde natürlich in eine Schule gehen, um genau zu lernen, wie man "richtig" fotografiert, und sie hätte ein säuberlich sortiertes und verschlagwortetes Bildarchiv.

Das Schöne an Astrid Lindgrens Geschichte ist, dass Annika und Pippi gute Freundinnen sind. Jede lebt in ihrer eigenen Welt, aber sie verbringen viel Zeit miteinander. Annika lernt von Pippi mutiger und freier zu sein. Pippi versucht wenigstens, sich in bestimmten Situationen besser zu benehmen. Diese Freundschaft ist für beide ein Gewinn. Überträgt man diese Konstellation auf die fotografische Ebene, dann steuert Pippi wilde Kreativität, Mut und Gelassenheit bei. Annika ist folgsam und ehrgeizig, sie bringt Knowhow und Struktur in die Sache. Spaß haben sie beide - jede für sich, aber gemeinsam noch viel mehr. Wenn diese beiden so unterschiedlichen Charaktere der jeweils anderen gegenüber offen und tolerant bleiben, werden sie zusammen sehr viel Freude haben, sich aneinander reiben und dadurch unweigerlich weiter entwickeln. 


Im echten Leben gehen Kinder- und Jugendfreundschaften oft auseinander, wenn wir älter werden. Astrid Lindgren erzählt nicht, was später mit den beiden Freundinnen passiert. Verlieren sie sich aus den Augen? Wird Pippi ein Leben lang ein anarchischer Rebell bleiben, unverstanden von den meisten, aber glücklich mit sich selbst? Wird Annika ein stromlinienförmiges Leben unter Gleichgesinnten bevorzugen, weil es ihr Sicherheit und Orientierung bietet? Oder bleiben sie ein Leben lang "beste Freundinnen", die sich manchmal hassen und streiten, aber doch nicht ohne die andere können? Eins ist sicher: Keine wird die andere je vergessen, dazu sind die Erinnerungen viel zu bunt.

Manchmal wird die langweilige Annika im Erwachsenenleben zu dominant. Dann ist es eine sehr gute Idee, sich an Pippi zu erinnern. Umgekehrt gilt das gleiche: Wenn alle immer agieren wie Pippi Langstrumpf ist das nicht mehr witzig. Die Geschichte funktioniert nur, solange es Annika gibt. Ihr Aufeinandertreffen bringt Leben in die Sache.
Wenn die beiden sich nach einigen Jahren wieder begegnen, und Annika immer noch fragt: "Was sollen wir denn jetzt tun?", wird Pippi antworten: "Was ihr machen wollt, weiß ich nicht. Ich werde jedenfalls nicht auf der faulen Haut liegen. Ich bin nämlich ein Sachensucher, und da hat man niemals eine freie Stunde."


Artikel: 10 Dinge, die wir von Pippi Langstrumpf lernen können

Freitag, 18. November 2016

Fotos aus Island









































Lichtbilder-Vortrag klingt heutzutage sicher etwas altmodisch, aber ich kenne Rainer Köfferlein seit vielen Jahren. Daher weiß ich, dass er wirklich tolle Fotos macht. Wer sich für Island interessiert, wird am kommenden Montag sicher nicht enttäuscht.

Ob die Isländer ihre Drohung wahrmachen, nur noch eine bestimmte Anzahl an Touristen auf ihre Insel zu lassen, entzieht sich momentan meiner Kenntnis. Verständlich ist es allemal, denn der Tourismus boomt seit Jahren...

Hier noch einmal die Adresse für alle, die sich für den Islandvortrag interessieren:

Pfarrsaal St. Ansgar
Gulbranssonstr. 28
81477 München (Solln)